The Best Of 2016 Vol.: 11

The Best Of 2016 Vol.: 11

The Best Of 2016 Vol.: 11

01. Austra – Utopia

02. Calvin Harris – My Way

03. Chance The Rapper feat. Knox Fortune – All Night

04. The XX – On Hold

05. Mighty Oaks – Horsehead Bay

06. Thomas Azier – Talk To Me

07. JATA – Ebony

08. Folly Rae – U

09. Endlich August – Das Ist Berlin

10. The Ramona Flowers – Start To Rust

11. X Ambassadors – Unsteady

12. Lea Porcelain – Warsaw Street

13. Talisco – Stay (Before The Picture Fades)

14. Fitz & The Tantrums – HandClap

15. HONNE – Too Long

16. Robbie Williams – Party Like A Russian

17. Banks & STeelz feat. Florence Welsh – Wild Season

18. Dua Lipa – Blow Your Mind

19. The Japanese House – Face Like Thunder

20. Chef’Special – Amígo

21. Picture This – For You

22. RONDÉ – Why Do You Care
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The Ramona Flowers – Alternative-Rock ganz zart

The Ramona Flowers - Start To Rust

The Ramona Flowers – Start To Rust

Bereits als Vorband der White Lies am 31. Oktober dieses Jahres, hatten die Briten von The Ramona Flowers mit einem deutlich direkteren Sound überzeugen können. Allerdings war nur noch sehr wenig von dem geblieben, womit die Band auf ihrem 2014er Debütalbum Dismantle & Rebuild begeistern konnte. Doch gab es auch Ausreißer – wie mit diesem einen Song. Dieser Song, bei dem man mal kurz den Blick inne hielt und zur Bühne aufschaute. Es war der Song Start To Rust, der dafür sorgte, dass man sich wie auf ihrem Auftritt 2014 im Berliner Postbahnhof fühlte. Da war das Gefühl – von Emotionen wie Leid, Trauer und Besorgnis gepackt zu werden. Getragen wird der Song von wenigen Instrumenten und einem dezenten Hintergrundgesang. Gleichzeitig baut sich der Song langsam auf, und schwillt im letzten Drittel dramatisch an. Start To Rust ist eine emotionale Bombe, die einen ab der ersten Sekunde packt. So muss ein Herbstsong klingen!

White Lies – Konzertkritik (Huxley’s Neue Welt Berlin)

White Lies @Huxley's Neue Welt, Berlin

White Lies @Huxley’s Neue Welt, Berlin

31. Oktober 2016 – Halloween! Der Tag, der vielen so viel Spaß am Verkleiden bringt, macht auch vor Konzerten keinen Halt. Und so haben sich die Briten von White Lies eine ganz besondere Show ausgedacht. Doch zuvor waren erst einmal die Jungs von The Ramona Flowers an der Reihe.

Das düstere ist der Freude gewichen

The Ramona Flowers sind als Support längst keine Unbekannten mehr. Hatten sie doch bereits vor zwei Jahre als Vorband von Bombay Bicycle Club im Berliner Postbahnhof gespielt. Damals noch mit einem eher melancholisch, wuchtigen Sound, sorgten sie dieses Halloween dafür, dass das Publikum im Huxley’s bereits im Vorfeld enorm angeheizt wurde. So spielten sie dann, mit Tokyo auch nur einen einzigen Song ihres Debütalbums Dismantle and Rebuild. Alle anderen sechs Songs kamen ausnahmslos vom aktuellen Album Part Time Spies und überzeugten durch mehr Direktheit und stadionlastigen Refrains. Selbst Steve Bird – Frontsänger der Band – zeigte mit einer offensiven und teils schon aggressiv gut gelaunten Art, dass sich die Band in nur zwei Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Sehr angenehm wurde es, nachdem sie durch Hurricane, Dirty World und Skies Turn Gold führten, mit dem Song Start To Rust, der demnächst als Single veröffentlicht wird. Hier zeigt sich sowohl die Band, als auch Bird in alter Form und begleiten einen durch ein ruhiges aber intensives Soundkostüm, das durch Birds mal defensiven, mal offensiven Gesang an Tempo zunimmt. Zum Ende führt ein opulenter Sound und intensiver Gesangsausbruch, der beim Publikum punktete. Es ist schön zu sehen, dass The Ramona Flowers sich weiterentwickelt und dennoch den Sound ihres Debüts nicht verloren haben.

