No King. No Crown. – Die Blätter fallen hören

Sie sind so leise und intim, dass man meinen könnte, die Blätter eines rot strahlenden Laubbaumes fallen zu hören. Die gleichzeitig damit assoziierte Wärme wird nicht nur durch die Vorstellung des farbintensiven Herbstes getragen, sondern auch von der neuen Single des Dresdener Quartetts No King. No Crown.. Liegt ihrer Soundästhetik zwischen Folk, Indie, Kammerpop und Singer/Songwriter, hat die Band um Sänger René Ahlig eine Atmosphäre geschaffen, die von Ausgeglichenheit, Reife, Zurückhaltung und Nähe zeugt. Ahlig war hierbei federführend und hat No King. No Crown. bereits 2010 als Soloprojekt gegründet. Nach seinem ersten Album Heart To Escape (2012) und der EP Without Yesterday (2016) ist das Projekt nun, für das zweite Album Smoke Signals – welches am 01. Februar 2019 erscheinen wird – zu einer Band angewachsen. Dabei zehrt Ahlig von seinen Reisen und beschäftigt ihn auf der neuen Platte die verschwenderische Art und Weise der Menschen mit der Natur umzugehen. Strände voller Plastik, Wolken voller Abgase. Betonmauern statt Berge, Straßenlichter statt Sterne. Gleich zu Beginn der gleichnamigen ersten Singleauskopplung Smoke Signals stellt Ahlig die Frage Who we gonna blame, who we blame for. I feel badly ashamed, I feel badly ashamed for. Um im Refrain schließlich die Frage zu stellen Don’t you think we go to far. Dabei wirkt Smoke Signals nicht nach einer Anklage und Aktivismus  – wie den von Grund auf zwar sehr wichtigen Umweltorganisation, die aber leider oftmals mit zu radikalen Taten verschrecken – sondern, schleicht sich eher behutsam in das Bewusstsein. Durch die sanften aber konstant präsenten Banjoklänge, Ahligs warme Stimme und dem behutsamen Einsatz von elektronischen Beats wird man durch Smoke Signals dazu animiert seine eigene Lebensweise in Verbindung mit der Umwelt zu reflektieren und überdenken. Darüber hinaus funktioniert Smoke Signals auch in der kalten Jahreszeit wunderbar und klingt warm und authentisch. Somit gelingt No King. No Crown. ein starker Neustart als Band und wird in den kommenden Monaten sicherlich sein Publikum finden und das Publikum sie.

Live überzeugen könnt Ihr Euch im kommenden Frühjahr an folgenden Orten:

15.02.19 – Dresden – Scheune Dresden
16.02.19 – Zittau – EMIL
17.02.19 – Berlin – PRIVATCLUB Berlin
18.02.19 – Chemnitz – INSPIRE Chemnitz
19.02.19 – Bayreuth – Wohnzimmermucke_Bayreuth
21.02.19 – Hamburg – Astra Stube Musikkultur e.V.
22.02.19 – Köln – die wohngemeinschaft
24.02.19 – Pforzheim – Horch
25.02.19 – Mainz – Klein Aber Schick
26.02.19 – Wuppertal – Viertelbar Wuppertal
27.02.19 – Münster – Teilchen & Beschleuniger
28.02.19 – Leipzig – Noch Besser Leben
Sichert Euch die Tickets hier: https://goo.gl/o2jQgF

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Cat Power – Begeistert nach sechs Jahren Stille

Neun Alben hat die Amerikanerin Cat Power bereits veröffentlicht. War ihr Veröffentlichungrhythmus dabei stets zwischen einem und drei Jahren pro Album angesetzt, hatte sie bei Ihrem 2012er Album Sun bereits vier Jahre gebraucht, um dieses der Welt zu übergeben. Nun schreiben wir Herbst 2018 und somit sind satte sechs Jahre vergangen, seitdem ihr letztes Album veröffentlicht wurde. Damit ist es nun vorbei – für diesen Freitag hat Cat Power ihr zehntes Studioalbum Woman angekündigt und findet darauf zu alter Stärke zurück. Sie sei erwachsen geworden, hört man hier und da. Und tatsächlich behandelt Cat Power auf Woman Themen, die von Emanzipation, Realismus und Reflektion handeln. Dabei wurde ihr in den vergangenen Jahren von Plattenbossen nahegelegt, doch endlich auch mal so zu klingen, wie die großen Popstars. Dass dies nicht zu der Amerikanerin passt, wurde hierbei gänzlich ignoriert. Nun hat Cat Power mit dem Titelsong Woman ein Duett mit Lana Del Rey veröffentlicht, das so weich und ausgeglichen klingt, dass man sich fast hineinlegen möchte, in dieses Klangbett aus warmen Sound. Lana Del Rey unterstützt hierbei mehr, als im Vordergrund zu singen. Choral kommt Woman nicht daher, allerdings singen sich beide im Verlauf durch den Refrain, obgleich sie in den Versen in eine Art Frage-Antwort Gesang verfallen. Cat Power hat mit Woman wunderbaren Folkrock produziert, der ihre eigene Identität behält und dennoch überrascht.

