Fisher – Es braucht nur einen Song

Was macht man, wenn man einen Song produziert hat, den auf Festivals spielt und irgendwann merkt, dass er eine eigene Dynamik entwickelt hat und von vielen DJ’s als Bootleg aufgegriffen wird? Richtig – man veröffentlicht ihn selbst. So ist die Geschichte des Hits Losing It des australischen DJ’s und Produzenten Paul Nicholas Fisher – alias Fisher – in Kurzform zusammengefasst. Dabei erstaunt, dass es Losing It schon seit fast zwei Jahren gibt und erst im Sommer 2018 so richtig zündete. So war Losing It auf jedem Festival zu hören und schaffte es schließlich sogar in die offiziellen Singlecharts in Großbritannien, Schottland, Australien, Irland, Belgien, Ungarn und Neuseeland. Dass der Track nun auch den Mainstream erreicht hat, zeigen die Airplaycharts, in denen Losing It stetig nach oben steigt. Losing It folgt dabei einem so einfachen wie effektiven Muster eines typischen Ohrwurms. Denn wird die Textzeile I’m Losing It… gefühlt ununterbrochen wiederholt, legt sich ein derber Housebeat über die Stimme und lässt den Track düster und brachial klingen. Für Fisher ist Losing It die erste Chartnotierung überhaupt und darf sich darüber hinaus auch gleich, durch die Nominierung des Grammy Gremiums auf einen Grammy in der Kategorie Best Dance Recording freuen. Wir drücken Fisher dafür die Daumen!

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Roosevelt – So frisch als wäre es sein Debüt

Es ging durch die Musikredaktionen, wie ein Lauffeuer. Ob Stereogum, Intro, Tonspion oder auch internationale Blätter wie das niederländische Onlinemagazin Nieuweplaat – alle hatten kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Songs ihre Beiträge parat. Denn mit seinem selbstbetitelten 2016er Debütalbum Roosevelt wurde er nicht nur in Deutschland zum gefeierten Act, sondern zog auch im Ausland die Aufmerksamkeit auf sich. Doch ist der Hype um Roosevelt gerechtfertigt!? Hört man sich die frühen Lieder des Wahlberliners an und vergleicht diese mit denen des Debütalbums, ist schon ein Unterschied zu erkennen. Waren Lieder wie Soleil, Montreal und Elliot von hallendem Gesang und fast schon Delirium empfindenden, elektronischen Klangbetten geprägt, fanden sich auf Roosevelt vermehrt klare Klangstrukturen, die einem Muster folgten, welches Marius Lauber sortierter zeigte. Nun ist mit der Ankündigung seines zweiten Albums Young Romance auch die erste Single daraus erschienen und zeigt abermals, wie sich Roosevelt weiterentwickelt hat. Dabei klingt er auf der Single Under The Sun noch ein wenig sauberer hat jedoch wieder deutlich mehr Euphorie im Sound. Auch singt er auf Under The Sun so viel, wie man es von ihm bisher noch nicht gehört hatte. Hier gibt es einen kompletten Songtext und eine Geschichte, die Roosevelt vorher stehts zu Gunsten des Sounds einen Schritt zurückgestellt hatte. Under The Sun klingt nach den frühen Songs von Empire Of The Sun, Gypsy & The Cat oder Bag Raiders. Mehr Pop, größere Gesten und deutlich mehr Songtext lassen Roosevelts Ursprung als Songwriter noch mehr aufblühen. Dabei hat Roosevelt ganz nebenbei einen Sommerhit geschaffen, der bei richtiger Platzierung gar zum Charthit avancieren könnte.

Disclosure – Läuten den Sommer ein

Pünktlich zur warmen Jahreszeit und pünktlich zur ersten Hitzewelle 2018 hauen die Brüder Guy und Howard Lawrence alias Disclosure ihre erste Single aus dem kommenden, dritten Album raus. Dabei haben sich die Briten die malische Sängerin und Schauspielerin Fatoumata Diawara dazugehört und brechen damit aus ihrem bisherigen Muster aus, in dem sie zumeist auf große und bekannte Namen gesetzt hatten. Ultimatum ist gewohnt tanzbar, zeigt aber auch, dass Ihr Deep-House wunderbar mit Weltmusik kombinierbar ist und diese in die Clubs der westlichen Welt trägt. Wann wir mit dem dritten Album rechnen können, steht indes noch nicht fest, haben sich die Jungs doch 2017 für eine mindestens einjährige Pause für Auftritte entschieden, um an gerade diesem Album zu arbeiten. Sollte sich der Musikstil auch auf anderen Songs zeigen, dürfen wir uns auf ein abwechslungsreiches Clubalbum freuen.