Tash Sultana - Beyond The Pine

Tash Sultana – Liebe gehört Dir

Es war ein fulminanter Start – von der Straßenmusik, bis in die Albumcharts weltweit. Das Debütalbum Flow State mit Songs, wie Murder To The Mind, MystikSalvation und Harvest Love schaffte es in 14 Ländern in die Charts und das, ohne große Promotion zu betreiben. Tash Sultana überzeugt durch die Musik, die Videos und sich selbst. Nachdem bereits mit Can’t Buy HappinessGreed und Pretty Lady, sowie die Kollaboration mit Matt Corby auf Talk It Out und die Zusammenarbeit auf Milky Chances Single Daydreaming, veröffentlicht wurden, rückt der Releasetermin des zweiten Albums immer näher. Zwar steht der genaue Veröffentlichungstermin von Terra Firma noch immer nicht fest, wird zumindest davon gesprochen. es noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Mit Beyond The Pine hat Sultana nun den fünften Song veröffentlicht und einen deutlich ruhigeren Vibe angeschlagen. Hier singt Sultana über einen smoothen Beat aus Loops und lässt die so großartig beherrschende Gitarre nur hier und da musikalisch aufleuchten. Im dazugehören Musikvideo sehen wir die beiden professionellen australischen Tänzer Timothy Spring und Chris Haines die verschiedenen Phasen einer Partnerschaft körperlich umsetzen.

Tash Sultana

Tash Sultana

Durch ihre Bewegungen sehen wir Liebe, Wut, Trauer und Versöhnung in nur vier Minuten. Die Idee hinter dem Song und dessen Musikvideo ist es, Trost in der Natur zu finden und zu erkennen, wenn man die richtige Person im Leben gefunden hat – so Sultana. Dass Sultana gerade davon schreibt, wundert nicht – verfolgt man den Instagram-Account Sultanas. Denn hier präsentiert Sultana seit einiger Zeit eine Partnerin an der Seite, mit der Sultana alles teilt und uns daran teilhaben lässt. War Sultana in der Zeit vor Flow State eher zurückhaltend und introvertiert, wirkt Sultana nun immer öfter gelassen und entspannt. Gleichwohl die Intention hinter Beyond The Pine eine wichtige Message vertritt: Liebe gehört dir, egal welche Farbe, Rasse, Geschlecht, Religion, Sexualität oder Identität du hast – so Sultana selbst über den neuen Song. Auch wenn die einst so prägende Gitarre auf Beyond The Pine deutlich in den Hintergrund geraten ist, zeigt sich Sultana reifer und klingt durch die Arbeit mit der Loop-Station dennoch äußerst frisch.

Hugo Barriol - Don't Let Me Down

Hugo Barriol – Ich singe über das, worüber ich nicht sprechen möchte

Es ist ein Sound, dem man hinterhergreifen, den man festhalten und bei sich tragen möchte. Ein Sound, der die Sehnsüchte und Emotionen so präsent trägt, dass man sich darin verlieren kann. Hugo Barriol ist der Mann dahinter. Mit seiner zurückhaltenden Art sich selbst zuzutrauen, gute Musik zu erzeugen, zog es den Franzosen für eine Abenteuerreise nach Australien, wo er – um sich über Wasser zu halten – irgendwann anfing, in den U-Bahnhöfen von Sydney seine Songs zu spielen. Bis dahin nur im eigenen Heim gespielt, war diese Erfahrung so intensiv, dass sich Barriol – zurück in seiner Heimat – nach Paris aufmachte und dort in der Metro anfing zu spielen. Komplett akustisch fiel er so einem Mitarbeiter der Plattenfirma Naïve auf und wurde für eine EP unter Vertrag genommen. So warm, wie seine Musik ist, sind auch die Worte, die Barriol für seine Musik findet. Meine Musik ist melancholisch, manchmal auch traurig aber immer auch voller Hoffnung. Ich singe über Dinge, über die ich nicht sprechen mag. Ich erzähle Geschichten und versuche das Dunkle und Schmerzvolle in etwas schönes zu verwandeln. Es kann zart und warm sein und ich versuche immer aufrichtig in dem zu sein, was ich schreibe. Inspiriert von Folk, Pop, Rock und Indie ist meine Musik ein Mix aus alle dem.