Aus der Gruft zwischen Orgeln und Sorgen um eine Stimme

So konnte man den Konzertauftritt der White Lies beschreiben. Kamen sie doch in Halloweenkostümen auf die Bühne, waren umgeben von Spinnweben und einer Gruftathmosphäre und schienen selbst den Sound angepasst zu haben. So fiel bereits bei den ersten beiden Songs Take It Out On Me und There Goes Our Love Again auf, dass die Synths deutlich klarer und fast schon nach einer Kirchenorgel klangen. Verstärkt wurde das ganze durch Charles Cave am Bass, der hier an den Sound der Rocky Horror Picture Show erinnerte. All diese Nuancen wurden so fein in die Songs eingearbeitet, dass man es kaum merkte. Doch spätestens bei To Lose My Life kamen dann diese Nuancen deutlich hervor und vom Nebel umgeben, verwandelte sich das Huxley’s in eine Hiernach sollte dann auch eine kleine Erklärung zwecks des Bühnenoutfits folgen. So hatte der Tour-Manager der Band zwar gesagt, dass Halloween in Deutschland nicht ganz so groß zelebriert wird, wie bei Ihnen, doch war Frontsänger Harry McVeigh dennoch überrascht, dass es so wenig verkleidete Menschen gab. Denn die Quote ging gegen Null.

Zurück in die 80er

Mit Hold Back Your Love sorgten sie dann für ein sattes 80er Jahre Gefühl. So passten Nebel, lila-blaue Bühnenstrahler, Synthies und ein Retrobeat in die 80er, dass man sich kurzzeitig nach dem DeLorean aus Zurück in die Zukunft umsah. Abermals zurück zu den Orgeln ging es dann natürlich mit Unfinished Business, bei dem das Publikum ohne Aufforderung mit klatschte und den Text mit sang. Als nächstes folgte eine kleine Überraschung, spielten sie doch mit Price Of Love einen Song, den sie seit 5 Jahren nicht mehr live performten und sorgten so für viele zufriedene Gesichter. Hier war dann auch das erste Mal festzustellen, dass McVeigh’s Stimme zum Ende hin brach, was im Laufe des Abends noch häufiger der Fall sein sollte. So viel gerade bei den langgezogenen Gesangsparts auf, dass McVeigh die Tonlage auf Dauer des Öfteren nicht halten konnte. Dies tat allerdings der Dynamik und Sound keinen Abbruch und überzeugte die Band umso mehr mit einer energievollen Show.

In die Vergangenheit und zurück

Zwischen Farewell To The Fairground und E.S.T. fassten die White Lies zwei ihrer poppigsten Nummern des neuen Albums FriendsMorning In LA und Is My Love Enough, ein. Immer wieder sorgten McVeigh und Cave mit kurzen Smalltalks dafür, dass das Publikum dran blieb und bei Songs wie Getting Even mitsang und tanzte. Es kamen selbst Parts vor, an denen McVeigh aufhörte zu singen, da das Publikum so laut mit sang und so den Song weiter trug. Immer wieder in den Gesichtern der Band zu lesen, war die Freude und Dankbarkeit, die sie dann auch nach jedem zweiten Song zum Ausdruck brachten.

Mit viel Euphorie ins Finale

Setzt bei anderen Konzerten im letzten Teil des Konzertes eine Müdigkeit ein, trat bei Songs wie Streetlights, A Place To Hide , Don’t Want To Feel It All und Death eine Euphorie ein, die sich in Jubel und langanhaltendem Klatschen äußerte. Stimmlich von Cave unterstützt, beendete McVeigh das Konzert mit einem Danke und wenig später nochmals für Big TV, Come On und schließlich Bigger Than Us zurück auf die Bühne zu kommen. Nach mehrmaligen Verbeugungen und einem Versprechen, so schnell wie möglich wieder nach Berlin zu kommen, verschwand die Band im Dunkeln.

Nach dem Nummer 1 Debütalbum To Lose My Life… wurde es in den letzten Jahren nicht einfacher für das britische Trio erfolgreich zu bleiben. Spülte es doch in den letzten Jahren unzählige Bands an die Oberfläche, die einen langanhaltenden Erfolg kaum noch möglich machen. Doch mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und der Öffnung zu Soundelementen, die man noch vor drei Jahren niemals bei den White Lies vermutet hätte, zeigen sie, dass die Band in Bewegung ist und ihr eigenes Erfolgsrezept nicht einfach nur kopieren wollen. Dies ist Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Lawrence-Brown mit dem vierten Album Friends gelungen. Sowohl im Studio, als auch Live.