Sam Fender – Laut und unerbittlich

Er ist einer der spannendsten Newcomer der britischen Inseln überhaupt. Mit seinen Songs Start AgainPlay God und Dead Boys stand er im Jahr 2018 allen Newcomern voran und sorgte für einen Hype in der Kritikerszene, wie es sie sonst nur alle paar Jahre einmal gibt. Dass Fenders Ruf als einer der wichtigsten neuen Künstler aus Großbritannien keine Luftnummer ist, zeigt der 22-jährige Brite eindrucksvoll auf seiner neuesten Auskopplung. Auf Poundshop Kardashians – die für den Sänger ungewohnt poppig ausfällt – setzt er abermals fort, was bereits auf seinen vorherigen Singles ein absolutes Muss war – ein direkter Text mit lautem und zuweilen aggressiven Sound, der mahnend und gleichzeitig so bedrohlich klingt, dass man Fenders Wut über den Celebritykult der Social-Media-Generation in jeder der 156 Sekunden hören kann. Damit nicht genug, ist Poundshop Kardashians auf der EP Dead Boys zu finden und wird sicherlich auch auf Fenders Debütalbum sein, welches für den Sommer 2019 angekündigt wurde und bereits jetzt auf seiner Homepage zur Vorbestellung erwerbbar ist. Fender beschäftigen Themen der Gesellschaft, bei denen er kein Blatt vor den Mund nimmt und damit eine Sicht auf die Welt preisgibt, die bei Gleichaltrigen heute eher selten vorkommt. Das, verbunden mit der intensiven Gitarrenmusik, lässt Sam Fender zu einer der ambitioniertesten neuen Stimmen des Landes werden.

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Chopstick & Johnjon – Die Strippenzieher hinterm Berlin-Sound?

Es gibt ihn, jeder kennt mindestens einen Song, viele tanzen gezielt zu ihnen und doch besitzen sie kein offizielles Genre – der Berlin-Sound. Doch nicht zuletzt Künstler wie die Kalkbrenner Brüder, allen voran Fritz Kalkbrenner, Wankelmut oder Alle Farben haben dieses besondere Etwas in ihren Tracks, der so unmissverständlich erklärt Ich bin der Track und ich komme aus Berlin. Die Berliner Elektroszene hat weltweit einen Ruf der für Innovationen und Veränderung steht, wie die Stadt selbst, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr DJ’s, Produzenten und Elektrolabels nach Berlin ziehen. Chopstick & Johnjon sind so ein Produzentenduo. Haben sie sich in Hamburg kennengelernt, ging es bald nach Berlin um hier günstig Leben zu können und den Fokus somit mehr auf der Musik haben zu können. Dass sie sich in Berlin allerdings ein eigenes Label und eine ganze Künstlercommunity ranziehen würden, hätte wohl keiner von Beiden selbst gedacht. Und so kam es dazu, dass sie das Talent von Fritz Kalkbrenner erkannten und maßgeblich am Soundtrack vom Genrehit Berlin Calling beteiligt waren. Nun wollten die Beiden aber nicht mehr länger nur im Hintergrund agieren und haben sich dafür entschieden, ein eigenes Album zu veröffentlichen. Und so kommt es, dass Chopstick & Johnjon den Track Erase These Images als erste Auskopplung auf uns loslassen. Wie sollte es anders sein ist es ein wunderbar entspannter Sound mit leichtem Hintergrundgesang und tiefen Basshighlights – eben ein typischer Berlinsound.