Zala Kralj & Gašper Šantl - Sebi

Zala Kralj & Gašper Šantl – Wir hängen an ihren Lippen

Es sind diese Momente, wie bei solch großen Veranstaltungen, wie dem Eurovision Song Contest, die es immer wieder sehenswert machen, diese Shows zu verfolgen. Fernab der aufgeregten Performances der anderen Länder hat sich Slowenien für einen Song entschieden, der sich von allen anderen abhob. Mit dem Duo Zala Kralj & Gašper Šantl hatte das südosteuropäische Land am vergangenen Samstag nämlich ein junges Duo auf die Bühne Tel Avivs geschickt, welches noch nicht einmal zwei Jahre zusammen Musik macht. Hatte Šantl vorher bereits Musik produziert, suchte er für einige Songs noch eine weibliche Stimme, die er bei Kralj fand. Allerdings entwickelte sich ihre Zusammenarbeit so gut, dass sie entschieden, als Band weiterzumachen. Mitte Februar veröffentlichten sie mit Štiri ihre Debüt-EP, auf der auch der Eurovision-Song Sebi enthalten ist. Dieser zeigt mit seiner klaren Songstruktur und einem Mix aus Minimal und Indiepop, dass moderne elektronische Musik nicht immer nur aus Ländern, wie Großbritannien oder Schweden kommen muss. Zala Kralj & Gašper Šantl erinnern mit Sebi stark an die britische Band The XX und haben mit dieser den mystisch, melancholischen Sound gemein, der beide Bands dadurch unglaublich interessant werden lässt. Dass ihre Performance auf dem Eurovision so eintönig erschien, liegt wohl an dem Fakt, dass die beiden sich mit ihrer Musik zwar wohl fühlen, allerdings nie damit gerechnet hätten, einmal vor 200 Millionen Menschen zu spielen. Mit Sebi brauchen sich Kralj und Šantl überhaupt keine Gedanken machen, denn ihr Publikum haben sie damit längst gefunden.

Lola Marsh – Ab Sekunde 1 Sympatisch

Lola Marsh – Wishing Girl

Ein Pfeifen, eine Gitarre und schon ist man als Hörer Feuer und Flamme und tippt mit dem Fuß. So sympathisch, wie es gerade Lola Marsh machen, gab es schon einige Zeit keinen Ohrwurm mehr. Mischt man zu diesen beiden Komponenten noch den markant, retrohaften Gesang der Sängerin Yael Shoshana Cohen, kommt eine zuckersüße Indienummer zum Vorschein. Gil Landau und Cohen haben so zusammen eine derart sympathische Folk/Indie-Nummer produziert und zelebrieren den Frühling und Sommer. Draussen tanzen, zwischen herabfallenden Blüten laufen und den frischen Geruch des nachwachsenden Grases einsaugen. Für all das haben Lola Marsh den passenden Sound. Das aus Tel Aviv kommende Duo ist mit diesem Sound bereits seit einigen Monaten auf der Liste der heißesten Anwärter für den internationalen Durchbruch. Mit Wishing Girl – ihrer neuen Single – erinnern Lola Marsh an Bands und Songs wie Young Folks von Peter, Bjorn & John feat. Victoria Bergsman oder First Aid Kit und Fleet Foxes. Dazu passt, das im 60er Jahre Stiel gedrehte Musikvideo, welches in James Bond Manier mit einem Kugelausschnitt gedreht wurde. Wem das nicht genug Gründe sind Wishing Girl und Lola Marsh zu lieben, welche dann?!

Petite Meller – mit einem Potpourri aus allen Einflüssen zum Erfolg

Petite Meller - Baby Love

Petite Meller – Baby Love

In Paris aufgewachsen und als Jugendliche nach Tel Aviv gezogen, lebt sie mittlerweile in New York um sich ganz der Musik zu widmen.
Doch Petite Meller ist nicht etwa nur eine Sängerin. Vielmehr ist sie eine Kunstfigur mit den verschiedensten Einflüssen. Als Kind in Berührung gekommen mit der Musik von Serge Gainsbourg und Jacques Brel studierte sie noch bis vor kurzem in Tel Aviv Philosophie und erlebte dadurch eine Veränderung ihrer Wahrnehmung. Diese Veränderung fließt nun auch stetig in ihre Songs ein und arbeitet Themen ihrer Kindheit und ihres Charakters auf.
Doch wer nun denkt, dass hier schwere Songs zu erwarten sind, liegt gänzlich falsch. Petite Meller liefert einen Indie-Hit nach dem anderen ab. Alle gemein haben ein schrilles und quietschbuntes Musikvideo.
Mit ‚Baby Love‘ gibt sie nun den Ton an und spielt sich abwechselnd mit Giraffen und Schulkindern durch ein euphorisches Musikvideo mit genau demselben Sound. So wechseln sich schnelle Gesangsparts mit einem großen Refrain ab der sofort ins Ohr geht. ‚Baby Love‘ ist – obwohl bereits im Sommer 2015 veröffentlicht – so frisch, dass man vor lauter Freude gar nicht mehr aus der guten Laune heraus kommt. Im zweiten Teil des Songs setzt dann noch ein Saxophon ein, welches die Geschwindigkeit des Songs nochmals erhöht und fast schon in Ekstase ausarten lässt. Petite Meller liefert wunderbare Songs ab, die nur eines wollen – Spaß zu bereiten um den Moment zu genießen.

Alle Farben – Sind schon da

Da stehst Du einem jungen Mann gegenüber der sich bei Dir als Frans Zimmer vorstellt und man würde es nicht für möglich halten, dass dieser junge Mann gerade einer der hochgelobtesten DJ’s des sogenannten Berliner Chill-House Elektros ist. So trat er bereits vor 30.000 Menschen auf dem Tempelhofer Flugfeld in Berlin auf und spielt sich mittlerweile auch durch Europa bis nach Tel Aviv. Haben Acts wie Wankelmut (Berlin), AndHim (Köln), Klangkarussell (Salzburg) oder Klingande (Croix/Frankreich) bereits die großen Massen erreicht und kommen in den Charts auf Topplatzierungen, werkelt Alle Farben – wie sich Frans Zimmer als Künstler nennt – noch an seinem ersten Album. Der Track Tempelhof hatte es bereits in die Playlisten einiger Radiostationen geschafft. Nun folgt mit She Moves (Far Away) der nächste Streich und man bekommt das Verlangen sich – an einem heißen Sommertag – irgendwo in Kreuzberg niederzulassen.