WestBam feat. AfterLife 3000 - White Boy

WestBam feat. AfterLife 3000 – Vorwärts in die Vergangenheit

WestBam ist einer der Veteranen der Berliner Technoszene und hat den Berliner Techno weit über Europa hinaus in die Welt getragen. Dabei hat der gebürtige Münsteraner seit jeher Musik gemacht. Sei es als 13-Jähriger in der Münsteraner Punk-Szene, als 14-Jähriger in der Band Anormal Null oder als 16-Jähriger in der Band Kriegsschauplatz. 1983 startete Maximilian Lenz – wie WestBam bürgerlich heißt – seine DJ-Karriere und sollte in Folge für die kommenden 30 Jahre stilprägend und einer der Vorreiter des Berliner Technos werden. Schnell machte seine Art, Musik mit Hilfe von Platten zu mischen und neue Songs entstehen zu lassen, von sich Reden und wurde immer erfolgreicher. Als ersten Höhepunkt, kann man das Jahr 1988 bezeichnen, in dem WestBam vom Goethe Institut als Resident DJ nach Seoul zu den Olympischen Sommerspielen geschickt wurde. Nur ein Jahr später erschien WestBams erstes Album und trieb den kommerziellen Erfolg damit maßgeblich voran. Sein absoluter Höhepunkt sollte die Veröffentlichung des Songs Sonic Empire 1997 werden, bei dem WestBam zusammen mit Klaus Jankuhn das Duo Members Of Mayday bildete. Es folgten so gut wie alle Loveparade Hymnen und damit zwischen 1997 bis 2008 jedes Jahr aufs Neue ein Sommerhit für WestBam. Doch auch abseits der größten Techno-Parade der Welt wurden die Songs Hard Times, BeatBoxRocker, Oldschool Baby, Recognize und Right On zu Kulthits und sind Zeugen einer endlosen scheinenden Partywelt Berlins. Doch nicht nur als Teil von Members Of Mayday machte der Wahlberliner von sich Reden, sondern folgten auch Veröffentlichungen als Westfalia Bambaataa (aus dem sein heutiger Künstlername abgeleitet ist) und Mr. X & Mr. Y (New World Order 1999) Nachdem WestBam 2013 erstmals seit acht Jahren mit Götterstraße wieder ein Album veröffentlichte und bis in die Top-20 stieg, folgte 2019 sein bisher letztes Album The Risky Sets!!!.

WestBam feat. AfterLife 3000 - White Boy (Video)
WestBam feat. AfterLife 3000 – White Boy (Video)

Nun ist WestBam mit dem Song White Boy zurück, bei dem er mit dem finnischen Sänger Nuutti Kataja – alias AfterLife 3000 – zusammengearbeitet hat. Hier haben sie auf dreieinhalb Minuten eine Zeitreise eingeläutet, die von den frühen 90er-Jahre Sounds WestBams, bis zu den großen Hits des Künstlers geprägt sind. Auf White Boy gibt es aber auch großartige Referenzen an Pioniere, wie Karl Hyde und Rick Smith von Underwold, die selbst mit ihrer Musik seit den 80ern stilprägend waren und mit Born Slippy ihren größten Erfolg feiern konnten. WestBam hat mit seinem neuen Song einen rauen Technohit geschaffen, der sich trotz der aggressiven Stimme von AfterLife 3000 wunderbar nostalgisch in der modernen Soundwelt zurechtfindet und damit die Vergangenheit gekonnt mit dem Jetzt verbindet. War die Arbeit zwischen dem Berliner DJ und Produzenten und dem finnischen Indie-Rocker, der zur Zeit in Berlin lebt, so vielversprechend, haben sich beide nun an ein komplettes Album gemacht. Dieses wird, neben dem nun veröffentlichten White Boy, auch die Single Sky Is The Limit enthalten, bei dem WestBam mit Jon Marsh von der Band The Beloved zusammengearbeitet hat. Marsh hatte mit Sweet Harmony 1993 einen internationalen Hit, der selbst heute noch rauf und runter gespielt wird. WestBams zwölftes Album, das Famous Last Songs Vol. 1 heißen und am 21. Mai erscheinen wird, zeigt mit den ersten beiden Songs wie stilsicher und frisch WestBam auch nach über 40 Jahren der musikalischen Laufbahn noch ist.

Lastlings & RÜFÜS DU SOL - No Time (RÜFÜS DU SOL Remix)

Lastlings & RÜFÜS DU SOL – Remix als Revanche

Die eine Band steht seit mehr als zehn Jahren im Fokus der internationalen Elektroszene. Wird überschüttet mit Award-Nominierungen und zählt aktuell zu den besten Live-Acts des Genres überhaupt. Die anderen haben sich vor fünf Jahren gegründet und bisher mit Unreality (2016) und Verses (2017) erst zwei EPs veröffentlicht. Die Rede ist von RÜFÜS DU SOL und Lastlings aus Australien. Während RÜFÜS DU SOL mit ihren drei bisher veröffentlichten Alben Atlas, Bloom und Solace stetig auf ihrem Sound aufgebaut haben und damit sogar Grammy-Nominierungen einsacken konnten, ist Lastlings Bekanntheitsgrad bisher noch vornehmlich auf Australien und Neuseeland beschränkt. Dabei hat sich im Laufe der Zeit eine enge Freundschaft zwischen den beiden Bands gebildet. So supporteten Lastlings – bei denen es sich um die Geschwister Amy und Josh Dowdle handelt – RÜFÜS DU SOL bereits 2017 auf ihrer Australien-Tour und wiederholten dies auf der 2019er US-Tour der Band.

Lastlings
Lastlings

Auf dem 2019er Solace-Remix Album steuerten Lastlings schließlich ihren Remix des Titeltracks bei. So hatten RÜFÜS DU SOL plötzlich eine freundschaftliche Schuld zu begleichen, die sie mit dem neuen Remix von No Time nun einlösen. Ursprünglich bereits im Sommer als eine der Leadsingles veröffentlicht, haben sich RÜFÜS DU SOL den Song nun nochmals vorgenommen und einen Deep House-Sound daruntergelegt, der im Vergleich zu der Originalversion an Schnelligkeit und Dramatik gewinnt. Mit Synthiehörnern, die für RÜFÜS DU SOL stilprägend sind, baut sich der knapp sechseinhalb Minuten lange Song stetig auf um zur Mitte hin in ein Schweigen zu verfallen, ehe der Drop mit voller Kraft eine jede Tanzfläche durchziehen würde. Während die Originalversion von No Time auf Lastlings Debütalbum First Contact enthalten sein und am 20. November veröffentlicht wird, bleibt die Remixversion des Songs vorerst nur als Stand-Alone Veröffentlichung stehen. Mit dem, im zweiten Teil so treibenden Sound haben Lastlings und RÜFÜS DU SOL eine Version des Songs veröffentlicht, der an Größe gewonnen hat und auf eine Zeit hinarbeitet, in der wir alle hoffentlich bald diesen Song auf den Tanzflächen erleben dürfen.