Novaa – Aus der Starre erwacht

Für junge Künstler ist es oft eine Frage von großer Bedeutung, ihre innersten Gedanken nach außen zu krempeln und einem Publikum preiszugeben. Dabei spielen Gedanken, wie wenn das Lied Erfolg haben wird, kennt jeder meine Schwächen oder ist es richtig, diesen intimen Moment zwischen mir und einer weiteren Person nach außen zu tragen oder aber auch schlicht und einfach will das überhaupt jemand hören eine große Rolle im eigenen Finden von Mut. Bei der neuen Single Home von Novaa war der Entstehungsprozess wahrlich auch nicht ganz einfach. Erzählt der autobiografische Text doch von der Sängerin und ihrer Bulimie-Erkrankung – doch noch viel mehr vom Gesunden. Dabei baut Novaa, die bereits mit Moglii zusammengearbeitet hat und als Support für Roosevelt und die Mighty Oaks spielte, eine wahnsinnige Klangkulisse auf, in der sie ihre ernsten Themen angenehm warm präsentiert. Hierbei klingt Home kräftig, neu erstärkt und unglaublich verletzlich. Zusätzlich hat Novaa auf Home Aufnahmeschnipsel einer jungen Frau namens Sara K. eingefügt, die mit ihrer Sicht auf so einfache Grundbausteine unserer Lebensmittel – Pflanzensamen – mit einer Komplexität entgegentritt, nur im sich ihr Handeln zu erklären. Novaa hat mit Home einen wunderschönen Wintersong veröffentlicht, der die Muster von schwach, stark, scheu, provokant, friedlich und aggressiv miteinander vermischt und somit ein opulentes Meisterstück entstehen lässt.

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Ben Platt – Schauspieler mit musikalischer Qualität

Der 25-jährige US-Amerikaner Ben Platt dürfte den meisten wohl durch seine Rolle als Benji Applebaum in den Pitch Perfect Filmen bekannt sein. Nach weiteren Filmen wie Ricki And The FlashBilly Lynn’s Long Halftime Walk oder The Female Brain steht er seit seinem 9. Lebensjahr vor allem auf der Theaterbühne und hat bereits in mehr als einem Dutzend Produktionen mitgewirkt. Aktuell wirkt er an einem von Netflix‘ nächsten großen Serien mit. Denn in The Politician spielt Platt neben Stars wie Gwyneth Paltrow die Hauptrolle und ist gleichzeitig auch noch Co-Produzent. Als wäre all dies noch nicht genug, dringt Platt nun auch in das Musikermetie vor und hat gerade mit der Single Bad Habit eine herzzerreißende Pianoballade veröffentlicht, die so rein und aufrichtig klingt, dass man sich ihrer nur hingeben kann. Wie eine kleine Lagerfeuergeschichte besingt Platt den Liebeskummer nach einer vergangenen Beziehung. Dies macht der US-Amerikaner so gefühlvoll und mit einer derartigen Präsenz in der Stimme, dass man sich der Emotionen von Platt nur äußerst schwer entziehen kann. Dabei klingt Bad Habit irgendwie, wie eine Mischung aus der gesanglichen Weite von Snow Patrol und der Pianoballaden einer Adele. Bad Habit ist eine dramatische Ballade, die uns einlädt, die Tür zu unseren innersten Gefühlen zu öffnen und aus der Verletzlichkeit auch immer eine Stärke zu machen.

Yoste – Eine Palette an Songs aus der Tiefe

Es ist ein Sound, der aus seinem Inneren kommt – denn Yoste selbst beschreibt die Entstehung seiner Songs als ein Resultat, dass er vieles in sich selbst nicht vollends versteht und dieses Gefühl der Unsicherheit einerseits als beängstigend betrachtet, andererseits aber auch friedvoll empfindet. Dabei ist der 23-jährige Kurt Sines, der aus Brisbane – Australien – kommt in seiner Erscheinung ein durchaus selbstsicherer junger Mann, der allerdings um ein paar Jahre jünger aussieht, als er tatsächlich ist. Mit der neuesten Single Empty hat Yoste seiner, zur Veröffentlichung bevorstehende, EP Try To Be Okay eine weitere Note dieser Gefühlswelt hinzugefügt. Neben den Singles ArcChihiroBlue und eben Empty umfasst die EP mit Howl und Moon zwei weitere Songs, die der Songwriter und Producer selbst eingespielt hat. Allesamt bewegen sich im entspannten, elektronischen Bereich der Musik und sind gefüllt mit feinen Nuancen aus Klavier, leichten orientalischen Klängen und der weichen Stimme Sines. Dabei weist Yoste Gemeinsamkeiten mit dem US-Amerikaner Shallou auf. So haben beide ein ähnliches Soundkostüm aus sanften elektronischen Beats, vielen kleinen, verspielten Elementen und einem weichen Gesang gemein. Yoste befindet sich dabei genau in der gleichen Schwebesituation, wie es vor einem Jahr bei Shallou mit seiner EP Souls der Fall war. Denn persönliche Empfindungen und Emotionen spielen auch bei Yoste eine zentrale Rolle und lassen seine Musik regelrecht schweben. Alle Songs auf Try To Be Okay bestechen durch eine Universalität, die es den Songs ermöglicht, im tiefen Winter für eine melancholische Stimmung zu sorgen, oder dem nahenden Frühling selbstbewusst und mit den ersten warmen Vibes entgegenzugehen. Dabei klingen die Songs zeitlos und orientieren sich nicht an der Popmoderne heutiger Produktionen. Yoste schafft mit der, am 15. Februar erscheinenden, EP Try To Be Okay einen wahren Schatz zu veröffentlichen. Seine Musik ist dabei für all Diejenigen, die sich gerne einmal treiben lassen, all die Hektik der heutigen Welt ausschließen möchten und in sich selbst reinhören wollen – immer auf der Suche nach einem ausgleichenden Moment.

Soak wird bleiben.

Hat sich Bridie Monds-Watson alias Soak Anfang September auf dem First We Take Berlin Festival vorgestellt, kommt sie jetzt mit einem Musikvideo zu ihrer ersten eigenen Single zurück. Dabei ist B A noBody eine schwer greifbare Singer-, Songwriterballade die durch die klare und leicht heisere Stimme der gerade einmal 17 jährigen Soak nur noch stärker zur Wirkung kommt. Hier singt sie davon, wie es ist unter den Jugendlichen der Außenseiter zu sein und doch eine Rolle für Erwachsene einzunehmen. Trotz dieser Schwere betont Soak aber, dass sie eigentlich ein fröhlicher Mensch ist – auch wenn man dies auf B A noBody nicht merkt und bleibt dabei eine starke Debütsingle.