Hugo Barriol

Hugo Barriol

Hören wir uns die Songs an, wird klar, dass der Franzose, der mittlerweile in London lebt, ganz genau weiss, wie seine Musik ankommt. Mit dem Debütalbum Yellow gab es 2019 einen ersten Longplayer. Nun veröffentlicht Barriol im November seine neue EP Hey Love auf der die wunderbare – im Juli veröffentlichte – Single Stay und seine neueste Veröffentlichung Don’t Let Me Down zu finden ist. In dieser geht es um das Ende eines Streits, den man in der Beziehung führt und nach diesem man den Partner darum bittet den anderen nicht aufzugeben – so erklärt Barriol es auf seiner Facebookseite. Die Sehnsucht, die Don’t Let Me Down dabei ausstrahlt, lässt uns reflektieren, wie wichtig es ist zu einem Menschen dazuzugehören. Mit großen Folk-Elementen und einer gleichzeitigen Lagerfeuer-Intimität ist Don’t Let Me Down dabei eine große musikalische Show des zurückhaltenden Franzosen Barriol und berührt uns mit jeder Sekunde.

Hayden Calnin - Mountain Steeps

Hayden Calnin – Musik, wie von der Natur aufgefangen

Man möchte meinen, dass Hayden Calnin aus den windigen Bergen Schottlands oder den endlos weiten Wäldern Kanadas kommt. So rau und gleichzeitig ruhig und heimelig klingen seine Lieder. Es ist Musik, zum runterfahren, tief durchatmen und innehalten. Dabei kommt der Sänger, Songwriter und Produzent von genau der entgegengesetzten Seite der Erde. Hayden Calnin ist Australier und lebte bis vor ein paar Jahren im Großstadtdschungel Melbournes. Hier wurde er mit seiner Musik irgendwann so begehrt, dass er anfing, für andere zu Arbeiten. So entstanden nicht nur Kollaborationen, sondern komponierte und produzierte Calnin für andere Künstler und stand ebenso als Multiinstrumentalist bei anderen Bands mit auf der Bühne. Vor zwei Jahren zog der Musiker schließlich von Melbourne aufs Land und an die Küste des beschaulichen 600-Seelen-Örtchen Shoreham. Hier, wo die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur selbst im Winter nicht unter 14°C sinkt, ist der Strand nur einen Steinwurf entfernt und lässt sich, von Calnins Haus aus, sogar direkt durch das Fenster beobachten. So hat sich der Sänger über die vergangenen zwei Jahre stetig runtergefahren und eine neu aufflammende Liebe zur Musik erfahren. Während er in den letzten Jahren in Melbourne eine zunehmende Kreativblockade entwickelte, schwamm sich der Musiker in Shoreham förmlich frei davon und ließ sich vom Meer treiben.

