The Best Of 2019 Vol.: 02

01. Jack Savoretti – Candlelight

02. Kele Okereke – The Sea Between Us

03. Nathan Ball – Call It Love

04. Max Jury – Sweet Lie

05. Billie Eilish – When The Party’s Over

06. Apparat – Dawan

07. Florence + The Machine – Moderation

08. Vampire Weekend – Harmony Hall

09. HÆLOS – Kyoto

10. Sofi Tukker & ZHU – Mi Rumba

11. Jax Jones feat. Years & Years – Play

12. Krezip – Lost Withou You

13. Bear’s Den – Fuel On The Fire

14. Benjamin Francis Leftwich – Look Ma!

15. Ricky Razu – Without U

16. Satin Jackets & Panama – Automatic

17. Flecks – Samurai

18. Palace – No Other

19. Fisher – Losing It

20. Escort – Slide

Kele Okereke – Mit Soundtrack für Theaterstück zurück

Mit seiner Band Bloc Party beeinflusst Kele seit Anfang der 2000er die Indiewelt und elektronische Musik Großbritanniens. Aktuell sind sie sogar mit einer Anniversary-Tour ihres Debütalbums Silent Alarm wieder auf Welttournee. Währenddessen schreibt Kele weiter unentwegt Songs und hat nun erstmals einen Soundtrack für das Theaterstück Leave To Remain, des britischen Theaterregisseurs Matt Jones, geschrieben. Tritt Jones als Co-Schreiber auf, stehen die Songs im Zeichen des alten Bloc Party Sounds. Zwar fehlt der elektronische Beat, dabei kommt Keles Stimme so klar zum Ausdruck, dass man sich an die warmen Songs Bloc Partys der frühen 2000er erinnert fühlt. Mit der Single The Sea Between Us wird dies eindrucksvoll bewiesen. Denn mit Leave To Remain zeigt Kele einmal mehr, dass er musikalisch unglaublich vielseitig ist und lässt uns mit dem dazugehörigen Musikvideo an einer warmen aber herzzerreißenden Theaterinszenierung teilhaben.

She & Him – Freches Genderspiel

She & Him sind seit jeher für ihren folkigen Countrypop berüchtigt. Dieser klingt immer auch verschmitzt und ist mit einem Hauch von Süffisanz versetzt. Dabei lassen sich Zooey Deschanel und Matthew Ward nie irritieren und bleiben ihrem ganz eigenen Stil treu. Ist ihr letztes, selbst geschriebenes Studioalbum bereits fünf Jahre her, hatten sie mit den Interpretationen auf Classics und dem zweiten Weihnachtsalbum Christmas Party in den letzten Jahren dennoch Material veröffentlicht. Inspiriert durch die Compilation Universal Love, auf der Bob Dylan, Kesha, Kele Okereke, St. Vincent und Benjamin Gibbard große Klassiker uminterpretieren und jeweils immer das Geschlecht des Songs verändern, haben She & Him einen Song geschrieben, den sie nun in zweifacher Ausführung veröffentlicht haben. So gibt es die Versionen She Gives Her Love To Me und He Gives His Love To Me, die – wie auch Universal Love – als Soundtrack für gleichgeschlechtliche Hochzeiten fungieren soll. Mit Gitarren beginnend, hakt sich Deschanel harmonisch in den Song ein und singt in gewohnt herzlicher Manier. Dabei kommt die Atmosphäre eines Aufenthaltes auf einem Südstaaten-Rastplatz auf, bei dem alle friedlich zum Song mitgehen. She & Him schaffen es immer wieder, durch ihren ganz eigenen Stil, als Ausreißer, aus der Popwelt, zu fungieren und sind mit She Gives Her Love To Me/He Gives His Love To Me endlich wieder mit einem selbst produzierten Song zurück.

