Chef’Special – von der Akustik Ballade zur Indie-Rakete

Chef'Special - Amigo

Chef’Special – Amígo

Es ist schon eine unglaubliche Wandlung, die von der niederländischen Band Chef’Special vollzogen wurde. Hatten sie mit ihrem 2014 erschienenen Album Passing through eine Nummer Eins Platte gelandet, war dies vor allem der Akustikballade In Your Arms zu verdanken, die es bis in die Top 20 der niederländischen Singlecharts schaffte und sogar in die Top 100 der amerikanischen Billboardcharts Einstieg. Nun sind sie mit der ersten Single Amígo zurück und kündigen damit ihr drittes Album an. Dabei ist Amígo die totale Kehrtwende zum vorher gehörten. So fängt Amígo gleich zu Beginn mit einer aggressiven Gitarre an und singt sich Frontsänger Joshua Nolet durch die schnellen Akkorde. Dabei wird Amígo schnell zum Indie-Riesenhit und macht Spaß. Somit ist die erste Single des neuen Albums ein Volltreffer und setzt mit viel Energie, neue Akzente für die Band.

Advertisements

Bear’s Den – Konzertkritik (Huxley’s Neue Welt Berlin)

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Sie retten den Folk und Alternative Rock. So hatte es kürzlich eine britische Zeitung vor dem Release des zweiten Bear’s Den Albums Red Earth & Pouring Rain betitelt. Und tatsächlich sind Bear’s Den eine Band, die genau das macht, ohne diese Aussage für sich selbst zu beanspruchen. Dass die, auf ein Duo geschrumpfte, Band eher zurückhaltend ist, bekam man an diesem Abend im Berliner Huxley’s Neue Welt zu spüren. Inszenierten sie sich doch groß und blieben dennoch bescheiden und unglaublich sympathisch. Doch krempeln wir den Abend mal von vorne auf.

Matthew And The Atlas @Huxley's Neue Welt Berlin

Matthew And The Atlas @Huxley’s Neue Welt Berlin

Matthew And The Atlas

Der Konzertabend begann pünktlich mit Schlag 20 Uhr, als die ebenfalls aus London kommende Band Matthew And The Atlas auftraten. Ist ihre Musik im Folk und Country angesiedelt, passte diese Beschreibung allerdings nicht immer zu jedem Song. Vielmehr ließen Matthew And The Atlas ein Lagerfeuer entfachen. Mit knisternd, wärmenden Licht und einer berührenden Stimme. Mit den Songs Temple, Graveyard Parade, Old Master und On A Midnight Street schafften sie es schnell, mit dem Publikum eins zu werden. Spätestens mit dem melancholischen Elijah wurden auch die letzten Herzen des Huxley’s erwärmt und sorgten für so manch rollende Träne. Emma Gatrill am Pedal Steel bedankt sich dann auch mit den Worten, dass es die Band unglaublich schön fand, wie still das Publikum während der Song war.

Hasta La Vista Baby

Dieser Ausspruch sollte nicht nur zu einem der meist genutzten Filmzitate der 80er Jahre avancieren, sondern Bear’s Den in die Höhle des Löwen schicken. So hatte sich das Duo als Intro den Film-Score des Terminators ausgesucht und ließ im Vorfeld das Huxley’s mit Duftstäbchen belüften. Nach einem kurzen ‚I’ll Be Back-Flashback‘ bei beim Ein oder Anderen im Saal, kamen die Jungs schließlich auf die Bühne und eröffneten das Konzert mit einem sehr starken Red Earth & Pouring Rain. In unfassbaren 30 Sekunden schafften Bear’s Den es, die Weite des Albums, die Melancholie und Verletzbarkeit zu transportieren und den Raum in eine Blase zu packen, aus der man erst nach 110 Minuten wieder entlassen werden sollte. Es war ein Moment der Reflektion, den die Band erzeugte, wenn sie sich zwischen den Songs immer wieder ungläubig anguckten und selbst überrascht über die Resonanz des Publikums waren. Denn was ihnen entgegen schrie, war das pure Glück und die Freude, diese Band live zu sehen. Dabei zu sein, wenn eine Band die Stimmung erzeugt, die man sonst nur alleine zu Hause oder über Kopfhörer unterwegs erlebte.

