Haim – Dunkle Zeiten musikalisch umgesetzt

Mit ihrem Sommersong Summer Girl meldeten sich die Haim-Schwestern im Sommer zurück mit neuer Musik. Nun haben sie mit Now I’m In It den nächsten Song veröffentlicht und lose für 2020 ihr drittes Studioalbum angekündigt. Dabei steht Now I’m In It unter einem ganz besonderem Stern – behandeln die drei Kalifornischen Schwestern darin doch den harten Weg durch eine Depression, den die drei simultan in den vergangenen Jahren durchlebt hatten. Mit dem Gefühl, nicht aus dem Haus gehen zu wollen und der generellen Motivationslosigkeit ging auch die Einsicht einher, diese dunkle Zeit nur mit Hilfe zu überstehen. So gingen die Schwestern zu Therapeuten und besingen dies nun auf ihrer neuen Single. Diese erinnert dabei anfangs an Donna Lewis‘ Song Always Forever und wechselt durch die prägnanten Stimmen der Schwestern schließlich zu einem typischen Haim-Song. Wann das neue Album erscheinen wird, ist weiterhin offen, doch deuten zwei Singleveröffentlichungen ein baldiges Erscheinen an.

Haiku Hands – Let the party started!

Mit ganz viel Bass zerlegen gerade drei Australierinnen die Tanzflächen weltweit. Das australische Frauen-Trio Haiku Hands – um die Schwestern Claire und Mie Nakazawa und Beatrice Lewis – haben in den letzten Monaten mit pumpenden Dancefloor Hits wie Not About You und Jupiter die Clubs aufgemischt. Ihr ansteckend fröhlicher Sound liegt irgendwo zwischen The Ting Ting It’s Not My Name und Hits Me Like A Rock der Brasilianerinnen von CSS. Dabei mischen sie Indie, Hip-Hop und leicht orientalisch klingenden Sounds mit einem hochexplosiven Dancebeat. Dies können wir ab sofort auch auf ihrer neuesten Single Squat hören, die zusammen mit dem Produzentenkollektiv True Vibenation – das sich für den deutlich afrikanisch angehauchten Sound des Songs verantwortlich zeichnet – aufgenommen wurde und dabei Rap und Hip-Hop Elemente mit derben Dancebeats verbindet. Squat hat damit das Zeug dazu, der nächste große Hit für die kommende Clubsaison zu werden.

Twin Shadow – Mit Haim durch die 80er

In knapp vier Wochen wird George Lewis Jr. – alias Twin Shadow – 35 Jahre alt. Ob seine neue Single Saturdays als Partysoundtrack gedacht war wissen wir nicht, allerdings würde sie perfekt dazu passen. Denn nach drei Alben musste eine neue Motivation her. Diese zeigt sich auf der ersten Singleauskopplung Saturdays seines vierten Albums Caer. Auf Saturdays hat der US-Amerikaner diese nun, in Form von einer ordentlichen Portion 80er-Jahre Synthiepop gefunden. Hier kleben die gegelten Haare und der 80er-Neonchic an jeder Strophe und lassen selbst die Schwestern von Haim wie eine Reminiszenz an Dirty Dancing erscheinen. Wunderbar locker und mit einem Hauch Nostalgie klingt Saturdays einfach nach der perfekten Geburtstagshymne für Twin Shadow.

 

First Aid Kit – Mit Chorgesang und Folk zum Erfolg

Es ist dieser Chorgesang, der uns bei First Aid Kit so fasziniert. Ist ihre Mischung aus Folk und Country gerade in Europa doch nicht all zu weit verbreitet, klingen die beiden schwedischen Schwestern Klara und Johanna Söderberg gleichzeitig jedoch nicht nach dem Country der amerikanischen Südstaaten, sondern kommen dem Pop sehr entgegen. Mit My Silver Lining wurde das Duo in den letzten drei Jahren zu einer der absolut gehyptesten Bands im Folk. Was schließlich in einer ausgedehnten Welttournee und anschließend ganz viel Zeit abseits der Medien endete. Des ganzen Rummels etwas überdrüssig brauchten First Aid Kit lange vier Jahre, um nun im Januar 2018 ihr viertes Album Ruins zu veröffentlichen. Mit der ersten Singleauskopplung It’s A Shame haben First Aid Kit gleich mal mit den Befürchtungen aufgeräumt, ihr neues Album könnte sich noch mehr dem Pop annähern. It’s A Shame ist so viel Country, wie Folk, so viel Pop, wie 80er-Jahre-Synthie. Tatsächlich spielen die Söderberg-Schwestern mit den verschiedensten Instrumenten und verbinden alle zu einem so passenden Folksong, dass man gar nicht anders kann, als sich auf die Rückkehr des Duos zu freuen. Musikalisch sind sie mit It’s A Shame zumindest nie besser gewesen.

Haim – Die Schwestern sind zurück

Haim – Right Now

Geschwister die zusammen Musik machen, gibt es seitdem es Musik gibt. Da waren poppige Bands wie Hansons in den 90er Jahren oder Oasis mit den Brüdern Noel & Liam Gallagher oder – um es absolut auf die Spitze zu treiben – Caleb, Nathan und Jared Followill von den Kings Of Leon. Geschwister in er Musikszene sind gang und gäbe. Allerdings sucht man dies im weiblichen Bereich vergebens. Hier sind es die Haim Schwestern – Este, Danielle und Alana – die aufhorchen lassen. Noch dazu, da sie genau zum richtigen Zeitpunkt die perfekte Musik ablieferten. Da wurde der Pop-Rock durch Songs wie Falling, Don’t Save Me und The Wire zur Begleitern einer heranwachsenden Generation, die im Winter ohne Socken und mit zu kurzen Hosen auf die Straße geht und sich desinteressiert zeigt, auch wenn sie Interesse haben. Diesen Trend haben Haim 2013 mit an vorderster Front angeführt und sind gleichzeitig in den amerikanischen Pophimmel aufgestiegen. Nun haben sie mit Right Now die Leadsingle ihres zweiten Albums veröffentlicht, das Something to Tell You heißen wird und diesen Sommer erscheint. Mit Klavier und R&B-lastigem Gesang führen sie durch den balladenhaften Song und stimmen eine fast schon mystische Erzählsprache an. Right Now hat sie zurück, die tollen Haim-Stimmen, die so unterschiedlich eingesetzt werden. Und am Ende kommt – fast schon unerwartet – kommt doch noch ein Schlagzeug-Ausbruch zustande. Und wir alle so… hach.. wie schön.