Billie Eilish - My Future

Billie Eilish – Wundersame Verwandlung ins Positive

Vor kurzem noch, hatte die Süddeutsche Zeitung die US-Amerikanische Sängerin als zweitwichtigste Teenagerin unserer Zeit gekürt. Nur an Greta Thunberg kam sie nicht vorbei. Dabei hat Billie Eilish in den vergangenen zwei Jahren mit Songs, wie Everything I Wanted alles erreicht, was man erreichen kann. Mit fünf Grammy Awards, einem BRIT Award, einem JUNO Award, zwei MTV Europe Music Awards und drei MTV Video Music Awards, sowie der Krönung – mit No Time To Die einen James Bond-Titelsong singen zu dürfen – hat Eilish in zwei Jahren das geschafft, worauf andere Acts ein ganzes Leben lang hin arbeiten. Nun hat Eilish mit My Future einen ersten neuen Song veröffentlicht, der bisher weder auf einem Album, noch auf einer EP enthalten ist. Dabei zeigt sich Eilish auf My Future zunächst gewohnt dunkel und wirkt nur durch ihre Stimme und eine melancholisch, zurückhaltende Orgelbegleitung. Bis schließlich ein Twist kommt und Eilish in einem poppig, funkigen Beat aufgeht.

Billie Eilish

Billie Eilish

Entstanden ist der Song zu Beginn der Lockdown-Phase in den USA und lässt Eilish zu sich selbst finden. Zusammen mit ihrem Bruder Finneas hat sich Eilish darangesetzt, diese aufkommenden Gefühle einzufangen und sagt in einem Post zur Veröffentlichung des Songs Es ist ein Lied, das für mich wirklich sehr persönlich und besonders ist. Als wir es geschrieben haben, hat es genau meine Stimmung eingefangen – hoffnungsvoll, aufgeregt und voll mit einer verrückten Menge an Selbstreflexion und Selbstwachstum. In letzter Zeit hat es aber auch im Kontext dessen, was jetzt in der Welt passiert, eine neue Bedeutung erhalten. Ich hoffe, Ihr alle könnt in My Future einen Sinn für Euch finden. Diese neue Stimmung fängt ihr Bruder wunderbar ein und erinnert nicht nur musikalisch, sondern auch durch das animierte Musikvideo an die letzte Veröffentlichung No Song Without You des britischen Duos HONNE. My Future ist weniger rebellisch und deutlich gesetzter, als das meiste von dem, was wir bisher von der jungen Musikerin gehört haben und bleibt gleichzeitig auch immer ein typischer Billie Eilish Song.

Katie Melua - A Love Like That

Katie Melua – Europa in einer Stimme

Katie Melua ist wahrlich das, was man eine europäische Musikerin nennen kann. Geboren 1984 in Kutaissi, der drittgrößten Stadt Georgiens und mit einer erstmaligen Erwähnung um 13. Jahrhundert vor Christus auch eine der ältesten Städte der Welt, flüchteten Meluas Eltern mit ihr 1993 aus dem georgischen Bürgerkrieg nach Belfast in Nordirland. Von dort aus absolvierte sie ihre Oberschule und ging an die BRIT School für Performing Art mit der Ausrichtung für die Musik. Hier begann Melua Musik und Songtexte zu schreiben und überzeugte den Singer/Songwriter, Produzenten und Labelchef Mike Batt von ihrer Stimme. Mit Batt produzierte Melua dann auch ihre ersten drei Alben Call Off The Search (2003), Piece By Piece (2005), Pictures (2007) und das fünfte und sechste Album Secret Symphony (2012) und Ketevan (2013). Das vierte Album In House wurde von William Orbit produziert, der unter anderem Alben von Madonna, Beth Orton, All Saints und Blur produzierte. Mit ihrem siebten Album In Winter (2016) reiste die Sängerin schließlich nach Georgien zurück und nahm ein Album auf, das mit dem georgischen Gori Women’s Choir eingespielt wurde. Darauf enthalten waren unter Anderem traditionelle georgische Songs, sowie Neuinterpretationen von Liedern und Kompositionen von Joni Mitchell, Sergei Rachmaninoff oder Adolphe Adam. In den Jahren zwischen In Winter und heute veröffentlichte die Sängerin die Neuinterpretation von Blacks Song Wonderful Life und war immer wieder auch im deutschen Fernsehen und Bühnen zu sehen, so trat Melua zusammen mit Peter Maffey auf und sang Lieder, wie Freiheit, die ich meine oder Ich wollte nie erwachsen sein. Nun hat die Georgisch-Britische Sängerin mit der neuen Single A Love Like That einen ersten Vorgeschmack auf ihr achtes Studioalbum gegeben – welches sie pragmatisch Album No. 8 betitelt hat. Mit dem Hintergrund ihrer georgischen Wurzeln, spielt Ihr Mutterland auch hier wieder eine große Rolle und ist auf dem neuen Song A Love Like That in Form des Georgian Philharmonic Orchestra zu hören. Dieses bildet die wunderbar erhabene Stimmung eines James-Bond-Songs und trägt Meluas glasklare Stimme darauf weich und prominent. Melua lässt uns mit A Love Like That dazu kommen, wie sehr wir ihren klaren und ruhigen Folk-Pop und Blues vermisst haben. Doch das Warten ist vorbei und Album No. 8 ist für den 16. Oktober angekündigt. A Love Like That wird bis dahin unsere Abende mit Freunden bereichern und uns entspannt, freudig auf das Album vorbereiten.

