Caravan Palace - Miracle

Caravan Palace – Die Melodien kehren zurück

Für Schnellschüsse waren die Franzosen von Caravan Palace noch nie bekannt. Kam ihr Debütalbum Caravan Palace 2008 auf den Markt, dauerte es satte fünf Jahre, ehe mit Panic ihr zweites Album veröffentlicht wurde. Weitere drei Jahre später folgte mit <|°_°|> 2015 ihr drittes und bis heute erfolgreichstes Album. Hiermit konnten sie sich – nicht zuletzt durch den Erfolg der Single Lone Digger – sogar in den britischen Charts platzieren. Mit der Veröffentlichung des neuesten Songs Miracle beenden Caravan Palace, um Frontsängerin Zoé Colotis, nun abermals eine längere Pause von vier Jahren und zeigen, dass ihr Sound keinen Stillstand zulässt. So ist der vormals durch Elektroswing geprägte Sound einem verspielt, funkigen Elektropop gewichen, der an Songs wie Breathe von Télépopmusik erinnert. Dabei haben sich Caravan Palace für das Musikvideo etwas ganz besonderes ausgedacht. Mit der Produktionsfirma Double Ninja haben die Franzosen ein Musikvideo über die sexualisierte Darstellung von Frauen in den Medien und einem Aufzeig in umgekehrter Weise kreiert. Damit haben sie nicht nur dafür gesorgt, dass sie bei den Berlin Music Video Awards eine Nominierung erhielten, sondern gleichzeitig auch noch von Youtube als zu freizügig eingestuft wurden und man so das Musikvideo nur mit der Altersfreigabe Ü18 ansehen kann. Daneben ist Miracle ein verdammt guter Ohrwurm, der sich als sympathische Popnummer präsentiert, die unbeschwert und fröhlich klingt.

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Jade Bird - Love Has All Been Done Before

Jade Bird – Rasierklingen scharfer Rocksound

Jade Bird ist mit ihren 21 Jahren, als Britin, durchaus schon viel rumgekommen. Hatte sie doch mit ihrem Vater, der beim Militär arbeitete, immer wieder Umzüge erlebt. Mal nach Deutschland, mal in die USA und dann wieder zurück nach England. So begann sie diese Einflüsse zu verarbeiten und schrieb an ihren ersten Songtexten. Mit 12 Gitarre gelernt, studierte sie mit 16 darstellende Künste an der BRIT School in Croydon. Nach einem fulminanten Einstand mit ihrer 2017 veröffentlichten EP Something American und ihrem kleinen Hit Lottery steht sie nun kurz davor, ihren großen Durchbruch zu feiern. Bereits von der VOGUE und dem Rolling Stone als eine der Künstlerinnen betitelt, auf die es ein Auge zu haben gilt, hat Bird mit ihrer aktuellen Single Love Has All Been Done Before ein wahres Brett abgeliefert. Mit Einflüssen aus Rock & Roll, Indie, Blues und Country klingt Love Has All Been Done Before nach einer frischen Courtney Love und zählt als Einflüsse von Avril Lavigne über Bruce Springsteen auch Dolly Parton zu ihrer bisherigen Singer/Songwriter-Laufbahn. Nun steht mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum Jade Bird die Veröffentlichung für kommenden Freitag kurz bevor und zeigt bereits die Schlagzahl der Interviews und Berichte, dass dieses Album wohl sehr weit oben in den britischen Charts einsteigen wird. Das alles wäre mehr als gerechtfertigt – gab es doch so eine Rockröhre, wie Jade Bird es ist, seit mindestens 15 Jahren nicht mehr im Mainstream zu hören.

MJ Cole feat. Freya Ridings – Die Geschichte einer großen Stimme

Freya Ridings gilt als eine der heißesten Anwärterin, 2019 ganz groß durchzustarten. Mit ihrer Single Lost Without You schaffte sie es 2017 bis in die britischen Top-10 der Singlecharts. Nun gibt es auch einen Veröffentlichungstermin für ihr Debütalbum Freya Ridings, welches am 31. Mai 2019 erscheinen wird. Ihre ausufernde Stimme und der warme Klang lassen Ridings sofort auf einer Stufe mit Hannah Reid von London Grammar steigen – ist doch die übertragende Emotion so reich und voll, dass man eine Symphonie zu erleben scheint. Zusammen mit dem britischen Produzenten und Musiker Matthew James Firth Coleman alias MJ Cole, der bereits Musik für Mary J. Blige, Dizzee Rascal, Example oder Sam Smith produzierte und Remixe für Jess Glynne, Amy Winehouse, Alicia Keys oder Mariah Carey veröffentlichte, hat sie nun mit Waking Up eine mystische Pianoballade veröffentlicht, die voluminös und gewaltig klingt. Dieser Song wird auf MJ Coles nächster Platte zu finden sein und ebenfalls gute Chancen haben, es auch auf Ridings Debüt zu schaffen. Waking Up ist der perfekte Begleiter durch die kommenden Wintermonate, bis bei den Textzeilen I’m waking up… der Frühling erwacht.

