KLAN – Uhhh Baby, Baby

Sie könnten nicht besser zeigen, dass sich die Brüder Michael und Stefan Heinrich im Musikbusiness eingegroovt haben. Waren sie Ende 2018 mit ihrer Single Mama noch von einer besonnenen Ruhe geprägt und haben mit Wann Hast Du Zeit? ihr Debütalbum veröffentlicht. Nun haben sie mit der EP Winterseite acht neue Songs veröffentlicht. Einer davon ist Baby Baby und zeigt, wie wohl sich die Brüder im Musik machen fühlen. Mit einem groovigen Hip-Hop-Beat, der sich vieler poppiger Elemente bedient, singt sich Michael durch den Song, auf dem seine stimmlich Klangfarbe erstaunliche Ähnlichkeit zu der Stimme des Sängers Clueso aufweist. Produziert von Nico Rebscher, der bereits für Hits von Sunrise Avenue, Alice Merton, Aurora und Milow mitverantwortlich war, klingt Baby Baby wunderbar eingängig und handelt vom Scheitern und wieder aufrappeln. Dies zeigen die Textzeilen Beim ersten Mal tut’s weh. Beim zweiten Mal ok. Beim dritten Mal Uh, Baby Baby! wunderbar und  sollen gleichzeitig ermutigen, weiterzugehen. Im dazugehörigen Musikvideo zeigen sich die Brüder äußerst kreativ und bilden eine Szene aus dem Klassiker Titanic als Neuinterpretation ab. Im Mai können wir KLAN dann live sehen und grooven uns mit Baby Baby schon mal ein.

Kovacs – Mit mehr Groove durch das zweite Album

Mit ihrem Debütalbum Shades Of Black gelang es der niederländischen Sängerin Kovacs 2014 direkt auf Platz 1 der niederländischen und Platz 8 der deutschen Albumcharts einzusteigen. Ihre Mischung aus rauchig, kratziger Stimme, dem Auftreten einer zierlichen Frau und dem James Bond’schen Klang der Singles My Love und 50 Shades Of Black brachte ihr vor vier Jahren von Berlin bis Amsterdam viel Aufmerksamkeit ein. Ihr zweites Album jedoch ließ länger auf sich warten als geplant. Hatte sie das Debütalbum mit dem Produzenten Oscar Holleman realisiert – der sich für Produktionen für Within Temptation, Ayreon und Krezip verantwortlich zeichnet – zog der sich mitten im Prozess des zweiten Albums plötzlich zurück und nahm die Band, die Kovacs seit dem Debüt begleitete mit. Mit diesem Gefühl, wieder komplett alleine dazustehen und von vorne beginnen zu müssen, wandte sich Kovacs an den britischen Produzenten Liam Howe, der nicht nur bereits mit Adele, Lana Del Rey und FKA Twigs zusammengearbeitete hat, sondern Kovacs auch die Freiheit gab, sich wieder selbst zu finden, um den Sound zu realisieren, den sie nun auf ihrer neuen Single Black Spider präsentiert. Dabei ist das Gefühl, einen James Bond-Soundtrack zu hören verschwunden – hin zu einem deutlich poppigeren und groovigeren Sound, der sich unweigerlich im Körper festsetzt. Schneller und mit vielen peripheren Instrumenten, wie Saxophon, Trompeten und Geigen klingt Black Spider ungewöhnlich offen und befreiend. Kovacs scheint sich in ihrem neuen Sound wohlzufühlen und begeistert mit sehr viel Frische.

David Byrne – Ein Held macht diplomatisch Politik

Die Überschriften sind groß. Er ist zurück, Comeback nach 14 Jahren, Erste Soloplatte seit 2014ließt man heute überall. Dass große Headlines bei niemanden geringeren als David Byrne angebracht sind, steht indes außer Frage. War er von 1977 bis 1991 Sänger der Talking Heads, hat er in dieser Zeit die Popkultur, mit Songs wie Burning Down The House, Once In A Lifetime oder Road To Nowhere geprägt. Hier stand er und seine Band wie nur wenige Andere für das Verschmelzen von den Siebzigern und Achtzigern und hat musikalische Grenzen aufgesprengt. Doch auch nach dem Ende der Talking Heads wurde es um Byrne nicht still. So hat er mit Künstlern wie Philip Glass, X-Press 2, Paul Van Dyk, Arcade Fire oder De La Soul ein wunderbares Potpourri aus den verschiedensten Musikgenres in seiner Diskografie angehäuft. Zwischenzeitlich sogar Alben mit St. Vincent und seinem langjährigen Produzentenfreund Brian Eno veröffentlicht, hat Byrne nun für den 9. März 2018 mit American Utopia ein neues Album angekündigt. Die erste Single daraus, wurde zusammen mit Brian Eno und Sampha produziert. Everybody’s Coming To My House heißt der erste Vorgeschmack des Albums, welches sehr diplomatisch Politik betreibt. Anders, als seine Kollegen von Arcade Fire, Moby oder den Gorillaz, hält sich Byrne mit direkter Kritik gegen bestimmte Personen zurück. Vielmehr fängt er die Stimmung auf den Straßen und stellt die Frage We look around and we ask ourselves—well, does it have to be like this? Is there another way? These songs are about that looking and that asking. Dabei klingt Byrne verspielt, groovig und gleichzeitig kantig. Sein Art-Pop hält die Erinnerung an David Bowie hoch und öffnet sich dem heutigen Pop. David Byrne ist Referenz so vieler, heute höchst erfolgreicher, Künstler. Daher ist ein wenig Superlative bei einer neuen Veröffentlichung des Schottisch-Amerikanischen Sängers durchaus angebracht.