Al Pride – Zwischen Western, James Bond und pulsierenden Beats

Bereits im November war die Schweizer Band Al Pride mit der Livesession-Version ihres Songs Sober By Tomorrow aufgefallen. Dieser melancholisch, intime Sound, den die Band hier mit Gitarren, Trompeten und Schlagzeug erzeugte, sprach sofort das Herz an. Nun ist am Freitag ihre EP Spruce erschienen, die neben Sober By Tomorrow noch drei weitere Songs enthält. Einer davon ist Hunger, der eine Art mystischer Multigenre-Hit ist. Mit liebevollen – nach Western klingenden – Gitarrensounds, einem pulsierenden Beat, den Synthesizern und einem tiefen, bedächtigen Gesang der beiden Stimmen von Astrid Füllemann und Nico Schulthess erinnert Hunger an einen James Bond Soundtrack der Vergangenheit und Gegenwart zugleich. Einst als Trio gegründet, zählte die Band nach einzelnen Abgängen auch immer neue Zugänge und ist mittlerweile auf stattliche acht Mitglieder angewachsen. Das beeinflusst auch die Musik – denn je nach Song, gibt es immer auch ein Bandmitglied, welches deutlich mehr zu einem Song beigetragen hat, als es der Rest der Band getan hat. So können sich die Schweizer durch eine Diversität im Sound definieren und zeigen eine Stärke, die kleineren Bands oftmals nur durch äußere Einflüsse möglich ist. Mit Another Vibe haben Al Pride gerade erst die dritte Singleauskopplung veröffentlicht, doch sticht Hunger auf der EP besonders heraus.

Billie Eilish - No Time To Die

Billie Eilish – Bond-Song ist da!

Es sind große Namen, wie Shirley Bassey, Tom Jones, Nancy Sinatra, Tina Turner, Madonna oder Adele – alle haben in den vergangenen 70 Jahren einen Titelsong zu einem James Bond Film beigesteuert. Bestechen Bond-Titelsongs zumeist durch eine epische Stimmung und ausufernde Arrangement, kam es in der jüngeren Zeit auch immer häufiger vor, dass Titelsongs deutlich poppiger angehaucht waren, als man es gewohnt war. Nachdem es bereits seit gut zwei Monaten Gewissheit gibt, wer den Titelsong für James Bond – Keine Zeit zu sterben singen wird, ist dies nichts Geringeres, als eine Sensation. Denn die gerade einmal 18-jährige US-Amerikanische Sängerin Billie Eilish wird damit zur jüngsten Sängerin eines Bond-Titelsongs. Darüber hinaus hat die Sängerin innerhalb eines Jahres alles geschafft, wofür andere Künstler Jahrzehnte benötigen. Sie hat in diesem Jahr die Grammys in allen vier Hauptkategorien gewonnen, hat das meistverkaufte Album 2019 veröffentlicht, bleibt dabei einer Art Anti-Pop und mit dem neuen Song Everything I Wanted ihrem eigenen Charakter treu. Da stellte sich in den letzten Wochen die Frage, wie kann Eilish das alles mit einem Bond-Titelsong vereinen?! Das Ergebnis hören wir seit heute, denn Eilish hat vor wenigen Stunden auf ihrem Youtube-Kanal den Song No Time To Die für den 25. James Bond Film veröffentlicht. Dieser beinhaltet, neben typischen Elementen eines Bond-Titelsongs, wie den langsamen Beat und klassischen Elementen auch einen Orchester-Part von Hans Zimmer. Aufgenommen in Eilishs Bedroom Studio und produziert von ihrem Bruder Finneas O’Connell ist No Time To Die ein so perfekter Bond-Titelsong, der die Eigenwilligkeit Eilishs und ihres Gesanges mit der Monumentalität der Bond-Titelsongs vereint und einen epischen Sound entstehen lässt. No Time To Die ist ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Erfolgsgeschichte der US-Amerikanischen Sängerin.

