Bear’s Den – Eine Band für die Ewigkeit

Es gibt Bands, die begleiten uns ein Leben lang nur nebenbei und nehmen wir deren Musik als angenehm berieselnd war. Und es gibt Bands, die eine große Auswirkung auf uns haben. Deren Musik wir mit Erinnerungen, Gefühlen, einem Geruch oder einer bestimmten Entscheidung verbinden. Bear’s Den gehört zu der letzteren Kategorie von Bands. Durch ihre großen Songs bieten sie Raum dafür, selber Gefühle und Emotionen mit ihren Songs zu verknüpfen oder gar mit der Band selbst Erlebnisse zu generieren. Schaut man sich das Veröffentlichungsdatum ihres letzten Albums Red Earth & Pouring Rain an, welches im Sommer 2016 erschien, ist man fast sprachlos, wie schnell drei Jahre vorbeiziehen können. Mit Auftritten im Berliner Huxley’s 2016, auf dem Lollapalooza 2017 und zum Reeperbahn Festival in der Elbphilharmonie 2018 blieb allerdings auch gar keine Zeit zu denken, die Band habe eine Pause eingelegt. Nun steht für Ende April mit So That You Might Hear Me ihr drittes Album an und zeigt mit der ersten Singleauskopplung Fuel On The Fire, dass die Reise kontinuierlich weitergeht. Was sich bereits auf Red Earth & Pouring Rain ankündigte, wird nun konsequent weitergeführt und so klingen Bear’s Den nicht mehr nur nach Folk. Fuel On The Fire besitzt – ähnlich wie der gleichnamige Titelsong des zweiten Albums – ein elektronisches Soundbett und besticht durch Andrew Davie intensive Stimme. Ab der Mitte des Songs kommen dann noch epische Synthies hinzu, die nach der ganz großen Bühne rufen. Dabei hat es das britische Duo in den knapp vier Minuten geschafft einen emotionalen und intensiven Song, sowie eine Stadionhymne zu produzieren, bleiben dabei immer auf dem höchsten Niveau und enttäuschen bisher nicht ein Mal.

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Kara Marni – 90er R&B

Mit ihrer wunderbar, trägen Single Curve hatte die britische Sängerin Kara Marni Mitte April ein sattes Ausrufezeichen gesetzt. War sie damals bereit für einen heißen Sommer, sollte sich nun – am Ende der warmen Jahreszeit – zeigen, dass Marni keine Gelegenheit ausgelassen hat, ihre Musik unter die Leute zu bringen. So war ein Stop auf ihrer Tour, das Hamburger Reeperbahn-Festival Mitte September. Hier präsentierte sie neben Curve auch einige neue Songs sowie unter anderem ihre nun veröffentlichte Single Move. Dabei orientiert sich die Sängerin am R&B, Soul und Hip-Hop der 90er-Jahre und hat uns mit ihrem tanzbaren und eingängigen Beat sofort in ihrem Bann gezogen. Dadurch erinnert Kara Marni an Lauryn Hills – mit Grammys überhäuften – Album The Miseducation of Lauryn Hill. Hier werden Sounds von, auf der Straße spielenden, Kindern mit basslastigen Beats gemischt und singt Marni dazu wie einst Lauryn Hill es tat. Mit seiner – fast schon spielerischen – Melodie, ist Move eine perfekte Nummer für moderne Modenschauen. Und so verwundert es auch nicht, dass Marni bei Magazinen wie VOGUE, HUNGER und NYLON ganz oben auf der Liste steht, wenn es um Auftritte während der Schauen geht. Move ist ein klebrig, grooviger Neo-Soul Song, der die Brücke zwischen 90er-Jahre Soul und heutiger elektronisch unterstützter R&B-Produktionen spannt. Für 2019 wurde damit zaghaft auch Marnis Debütalbum angekündigt und lässt durch Move auf ein spannendes Paket hoffen.