Josh. – Der Sommerhit des Herbstes

Es ist diese raue Stimme, der liebenswerte Text und ein sympathischer Name, der seit Monaten schon in Österreich sein Unwesen treibt. Dabei singt der Österreicher Johann Sumpich – der sich für den Song Cordula Grün schlicht Josh. nennt, über eine Frau, die ihm in einer Tanzbar ins Auge fiel und er nicht mehr von ihr lassen konnte. Sie verdrehte ihm den Kopf und so landeten sie in ihrem Bett – ehe er herausfand, dass das doch weit komplizierter war. Mit diesem sympathisch, menschlichen Blick auf solch einen Moment und einem leichtgängigen Text, schafft es Josh. zu erst in Österreich aus dem Nichts bis auf Platz 5 und nimmt nun Anlauf die deutschen Top-10 der Singlecharts zu erklimmen. Dabei ist Sumpich kein Newcomer im eigentlichen Sinne, hatte er bereits 2016 eine eigene EP namens Wie Im Kino veröffentlicht. Cordula Grün ist dabei Zweierlei – ein Glückstreffer und professionell erarbeiteter Erfolg. Denn neben Josh. als Musiker, standen ihm die Produzenten und Musiker wie Martin Kromar und Florian Cojocaru vom Wiener Musikstudio Echopilot zur Seite. Und so ist Cordula Grün der Sommerhit des Jahres 2018, der uns nun den Herbst versüßen wird.

Tom Odell & Alice Merton – Das warten auf einen ungemütlichen Herbst

Alice Merton hat gerade erst letzte Woche mit ihrer neuen Leadsingle Why So Serious die Vorfreude auf ihr bald erscheinendes, Debütalbum eingeläutet. Nun steht sie mit einem weiteren Song im Rampenlicht. Dieses Mal allerdings mit dem britischen Pop-Sänger Tom Odell. Dieser hat mit Jubilee Road sein drittes Studioalbum angekündigt und zusammen mit Merton die Single Half As Good As You veröffentlicht. Diese, als Promosingle angedachte, Veröffentlichung passt zum aufkommenden Herbst. Auch wenn dieses Jahr die Temperaturen bis weit in den September einfach nicht runtergehen wollen, sind die Nächte bereits frisch bis kalt. Mischt sich hier noch etwas Regen dazu, gibt Half As Good As You den perfekten Soundtrack dazu ab. Mit einem einfachen Klavier leitet der Brite hier zu einer wunderbar warmen Ballade ein und lässt dann durch Mertons klare Stimme ein Gewitter entstehen, bei dem sich beide Künstler fantastisch ergänzen. Half As Good As You passt in die Jahreszeit und bringt einen dazu die Decke bis zum Hals zu ziehen und mit einem Tee im Warmen zu sitzend, das ungemütliche Wetter vor den Fenstern zu genießen.