1.600 Gäste auf dem Badminton-Spielfeld

Weiter ging es mit dem epischen Emeralds, ehe sie, für den Anfang des Songs, Elysium zur Ruhe kamen. Doch mit Banjo und Trommeln bewaffnet folgte das Publikum dem Song wohl wissend zur Mitte und damit zu dem Moment an dem die Trompete durch den Saal hallte. Überraschend war dann auch die Nutzung von Synthies, die vor allem bei Songs wie Broken Parable und dem bereits gehörten Emeralds auffielen und diese gewisse Weite erzeugte, die der Band so gut steht. Nach einer kleinen Anekdote, dass die Band auf Tour immer Badminton spielt und die Hallen, in denen sie auftreten in ein Spielfeld verwandelt, folgten mit Greenwoods Bethlehem und Stubborn Beast zwei sehr unterschiedliche Songs. Der eine groß, mystisch und mit satten Klang und der andere akustisch und nach Lagerfeuerstimmung klingend. Worauf mit Isaac ein ebenso akustischer wie roher Sound folgte. War ein Banjo immer wieder mit dabei, fragte Kevin Jones – an der Gitarre und am Bass – rhetorisch, was denn besser wäre als ein Banjo. Das Publikum quittierte ihm die Frage mit der richtigen Antwort – zwei Banjos. Und so stöpselten die Beiden und ihre vier Tourmitglieder alle Instrumente ab und spielten den Song Sophie kurzerhand akustisch und mit zwei Banjos.

Das Gefühl von Glück

Es kam immer wieder auf, dieser Moment, des Glücks. Bear’s Den ließen einem bewusst werden, welche Menschen Wärme spenden, welche Momente in der Vergangenheit die stärksten Gefühle erzeugt haben – einfach, in welchen Moment man sich selbst groß, stark und voller Freude fühlte. Und sie zeigten auch, dass all diese Gefühle immer durch eine andere Person ausgelöst wurden. So sind die Texte der Briten voll von Aussagen rund um Liebe, Vertrauen, Sehnsucht und Hingabe. So passte es auch, dass mit Love Can’t Stand Alone wieder eine Ballade folgte, die mit sphärischen Bässen durch den Saal waberte. Mit Roses On A Breeze steigerte sich der Sound dann langsam wieder und wurde mit Andrew Davies warmer Stimme als Mantel umhüllt. Diese gefühlvolle Art hielt auch bei Fortress an, um dann schleichend von When You Break gebrochen zu werden. Rastete die Band doch in der letzten Minute dieses Song so sehr aus, dass mit Blitzlicht und intensiven Schlagzeug, Gitarren und Bass ein Moment der Ekstase entstand, um dann ganz scharf abzufallen und den Song mit den Zeilen „And I have seen all that you’ve seen, and I have been where you’ve been, no, our hands will never be clean, at least we can hold each other“ zu beenden.

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Mit der Stärke eines einzelnen Songs

Mit Auld Wives folgte ihr wohl stärkster Song und zugleich auch ein Song, der als Referenz für die Band in den nächsten Jahren nachhallen wird. Bear’s Den schaffen es, dass Auld Wives eins zu eins klingt, wie man ihn vom Album kennt. Da steht ein starker Bass mit einem präsenten Schlagzeug genauso im Vordergrund wie die Synthies und Davies emotionale Stimme. So wünschte man sich, dass der Song für die nächsten zehn Minuten laufen würde um ja keinen Moment dieser Kraft zu verpassen. Doch irgendwann war auch dieser Song vorbei und Jones kündigte mit Above The Clouds Of Pompeii den letzten Song des Abends an. Zwischen – fast freundschaftlich klingenden – Buh-Rufen begann die Band das Intro zu spielen. Im Publikum setze, wie bei einem Startknopf, das Mitsingen ein. So wurde die Textzeile „Don’t cry, hold your head up high, she would want you to, she would want you to“ zur Hymne und durch den Chor von 1.600 so kräftig, dass sich die Band wieder anschaute und nicht glaubte, was ihnen passierte.

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Ein Ende vom Ende

Kündigten Bear’s Den mit The Clouds Of Pompeii ihren eigentlich letzten Song an und verschwanden danach von der Bühne, verriet der Roadie, durch das Stimmen der Gitarren, dass es wohl doch noch mehr zu hören gab. Und so kamen die Jungs keine Minute später wieder auf die Bühne um mit Napolean nochmals ruhig zu werden. Mit Drew The Vines folgte dann noch eine schnellere Nummer ehe das passierte, was typisch für Bear’s Den war und gleichzeitig auch ein Moment war, den man so nur noch sehr selten auf Konzerten erleben kann. Hatte die Band Sophie schon akustisch gespielt, kamen sie nun für Gabriel in die Mitte des Saals und sangen inmitten aller Fans. Um sie herum setzte sich das Publikum hin, so, dass auch die, die weiter hinten standen, alles sehen konnten. Mit dieser Geste, sowohl von der Band, als auch vom Publikum zeigte sich einmal mehr, dass Teilen, so viel mehr wert ist. Im Anschluß verriet Andrew Davie, dass Berlin die einzige Stadt weltweit sei, die diese Geste zeige und sie dafür sehr dankbar seien. Wer bereits im Kesselhaus dabei war, kann das nur bestätigen, nahm doch beim Auftritt im Oktober 2015 das Publikum auch dort Platz und öffnete so die Sicht für alle.

