Moonlight Breakfast - Dance Moves

Moonlight Breakfast – Den Beat im Blut

Ihr drittes Album Affection ist ein reinster Erfolg. Mit den darauf enthaltenen Songs – wie Summer oder Look Up – hat das rumänische Trio Moonlight Breakfast innerhalb der letzten 12 Monate weltweit die Herzen der Indiefans erobert. Durch verspielte Beats, mystische Arrangements und einem Gesang der Frontsängerin Christie, der mal hauchend, mal mit Kopfstimme und dann wieder ganz geerdet klingt, haben sich Moonlight Breakfast diesen Erfolg auch redlich verdient. Nun haben sie mit Dance Moves eine weitere Single aus Affection veröffentlicht und folgen damit dem aktuellen Trend der James-Bond Erzählweise. Im 80er Jahre Stil mit Bauhaus-Optik und ganz viel Farbe spielt sich die Band durch die Geschehnisse bei einer Sommerparty. Dabei erinnert der Grundbeat von Dance Moves an Michael Jacksons Thriller und klingt gleichzeitig verboten süß. Zeitgleich erscheint mit der Veröffentlichung des Songs eine gleichnamige EP mit weiteren Remixen von Bazooka über Adam Stacks, bis hin zu Happy Gutenberg. Moonlight Breakfast hat den Sound, den wir alle gerade so dringend brauchen. Den Sommer noch in den Knochen fühlend bereiten wir uns auf die kalte Jahreszeit vor und blicken wehmütig auf die Zeit unter freiem Himmel und bei lauschigen Temperaturen zurück.

Iggy Pop - James Bond

Iggy Pop – Eine Legende findet sich neu

Iggy Pop ist jemand ganz besonderes. Hat er mit seinen 17 bisherigen Alben nie den ganz großen kommerziellen Erfolg feiern können, gilt der in Michigan, USA, geborene Sänger als Ikone des Punks und hat unzählige Bands und Musiker beeinflusst. Zwischenzeitlich lebte Pop zusammen mit David Bowie in einer WG in Berlin Schöneberg und schrieb mit ihm an zwei seiner erfolgreichsten Alben. Heute kennt Iggy Pop fast jeder – ist er doch der Rockstar, der immer Oberkörper frei auf der Bühne steht und mit seinen langen, blonden Haaren die Menge begeistert. Doch seine Songs sind vielen auch heute noch ehe unbekannt. Nun hat Pop mit Free sein – unglaubliches – 18. Studioalbum veröffentlicht und zeigt sich hier von einer gänzlich anderen Seite. Reflektiert, ruhig aber auch außer Atem präsentiert Pop seine Musik als völlig neue Interpretation seiner Person. Pop selbst sagt darüber, dass auf dem Album andere Künstler von ihm reden, Pop ihnen aber seine Stimme geliehen hat. So zeigt sich auf der aktuellen Single James Bond, dass Pop diese Schnittstellen hervorragend herausstellt. Denn hier klingt Pops Stimme, der, des 2003 verstorbenen Country-Sängers Johnny Cash fast zum verwechseln ähnlich. Diese Stimme ist nicht neu, nur nutzt sie Pop sehr selten und zeigt auf James Bond einen jazzigen Sound mit Trompeten und funkigen Elementen. Free ist Iggy Pops „Durchatmen“ vom bisherigen Sound und erfindet den Ausnahmemusiker, der seit 60 Jahren im Musikgeschäft ist, fast gänzlich neu. James Bond zeigt dabei die Erhabenheit des Sängers, sich diesem Moment anzuvertrauen.

Jack Savoretti – Vom Singer/Songwriter zum James Bond Soundtrack?

Mit Singles wie Knock Knock und Not Worthy zeigte uns der gebürtige Brite vor knapp fünf Jahren, wie seine Interpretation eines Singer/Songwriters aussehen kann – aber vor allem auch anhören darf – klingt Savoretti zuweilen doch fast schon nach Country Musik. Nun hat der, in London geborene Sänger, mit Candlelight seine erste Single aus dem, am 15. März erscheinenden, Album Singing To Strangers veröffentlicht. Dabei klingt Savoretti überraschend anders und mimt mit Streichern und großer Wirkung fast schon einen James Bond Song. Dass Savoretti dabei so erfrischend neu klingt, hat er vor allem dem Co-Writer Joel Potts, der für Athlete und Geoge Ezra schreibt, und dem Produzenten Cam Blackwood, der ebenfalls für George Ezras Erfolg verantwortlich ist, zu verdanken. Schaffen es doch beide mit großen Worten und erhabenen Sound einen warmen und geschlossenen Klangteppich zu erzeugen. Savoretti sieht Candlelight dabei als Schlüsselsong seines kommenden, sechsten Studioalbums. Mit großen Gesten, einer rauchigen Stimme und einem wunderbar produzierten Song, lässt sich Savoretti definitiv in die Riege der Stars einordnen, die für einen James Bond Song tatsächlich in Frage kommen könnten.