Sam Fender – Der letzte Rock-Gott

Rock ist tot, so heißt es seit einigen Jahren immer wieder. Überschwemmen doch Hip-Hop und EDM die Charts und lassen kaum Raum für diese so aufrichtige Musikrichtung. Doch einer, der gerade erst am Anfang seiner Karriere steht, hat sich nicht beirren lassen und setzt alles auf eine Karte. Mit Start Again hatte der britische Musiker im Herbst 2017 bereits die Musikbranche aufhorchen lassen. Ist das Zusammenspiel aus Gitarre, Drums und der markanten Stimme Fenders doch eine Art Fels. Entgegen aller Umstände bleibt Fender da und festigt mit jedem neuen Song seinen Position mehr. Nun ist mit Play God eine neue Single herausgekommen, die mit einem Gitarrenspiel auffährt, das an die Red Hot Chili Peppers und große Nummern der 80er und 90er erinnert. Dabei möchte Fender nicht einfach nur als Musiker wahrgenommen werden, sondern hat auch etwas zu sagen. Auf Play God thematisiert er was mit der immer größer werdende Ich-bezogene Gesellschaftsstruktur gerade den Zeitgeist prägt und lässt dabei offen, um wen es bei ihm geht. Somit bleibt dem Hörer viel Raum, um selbst eine Geschichte entstehen zu lassen. Sam Fender hat das Potential, der letzten gleichzeitig nächste große Rock-Gott zu werden – sein Fels muss nur wachsen.

Little Hours – Folk trifft Remix

Über zwei Jahre begleitete SOML das irische Duo Little Hours und hatten uns vom ersten Song an in die handgemachte Musik der beiden Jungs verliebt. Zuletzt hatten sie im März 2017 mit Water, aus der Too Much Patience EP, einen so gefühlvollen Song veröffentlicht, dass die Gänsehaut vorprogrammiert war. Auf dieser EP enthalten, ist auch der Mitte November veröffentlichte Song Later On, der deutlich mehr nach vorne geht. Hier sorgt ein treibendes Gitarrenspiel und das, im Refrain im Vordergrund stehende, Schlagzeug für einen wunderbar vollen Sound. Um diese Zeit der Veröffentlichung herum, passierte allerdings mit dem Duo eine Menge. Persönliche Wünsche nach neuen Projekten führten schließlich dazu, dass sich das Duo im Herbst dazu entschloss, getrennte Wege zu gehen. Somit verließ Ryan McCloskey die Band im freundschaftlichen und macht John Doherty nunmehr als Solokünstler hinter Little Hours weiter. Klingt Little Hours auch weiterhin natürlich und roh, gab es anscheinend von Doherty den Wunsch, nach einer Zäsur. Diese sah so aus, dass – ihr noch gemeinsam geschriebener Song Later On – als Remix veröffentlicht werden sollte. Und so hat das österreichische Produzenten-Duo MÖWE den Song geremixt und dafür gesorgt, dass sich Later On dem Tropical House hin gibt, den MÖWE so gut beherrschen. Dabei haben sich MÖWE mit etwas Ehrfurcht an den Song gewagt – denn hier bleibt der treibende Sound und Gesang Dohertys klar im Vordergrund, wird allerdings von einem prägnanten House-Beat unterstützt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich Doherty als Solokünstler mit Little Hours weiterentwickeln wird, sind uns aber sicher, dass uns der Singer/Songwriter Sound noch lange begleiten wird. Live sehen könnt Ihr Little Hours übrigens am 2. Februar im Berliner Privatclub und am 3. Februar im Hamburger Molotow als Support des Singer/Songwriter und Geschwister-Duo’s Hudson Taylor. Hier könnt Ihr jetzt beide Versionen hören und selbst entscheiden, welcher Euch besser gefällt.

Anna Ternheim – Das Lagerfeuer als Stimme

Schwedische Musiker sind gerade aktiver denn je. Und das vor allem in einem Genre, das normalerweise eher selten aus diesem Land zu hören ist. Mit den Schwestern von First Aid Kit hat es vor einigen Wochen angefangen. – nun kommt auch Anna Ternheim dazu und veröffentlichte vor wenigen Wochen ihr siebtes Album All The Way To Rio und damit ebenfalls ein Folkalbum, das so warm und vertraut klingt, dass man sich an seine Kindheit erinnert fühlt, als die Eltern uns spät abends noch Geschichten vorlasen. Es war für Ternheim eine Zerreißprobe, dieses Album zu veröffentlichen – hatte sie doch während des Produktionsprozesses zwischenzeitlich ihren Fokus komplett verloren und legte alles musikalische zur Seite. Schließlich konnte sie sich im Spätsommer wieder fangen und veröffentlichte nun Ende November das, sieben Songs umfassende, neue Album. Mit den darauf enthaltenen Songs, lässt Ternheim einen Hauch von Herbst und Dunkelheit aufblitzen und klingt gleichzeitig distanziert aber warm. Wunderbarer Folk aus einem Land, aus dem man sonst nur Pop gewohnt ist.