Hayden Calnin

Hayden Calnin

Dabei ist bereits im vergangenen Jahr die EP A Life You Would Choose am neuen Ort entstanden. War dies bereits seine sechste EP, folgt nun am 4. September mit Soon Forever seine neueste EP. Zwischendurch veröffentlichte Calnin mit Cut Love Part 1 und Cut Love Part 2 (beide 2016) zwei Alben, die aufeinander aufbauten. Auf Soon Forever finden sich neben dem heute vorgestellten Mountain Steep auch die beiden Songs We Can Take Our Time und As I Exit Part I & II, sowie die großartige Kollaboration Unfortunate Love bei dem er mit Harrison Storm zusammenarbeitete. Mountain Steep ist dabei ein Song für die Flut und die Ebbe. Während der Song mit einem ruhigen Intro beginnt, baut sich er sich von Sekunde zu Sekunde weiter auf, bis wir das Gefühl haben – am Strand stehend – einem Orkan entgegenzublicken, eher er – so schnell, wie er gekommen war – wieder verschwindet und uns in der gleichen Ruhe zurücklässt, die wir eingangs fühlten. Man hört die Natur förmlich auf allen vier Songs seiner neuen EP so prägend heraus, dass man sich nicht verwehen kann, dem Musiker eben in diese rauen, naturbelassenen Orte Kanadas und Schottlands zu verorten. Mit Soon Forever hat Hayden Calnin eine wunderbare EP für den nahenden Herbst auf der Nordhalbkugel geschaffen und lässt uns den nahenden Stürmen etwas heimeliges abgewinnen.

Alex The Astronaut - The Theory Of Absolutely Nothing

Alex The Astronaut – Der große Tag des Debütalbums ist gekommen

Für mich als Schreiber dieses Blogs ist es immer wieder spannend und aufregend, neue Musik zu entdecken. Aber genauso spannend ist es auch, die Entwicklung von Acts zu verfolgen. Eine Musikerin, die SOML seit Anfang an begleitet hat, ist die australische Sängerin Alexandra Lynn. Als Alex The Astronaut macht sie seit 2016 Musik und begeistert mit ihrer einfachen und pragmatischen Sicht auf die Dinge. Dabei sind die Texte gefüllt mit – ausschließlich – persönlichen Erfahrungen. Ob auf ihrer Druchbruchsingle Not Worth Hiding – ein Song über Vertrauen zu sich selbst und über die Angst des Outing, der Single I Like To Dance – in der es um häusliche Gewalt geht, die Lobeshymne auf die Freundschaft in I Think You’re Great oder dem Moment – wie in Banksia auf der Beerdigung eines engen Freundes zu stehen. Es sind die Themen, bei denen man immer mindestens einmal nachfühlen kann, wie sich die Sängerin gefühlt haben muss. Hingegen fällt der Sound ihrer emotionalen Songs fast immer positiv aus und zeigt das Gemüt der Australierin. Bei ihrem Berlin-Konzert im Herbst 2018 konnte man sich schließlich von der positiven Grundhaltung der Sängerin regelrecht wegfegen lassen und mochte fast meinen, eine gute Freundin auf der Bühne stehe zu sehen.

Alex The Astronaut - Caught In The Middle

Alex The Astronaut – Caught In The Middle

Nun, nach den beiden EP’s To Whom It May Concern und See You Soon (beide 2017) erscheint am heutigen Freitag das Debütalbum The Theory of Absolutely Nothing der sympathischen Sängerin. Darauf enthalten sind neben I Like To DanceI Think You’re Great und Banksia auch die Alex The Astronaut-Hymne an die Freude – Happy Song. Insgesamt umfasst das Album elf Songs und zeigt Alex The Astronaut im Prozess und Wandel. Waren es Anfangs noch Songs waren, die sich um Anerkennung drehten, kamen in den letzten Jahren immer öfter auch schwierige Themen dazu. The Theory of Absolutely Nothing ist eine Rundschau einer Sängerin, die sich ihren Platz durch emotionale und wahrhaftige Themen erkämpft hat und nie aufgibt, positiv zu denken. Dies können wir auch auf der neuesten Single Caught In The Middle hören und sehen, bei dem Alex The Astronaut im Musikvideo gegen die australische Musikerin und Schlagzeugerin Lindy Morrison ein Tennisturnier spielt und schließlich gewinnt. Sinnbildhaft für die lange Zeit und das unaufhörliche Kämpfen für ihr Album. Wie das musikalisch klingt, können wir jetzt alle auf Alex The Astronauts Debütalbum The Theory of Absolutely Nothing hören, das seit heute draußen ist.