Kovacs – Mit mehr Groove durch das zweite Album

Mit ihrem Debütalbum Shades Of Black gelang es der niederländischen Sängerin Kovacs 2014 direkt auf Platz 1 der niederländischen und Platz 8 der deutschen Albumcharts einzusteigen. Ihre Mischung aus rauchig, kratziger Stimme, dem Auftreten einer zierlichen Frau und dem James Bond’schen Klang der Singles My Love und 50 Shades Of Black brachte ihr vor vier Jahren von Berlin bis Amsterdam viel Aufmerksamkeit ein. Ihr zweites Album jedoch ließ länger auf sich warten als geplant. Hatte sie das Debütalbum mit dem Produzenten Oscar Holleman realisiert – der sich für Produktionen für Within Temptation, Ayreon und Krezip verantwortlich zeichnet – zog der sich mitten im Prozess des zweiten Albums plötzlich zurück und nahm die Band, die Kovacs seit dem Debüt begleitete mit. Mit diesem Gefühl, wieder komplett alleine dazustehen und von vorne beginnen zu müssen, wandte sich Kovacs an den britischen Produzenten Liam Howe, der nicht nur bereits mit Adele, Lana Del Rey und FKA Twigs zusammengearbeitete hat, sondern Kovacs auch die Freiheit gab, sich wieder selbst zu finden, um den Sound zu realisieren, den sie nun auf ihrer neuen Single Black Spider präsentiert. Dabei ist das Gefühl, einen James Bond-Soundtrack zu hören verschwunden – hin zu einem deutlich poppigeren und groovigeren Sound, der sich unweigerlich im Körper festsetzt. Schneller und mit vielen peripheren Instrumenten, wie Saxophon, Trompeten und Geigen klingt Black Spider ungewöhnlich offen und befreiend. Kovacs scheint sich in ihrem neuen Sound wohlzufühlen und begeistert mit sehr viel Frische.

Lola Marsh – Ab Sekunde 1 Sympatisch

Lola Marsh – Wishing Girl

Ein Pfeifen, eine Gitarre und schon ist man als Hörer Feuer und Flamme und tippt mit dem Fuß. So sympathisch, wie es gerade Lola Marsh machen, gab es schon einige Zeit keinen Ohrwurm mehr. Mischt man zu diesen beiden Komponenten noch den markant, retrohaften Gesang der Sängerin Yael Shoshana Cohen, kommt eine zuckersüße Indienummer zum Vorschein. Gil Landau und Cohen haben so zusammen eine derart sympathische Folk/Indie-Nummer produziert und zelebrieren den Frühling und Sommer. Draussen tanzen, zwischen herabfallenden Blüten laufen und den frischen Geruch des nachwachsenden Grases einsaugen. Für all das haben Lola Marsh den passenden Sound. Das aus Tel Aviv kommende Duo ist mit diesem Sound bereits seit einigen Monaten auf der Liste der heißesten Anwärter für den internationalen Durchbruch. Mit Wishing Girl – ihrer neuen Single – erinnern Lola Marsh an Bands und Songs wie Young Folks von Peter, Bjorn & John feat. Victoria Bergsman oder First Aid Kit und Fleet Foxes. Dazu passt, das im 60er Jahre Stiel gedrehte Musikvideo, welches in James Bond Manier mit einem Kugelausschnitt gedreht wurde. Wem das nicht genug Gründe sind Wishing Girl und Lola Marsh zu lieben, welche dann?!

