Caro Emerald - Wake Up Romeo

Caro Emerald – Die niederländische Swing-Sängerin ist zurück

Zehn Jahre ist es her, das die niederländische Sängerin Caroline Esmeralda van der Leeuw unter dem Namen Caro Emerald mit ihrem Debütalbum Deleted Scenes from the Cutting Room Floor durch die Decke ging. Jeder – wirklich Jeder – tanzte zu den Hits Back It UpA Night Like This und That Man. Überraschend verkaufte sich das Debütalbum im Anschluss mehr als 2 Million mal und erreichte die Sängerin in Großbritannien, Deutschland und Polen die Top-5 der Albumcharts. In ihrem Heimatland schaffte sie es sogar auf Platz 1 und hielt sich satte 176 Wochen in den Charts. Damit wurde ihr Album zu dem am längsten in den Albumcharts vertretene Album und löste Michael Jacksons Album Thriller ab. Es war der große Durchbruch des Electroswings. Am Mittwoch konntet Ihr bereits mit der neuen Single Brass Devil von Parov Stelar wieder einen großartigen Hit dieses Genres genießen – nun ist Emerald mit einem neuen Album zurück und versucht an die Erfolge des Debütalbums anzuschließen. Dabei zeigt sich Emerald auf ihrer neuen Single Wake Up Romeo wieder in Bestform und löst eine spontane Liebe in eine Beziehung um. Ob das der Auserwählte ebenfalls so möchte, bleibt dabei offen. Emerald hatte den Song während der Lockdown-Phase geschrieben, in der sie feststellte, dass sie endlos viel Zeit hatte, um an neuer Musik zu arbeiten. Nach ihrem Debütalbum 2010, dem Nachfolger The Shocking Miss Emerald (2013) und dem Livealbum MO x Caro Emerald By Grandmono (2017) – das sie zusammen mit dem Metropole Orkest eingespielt hat – folgte mit der EP Emerald Island (2017) die letzte Veröffentlichung – bis heute. Somit ist Wake Up Romeo die erste Veröffentlichung, neuer Musik, seit drei Jahren und lässt Emerald dort ansetzen, wo sie mit ihrem 2013er Album aufhörte. Dabei steht bisher noch nicht fest, ob der Song ein erster Vorgeschmack auf ein kommendes, neues Album sein wird oder auf einer weiteren EP erscheint. Mit Wake Up Romeo zeigt uns sie Sängerin, wie sehr wir den wunderbaren Electroswing der Niederländerin vermisst haben.

June Cocó - Heavy Heart

June Cocó – Das warme Herz einer Pianistin

Es beginnt mit warmen Tönen eines Pianos, die Töne kommen uns vertraut vor. Sie erinnern an Songs von Agnes Obel, die von so viel Wandlungsfähigkeit geprägt sind, dass man jedes Mal eine neue Gefühlswelt aufkommen spürt. Die Leipziger Sängerin und Pianistin June Cocó schafft dieses Gefühl auf ihrem neuen Song Heavy Heart so spielerisch zu erreichen, dass man sich bereits bei den ersten Tönen geborgen und herzlich empfangen fühlt. Dabei hört man in jeder Sekunde, wie sehr die klassisch ausgebildete Stimme Cocós mit dem Piano harmoniert. Überhaupt ist das Piano Cocós größte Liebe, denn dieses spielt sie seit ihrer Kindheit und gibt dem Instrument auf ihren Songs eine gleichwertige Bedeutung zu ihrer Stimme. Heavy Heart ist dabei das akustische Bild, welches sie daraus formt und lässt uns durch ein Fenster eines Hauses am Meer auf die unzähmbare See gucken. Während im Hintergrund das Holz im Kamin knistert peitscht draussen der Regen an die Scheiben und wird alle paar Sekunden vom nahen Leuchtturm zum funkeln gebracht. Diese Ruhe und Wärme und das bei einem selbst sein stellt den Gegenpol zum Chaos und zügigen Geschehen auf der anderen Seite des Fensters dar. June Cocó veröffentlicht Heavy Heart als Stand-Alone Song, der ihrem vielbeachteten, zweiten Album Fantasies & Fine Lines folgt und auf den kommenden Konzerten in Deutschland, Polen, Tschechien und Großbritannien einen weiteren Beitrag leisten wird, in sich selbst hineinzuhören und zur Ruhe zu kommen.