The Best Of 2019 Vol. 12

The Best Of 2019 Vol.: 12

01. Hollow Coves – Coastline (Holmsey Remix)

02. Whitney – Used To Be Lonely

03. Anna Of The North – Playing Games

04. Bombay Bicycle Club – Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)

05. Ro Bergman – Clouds

06. Mando Diao – One Last Fire

07. Tones And I – Dance Monkey

08.City And Colour – Living In Lightning

09. Helgi Jonsson feat. Emilíana Torrini – Crossroads

10. ionnalee feat. Zola Jesus – Matters

11. Milky Chance & Tash Sultana – Daydreaming

12. Duke Dumont & Zak Abel – The Power

13. Billie Eilish – All The Good Girls Go To Hell

14. Joel Corry – Sorry

15. Robyn – Beach2k20 (Yaeji Remix)

16. Iggy Pop – James Bond

17. Yves V feat. Afrojack & Icona Pop – We Got That Cool

18. Angels & Airwaves – Kiss & Tell

19. Bon Iver – Naeem

20. Debby Smith – Something Special

21. High Contrast – Going Up
Moonlight Breakfast - Dance Moves

Moonlight Breakfast – Den Beat im Blut

Ihr drittes Album Affection ist ein reinster Erfolg. Mit den darauf enthaltenen Songs – wie Summer oder Look Up – hat das rumänische Trio Moonlight Breakfast innerhalb der letzten 12 Monate weltweit die Herzen der Indiefans erobert. Durch verspielte Beats, mystische Arrangements und einem Gesang der Frontsängerin Christie, der mal hauchend, mal mit Kopfstimme und dann wieder ganz geerdet klingt, haben sich Moonlight Breakfast diesen Erfolg auch redlich verdient. Nun haben sie mit Dance Moves eine weitere Single aus Affection veröffentlicht und folgen damit dem aktuellen Trend der James-Bond Erzählweise. Im 80er Jahre Stil mit Bauhaus-Optik und ganz viel Farbe spielt sich die Band durch die Geschehnisse bei einer Sommerparty. Dabei erinnert der Grundbeat von Dance Moves an Michael Jacksons Thriller und klingt gleichzeitig verboten süß. Zeitgleich erscheint mit der Veröffentlichung des Songs eine gleichnamige EP mit weiteren Remixen von Bazooka über Adam Stacks, bis hin zu Happy Gutenberg. Moonlight Breakfast hat den Sound, den wir alle gerade so dringend brauchen. Den Sommer noch in den Knochen fühlend bereiten wir uns auf die kalte Jahreszeit vor und blicken wehmütig auf die Zeit unter freiem Himmel und bei lauschigen Temperaturen zurück.

Iggy Pop - James Bond

Iggy Pop – Eine Legende findet sich neu

Iggy Pop ist jemand ganz besonderes. Hat er mit seinen 17 bisherigen Alben nie den ganz großen kommerziellen Erfolg feiern können, gilt der in Michigan, USA, geborene Sänger als Ikone des Punks und hat unzählige Bands und Musiker beeinflusst. Zwischenzeitlich lebte Pop zusammen mit David Bowie in einer WG in Berlin Schöneberg und schrieb mit ihm an zwei seiner erfolgreichsten Alben. Heute kennt Iggy Pop fast jeder – ist er doch der Rockstar, der immer Oberkörper frei auf der Bühne steht und mit seinen langen, blonden Haaren die Menge begeistert. Doch seine Songs sind vielen auch heute noch ehe unbekannt. Nun hat Pop mit Free sein – unglaubliches – 18. Studioalbum veröffentlicht und zeigt sich hier von einer gänzlich anderen Seite. Reflektiert, ruhig aber auch außer Atem präsentiert Pop seine Musik als völlig neue Interpretation seiner Person. Pop selbst sagt darüber, dass auf dem Album andere Künstler von ihm reden, Pop ihnen aber seine Stimme geliehen hat. So zeigt sich auf der aktuellen Single James Bond, dass Pop diese Schnittstellen hervorragend herausstellt. Denn hier klingt Pops Stimme, der, des 2003 verstorbenen Country-Sängers Johnny Cash fast zum verwechseln ähnlich. Diese Stimme ist nicht neu, nur nutzt sie Pop sehr selten und zeigt auf James Bond einen jazzigen Sound mit Trompeten und funkigen Elementen. Free ist Iggy Pops „Durchatmen“ vom bisherigen Sound und erfindet den Ausnahmemusiker, der seit 60 Jahren im Musikgeschäft ist, fast gänzlich neu. James Bond zeigt dabei die Erhabenheit des Sängers, sich diesem Moment anzuvertrauen.

Jack Savoretti – Vom Singer/Songwriter zum James Bond Soundtrack?