Adele – Konzertkritik

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Sie kam, sie sah, sie siegte. So in etwas ist Adele’s Erfolgsgeschichte zu beschreiben. Keiner hätte im Herbst 2007 gedacht, dass dieses junge, pummelige Mädchen aus Nordlondon einmal zur größten Popdiva der 2000er werden würde. Drei Alben später weiß es jeder. Adele hat es geschafft innerhalb weniger Jahre alle Altersgruppen miteinander zu verbinden. So findet man auf ihren Konzerten ein derart durchmischtes Publikum, dass man sich gar nicht erst auf eine Zielgruppe festlegen könnte.
Am 8. Mai hatte man schließlich die Gelegenheit sie live in Berlin zu sehen – wohlgemerkt zu ihrem zweiten Konzert in der Hauptstadt. Wie eine Frau 12.000 Menschen begeistern kann, lest ihr in der folgenden Konzertkritik.

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Die Uhr zeigt 19:58 Uhr an, als sich der Großteil der Besucher auf seinen Plätzen eingefunden hatte. Denn es lag irgendwie in der Luft, dass das Konzert in Kürze beginnen würde. Und tatsächlich, um Punkt 20 Uhr wurde in der MBA-Arena das Licht gedimmt. Das übergroße Standbild ihrer Augen, dass im Hintergrund die ganze Zeit schon zu sehen war und sich nur einige male durch einen Windzug bewegt, wurde plötzlich lebendig. Öffneten sich doch die Augen dieses Vorhangs und schwebte Adele gleichzeitig aus dem Boden der mittleren Bühne nach oben. Mit einem kurzen zuwinken der Fans begann sie mit ‚Hello‘ den Abend und so wurde sofort klar, dass dieser Abend ein ganz besonderer werden sollte. Stand da doch eine einzelne Sängerin in mitten Tausender ihrer Fans. Doch der eigentlich sprachlos machende Moment war, als Adele anfing zu singen und allen klar wurde, dass die Stimme, die sie auf ihren CDs hörten, eins zu eins die Stimme war, die nun vor ihnen, live sang und.

Hommage an Berlin

Mit ihrem zweiten Lied, welches ihre allererste Single aus 2007 – ‚Hometown Glory‘ – war, fuhr sie fort und zeigte auf der großen Leinwand im Hintergrund, London und Straßen rund um ihren Heimatkiez, bis der Punkt kam, als sie „… round your hometown..“ sang und jedem Fan klar war, dass dies nicht zum originalen Text gehörte. Denn nur Sekunden später sollten Bilder des Berliner Fernsehturm und weitere Berliner Sehenswürdigkeiten sowie Kiezmotive folgen, um diesen Song für jeden Fan ganz persönlich werden zu lassen. Emotionaler hätte diese Botschaft und der anschließende Kommentar, dass wir stolz auf unsere Heimat sein sollen, nicht sein können. Und so war ihr tosender Applaus sicher.
Es folgten mit ‚One And Only‘ und ‚Rumour Has It‘ zwei Songs aus ihrem zweiten Album ’21‘, bei dem vor allem der letztere so soulig mit Backgroundsängerinnen performed wurde, dass die Halle nur so vom Sound erfüllt wurde. Zwischenzeitlich hatte sie bereits bei ‚Hometown Glory‘ die mittlere Bühne, durch die Fans, in Richtung Hauptbühne verlassen.

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Natürlich hatte Adele auch Uptempo-Songs dabei die, wahrlich selten, aber dafür groß präsentiert wurden. Mit ‚Water Under The Bridge‘ und der basslastigen Ballade ‚I Miss You‘, folgten zwei Songs, die musikalisch gesehen eher ungewöhnlich für Adele waren. Sind doch all zu elektronische Produktionen bei ihr eher die Ausnahme.
Den Übergang zu ‚Skyfall‘ präsentierte Adele schließlich mit der Geschichte, wie es zu der Zusammenarbeit zwischen den Bond-Machern und ihr gekommen sei und, dass sie Adele gerne auch ein zweites mal für einen Bond-Song hätten haben wollen.

Immer wieder Überraschungen auf der Bühne

Mit ‚Million Years Ago‘ setzte sie hingegen wieder ein stilles Zeichen. War der Song doch so reduziert arrangiert worden, dass man, bis auf Adele und einen Gitarristen nichts weiter sehen oder hören konnte.
Und wie es sich für Adele, die stets viel auf ihren Konzerten spricht, gehörte, gab es zwischendurch immer wieder Einlagen und Selfies mit Fans. So wurde einmal ein, als Adele verkleideter Fan auf die Bühne geholt, sowie auch ein schwules Pärchen, bei dem der eine dem anderen auf er Bühne einen Heiratsantrag machte. Natürlich mit einem ‚Ja‘ beantwortet. So gab es die ganze Zeit etwas zu erzählen und man kam sich fast vor, als würde man sich mit einer – zugegebener Maßen recht großen – Clique über Gott und wie Welt unterhalten und einfach die Zeit unter Freunden genießen.