Years & Years – Sie heiligen die neue Single

2015 waren sie plötzlich da – die britische Band Years & Years. Mit großen Popsongs wie Desire, King, Shine oder der Kollaboration mit The Magician auf Sunlight hatten die Jungs um Frontmann Olly Alexander es bis auf Platz 1 der britischen und europaweiten Charts geschafft. Hat Alexander von Beginn an keinen Hehl um seine sexuelle Orientierung gemacht, flossen diese Einflüsse direkt in die Musik und Videos der Band ein. Dabei sieht sich die Band als Vermittler der LGBT-Community. Nicht übertrieben aber immer hartnäckig lassen Years & Years dabei Tabus fallen. Auf ihrer, gestern veröffentlichten, neuen Single Sanctify klingen sie daher noch etwas extrovertierter und nutzen die Aufmerksamkeit, um Alexanders Erfahrungen mit Männern zu thematisieren. Weniger aus der Ich-Perspektive, denn viel mehr als erzählender Beobachter singt Alexander darüber, wie es ist Männer zu treffen, die sich selbst als heterosexuell beschreiben aber sich in der Gegenwart eines anziehenden Mannes nicht so verhalten und so mit ihrer eigenen Sexualität hadern. Dabei bedienen sich Years & Years auf Sanctify des Synthiepops, Elektro- und Dancepops. All das vermischt sich auf Sanctify zu einem energetischen Popsong, der so eingängig wie mitreißend ist und im Kopf bleibt. Years & Years wollen Spaß haben und klingen, trotz der hohen Erwartungshaltung an ihr neues Album, so gelassen und frisch, dass auch das Nachfolgealbum, des Millionensellers Communion, eine Hitgarantie besitzt.

MK – Die Silvesternacht kann kommen

Zwei Buchstaben – mehr braucht es nicht, um einen der heißesten Songs für die Silvesternacht anzukündigen. Wenn dann auch noch der Titel aus nur zwei Zahlen besteht, fragt man sich fast, was das alles zu bedeuten hat. Dabei ist der – aus Detroit stammenden – House-DJ MK bereits seit fast 30 Jahren im Geschäft und hat Anfang und Mitte der 90er Jahre unzählige Songs geremixt. Für den Hit-Remix zum Nightcrawlers Song Push The Feeling On zeichnet sich MK verantwortlich und hat dafür gesorgt, dass dazu auch heute noch in den Clubs getanzt wird. Seit 1995 wurde es jedoch plötzlich still um Marc Kinchen – wie der DJ bürgerlich heißt. Ganze 14 Jahre sollte es dauern, bis MK wieder von sich hören ließ. So kam MK 2009 deutlich präsenter zurück und steuerte Remixe für renommierte Künstler wie Chris Malinchak, Disclosure, Wankelmut, Rüfüs oder Pet Shop Boys bei, die mitunter bis auf Platz 1 der britischen Charts stiegen. Mit seiner nun veröffentlichten, eigenproduzierten Single 17 steht MK das erste Mal als Solokünstler in den Top-10 der britischen Charts. Der 45-jährige DJ beweist somit, dass Clubmusik immer geht. Hört man sich 17 an, wird man mit einer gehörigen Portion House in die 90er katapultiert. Hier kommen Erinnerungen an Whigfield und das Gefühl von absolutem Spaß auf. 17 ist eine grandiose Partynummer, die wie für die Silvesternacht produziert scheint. Spielt den Song doch einfach auf Eurer Silvesterparty und tanzt als wärt Ihr 17!

Kiesza – kann sie das One-Hit-Wonder-Image abstreifen?

Kiesza - Dear Beloved

Kiesza – Dear Beloved

2014 war das Jahr der kanadischen Sängerin Kiesza. Mit ihrem Hit, Hideaway, schaffte sie es bis in die Top-10 in 13 Ländern und sogar auf Platz 1 der britischen Singlecharts. Ihr dazugehöriges Musikvideo fällt durch die Kameraführung und Kieszas Tanzstil auf – wurde das Video doch an einem Stück gedreht. Bis heute zählt es mit über 360 Millionen Klicks zu den erfolgreichsten Musikvideos überhaupt. Nachdem es in den letzten Jahren ruhig um Kiesa Rae Ellestad, wie Kiesza mit bürgerlichen Namen heißt, wurde, ist sie nun mit der ersten Single ihres zweiten Albums zurück. Dearly Beloved ist eine Powerballade, die mit 80er-Jahre-Vibe und einer Prise Funk so frisch klingt, dass wir uns den Frühling wünschen. Dabei ist Dearly Beloved als Hommage an eine gute Freundin Kieszas gedacht, die vor anderthalb Jahren starb. Kiesza griff sich ihre Gitarre und wollte unbedingt damit arbeiten. Herausgekommen ist Dearly Beloved und damit ein Song, der ungewohnt und zugleich typisch nach Kiesza klingt. Aber hört selbst!