The Killers – Brandon Flowers ist The Man

The Killers – The Man

Sie haben uns lange warten lassen – sehr lange. Gefühlt waren die aus Las Vegas kommenden Rocker von The Killers schon abgeschrieben – wären da nicht Verlass auf mindestens einen Weihnachtssong gewesen. Doch zählt man diese Veröffentlichungen mal nicht mit ein, ist es bereits fünf Jahre her, dass das Quartett mit Battle Born ein Album veröffentlichte. Es brauchte Zeit, da waren sich alle Bandmitglieder einig. Hatten Sänger Brandon Flowers und Gitarrist Mark Stoermer zwischenzeitlich mit The Desired Effect und Dark Arts jeweils neue Soloalben veröffentlicht, bildete Ronnie Vennucci Jr. die Band Big Talk und veröffentlichte mit ihr 2015 das Album Straight In No Kissin‘. Somit hatten sich, bis auf Dave Keuning, alle Bandmitglieder ein Leben für die Zeit nach den Killers aufgebaut. Wie so oft heißt es allerdings viel zu schnell, dass Totgesagte länger leben. Und so haben The Killers gestern mit The Man die erste Single ihres fünften Studioalbums Wonderful, Wonderful veröffentlicht. Dass The Killers schon lange nicht mehr nur im Alternative Rock anzufinden sind, hatten bereits die letzten beiden Alben gezeigt. Auf The Man vereinen sie nun jedoch sowohl Alternative Rock, als auch groovigen Pop und 80er Jahre-Vibes. Mit Flowers‘ typischen Gesang, treibt The Man an und bildet einen Sound, der irgendwo zwischen Ray Parker Jr.’s Ghostbusters und Calvin Harris‘ ersten Alben liegt. Brandon Flowers und seine Band stellten sich die Frage, wie eine vierköpfige Band im Jahr 2017 klingen sollte und probierten sich einfach aus. Raus aus der Komfortzone – hinein in ungewohnte Soundstrukturen, das war es, was im Vordergrund für den Entstehungsprozess stand. Wie sich das anhört, beweisen die Amerikaner nun so richtig groß auf ihrer neuen Single. Denn eines ist klar, wie Flowers im Song mit den Textzeilen „Who’s the man? who’s the man? …. I’m the man!“ besingt – The Killers sind zurück und das selbstbewusst wie eh und je.

Childhood – Die Metamorphose

Childhood – Californian Light

Was ist da mit den Briten von Childhood passiert?! 2010 gegründet, hatten sie 2014 ihr Debütalbum Lacuna veröffentlicht, das mit Indiepop begeisterte. Nun kommen sie mit Album zwei – Universal High – um die Ecke und präsentieren einen verdammt souligen 70er Jahre Sound. Auf ihrer ersten Single Californian Light singt Frontsänger Ben Romans-Hopcraft mal mit Kopfstimme und erinnert an Pharell Williams, um dann im nächsten Moment sogar an Alex Turner von den Arctic Monkeys zu erinnern. Die Veränderung des Sounds, weg vom Indie – hin zum Soul, erklärt Romans-Hopcraft damit, dass er im Umfeld von Soul-, Pop- und Groove-Songs aufgewachsen sei und dieser Schritt als einzig logischer erschien. Californian Light passt perfekt zum Spaziergang am Strand oder um unbedarft durch Londons Häuserschluchten zu ziehen. Wir können somit also gespannt sein, wie sich das zweite Album, das am 21. Juli erscheinen wird, in voller Länge anhört.

Ace Tee – Zurück in die 90er

Ace Tee - Bist Du Down

Ace Tee – Bist Du Down

Sie ist eines der Internetphänomene, die man aktuell beobachten kann. Denn Ace Tee, die bürgerlich Tarin Wilda heißt, sorgt gerade mit ihrer Debütsingle Bist Du Down für eines der Gesprächsthemen in den USA. Überrascht es doch umso mehr, dass ein komplett auf Deutsch gesungen Song solche Begeisterungsstürme bei den Amerikanern auslöst. So berichtete selbst die amerikanische Ausgabe der Vogue über die 24 jährige Hamburgerin. Hört man sich Bist Du Down dann an, merkt man schnell, woher das ganze Lob kommt. Sind es doch zumeist Journalisten, Mitte 30, die in den neunziger Jahren groß geworden sind. Denn genau dieses Gefühl erzeugt Ace Tee mit Bist Du Down, obwohl sie selbst erst 1993 geboren wurde. Da gibt es den soften R&B, der stark an TLC erinnert und einen Sound, der auch von Dr. Dre sein könnte. Stehts dabei, das Gefühl, das Kalenderblatt Mai 1997 abzureissen – hört sich Bist Du Down doch an, als würde es direkt aus diesem Jahrzehnt kommen. Dass der Klang gewollt ist, zeigt Ace Tees Musikvideo, dass ebenfalls ganz altmodisch und im Retrostil aufgenommen wurde. Da spielen übergroße Filapullover und Baggi-Jeans genauso eine wichtige Rolle, wie der Groove. Und so loben internationale Medien Ace Tee dafür, diesen Klang der 90er Jahre zurückzuholen und versichern, dass man 2017 noch deutlich mehr von der Sängerin erwarten kann.