Angels & Airwaves - All That's Left Is Love

Angels & Airwaves – Was uns bleibt ist Liebe

Seit der Entstehung der Band im Jahr 2005 gab es Spekulationen über die Zugehörigkeit Tom DeLonges zu Blink-182, als auch zu Angels & Airwaves. War es ein Nebenprojekt während der Blink-182-Bandpause? Oder war es der Aufbau einer ganz neuen Band, die schon bald DeLonges Hauptband sein würde? 15 Jahre später wissen wir es und steht DeLonge mit bereits fünf Studioalben voll im Saft des Angels & Airwaves-Projektes. Bereits seit fünf Jahren von Blink-182 getrennt, zeigte sich, dass DeLonge eine andere Art des musikalischen Ausdrucks favorisierte. Mit introvertierten Sounds und ausufernden Arrangements sorgte DeLonge mit Angels & Airwaves schnell für ein würdiges Zurückkehren der ehemals prägnanten Blink-182-Stimme. Doch auch abseits dessen waren Angels & Airwaves von Beginn an auf etwas Größeres ausgelegt. Mit wechselnden Musikern und der Fokussierung auf andere Bereiche der Kunst – wie auf Film- und Grafikprojekte – umfasste die Band ein immer größer werdendes künstlerisches Feld. Erschien mit The Dream Walker das letzte Angels & Airwaves-Album 2014, hat die Band mittlerweile mit Rebell GirlKiss & Tell zwei Songs veröffentlicht, die nun durch All That’s Left Is Love ergänzt wird und die Vermutung über ein baldiges Erscheinen des sechsten Studioalbums vermuten lässt. Dabei klingt All That’s Left Is Love einmal mehr so mitreissend und nach Alternative Rock, dass wir uns mit der Stimme DeLonges sofort wieder wohlfühlen. Im Verlauf der vier Minuten baut sich All That’s Left Is Love zu einer großen Hymne auf, die der aktuellen Situation, in der wir alle stecken, Tribut zollt. Mit hoffnungsvollen Textzeilen, wie We have never been here before. To not love less, to love more oder We‘re locked inside our beds, but we Laugh at what is said, remember how it all begins A little smile from your friends. lassen Angels & Airwaves keinen Zweifel daran, dass diese Pandemie auch einen enormen Zuwachs an sozialem Zusammenhalt erkennen lassen hat. So kommentiert DeLonge den Song dann auch in einem Interview wie folgt: Freunde – wir alle sitzen gerade zu Hause fest und während wir die unglaublichen Ereignisse, die gerade weltweit geschehen, beobachten, konnten wir auch kleine leuchtende Sterne auf der ganzen Welt entdecken – die die positive Seite der Menschheit zeigen, die manchmal in unserem Alltag verloren gegangen sind. Darum geht es in dieser Band letztendlich seit dem ersten Tag – Hoffnung. Vor diesem Hintergrund haben wir beschlossen, unsere Gefühle in ein Lied zu lenken. Die gesamten Einnahmen von All That’s Left Is Love gehen dabei an eine Organisation, die – ähnlich wie die Archen in Deutschland – den Kindern in den USA eine warme Mahlzeit gibt, die diese durch Schulschließungen und die Armut der Eltern sonst nicht erhalten hätten. Mit Songs wie diesen haben es Angels & Airwaves geschafft, zu einer der großartigsten Alternative-Bands der letzten 15 Jahre zu werden und zeigen einmal mehr, dass die gebündelte Kreativität so Einiges erreichen kann.

Billie Eilish - No Time To Die

Billie Eilish – Bond-Song ist da!

Es sind große Namen, wie Shirley Bassey, Tom Jones, Nancy Sinatra, Tina Turner, Madonna oder Adele – alle haben in den vergangenen 70 Jahren einen Titelsong zu einem James Bond Film beigesteuert. Bestechen Bond-Titelsongs zumeist durch eine epische Stimmung und ausufernde Arrangement, kam es in der jüngeren Zeit auch immer häufiger vor, dass Titelsongs deutlich poppiger angehaucht waren, als man es gewohnt war. Nachdem es bereits seit gut zwei Monaten Gewissheit gibt, wer den Titelsong für James Bond – Keine Zeit zu sterben singen wird, ist dies nichts Geringeres, als eine Sensation. Denn die gerade einmal 18-jährige US-Amerikanische Sängerin Billie Eilish wird damit zur jüngsten Sängerin eines Bond-Titelsongs. Darüber hinaus hat die Sängerin innerhalb eines Jahres alles geschafft, wofür andere Künstler Jahrzehnte benötigen. Sie hat in diesem Jahr die Grammys in allen vier Hauptkategorien gewonnen, hat das meistverkaufte Album 2019 veröffentlicht und bleibt dabei mit einer Art Anti-Pop, ihrem eigenen Charakter treu. Da stellte sich in den letzten Wochen die Frage, wie kann Eilish das alles mit einem Bond-Titelsong vereinen?! Das Ergebnis hören wir seit heute, denn Eilish hat vor wenigen Stunden auf ihrem Youtube-Kanal den Song No Time To Die für den 25. James Bond Film veröffentlicht. Dieser beinhaltet, neben typischen Elementen eines Bond-Titelsongs, wie den langsamen Beat und klassischen Elementen auch einen Orchester-Part von Hans Zimmer. Aufgenommen in Eilishs Bedroom Studio und produziert von ihrem Bruder Finneas O’Connell ist No Time To Die ein so perfekter Bond-Titelsong, der die Eigenwilligkeit Eilishs und ihres Gesanges mit der Monumentalität der Bond-Titelsongs vereint und einen epischen Sound entstehen lässt. No Time To Die ist ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Erfolgsgeschichte der US-Amerikanischen Sängerin.