Haiku Hands feat. Sofi Tukker - Fashion Model Art

Haiku Hands feat. Sofi Tukker – Tanzen, bis wir wieder vereint sind

Vor knapp zwei Jahren hatten Haiku Hands mit Squat einen so massiven Dancesong veröffentlicht, dass man sich gewünscht hatte, dieses Trio schnellstmöglich auf den großen Bühnen weltweit zu erleben. Doch schien die Zeit noch nicht gekommen und so spielten sich die Schwestern Claire und Mie Nakazawa sowie Beatrice Lewis die Finger wund, um ihre Fanbase aufzubauen. Als Support-Act von Bands wie Sofi Tukker fanden sie schließlich ein passendes Publikum – sind die Sounds und Songs des US-Amerikanischen Duos doch ähnlich aufgebaut und begeistern mit einem ähnlich treibenden Beat. Mit ihrer neuesten Single Fashion Model Art besiegeln sie nun den Hype und bringen zusammen mit Sofi Tukker einen Song in Umlauf, der sich demnächst auf wohl so einigen Catwalks oder Vernissagen wiederfinden wird. Und das, obwohl der Song gerade diese Events so ironisch aufs Korn nimmt. So besuchte die Band vor einiger Zeit die Sydney Biennale – ein internationales Festival für Contemporary Art – und machte sich über das Getue auf Veranstaltungen wie dieser lustig.

Haiku Hands

Haiku Hands

So entstand im Zug – auf dem Weg nach Hause – der Singsang Fashion Fashion, Model Model, Art Art Art, den sie den Rest der Fahrt immer wieder laut durch den Zug riefen. Mit der passenden Attitüde angereichert ist Fashion Model Art ein pumpender Dancetrack, der sich mit Hilfe von Sofi Tukker ganz genau dort platziert, wo sich die Mädels selbst sehen – auf den Tanzflächen dieser Welt. Mit simplen Beats und aufmüpfigen Texten stehen Haiku Hands nun auch kurz davor, ihr Debütalbum Haiku Hands zu veröffentlichen – welches am 11. September in die Plattenläden kommt. Auch hier hat die Pandemie und der Lockdown dafür gesorgt, dass sich einiges in der Planung geändert hat. So veröffentlichen Haiku Hands ihr erstes Album nun ohne dieses mit Liveperformances promoten zu können. Sind die ersten neuen Konzerte für Januar 2021 angesetzt, versucht das Trio gerade alles, um die Fans zu erreichen und veröffentlicht Livestream-Konzerte. Mit Fashion Model Art haben Haiku Hands einen enormen Ohrwurm veröffentlicht, der sich mit Sicherheit auf kommenden Fashion-Shows wiederfinden wird.

The Avalanches feat. Jamie XX, Neneh Cherry & CLYPSO - Wherever You Go

The Avalanches feat. Jamie XX, Neneh Cherry & CLYPSO – Ein Song, zu groß für das Jetzt

The Avalanches sind eine Band mit einer enormen Geschichte. Haben sich Ende der 90er Jahre ein paar Australier zusammengetan und unter dem Bandnamen Alarm 115 erste Songs veröffentlicht, folgte erst mit der Umbenennung in The Avalanches der erste Erfolg. 2000 waren sie auf ihrem ersten Höhepunkt und erreichten mit Since I Left You als Single und mit dem gleichnamigen Album die Charts weltweit. Nach wiederholten Ankündigungen, an einem zweiten Album zu arbeiten, folgte 16 Jahre lang keine neue Musik. Schließlich – von einem Sextett zu einem Duo zusammengeschrumpft – wurde mit Wildflower und der Single Subways 2016 wieder neue Musik veröffentlicht. Dabei schloß Wildflower an den Sound des ersten Albums an, konnte jedoch deutlich bessere Chartsplatzierungen vermelden, landete in ihrem Heimatland Australien auf Platz 1 und vermeldete mit Platz 27 erstmals auch eine Chartnotierung in den USA. Für ihr drittes Album wollten sich Robbie Chater und Tony Di Blasi schließlich nicht mehr so viel Zeit lassen und veröffentlichen gerade – nur vier Jahre nach ihrem zweiten Album – neue Songs. Dabei fällt auf, dass sich fast alle Songs mit namhaften Kollaborationen schmücken können. Ist es auf der ersten Single We Will Always Love You der US-Amerikanische Singer/Songwriter Blood Orange, sind auf der zweiten Auskopplung Running Red Lights Rivers Cuomo und Pink Siifu dabei. Nun veröffentlichen The Avalanches mit Reflecting Light feat. Sananda Maitreya, Vashti Bunyan und Wherever You Go feat. Jamie XX, Neneh Cherry & CLYPSO gleich zwei neue Songs.