I’m Not A Band – Musik in unglaublicher Perfektion

Die ersten Sekunden eines Songs sind, vor allem bei weniger bekannten Bands, die wichtigsten. Laden sie doch den Hörer ein, neugierig zu sein und dem Song zu folgen – fast schon zu vertrauen, dass man Gefallen daran findet. Im Falle des Berliner Duos I’m Not A Band zeigen sie uns mit dem Song Swimming genau diese Technik. Dabei erinnert der Anfang an die Berliner Elektrohelden von Moderat. Doch während Moderat im September ihr Abschiedskonzert gaben, und wohl für Jahre von der Bildfläche verschwinden, schaffen I’m Not A Band diese Lücke zu füllen. Denn Swimming ist nicht weniger, als die Perfektion eines Songs. Er ist zu gut, um nicht in Berliner Elektro-Clubs gespielt zu werden und schafft den Bogen zum Pop, um auch im Radio zu laufen. Dabei mischen Simon Ortmeyer und Stephan Jung so viele Einflüsse miteinander, dass einem die Spucke weg bleibt und man einfach nur tanzen möchte. Hier kommen ein dunkler Housesound, hallende Gesänge, Geigen, Gitarren und hypnotisieren Beats zusammen und erschaffen so einen Song der Perfektion in jeder Sekunde ausstrahlt. Die passende Stimmung aus Melancholie und Aufbruch steht dabei jederzeit im Vordergrund. Mit ihrem zweiten Album Past Forward haben I’m Not A Band nicht weniger, als ein Meisterwerk abgelegt. Und wer sich nicht gleich an einen ganzen Langspieler wagt, sollte Swimming einmal auf Repeat laufen lassen. Es ist Herbst, es ist dunkel, es ist Zeit für I’m Not A Band und Swimming!

Nick Mulvey – Songwriting mit Lateinamerikanischem Einfluss

Der 32 jährige Brite Nick Mulvey hat bereits einiges in seinem Leben erlebt. Wurde er 1984 in Großbritannien geboren, zog er mit 19 Jahren nach Kuba, um dort Musik zu studieren. Vier Jahre später, wieder zurück im Königreich, schrieb er sich an der Uni für Ethnomusikologie ein und begegnete seinen zukünftigen Bandkollegen, mit denen er 2008 die Band Portico Quartet gründete. Trotz des Erfolges und einer Mercury Music Prize Nominierung verließ Mulvey die Band bereits 2011 um solo erfolgreich zu werden. Dass dies eine gute Entscheidung war, können wir nun auf seinem zweiten Soloalbum Wake Up Now hören. Darauf enthalten ist die verträumte Indie-Folk-Ballade Mountain To Move. Mit einem Banjo, Mulveys leidender Stimme und einem stampfenden Takt vertreibt Mountain To Move den nahenden Herbst und nimmt uns noch einmal mit in den warmen Sommer – direkt nach Lateinamerika. Seine Musik wird vor allem durch das Benutzen des Stahlblechinstrumentes Hang geprägt. Mountain To Move will uns mitnehmen, auf eine Reise in die Ferne und Wärme – da steigen wir doch gerne dazu.

The Best Of 2016 Vol.: 12

The Best Of 2016 Vol.: 12

The Best Of 2016 Vol.: 12

 
01. All The Luck In The World – Never

02. Fickle Friends – Brooklyn

03. Fakear – Le Loup

04. Biffy Clyro – Re-Arrange

05. Jain – Makeba

06. Bear’s Den – Berlin

07. Kaind – Schatten Im Wald

08. Blossoms – Blown Rose

09. Kungs feat. Ephemerals – I Feel So Bad

10. Robbie Williams – Love Me Life

11. BOA – Pharaoh

12. Liam X feat. Egon Holz – Herbst

13. Kölsch – Grey

14. Chase & Status feat. Tom Grennan – All Goes Wrong

15. Pictures From Nadira – Nadira

16. Alessia Cara – Scars To Your Beautiful

17. Kideko & George Kwali feat. Nadia Rose & Sweetie Irie – Crank It (Woah)

18. Emiliana Torrini & The Colorist – When We Dance

19. Møme feat. Merryn Jeann – Aloha

20. San Cisco – SloMo

21. Sigma feat. Birdy – Find Me

22. Wincent Weiss – Musik Sein