Bloc Party sind zurück – aber…

…anders, müsste man schreiben. Ist doch von der einstigen Vorreiterband des britischen Indie-Rocks auf ‚The Love Within‘ rein gar nichts mehr zu hören. Angefangen hatte es bereits mit dem letzten Album ‚Four‘, auf dem deutlicher denn je zu hören war, dass Kele Okereke’s Vorliebe zur elektronischen Musik immer handfester wurde. Sicherlich durch seine beiden Soloalben beeinflusst, wurde dies spätestens mit dem Song ‚Ratchet‘ deutlich.
Doch diesen Wandel haben nicht alle aus der Band befürwortet. So hat sich 2013 bereits Matt Tong, am Schlagzeug und schließlich dieses Jahr Gordon Moakes am E-Bass von der Band getrennt. Es hätte somit auch keinen besseren Song als ‚The Love Within‘ geben können, um diese musikalische Veränderung zu präsentieren. Was zunächst noch recht zurückhaltend mit einem anschwellenden Ton und Okereke’s Gesang beginnt, steigert sich im Verlauf immer mehr zu einem Synthie-Song. Spätestens mit einsetzen des orgelhaft genutzten Keyboards ist man als Bloc Party Fan erst einmal irritiert. Wirkt das alles doch recht einfach, fast schon plump. Doch umso öfter man ‚The Love Within‘ hört, umso größer wird der Spaßfaktor und man fühlt sich zum Bewegen animiert.
Es ist wohl klar, dass sich eine Band, die über 15 Jahre Musik zusammen macht, eine Veränderung braucht. Ob diese so stark ausfallen muss, wie es gerade bei Bloc Party passiert, ist sicherlich Geschmackssache. Was aber bleibt ist ein tanzbarer Synthierock-Song der mit Kele Okereke’s Stimme immer ein Bloc Party-Song bleiben wird.

Kele - Doubt

Kele – Erst Bloc Party, dann Kele, dann wieder Bloc Party nun wieder Kele

In diesem Rhythmus bringt der Frontsänger von Bloc Party, Kele Okereke, seine Songs raus. Ist er als Mitglied von Bloc Party eher in einer Art Gruppendynamik, hat er unter seinem Vornamen Kele bereits ein Album und eine EP veröffentlicht. Nun steht das zweite Album an und die Vorabsingle Doubt lässt wieder auf ein vielschichtiges Housealbum vermuten. So ist der satte Beat von Doubt doch der Rhythmus, der den Song bestimmt und Keles Gesang bleibt gewohnt im Ohr hängen wie man es von ihm kennt und mag. Sollte demnach das Album nicht all zu lange auf sich warten lassen, wird der Herbst von satten Housebeats beherrscht.

Melt Festival 2014

3 Tage. 16 Künstler. 35°C. MELT! 2014 Tag 2

Wie bereits gestern angekündigt, folgt heute der traditionell vollste Tag auf dem Festivalgelände. Der Samstag war vollgepackt mit hochkarätigen Bands und so musste man sich früh auf’s Festivalgelände begeben um seine Favoriten zu sehen. Der Abend startete mit FM Belfast, einer isländischen Band, die hier vor kurzem mit ihrem neuesten Song Brighter Days vorgestellt wurde. Nun standen sie auf der Hauptbühne und sahen anfangs noch wie schüchterne Schulkinder aus. Während sie aber neben Brighter Days auch noch ihren Überhit Stripes spielten rastete die Menge komplett aus, sang, sprang und schleuderte die Arme in die Luft. Davon entfacht, lies es sich Lóa, die einzige Frau in der Band, nicht nehmen unentwegt buntes Krepp, Girlanden sowie eine Stolagirlande auzupacken und über die Bühne zu werfen – und natürlich landete dies meist bei den Feierwütigen. Dabei schoß gerade diesen Feierwütigen ein Bass durch den Körper, der wohl für Herzrhythmusstörungen sorgen sollte. Und so zog sich die Band bei 35°C und sengendem Sonnenschein teilweise bis auf die Unterhose aus und sprang über die Bühne.  Immer wieder streuten sie zwischendurch einflussreiche Songs der Vergangenheit ein. So hört man neben Oasis‘ Wonderwall auch den Rage Against The Machine Song Killing in the Name, Urban Cookie Collectives The Key, The Secret auch (You Gotta) Fight For Your Right (To Party) von den Beastie Boys. Um es mit den Worten einiger Fans zu beschreiben, kroch man regelrecht erschöpft aber glücklich von der Bühne.

