David Gray – Und plötzlich klingt er glücklich

Mit großen Songs wie BabylonSail AwayDraw The Line oder Fugitive hat der britische Musiker David Gray in den vergangenen 26 Jahren mehrere Generationen geprägt. Schallt heute durch die Supermarktlautsprecher auf den britischen Inseln einer seiner Songs, singen die Kunden ungeniert, laut und fröhlich mit. Dabei ist Gray jemand, der seine Musik für sich selbst stehen lässt. Hier werden keine Promotionräder angekurbelt und gibt es über Gray selbst recht wenig zu berichten. Dies liegt auch daran, dass sich der Singer/Songwriter stets voll auf seine Musik konzentriert und damit die typisch Greysche Melancholie erzeugt. Doch gerade diese ist auf der neuen Single A Tight Ship plötzlich wie weggeblasen. Dabei stellte die zweite Singleauskopplung aus seinem, im März erscheinenden, Album Gold in a Brass Age einen großen Unterschied zu seinen bisher veröffentlichten Singles dar. Hier besteht das Gesamtbild aus melodischen und eher fröhlichen Soundteppichen, in denen Grey seine Stimme deutlich weicher als sonst erklingen lässt. Weg ist die schwere, kratzige Stimme. Gekommen ist ein falsettähnliche Stimmlage und ein durchproduziertes Klangbett. Damit legt Gray musikalisch einen Zahn zu und zeigt sich auf A Tight Ship mit seinen 50 Jahren frischer und probierfreudiger denn je.

Advertisements

The Blaze – Gewaltiges Glück, gewaltiger Schmerz

Die Bildsprache, der Sound, die Geschichten – das alles im Zusammenspiel präsentieren die beiden Cousins Jonathan und Guillaume Alric mit ihrer Band The Blaze. Dabei lassen sie Eindrücke und Gefühle entstehen, die von Wärme, Zuneigung, Trauer, Herzlichkeit, Aggression und Liebe handeln. Ihre kräftige Bildsprache erzählt kleine Kurzgeschichten, wie die in Territory. Hier geht es um einen Migranten, der aus Frankreich in seine Heimat – Algerien – zurückkehrt. Bei Virile erzählen die beiden Pariser die Geschichte einer männlichen Freundschaft, die durch Gemeinsamkeiten und Lebensfreude mehr als nur zwei Freunde darstellt. Auf Queen wiederum, dreht sich alles um die innige Freundschaft unter zwei jungen Frauen, die in einem Trailerpark leben und mit einer stets aggressiven Grundstimmung ihre Freundschaft bemessen. Das Gefühl – mit der besten Freundin – die Welt zu erobern, stärker als der Rest Dieser zu sein oder sich auch ganz einfach beweisen zu müssen, ist für den Ein oder Anderen sicherlich nicht unbekannt. Auf Queen wird jedoch die Zerbrechlichkeit dieser Beziehung deutlich und die Bedeutung derer in eindrucksvolle Bilder gepackt. Dabei klingt die Musik von The Blaze emotional, nostalgisch, ist aber immer auch tanzbar – und damit das Ziel der Band erreicht. Mit tiefem, gepitchten Gesang, treibenden French-House-Beats und einer Popanleihe verknüpfen The Blaze verschiedene Elemente zu einem hypnotisierenden Dancesound und erreichen uns damit auf verschiedenen Ebenen. Ihr Debütalbum Dancehall ist bereits im September erschienen und wird im kommenden März mit Konzerten in München (05. März 2019) und Berlin (18. März 2019) auch live zu erleben sein.