The Slow Show – Ein komplettes Leben in einer Stimme

Mit den beiden Alben White Water (2015) und Dream Darling (2016) legten die Briten von The Slow Show innerhalb von wenigen Monaten zwei so atemberaubende Alben vor, wie es so nur wenige andere Bands geschafft haben. Rob Goodwins Stimme war es vor vier Jahren, die für Begeisterungsstürme sorgte – hat sie mit der Tiefe und ihrem enormen Bass eine Wirkung, wie ein alter Geschichtenerzähler. Dabei setzt Goodwin seine Stimme so passend in die Arrangements der Band ein, dass es schließlich in den meisten The Slow Show Songs – wie Ordinary Lives oder Bloodline – zu einem wahren Ausbruch kommt. Einem Ausbruch der Instrumentierung, des Arrangements, der Emotionen, Goodwins Stimme und einem Gefühl, das unendliches Leid mit Aufbruch und Mut verbindet. Nun sind The Slow Show nach drei Jahren der Stille mit einem ersten neuen Song zurück und rufen damit alte Gefühle hervor. Denn auf Sharp Scratch greifen Rob Goodwin, Fred Kindt, Joel Byrne-McCullough, James Longden und Chris Hough zu den gewohnt opulenten Arrangements und zeichnen ein warmes Bett aus Instrumenten welches in unseren Köpfen Bilder erzeugt, die getrieben von Erinnerungen sind und abermals vor Emotionen zu explodieren scheinen. Dabei klingt Goodwins Stimme anfangs noch erzählerisch zu den Instrumenten, die schließlich wie ein mahnendes Gewitter ausbrechen um kurz darauf in sich zusammenzufallen und schließlich in einem versöhnenden Traum zu münden, den Goodwin mit seiner starken Stimme auffängt. The Slow Show singen nicht einfach nur Geschichten, sie machen sie durch ihre Musik erlebbar und lassen uns mitfühlen. Auch erleben können wir die Jungs bei einem ihrer vier Konzerte in Berlin, Amsterdam, Antwerpen oder London Mitte April. Doch die Konzerthäuser sind klein, also müsst Ihr schnell sein!

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Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.