Sonia Stein – Zwischenstopp England?

Zuletzt in aller Munde, durch ihre Single No Roots und ihrer internationalen Wurzeln, hat Alice Merton genau dies gemein mit der Sängerin Sonia Stein. In Berlin geboren, wuchs sie in Polen und den USA auf. Nun hat sie es nach London verschlagen, wo sie fleißig an ihrer Musikkarriere arbeitet und Songs veröffentlicht. Kommt am 31. Mai mit Change Shapes bereits die nächste Single raus, ist ihr aktueller Song Muse eine sommerlich, schwere Popballade, die sich an Songs von Jessie Ware oder Shura orientiert. Mit ihrer verträumten Stimme schafft Stein es, in ihrer ganz eigenen Welt zu sein. Dabei nimmt sie den Hörer mit in diese und begleitet ihn mit einem sanften, elektronischen Sound. Genau mit diesem Sound werden ihr in einigen Wochen wohl alle Türen offen stehen und muss zu Konzertterminen der Hinweis Sold Out hinzugefügt werden.

Gromee feat. Mahan Moin – Eurodance im Jahr 2017

Gromee feat. Mahan Moin – Runaway

Am Ostersonntag konnte man in der Welt am Sonntag eine ganze Seite über das Phänomen der Bravo Hits Compilation finden. Hier sprach der Journalist vom Hype der Eurodance-Bewegung und beschrieb die Entstehung einer Institution im Jahrzehnt der wohl schlechtesten Musik. Dass es diese Institution auch heute noch gibt, verdankt man Künstlern wie Gromee. Allerdings nicht, weil die Musik so schlecht ist, sondern weil es seit den 90ern nicht arm an Eurodance Songs wurde. Der polnische DJ und Produzent Gromee, der bürgerlich Andrzej Gromala heißt und 1978 in Krakau geboren wurde fing mit einem Remix des Nelly Furtado Songs Night Is Young 2010 an. Es folgten Remixe für Depeche Mode und Giorgio Moroder, sowie erste eigene Songs. Mit einem modernen Housesound, stets einem Featuring-Act und eingängigen Beats baute er sich so eine immer größer werdende Fangemeinde in Polen auf. Mittlerweile in ganz Europa bekannt, tritt er auf dem Spring Break, auf Ibiza oder in Barcelona auf. Als Gastsängerin ist bei Gromees nun veröffentlichter Single Runaway die schwedische Sängerin Mahan Moin zu hören, die mit iranischen Wurzeln sogar schon bei der iranischen Version Pop Idol’s aufgetreten ist und so weltweit vor mehr als 50 Millionen Zuschauern gesungen hat. Mit ihrer tiefen Stimme, dem einprägsamen Housesound und einem hypnotisierenden Refrain ist Runaway der absolute Sommerhit und wird uns auch über die letzten kalten Tage helfen. Nur um dann bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen zu Runaway zu tanzen.

Folly Rae – Smoother Sound aus Großbritannien

Folly Rae - U

Folly Rae – U

In Hemel Hampstead, nordwestlich von England aufgewachsen, hatte Rachel Virtue alias Folly Rae als professionelle Tänzerin begonnen, ehe sie zur Musik kam. Nachdem bereits 2014 einige ihrer Songs die Aufmerksamkeit von BBC Radio 1-Verantwortlichen geweckt hatten, nahm sie an der BBC-Reihe BBC-Introducing und dem SXSW teil, welches als Showcase Festival für die kommende Festivalsaison dient. Nach verschiedenen Kollaborationen wie mit Koven (London), Ambassadeurs (Brighton) und Tom Swoon (Polen) war Folly Rae bisher hauptsächlich im Elektro unterwegs. Als Featuring-Act von diversen Dance und Drum & Bass Tracks hat sich die Britin nun für einen modernen R&B-Sound entschieden. Mit ihrer aktuellen Single U zeigt Folly Rae mit einem dumpfen Beat, düsteren Klängen und einer männlicher Stimme, die ihr wie ein Schatten durch den Refrein folgt, dass ihre Stimme nicht nur zu elektronischer Musik passt. U ist hypnotisierend, schwer und legt die Messlatte gleich mit einem ihrer ersten Songs sehr hoch an.