Was folgte war die Popsensation Deutschlands schlechthin – Milky Chance. Sind doch die beiden Jungs mit ihrem Hit Stolen Dance völlig aus dem Nichts und ohne Major-Plattenvertrag bis auf Platz zwei der Deutschen Singlecharts gekommen, haben sie seitdem die Top-10 von 17 weiteren Ländern entern können. Dies dürfte an der Mischung des trägen Gesanges von Clemens Rehbein gepaart mit abwechslungsreichen Beats des DJ’s und Bandmitglieds Philipp Dausch’s liegen. Doch offenbart sich bei der Liveperformance auch die aufgekommene Vermutung, dass dies nicht reichen könnte. Denn so gut die Songs auch produziert sind machen sie die markante und stetig gleichbleibende Stimme von Rehbein langatmig und fast schon beliebig. So blieb am Ende oftmals die Frage im Kopf hängen welcher der, noch nicht als Single veröffentlichten Songs, das eben war oder ob es immer noch derselbe Song ist. So sehr das Handwerkliche überzeugen kann, fehlte es doch gleichwohl hier an Abwechslung.

 

Melt Festival 2014

Melt Festival 2014

Ein kurzer Abstecher zu Kele Okereke von Bloc Party auf der Gemini Stage ließ einem schnell wieder mit dem Puls nach oben gehen, waren doch seine Mixe vollgepumpt mit sattem Bass und frikeligen Klangspielen. Dazu kam ein Meer aus Bildschirmen die überall an der Decke verteilt zu den Beats aufblitzen. Aus Zeitnot ging es allerdings nach 30 Minuten schon wieder zur Mainstage zurück um bei Metronomy vorbei zu schauen. Sind doch ihre Songs The Look, The Bay seit Jahren Garanten für eine gute Party, haben sie auch gleich zu Anfang das Feuer entfacht um dann zur Glut und schließlich fast zum Erlöschen zu kommen. Wurde doch das Konzert doch im Verlauf immer ruhiger und akustischer und man fragte sich, ob das für einen Samstagabend auf der Mainstage nicht zu ruhig sei.

Ruhig ging es dann auch beim letzten Künstler des Abends zu. Trat doch der amerikanische Sänger William Fitzsimmons im Intro Zelt auf. Würde man versuchen seine Lieder zu beschreiben würden Worte wie zart, zerbrechlich oder introvertiert kommen aber auch liebevoll oder sinnlich. Und so blieb einem beim Anblick der Fans im Zelt der Atem stehen. Da sah man Fitzsimmons auf der Bühne leise in das Mikrofon singen und vor der Bühne saßen eben diese Musikliebhaber auf dem Boden oder lagen gar mit geschlossenen Augen da. Das hier keiner schlief, merkte man spätestens nach jedem Song, der mit einem tosenden Applaus gefeiert wurde. So wurde während der Songs wie The Tide Pulls From The Moon, So This Is Goodby oder Fortune das Licht rötlich schimmernd über die Kopfe der Gäste gefahren und löste eine Heimeligkeit aus, die man wohl so sonst nur von zu Hause her kennt.

Eigentlich sollten nach William Fitzsimmons noch die Auftritte von Breach und WhoMadeWho folgen, doch hat es Fitzsimmons geschafft, dass man sich rundum glücklich und ruhig in die Nacht tragen lies und diesen Moment so lange es ging bei sich tragen wollte.

Damit ging auch der Festival-Samstag zu Ende und was morgen folgt ist der Abschlusstag mit alten Bekannten wie Portishead sowie der neuesten Entdeckung Jungle.