The Avalanches

The Avalanches

Dabei wird Sananda Maitreya den meisten unter Terence Trent D’Arby etwas sagen – hat er doch unter diesem Namen Ende der 80er Jahre mit Songs, wie Wishing WellSign Your Name und dem ’93er Hit Delicate – zusammen mit Des’ree – mehrere Hits gehabt. Doch beschäftigt uns der zweite Song Wherever You Go viel mehr. Denn hier mischen The Avalanches einen Sound zusammen, der jenseits unserer Zeit ist. Mit Weltmusik, dem Hauch der frühen 2000er, einem modernen Housebeat und verspielten Future-Dance-Elementen holt das Duo zusammen mit seinen Featuring-Acts zum Rundumschlag aus und weisst die elektronische Gemeinschaft auf ihre Plätze. Dabei ist Wherever You Go keineswegs als purer Elektrosong zu sehen – vielmehr ist es das Zusammenspiel der verschiedensten Elemente, die den Song so universell klingen lassen. Gleichzeitig lassen alle Involvierten ihren typischen Sound einfließen. Da hören wir den Mix aus Jungle und Afropunk von CLYPSO, die Hip-Hop-Rhymes von Neneh Cherry und den Future-Dance eines Jamie XX‘. Gleichzeitig streuen sie mit Samples von Sergio Mendes‘ Magalenha und dem Beach Boys Snippet Vegetables – Ballad Insert Referenzen an eine Zeit ein, die dem heutigen Zuhörer wie aus einer anderen Welt vorkommen. Mit Wherever You Go haben The Avalanches einen Song veröffentlicht, der auch nach mehrmaligem Hören nicht greifbar ist und dennoch durch seine homogene Zusammensetzung zum Ohrwurm wird.

 

Kylie Minogue - Say Something

Kylie Minogue – Sie macht nicht nur Disco, sie IST die Disco

Kaum eine andere Künstlerin hat so beständig Hits abgeliefert, wie die Australierin Kylie Minogue. Dabei hat sie in den 41 Jahren ihrer Musikkarriere einige Höhen und Tiefen erlebt. Vom großen Hype der jungen Sängerin in den 80er Jahren mit Nummer-1 Hits, wie I Should Be So LuckyLocomotion oder der Kollaboration mit Jason Donovan auf Especially For You blieb in den 90ern nicht mehr all zu viel übrig. Nach einem Soundwechsel – hin zu einem deutlich experimentelleren Sound – waren die Hits der Sängerin in diesem Jahrzehnt rar und wurden nur durch das herausragende und bis heute von den Kritikern zu einem der ganz großen Musikmomente gewählte Where The Wild Roses Grow mit Nick Cave And The Bad Seeds unterbrochen. Dieser Song landete nicht nur weltweit in den Charts, sondern ist durch seine zeitlose Stimmung auch nach wie vor in vielen Playlists und Bestenlisten zu finden. Der Paukenschlag setzte bei Minogue pünktlich zum Jahrtausendwechsel ein. Denn hier räumte sie die Charts auf und platzierte sich mit ihrem Millionenseller Light Years und den Singles Spinning AroundOn A Night Like ThisKids (zusammen mit Robbie Williams) und dem Song Your Disco Needs You – den Minogue in mehreren Sprachen aufgenommenen hat – auf die vordersten Ränge der internationalen Charts.

