Palace – Eine Konstante unter den Unterschätzten

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Haben die Briten von Palace erst vor wenigen Wochen mit No Other und Heaven Up There zwei grandiose Single aus ihrem, im Sommer erscheinenden, zweiten Album Life After veröffentlicht, kommt nun mit Martyr die dritte Singles ihres sehnsüchtig erwarteten Albums auf den Markt. Und dieses Mal schreibt sich die Geschichte anders. War ihr Debüt von Dunkelheit geprägt, spielt sich Life After im Sonnenschein ab. War So Long Forever vor drei Jahren ein Winteralbum, ist es nun ein satter Sommersound. Hatten sich Palace 2016 in Selbstaufgabe und Hoffnungslosigkeit befunden, steht das neue Werk für Aufbruch, Neuanfang und Mut. Dabei hat sich ihr Sound nur im Detail verändert doch entsprechen Songs wie Break The Silence heute nicht mehr ihrem Gemütszustand. Strahlt das neue Album doch vielmehr Farbe, Lust, Energie und Kraft aus. Martyr ist dabei ein Spiel mit dem Feuer. Denn hier erzählt uns Frontsänger Leo Wyndham davon, sich von einer Person loszureißen, die einmal zu den engsten Personen zählte und nun Gift für die eigne Persönlichkeit ist. Das Spiel aus Liebe, Vertrauen und Macht lässt Martyr – voller Emotionen bekräftigt – wie eine große Ballade unter einem, in Zeitraffa vorbeiziehenden, Sternenhimmel zur Vollkommenheit werden und löst ein wohlig warmes Gefühl in uns aus.

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Hozier – Mit voller Kraft voraus!

Für den irischen Sänger Hozier hatte sich vor fünf Jahren schlagartig alles verändert. Sein damaliger Durchbruch mit dem düsteren Song Take Me To Church hatte gleichermaßen begeistert wie ergriffen. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Ein halbes Jahrzehnt bereits und auch wenn Hozier nie wirklich weg war, war er doch eine Zeit lang zumindest nicht mehr im Rampenlicht. Dies hat sich nun geändert, denn der – südlich von Dublin geborene – Sänger hat letzte Woche mit Nina Cried Power nicht nur eine Single, sondern gleich eine ganze EP veröffentlicht. Dabei wurde die gleichnamige Leadsingle von keiner geringeren, als Marvis Staples unterstützt – und damit einer der größten Soullegenden der USA. Dabei klingt Nina Cried Power nach einem Post-Sturm Song. Abermals treibt Hozier seine Stimme zu neuer Höchstform und lässt damit seine ganz eigene Art von Protest-Song entstehen. Denn dieses Gefühl wollte der Sänger auf Nina Cried Power übertragen und hat dabei nichts geringeres, als all seine Energie gebündelt und eine Macht von einen Song veröffentlicht.