Bear's Den @Huxley's Neue Welt Berlin

Bear’s Den @Huxley’s Neue Welt Berlin

Zum Abschluss spielten sie den Song, mit dem alles begann. Agape war 2012 plötzlich in aller Munde und geisterte mit zunehmenden Erfolg von Mumford & Sons durch diverse Blogs. An diesem Abend sollte Agape nochmal dafür stehen, das Publikum in ein großes Klassentreffen mit glücklichen Gesichtern zu verwandeln. So kam auch der 1.600 Mann starke Chor noch einmal hinzu und sang die Zeilen „I don’t want to know who I am without you“ bis der letzte Ton verstummte.

Dass diese Band, die mittlerweile zwei Alben veröffentlicht hat, die besten Musikkritiken der letzten Jahre in diesem Genre einheimsen konnte und in ausverkauften Häusern spielt, immer noch verwundert und überwältigt ist, wie sie das Publikum aufnimmt, zeigt, wie bodenständig und nah sie am Publikum sind. Da stehen diese beiden Musiker auf der Bühne und wissen wohl selber nicht, wie sehr sie ihr Genre retten.

Austra – Vom Wunsch einer Utopie

Austra - Utopia

Austra – Utopia

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an den Song Lose It, den die kanadische Band Austra vor fünf Jahren veröffentlichte. Ihr Zusammenspiel aus Synthiepop, Dark Wave, Dreampop und House sorgte für ein komplett neues Genre, aus dem nachfolgend, Bands wie MS MR und Poliça nach oben gespült wurden. Somit kann sich das Quartett aus Toronto sicherlich als einer der Vorreiter dieses Genres feiern lassen. Doch unabhängig davon liefern Austra, dessen Bandname nach dem zweiten Vornamen der Frontsängerin Katie Stelmanis gewählt wurde, seitdem stetig einwandfreien Dreampop ab. Mit ihrem, Ende Januar 2017 erscheinenden, dritten Album Future Politics gehen sie direkt auf die politische Stimmung rund um den Globus ein. Bei einem Interview sagte Stelmanis dazu: „Es geht nicht nur darum, Hoffnung in die Zukunft zu setzen, sondern darum, dass jeder gefordert ist, an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Die Grenzen, wie die Zukunft aussehen wird, sind ebenso faszinierend wie endlos. Das hat weniger damit zu tun‚ ’politisch’ zu sein, sondern über Grenzen hinaus zu denken – und das in jedem Bereich.“ Auf Austras nun veröffentlichten Song Utopia behandeln sie dann auch das Thema des Interesses am Mitmenschen. An jenen Mitmenschen, die man sonst nicht wahrnimmt. So singt sie von der Zielstrebigkeit der Menschen ihre Arbeit zu verrichten, doch dabei Menschen, die hilfesuchend umherlaufen, nicht zu registrieren. Klanglich ordnet sich Utopia direkt hinter Lose It ein. Folgt doch auf einem kurzen Dreampop-Intro ein stampfender Bass und der Gesang Stelmanis. Mit der klassisch angehauchten Stimmlage Stelmanis wirkt Utopia dann auch eindringlich und klagend. Austra stehen davor, ihrer Band eine neue musikalische Aufgabe zu geben. Politische Aussagen in einen tanzbaren Mantel zu legen und somit eine größere Masse anzusprechen.

Dua Lipa – Vom Außenseiter in die erste Reihe

Dua Lipa - Blow Your Mind (Mwah)

Dua Lipa – Blow Your Mind (Mwah)

Mit Be The One hatte Dua Lipa Anfang 2016 einen riesigen Hit in Deutschland gelandet, der sich über 200.000 Mal verkaufte. Be The One ist als Synthiepop und einem Underdogstatus wohl ein selten gesehener Gast in den Charts gewesen. Gelten diese Attribute doch nicht gerade als vielversprechend. Nun ist die Britin, nach der zweiten Single Hotter Than Hell, mit der aktuellen Single Blow Your Mind (Mwah) zurück und zeigt, dass sie nicht nur im Synthie beheimatet sein möchte. Blow Your Mind (Mwah) ist eine lupenreine Girlpower-Nummer die durch Lipa’s herben Klang der Stimme eine ganz eigene Wirkung entwickelt. So wandelt sie in den Bridges auf den Pfaden von Be The One, um in den Refrains zum absoluten Pop-Sternchen zu werden. Da folgen tastbare Beats und ein eingängiger Rhythmus. Somit ist klar, dass Dua Lipa eines ganz sicher will und kann – dabei bleiben und zwar ganz oben.