Kylie Minogue - Disco

Kylie Minogue – Disco

Was folgte war ein regelrechter Hype um die Australierin, den sie im Anschluß des Erfolges von Light Years mit ihrem Folgealbum Fever noch zu toppen wusste. Denn hier räumte sie alles ab, was es zu erreichen gab. Schaffte es die erste Singleauskopplung Can’t Get You Out Of My Head in über 40 Ländern an die Spitze der Charts und wurde bis heute zu Minogues größtem Erfolg, ging das Album Fever mehr als 6 Millionen mal über den Ladentisch und zählt somit ebenfalls zu ihrem erfolgreichsten Album. Fever brachte Minogue sogar einen Grammy Award in der Kategorie Best Dance Recording ein. Konnten sich alle nachfolgenden Alben weiterhin über zumeist Top-10 Platzierungen weltweit freuen, ging es für die Singles nach dem 2010er Album Aphrodite immer weiter bergab. Was blieb, war ein gemischtes Jahrzehnt, in dem Minogues Songs nicht mehr die Positionen der 2000er erreichen konnten. Nun hat die Sängerin mit Say Something eine erste neue Single ihres 15. Studioalbums DISCO – das am 6. November erscheinen wird – veröffentlicht und reißt damit das Ruder wieder an sich. Mit einem großartigen Sound, in Anlehnung an die Discozeit der frühen 2000er und Elementen aus den späten 70er Jahren singt sich Minogue durch ein Gefühl der Einsamkeit, die durch den Wunsch nach einer Zusammenführung geprägt wird. Mit den Songzeilen We’re a million miles apart in a thousand ways….Love is love it never ends, can we all be as one again? (Wir sind auf tausend Arten eine Million Meilen voneinander entfernt.. Liebe ist Liebe, sie endet nie, können wir alle wieder eins sein?) erinnert Say Something an den Song, den wir hören, wenn die Party endet. Es ist der Zeitraum, in dem immer mehr Leute die Tanzfläche verlassen und sich fertig machen, um nach Hause zu gehen. Bis dieser eine Song kommt, der bei den wenigen Übriggebliebenen zu einem Moment der Ungezwungenheit führt und sie so nochmal voller Energie und Abschiedsgefühl die Tanzfläche stürmen. Say Something ist Minogues 73 offizielle Singleveröfentlichung – schaut man sich an, dass ihr größter Erfolg Can’t Get You Out Of My Head die 36. Singleveröffentlichung war, könnte nun, mit Veröffentlichung Nummer 73 erneut ein absoluter Hit herausspringen. Say Something ist Disco und Wehmut zugleich und bringt uns dazu, wieder zusammen bis weit in die Nacht zu feiern.

Julia Stone - Break

Julia Stone – Ein Hauch von Weltmusik

In den letzten Monaten war Julia Stone so umtriebig, wie zuletzt vor acht Jahren. Denn genau so lange ist es her, dass die australische Sängerin mit ihrem Soloalbum By The Horns Musik als Solokünstlerin veröffentlichte. Dabei war es damals der Zeitraum, in dem sich Fans des erfolgreichen Geschwister-Duos Angus & Julia Stone ernsthaft Sorgen darum machen mussten, jemals wieder Musik des Duos zu hören. Heute wissen, wir, dass das Duo einfach Abstand zueinander brauchte, um sich mit eigener Musik freizuspielen. Zu Beginn dieses Jahres trat Stone schließlich – nachdem sie mit ihrem Bruder und den beiden Alben Angus & Julia Stone (2014) und Snow (2017) wieder als Duo in Erscheinung trat – abermals als Solokünstlerin ins Rampenlicht und war auf der Single Breathe It In des US-Amerikaners Garrett Kato zu hören. Als die verheerendsten Waldbrände der australischen Geschichte – die von September 2019 bis März 2020 andauerten – über eine Milliarde Säugetiere, wie Kängurus, Koalas, Krokodile und Pferde tötete, rief Stone die Initiative Songs For Australia ins Leben. Hier veröffentlichte die Sängerin zusammen mit anderen Künstlern ein Compilation-Album, auf dem große australische Songs neu interpretiert wurden.

