Joel Corry - Sorry

Joel Corry – Vom Reality-Star zum britischen Sommersong

Während der Sommer 2019 allmählich seine finalen Runden dreht, stellt sich bei uns schon alles auf Herbst ein. Es wird früher dunkel, die Blätter fallen von den Bäumen und die Songs werden ruhiger. Nicht so bei den Briten, denn die haben zwar ein ähnliches Schicksal, was den Sommer angeht, doch haben sie seit Juli einen ganz eigenen Sommerhit. Den liefert Joel Corry, der Sorry bereits Anfang April veröffentlicht hatte, doch erst im Juli dieses Jahres so richtig zündete. Mit energievollem Tropical House und einer hervorragenden Bassline lässt uns Sorry an die vergangenen Monate zurückdenken – bis uns die warme abendliche Sommerluft wieder um die Nase weht. Corry wiederum, hatte die letzten Monate alles andere, als genug Zeit, um den Sommer zu genießen, denn für ihn geht es gerade steil bergauf. Hatte er 2012 in der zweiten und dritten Staffel des britischen Reality-Formates Geordie Shore mitgewirkt, nutzte er die dadurch gewonnene Popularität, um sich der Musik zu widmen und Songs zu veröffentlichen. Seitdem sind zwölf Songs herausgekommen, denen allerdings allesamt eine Platzierung in den Charts verwehrt geblieben ist. Nun hat Corry mit Sorry endlich den verdienten Erfolg und wurde der Song im Sommer für die TV-Kampagne des britischen Reality-Formates Love Island ausgewählt. Dies gab dem 30-jährigen Briten einen enormen Schub und so schaffte es Sorry bisher bis auf Platz 6 der britischen Singlecharts. Mit Sorry kann der Sommer ruhig noch etwas in die Verlängerung gehen und uns zu warmen Sonnenstrahlen die letzten lauen Nächte genießen lassen.

Werbeanzeigen
Bonobo - Linked

Bonobo – Der Wille sich treiben zu lassen

Simon Green – alias Bonobo – ist ein wahres Genie der elektronischen Musik. Mit seinen treibenden Dancebeats, dem Mix aus Instrumenten und Synthesizern und dem stets wohl bedachten Einsatz von Stimmen hat es Bonobo vor allem mit seinem fünften (The North Borders) und sechsten Album (Migration) geschafft eine derartige Popularität zu erlangen, dass man ihn getrost als einen der einflussreichsten elektronischen Künstler aus Großbritannien bezeichnen kann. Dabei ist seine Musik oftmals weder groß gedacht, noch für die breite Masse produziert und erreicht genau damit gerade so viele Menschen. Nun hat der britische Produzent, der seit einigen Jahren in Los Angeles lebt mit der neuen Single Linked für eine wahre Begeisterungswelle gesorgt. Dabei orientiert sich Linked wieder stärker am Clubsound und ist ein euphorisierender Track, der sich anschickt, uns in andere Sphären zu transportieren. Mit hallenden Gesängen und einem verspielt, energiereichen Beat ist Linked der Bereiter des Sommers und zeigt sich so facettenreich, wie frisch. Noch ist nicht sicher, ob Linked als Teil einer weiteren Compilation erscheinen wird, oder gar Vorbote eines neuen Albums sein wird. Fest steht bisher nur, dass uns Bonobo dieses Jahr auf dem MELT Festival mit einem Auftritt umhauen wird – dieses findet vom 19. bis 21. Juli in Gräfenhainichen statt.

Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Lange Stille endet

Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Und in der Tat ist es bereits sechs Jahre her, dass Orlando Tobias Edward Higginbottom alias Totally Enormous Extinct Dinosaurs sein Debütalbum Trouble veröffentlichte. Bereits damals seit Jahren auf Tour gab er unaufhörlich ein Konzert nach dem anderen und steigerte so seine Popularität enorm. Zurecht betitelte TEED damals das Album Trouble – ohne zu ahnen, was sich die kommende Jahre bei ihm einstellen würde. Denn bereits für die Arbeiten am zweiten Album setzte eine massive, kreative Blockade ein. Zeitgleich mit der Unzufriedenheit über die vertraglichen Schwierigkeiten zwischen ihm und den großen Plattenlabels, entschied er sich, erst wieder Musik zu machen, wenn sie auch ihm wieder Spaß machen würde. So zog er in das sonst so Einfluss nehmende London, nur um festzustellen, dass diese Stadt für ihn nichts bereit hielt. Darauf weiter nach Los Angeles gezogen, kamen TEED langsam aber allmählich erste Skizzen in den Kopf. Und so klingt seine erste Single seit vier Jahren dann auch anders, als das, was man bisher von ihm gewohnt war. Ruhig beginnend, ist Leave A Light On erst Ballade, um sich innerhalb der kommenden 4:18 Minuten zu einem wabernden, voluminösen und intensiven Pop-Song zu entwickeln, der einen Hauch von Weltraum versprüht und die 80er Jahre zurückholt. Hier bricht TEED aus der dunklen Vergangenheit der Blockade aus, spielt und singt sich frei und kommt imposanter zurück als wir es uns erhoffen konnten.

Adam Lambert - Ghost Town

Adam Lambert – Begonnen mit Skandalen nun ein ernstzunehmender Künstler

Adam Lambert startet seine Karriere als Musicalsänger zwar schon lange bevor er 2009 bei American Idol teilnahm, doch brachte ihn erst diese Show einen enormen Popularitätsschub ein. So beendete er seine Teilnahme auf dem zweiten Platz und veröffentlichte in der Folge ein erfolgreiches Album, welches sich selbst international gut verkaufte. Durch seine theatralische Art und Weise seiner Performances und seinem offenen Umgang mit seiner Homosexualität eckte er jedoch immer wieder bei Konservativen an. So war der Auftritt bei den Amercian Music Awards 2009, bei dem Lambert seinen Song For Your Entertainment performte, voller sexuell anzüglicher Gesten und endete in einer Kussszene zwischen ihm und seinem Bassisten. Diese Performance war für viele zu viel und so erhielt der ausstrahlende Sender ABC in der folgenden Nacht über 1.500 Beschwerden.
Doch fern dieser Skandale bewies sich Lambert immer wieder durch seine Stimme und seiner enormen Stimmweite. Aus diesem Grund und der zum Teil exzentrischen Performance Lambert folgte eine Kollaboration mit der Band Queen, die Lambert als Gastsänger einlud auf Welttournee zu gehen.
Nun kommt mit Ghost Town, der Leadsingle aus seinem dritten Studioalbum The Original High eine reife und moderne Ballade raus die durch einen dunklen Pop-/Housebeat getragen wird. Dies überrascht insofern, da Lambert vorher für seine verspielten Popsongs bekannt war. So verändert sich die Wahrnehmung Lamberts wohl ein weiteres Mal – doch in diesem Falle in eine professionellere Richtung.

Milky Chance - Flashed Junk Mind

Milky Chance – Und sie nutzen ihre Chance

Über Milky Chance wurde in den letzten Monaten viel berichtet. Haben sie es doch geschafft vom völligen No-Name zu einem Duo zu avancieren, das in kürzester Zeit eine enorme Popularität in vielen europäischen Ländern erlangt hat. So ist ihre Debütsingle Stolen Dance in die Top-10 von mehr als 24 Ländern gestiegen – darunter Frankreich, Italien, Neuseeland oder Israel. Nun wird der Wirkungskreis vergrößert und auch Australien ruft schon in den hiesigen Charts nach ihnen. Nichts desto Trotz sind Milky Chance weiterhin sehr aktiv in Deutschland und veröffentlichen nun ihre dritte Single Fairytale. Dies scheint nur die heimischen Radiosender nicht so ganz zu interessieren. Denn könnte man vermuten, dass der Hype hierzulande nun vorbei ist, sieht die Situation jedoch ganz anders aus und so spielen die hiesigen Radiostationen einfach Flashed Junk Mind dafür rauf und runter. Und als wären die beiden Jungs darauf vorbereitet gewesen, gibt es zu den meisten Tracks ihres Debütalbums Sadnecessary ein Musikvideo. Flashed Junk Mind geht – nach dem etwas eingängigeren Down By The River wieder mehr nach vorne und treibt den Hörer an.