Talisco – Er präsentiert uns seine Neue

Talisco - Stay (Before The Picture Fades)

Talisco – Stay (Before The Picture Fades)

2014 ein Überraschungshit, war The Wish auf allen Kanälen zu hören. Seine akustische Weite und die heisere, und zeitweise hohe Stimme, ließen Jérôme Amandi zum Shootingstar werden. Mit The Keys legte er dann einen ebenso erfolgreichen zweiten Song nach, der es in die verschiedensten Werbetrailer schaffte. Nun kommt der Franzose mit einem neuen Album Capitol Vision zurück und präsentiert uns daraus seine erste Single Stay (Before The Picture Fades). Diese besticht abermals durch einen folkigen Grundklang und zeigt darüber hinaus, dass Amandi sich weiterentwickelt. Klingt er auf Stay (Before The Picture Fades) nun etwas moderner und erwachsener und lässt der Gesang und Text mehr Aussagekraft zu, als es noch die ersten Songs schafften. Stay (Before The Picture Fades) ist diese Art von Ohrwurm, die man sich sehr gerne selbst in den Kopf setzt.

Calvin Harris – Er kann es doch noch

Calvin Harris - My Way

Calvin Harris – My Way

Was in den letzen Jahren mit dem britischen DJ Calvin Harris passiert ist, könnte man als Traumkarriere beschreiben. Vom kleinen DJ aus Schottland, zog er 2007 in die Welt hinaus um seine bunte Musik zu präsentieren. Hatte er doch Anfangs stets bunte Pullovern an und eine ebenso bunter Musik gespielt. Da kamen alle Singles seiner ersten beiden Alben I Created Disco und Ready For The Weekend noch gänzlich ohne Gastsänger aus, was im kompletten Gegensatz zu seinem dritten und vierten Album 18 Month und Motion stand, auf dem fast ausnahmslos Kollaborationen zu finden sind. Auch die ersten drei Singles, seines bald folgenden, fünften Albums, sind mit Rihanna, Dizzy Rascal und Disciples prominent besetzt. Doch mit der vor vier Wochen veröffentlichten Single My Way zeigt Harris das erste Mal seit langer Zeit wieder, wie gut er produzieren kann und dies, abseits des Kollaborations-Popzirkusses klingt. Hier kommt wieder mehr Disco zum Vorschein und singt Harris auch wieder selbst, was mittlerweile zum seltenen Gut auf seinen Platten geworden ist. Es lässt sich nicht verleugnen, dass Harris mit den großen Stimmen dieser Zeit deutlich erfolgreicher ist, als noch auf seinen ersten beiden Alben, doch lernt man die Songs des Briten durch Veröffentlichungen wie My Way nochmal besonders zu schätzen.

Rondé – Zeitloser Pop

Rondé - Why Do You Care

Rondé – Why Do You Care

Rondè, das sind fünf Niederländer aus Utrecht, die sich vor zwei Jahren zusammenschlossen, um Musik zu machen. Ihre Mischung aus Pop und sachten Indie-Sounds passt wunderbar zum aktuellen Musikmix und lässt immer auch etwas Raum für Träume. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Why Do You Care zeigen Rondé, dass sie durchaus auch mehr Pop können. Waren doch die Singles Run und We Are One von einer Weite getragen, die sich deutlich vom normalen Indie-Pop absetzte. Nun also etwas mehr Pop und Euphorie. Why Do You Care klingt nach einer Indie-Hymne die sich mit Klavier und Gitarre in die Herzen setzen will. Dabei klingt die Sängerin Rikki Borgelt deutlich niedlicher als noch auf Run. Dies alles versüßt den Song und lässt ihn locker klingen. Rondé zeigen mit Why Do You Care, dass Indie-Pop nach wie vor ganz weit vorne dabei ist.