Julia Stone - Photo by Brooke Ashley Barone

Julia Stone – Photo by Brooke Ashley Barone

Dabei hatte Stone selbst mit der ergreifenden Version des Midnight Oil Klassikers Beds Are Burning für Furore gesorgt – ist er nicht nur hervorragend geworden, sondern zählt er mit dem dazugehörigen Musikvideo auch gleichzeitig zu einem der packendsten Songs des Jahres. Was folgte war ein weiterer Song Stones für den Soundtrack des Science-Fiction-Films Only. Nun hat Stone mit dem Song Break tatsächlich ein wenig mit so vielem gebrochen, dass man sich fast schon verwundert fragt, ob dieser Song denn tatsächlich von der Sängerin kommen kann. Denn entgegen ihres zumeist auf Folk basierenden Sounds, hat die Australierin mit Break einen frohen, frischen Weltsound veröffentlicht, der an Sängerinnen, wie Jain erinnert. Produziert wurde der Song von der mehrmaligen Grammy-Gewinnerin und US-Amerikanischen Musiktausendsasserin St. Vincent. Break ist Pop pur und zeigt textlich gleichzeitig auch, wie sehr sich die Chemie in einem selbst verändert, wenn man auf einem Menschen trifft, bei dem die Gefühle plötzlich verrücktspielen – wie Stone ihn selbst beschreibt. Mit einem großartigen Musikvideo ist Julia Stone mit ihrer ersten neuen Single eines – hoffentlich bald erscheinenden – neuen Soloalbums zurück und begeistert gleich zu Beginn mit einer großartigen Produktion.

Tash Sultana - Greed

Tash Sultana – Wenn sich das Umfeld verändert

Tash Sultana ist umtriebig. Hat Sultana ein Projekt abgeschlossen, wird ein Neues begonnen. Dabei sind die EP Notion (2018) und das Debütalbum Flow State (2018) als solche Projekte auf so viel Gehör gestoßen, dass Sultana die Preise und Nominierungen förmlich zuflogen. Mit einer ausgedehnten Welttournee und ausverkauften Hallen rund um die Welt, konnte es Sultana auf eine beachtliche Anzahl an Menschen bringen, die – auch lange bevor Sultana einen Plattenvertrag hatte – Sultana bereits live sehen konnten. Nach der Veröffentlichung des Debütalbums folgten 2019 weitere Auskopplungen – sowohl als Solosongs (Can’t Buy Happiness) sowie Kollaborationen mit Milky Chance (Daydreaming) und Matt Corby (Talk It Out). Dabei war Sultana vor allem mit Can’t Buy Happiness wieder zurück im Element, weite und große Musikmomente zu transportieren. Durch Sultanas markantes Gitarrenspiel und dem Verlieren in einer Musik, die so intim und sinnlich klingt, schafft es Sultana immer wieder aufs Neue zu begeistern. Nachdem Sultanas Coverversion des 2012er Shawn James Originalsongs Through the Valley für das PlayStation Videospiel The Last of Us Part II veröffentlicht wurde, folgte während der Lockdownphase im Frühjahr die Single Pretty Lady. Zeitgleich verkündete Sultana die Nachricht, dass aller Voraussicht nach im Herbst ein zweites Album veröffentlicht wird.