Moonlight Breakfast - Dance Moves

Moonlight Breakfast – Den Beat im Blut

Ihr drittes Album Affection ist ein reinster Erfolg. Mit den darauf enthaltenen Songs – wie Summer oder Look Up – hat das rumänische Trio Moonlight Breakfast innerhalb der letzten 12 Monate weltweit die Herzen der Indiefans erobert. Durch verspielte Beats, mystische Arrangements und einem Gesang der Frontsängerin Christie, der mal hauchend, mal mit Kopfstimme und dann wieder ganz geerdet klingt, haben sich Moonlight Breakfast diesen Erfolg auch redlich verdient. Nun haben sie mit Dance Moves eine weitere Single aus Affection veröffentlicht und folgen damit dem aktuellen Trend der James-Bond Erzählweise. Im 80er Jahre Stil mit Bauhaus-Optik und ganz viel Farbe spielt sich die Band durch die Geschehnisse bei einer Sommerparty. Dabei erinnert der Grundbeat von Dance Moves an Michael Jacksons Thriller und klingt gleichzeitig verboten süß. Zeitgleich erscheint mit der Veröffentlichung des Songs eine gleichnamige EP mit weiteren Remixen von Bazooka über Adam Stacks, bis hin zu Happy Gutenberg. Moonlight Breakfast hat den Sound, den wir alle gerade so dringend brauchen. Den Sommer noch in den Knochen fühlend bereiten wir uns auf die kalte Jahreszeit vor und blicken wehmütig auf die Zeit unter freiem Himmel und bei lauschigen Temperaturen zurück.

The Slow Show – Ein komplettes Leben in einer Stimme

Mit den beiden Alben White Water (2015) und Dream Darling (2016) legten die Briten von The Slow Show innerhalb von wenigen Monaten zwei so atemberaubende Alben vor, wie es so nur wenige andere Bands geschafft haben. Rob Goodwins Stimme war es vor vier Jahren, die für Begeisterungsstürme sorgte – hat sie mit der Tiefe und ihrem enormen Bass eine Wirkung, wie ein alter Geschichtenerzähler. Dabei setzt Goodwin seine Stimme so passend in die Arrangements der Band ein, dass es schließlich in den meisten The Slow Show Songs – wie Ordinary Lives oder Bloodline – zu einem wahren Ausbruch kommt. Einem Ausbruch der Instrumentierung, des Arrangements, der Emotionen, Goodwins Stimme und einem Gefühl, das unendliches Leid mit Aufbruch und Mut verbindet. Nun sind The Slow Show nach drei Jahren der Stille mit einem ersten neuen Song zurück und rufen damit alte Gefühle hervor. Denn auf Sharp Scratch greifen Rob Goodwin, Fred Kindt, Joel Byrne-McCullough, James Longden und Chris Hough zu den gewohnt opulenten Arrangements und zeichnen ein warmes Bett aus Instrumenten welches in unseren Köpfen Bilder erzeugt, die getrieben von Erinnerungen sind und abermals vor Emotionen zu explodieren scheinen. Dabei klingt Goodwins Stimme anfangs noch erzählerisch zu den Instrumenten, die schließlich wie ein mahnendes Gewitter ausbrechen um kurz darauf in sich zusammenzufallen und schließlich in einem versöhnenden Traum zu münden, den Goodwin mit seiner starken Stimme auffängt. The Slow Show singen nicht einfach nur Geschichten, sie machen sie durch ihre Musik erlebbar und lassen uns mitfühlen. Auch erleben können wir die Jungs bei einem ihrer vier Konzerte in Berlin, Amsterdam, Antwerpen oder London Mitte April. Doch die Konzerthäuser sind klein, also müsst Ihr schnell sein!