The Slow Show – Eine Stimme geht unter die Haut

The Slow Show - Ordinary Lives

The Slow Show – Ordinary Lives

Es gibt Stimmen, die gehen sofort unter die Haut. Sie erzeugen ein kribbeln und schließlich Gänsehaut. Von der britischen Band The Slow Show gibt es nicht ein einziges Lied, bei dem sich die Gänsehaut nicht aufbäumt. Vor allem bei Songs wie Bloodline oder Dresden packt uns unweigerlich das Gefühl der Verletzlichkeit, Melancholie und Einsamkeit. Sich durch die Songs von The Slow Show zu hören ist, wie einer tragischen Geschichte zu lauschen die voll von Liebe, Emotionen, Kraft und Mut ist. Diese Band, die so viel erzeugt, fügt ihrer Geschichte ein neues Kapitel hinzu. Mit Ordinary Lives sind die fünf Jungs, die aus Manchester kommen, zurück. Dabei haben sie sich musikalisch etwas geöffnet. Mit Ordinary Lives klingen The Slow Show nun nicht mehr nur nach der Verletzbarkeit die das Debütalbum ausmachte. Auf Ordinary Lives klingen sie nach Aufbruch und dem Mut, etwas Neues zu beginnen. Rob Goodwin, singt sich hier mit seiner Bariton-Stimme durch 4 Minuten voll mit Streichern, Gitarren und Schlagzeug. Opulent bleiben The Slow Show auch auf dem neuesten Song, doch entlockt Ordinary Lives dem Hörer nun ein zaghaftes Lächeln. Dies alles passiert unterbewusst und löst Gefühle aus, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie herzzerreißende Momente oder aufkommende Freude bedeuten. Goodwin hatte mal einen Satz, als Beschreibung des The Slow Show Sounds, gesagt,  der die Wirkung ihrere Songs nicht besser beschreiben könnte. Stille ist das lauteste Geräusch, das Musik haben kann. Sowohl auf einem Album als auch bei einem Konzert erzeugt Stille Spannung wie auch Unbehagen und ist deshalb so kraftvoll. Und auch wenn auf Ordinary Lives keine Stille existiert, trifft dieser Satz einmal mehr auch hier zu.

Picture This – Irland liefert die nächste Rockband

Picture This

Picture This

Ein Jahr! Im Oktober 2015 haben sich Ryan Hennessy und Jimmy Rainsford zum Duo Picture This zusammengefunden. Keine zehn Monate später veröffentlichten sie, im vergangenen August, bereits ihre erste EP Picture This. Diese beinhaltet den Song For You, der in bester irischer Rock/Pop-Manier mit viel Gitarre und einer markanten Stimme um die Ecke kommt. Dabei erinnert Hennessy’s Stimme stark an die des The Coronas Frontsängers Danny O’Reilly. Ihr unendlicher Tatendrang bescherte dem Duo so von Anfang an eine enorme Fanbase. Mit dieser Fanbase schafften sie, was keiner für möglich gehalten hatte , ihren aller ersten Live-Auftritt in der Dubliner The Academy, mit einer Kapazität für 850 Personen, auszuverkaufen. Dies hatten vor und nach ihnen noch keiner geschafft und so ging ihre Debüt EP dann auch direkt auf Platz eins der Album-Charts. Mit For You, der als letztes veröffentlichten Single von der EP, gehen sie es etwas ruhiger an. So steht klar die Stimme Hennessy’s im Vordergrund und wird von einem weiten aber ruhigen Gitarrensound getragen. For You ist keine Neuerfindung des melodischen Rock/Pop-Songs, doch hält man sich vor Augen, dass die beiden erst seit einem Jahr zusammen Musik machen, klingt diese dann schon unglaublich weit und reif.

X Ambassadors – Wenn satter Sound auf Melancholie trifft

X Ambassadors - Unsteady

X Ambassadors – Unsteady

Er passt zu der Jahreszeit, wie Regen, Laub und kalte Nächte – der neue Song der Amerikaner von X Ambassadors. Mit ihrem Song Renegade hatte sie im Frühjahr 2016 bereits einen Hit landen können. Nicht zuletzt war dieser Erfolg dem Einsatz in der Werbung für den Jeep Renegade zu verdanken. Nun kommen sie mit ihrer nächsten Single zurück, die ebenso wie Renegade bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde und erst jetzt ihren Erfolg findet. Unsteady wurde vom britischen Produzenten Alex Da Kid produziert, der für Hits wie Airplanes von B.o.B., Love The Way You Lie von Rihanna oder Demons, Radioactive und On Top Of The World von Imagine Dragons verantwortlich ist. Dabei mischt Alex Da Kid Beats aus Alternative Rock und Hip-Hop so zusammen, dass eine Mischung entsteht, die druckvoll und beklemmend klingen. Dazu kommt die weiche und flehende Stimme Sam Harris‘, der hier und da an Kodaline erinnert. So passt Unsteady, mit Harris‘ Gesang und Da Kids Produktion, perfekt zum Herbst und den trüben Tagen.