Über ‚Don’t You Remember‘ einer weiteren tragischen Ballade ging es zu ‚Send My Love (To Your New Lover)‘ der gerade veröffentlichten dritten Single. Die sie voller Rhythmus performte und abermals mit dem Background zusammen bis in die letzte Ecke der MBA-Halle schallen ließ. Mit der Bob Dylan Ballade ‚Make You Feel My Love‘ und ‚Sweetest Devotion‘ gab sie ihre volle Bandbreite zum besten und ging in der Musik förmlich auf. Es war der Moment, an dem auch das Publikum sich voll und ganz auf Adele einließ und die Handyblitze einschalteten um durch tausende dieser Lichter die Halle zu erleuchten. So formte sich eine neumodische aber zweifellos romantische Stimmung und Intimität, die man vorher sicherlich kaum für möglich gehalten hatte. Was folgte war ‚Chasing Pavements‘ und damit ein weiterer Klassiker aus ihrem Debütalbum ’19‘, um dann ein weiteres mal durch die Menge zurück zur mittleren Bühne zu gelangen. Hier warteten große, durchsichtige Vorhänge darauf, Adele zu umhüllen und eine Optik zu erzeugen, die sowohl irritierend als auch faszinierend war. So projezierten eine Kamera ihre Performance auf alle vier Seiten der Vorhänge und erzeugte somit fast schon ein Hologramm. Dadurch wirkte Adele nicht nur größer, sondern auch klarer als vorher. Dies wurde durch den Song ‚Someone Like You‘ zusätzlich unterstützt, sang hier doch die ganze Halle mit und rollten nicht wenige Tränen über die Wangen der Fans.

Barfuss im Regen

Schließlich wurden die Vorhänge aus Stoff gegen Vorhänge aus Wasser eingetauscht. Begann es doch plötzlich um Adele herum zu regnen. Gleichzeitig löste sich das, auf den Plätzen sitzende Publikum auf und fand sich zu einer Traube im die Bühne herum zusammen. Als ‚Set Fire To The Rain‘ anfing, war allen klar, dass dies ein weiterer Höhepunkt des Konzertes war – doch auch das letzte Lied sein sollte. Schließlich verschwand Adele wieder durch den Boden der Bühne und wurde gekonnt, durch die Menge, aus der Halle gebracht.
Unzählige Minuten und tosenden Applaus später folgte mit ‚All I Ask‘ die Rückkehr der Britin auf der Hauptbühne. Mit der unglaublich emotionalen Performance von ‚When We Were Young‘ bei dem sie auf allen Leinwänden mal charmante und mal weniger gut getroffene Bilder aus ihrer Jugend zeigte. Doch wie es zu Adele passt, waren diese Bilder genau so gewollt, sollten sie doch ausdrücken, sich an seine Kindheit, seine Vergangenheit nie schlecht zu erinnern und stolz auf das zu sein, was man bereits erleben konnte. Durch diese Fotos kam das Publikum der Sängerin so nah wie man es nicht für möglich gehalten hatte und zementierte das Gefühl eine gute Freundin auf der Bühne zu sehen.

 

 

Das Final als bombastischen Höhepunkt zelebriert

Mit ‚Rolling In The Deep‘ läutete Adele schließlich das ultimative Finale ein und fuhr alles auf, was an diesem Abend zu erleben war. Von lauten Chorgesängen mit ihren Backgroundsängerinnen, einer Strophe nur für die Fans zum mitsingen, einer verlängerten Version des Songs und schließlich einem riesigen Konfettiregen war alles in nur fünf Minuten gepackt und schaffte einen Abschied, der sowohl wohlwollend als auch befriedigend für das Publikum war.

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Und dann, ganz plötzlich war sie weg, das Licht ging an und alle guckten sich zufrieden an und wussten, dass dieser Abend für Adele wohl noch hunderte Male kommen wird, doch für die Fans eine unvergessliche Erinnerung bleiben wird, die sie lange im Gedächtnis behalten werden.