Tash Sultana

Tash Sultana

Nun hat Sultana mit Greed eine weitere Single veröffentlicht und dabei abermals mit Matt Corby zusammengearbeitet. Während die beiden mit dem Musikproduzenten Dann Hume zusammen am Song schrieben, zeichnet sich Sultana komplett alleine für die Produktion verantwortlich. Bereits zu Pretty Lady hatte Sultana die Musik erstmal zusammen mit einer Band eingespielt und setzt dies auch auf Greed fort. Dabei singt Sultana auf dem neuen Song darüber, wie sehr sich das Umfeld – seitdem Sultana erfolgreich ist – verändert hat. Einst von Mitschülern für das Gitarrenspiel gedisst, möchten diese heute auf der Gästeliste stehen. Menschen, die Sultana vorher fremd waren, drängen sich in das Leben. Gute Freunde wiederum werden immer leiser und verschwinden aus dem Leben. Mit dem gewohnt entspannten Sound aus Gitarre und Loop-Station – in Verbindung mit einem hallenden Gesang – lässt Sultana dem Sound wieder viel Raum um sich zu entfalten. Mit Greed dürfen wir einmal mehr auf ein weiteres Album voller emotionaler und doch entspannter Songs hoffen, die den unverwechselbaren Sound Tash Sultanas ausmachen.

BRONSON feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Dawn

BRONSON – Sound von Meistern ihres Genres

Sie klingt wie eine endlose Nacht auf einem der hiesigen Elektrofestivals – die Musik, die das Trio BRONSON veröffentlicht. Sie ist so treibend, dass wir uns kaum zurückhalten können das Projekt – das auch gerne als Supergroup bezeichnet werden kann – zu loben. Denn hinter BRONSON steckt zum einen der australische House-DJ Thomas George Stell – alias Golden Features – der mit Songs wie Tell Me (mit Nicole Millar), No One (mit Thelma Plum) oder Wolfie (mit Julia Stone) und seinem 2018er Debütalbum Sect einen fantastischen Start in die Szene hinlegen konnte. Zum anderen sind keine Geringeren, als die US-Amerikaner Harrison Mills und Clayton Knight – alias ODESZA – mit dabei. Diese sind mit ihrem Mix aus Breakbeat, House und Indietronic und Songs, wie Say My NameLine of Sight und Late Night und ihren bisher veröffentlichten drei Alben zu absoluten Festival-Giganten avanciert. Nun haben diese beiden Acts das Projekt BRONSON ins Leben gerufen und mit Vaults und Heart Attack bereits zwei Songs mit absoluten Statementcharakter veröffentlicht.

Auf ihrer dritten und finalen Singleauskopplung Dawn – welche auf dem am 7. August erscheinenden gleichnamigen Debütalbum BRONSON den letzten Titel darstellen wird – haben sie sich keinen Geringeren als den britischen Soundtüftler Totally Enormous Extinct Dinosaurs dazugeholt. Hier liefert die Supergroup sogar noch einen Supergroupsong ab, der mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs nochmals alles toppt. Dabei besitzt der Sound von Dawn eine Dramaturgie, die sich durch den mehr als sieben minütigen Song schlängelt und so Platz bietet, für verschiedenste Emotionen. Zwischen House, treibenden Synthies und Elemente, die an Trance erinnern, lässt sich Dawn nur schwer in ein Gerüst stecken. Dabei bieten die verschiedenen Einflüsse von ODESZA, Golden Features und Totally Enormous Extinct Dinosaurs eine Soundkulisse, die zu begeistern weiss und gleichzeitig auch den Horizont weiter in die Ferne setzt. Denn als Idee hinter Dawn hatte BRONSON, einen Song zu produzieren, den man mit auf eine Reise nehmen kann. Ob über Bergpässe und dem damit verbundenen weiten Blick, einer Fahrt durch Täler voller satter, grüner Wiesen oder einfach als Open Air-Moment an einem Strand irgendwo auf dieser Welt – Dawn weiss diese Momente musikalisch zu untermalen und setzt die Messlatte für das Debütalbum der drei Musiker enorm hoch.