Mit Singles wie Knock Knock und Not Worthy zeigte uns der gebürtige Brite vor knapp fünf Jahren, wie seine Interpretation eines Singer/Songwriters aussehen kann – aber vor allem auch anhören darf – klingt Savoretti zuweilen doch fast schon nach Country Musik. Nun hat der, in London geborene Sänger, mit Candlelight seine erste Single aus dem, am 15. März erscheinenden, Album Singing To Strangers veröffentlicht. Dabei klingt Savoretti überraschend anders und mimt mit Streichern und großer Wirkung fast schon einen James Bond Song. Dass Savoretti dabei so erfrischend neu klingt, hat er vor allem dem Co-Writer Joel Potts, der für Athlete und Geoge Ezra schreibt, und dem Produzenten Cam Blackwood, der ebenfalls für George Ezras Erfolg verantwortlich ist, zu verdanken. Schaffen es doch beide mit großen Worten und erhabenen Sound einen warmen und geschlossenen Klangteppich zu erzeugen. Savoretti sieht Candlelight dabei als Schlüsselsong seines kommenden, sechsten Studioalbums. Mit großen Gesten, einer rauchigen Stimme und einem wunderbar produzierten Song, lässt sich Savoretti definitiv in die Riege der Stars einordnen, die für einen James Bond Song tatsächlich in Frage kommen könnten.

Kovacs – Mit mehr Groove durch das zweite Album

Mit ihrem Debütalbum Shades Of Black gelang es der niederländischen Sängerin Kovacs 2014 direkt auf Platz 1 der niederländischen und Platz 8 der deutschen Albumcharts einzusteigen. Ihre Mischung aus rauchig, kratziger Stimme, dem Auftreten einer zierlichen Frau und dem James Bond’schen Klang der Singles My Love und 50 Shades Of Black brachte ihr vor vier Jahren von Berlin bis Amsterdam viel Aufmerksamkeit ein. Ihr zweites Album jedoch ließ länger auf sich warten als geplant. Hatte sie das Debütalbum mit dem Produzenten Oscar Holleman realisiert – der sich für Produktionen für Within Temptation, Ayreon und Krezip verantwortlich zeichnet – zog der sich mitten im Prozess des zweiten Albums plötzlich zurück und nahm die Band, die Kovacs seit dem Debüt begleitete mit. Mit diesem Gefühl, wieder komplett alleine dazustehen und von vorne beginnen zu müssen, wandte sich Kovacs an den britischen Produzenten Liam Howe, der nicht nur bereits mit Adele, Lana Del Rey und FKA Twigs zusammengearbeitete hat, sondern Kovacs auch die Freiheit gab, sich wieder selbst zu finden, um den Sound zu realisieren, den sie nun auf ihrer neuen Single Black Spider präsentiert. Dabei ist das Gefühl, einen James Bond-Soundtrack zu hören verschwunden – hin zu einem deutlich poppigeren und groovigeren Sound, der sich unweigerlich im Körper festsetzt. Schneller und mit vielen peripheren Instrumenten, wie Saxophon, Trompeten und Geigen klingt Black Spider ungewöhnlich offen und befreiend. Kovacs scheint sich in ihrem neuen Sound wohlzufühlen und begeistert mit sehr viel Frische.

Lola Marsh – Ab Sekunde 1 Sympatisch

Lola Marsh – Wishing Girl

Ein Pfeifen, eine Gitarre und schon ist man als Hörer Feuer und Flamme und tippt mit dem Fuß. So sympathisch, wie es gerade Lola Marsh machen, gab es schon einige Zeit keinen Ohrwurm mehr. Mischt man zu diesen beiden Komponenten noch den markant, retrohaften Gesang der Sängerin Yael Shoshana Cohen, kommt eine zuckersüße Indienummer zum Vorschein. Gil Landau und Cohen haben so zusammen eine derart sympathische Folk/Indie-Nummer produziert und zelebrieren den Frühling und Sommer. Draussen tanzen, zwischen herabfallenden Blüten laufen und den frischen Geruch des nachwachsenden Grases einsaugen. Für all das haben Lola Marsh den passenden Sound. Das aus Tel Aviv kommende Duo ist mit diesem Sound bereits seit einigen Monaten auf der Liste der heißesten Anwärter für den internationalen Durchbruch. Mit Wishing Girl – ihrer neuen Single – erinnern Lola Marsh an Bands und Songs wie Young Folks von Peter, Bjorn & John feat. Victoria Bergsman oder First Aid Kit und Fleet Foxes. Dazu passt, das im 60er Jahre Stiel gedrehte Musikvideo, welches in James Bond Manier mit einem Kugelausschnitt gedreht wurde. Wem das nicht genug Gründe sind Wishing Girl und Lola Marsh zu lieben, welche dann?!