Foals - The Runner (Rüfüs Du Sol Remix)

Foals – Neue Genres erobern

Sie verbinden Indie, Alternative, Dance, Rock und Punk und sind in diesem Jahr so umtriebig, wie selten zuvor. Allein in diesem Jahr haben die Briten von Foals satte acht Singles veröffentlicht, die allesamt von ihren beiden – ebenfalls 2019 veröffentlichten – Alben Everything Not Saved Will Be Lost – Part 1 und Everything Not Saved Will Be Lost – Part 2 stammen. Nun – in Anbetracht eines hektischen Jahres, das zu Ende geht – haben Foals sich noch einmal etwas ganz besonders ausgedacht und ihren Song The Runner von der Australischen Band Rüfüs Du Sol remixen lassen. Dabei sind Rüfüs Du Sol, die aus Australien kommen, wahre Meister der elektronischen Musik und haben mit ihrem letzten Album Solace (2018) gerade erst zwei Grammy Nominierungen als Best Dance/Electronic Album und  Best Dance Recording erhalten. Nicht ohne Grund, denn hört man sich den Remix des Foals Songs an, erkennt man sofort die Handschrift des Elektro-Trios. Auf endlos scheinenden neuneinhalb Minuten haben Rüfüs Du Sol The Runner gestreckt und klingen dabei keine einzige Sekunde überflüssig. Mit euphorischen Beats und Drops lassen uns Rüfüs Du Sol in eine Nacht der Ekstase entgleiten und fügen Foals damit ein weiteres Genre des Clubsounds hinzu. Foals und Rüfüs Du Sol beweisen mit The Runner wie großartig Indierock und Alternative Dance fusioniert klingen und bereiten damit dem Sound der Zukunft einen Grundstein.

Mallrat – Wächst in ihre Schuhe

Wer die australische Sängerin Mallrat seit längerem beobachtet hat, der wird die Evolution der Sängerin bemerkt haben. Hat sich ihr Sound seit 2017 von Uninvited über Better, bis zu Groceries doch immer wieder durch das Anreichern von elektronischen Elemente geformt. Nun hat Grace Shaw unter ihrem Alias Mallrat mit Driving Music eine neue EP veröffentlicht, die in Drive Me Round eine Wandlung vollzieht. Beginnen die ersten zwei Minuten des dreiminütigen Songs, als würde sich Mallrat in einer Blase befinden – mit verträumten Gesang und hallenden fast unverständlichen Backvocals – blüht das letzte Drittel mit einem Uptempo-Beat auf, der einen plötzlichen Ausbruch des Songs bedeutet. Mallrat, die in ihren Songs gerne mit Klischees und gesellschaftlichen Normen spielt, lässt sich hier einmal völlig los und wirkt dabei entspannt und gleichzeitig erwachsen. Wir können uns allerdings sicher sein, dass die Brisbanerin noch eine Menge Material hat, das uns für die kommenden Jahre unterhalten wird – daher kommt der Ruf nach einem Album immer öfter auf. Doch so lange Mallrat ihre EP’s veröffentlicht, freuen wir uns über jeden neuen Song.

Bag Raiders feat. Panama – Australischer Geniestreich

Die Bag Raiders hatten vor genau zehn Jahren ihren absoluten Höhepunkt. Als mit der Vodafone-Werbung ihr Song Way Back Home in Europa und vor allem in Deutschland zum absoluten Hit geworden ist. Mit ihm kamen sie bis in die Top-20 der deutschen Singlecharts und platzierten ihr Album Bag Raiders in den Top-40. Seit dem ist viel Zeit vergangen, in der Jack Glass und Chris Stracey weitere EP’s veröffentlicht haben. Nun haben die beiden allerdings mit Horizons ihr zweites Album veröffentlicht. Darauf einhalten sind einmal mehr wunderbare Dancesongs, die nach vorne gehen. Mit ihrer aktuellen Single How Long haben sie sich Verstärkung geholt und keinen Geringeren, als Jarrah McCleary – alias Panama – dazugeholt. Dieser gibt dem sprudelnden Dancetrack eine wunderbar entspannte Note und sorgt für ein Chill-Out Gefühl. How Long entstand in L.A. und soll die sehnsüchtige Suche nach der Liebe darstellen. Dabei lief die Zusammenarbeit zwischen den Bag Raiders und Panama so fruchtbar ab, dass selbst das Produzenten-Duo von Panama wachgekitzelt wurde und McCleary dem Duo ganz neue Ansätze und Freiräume lieferte. Die Freiräume kann man auf How Long hören und sich dabei im Sound des Songs verlieren.

Jarryd James - Let It Go

Jarryd James – Verruchter Neo-Soul mit Tanzfaktor

Für den Australier Jarryd James lief 2015 so ziemlich alles rund. Startete er mit seiner Debütsingle Do You Remember so richtig durch und landete auf Platz 2, schaffte es sein, kurze Zeit später veröffentlichtes Album Thirty One, inklusive der Folgesingle Give Me Something, ebenfalls bis auf Platz 2 der australischen Albumcharts. Und wäre das für einen Newcomer nicht schon erfolgreich genug, gewann er schließlich auch noch einen ARIA Award für Do You Remember als Best Pop Release. Schließlich wurde es einige Jahre still um den Sänger und Produzenten, der seinem Stil mit Alternative-R&B ein ganz neues Genre verlieh. Nun ist der Brisbaner wieder da und präsentiert uns eine Neo-Soul-Ballade, die an FKA Twigs erinnert und eine gehörige Ladung R&B im Blut hat. Dabei folgen heftige Bassbeats dem, fast schon, zittrigen Gesang des Sängers. Let It Go ist sexy, frisch, leise und modern und lässt uns auf eine intime Art den Beat des Songs fühlen, den wir uns sonst nur in verruchten Filmen vorstellen.

Hollow Coves - Anew

Hollow Coves – Ein Feuerwerk an Veröffentlichung

Jetzt starten die Hollow Coves noch einmal das finale Feuerwerk, bevor in der nächsten Woche am Freitag ihr Debütalbum Moments veröffentlicht wird. Hatten die Brisbaner im August When We Were Young veröffentlicht, folgte im September mit Borderlines die nächste Single. Nun ist kurz vor ihrem großen Wurf ein weiterer Song von Ryan Henderson und Matt Carins veröffentlicht worden. Dabei haben sie sich bei der heutigen Singleauskopplung für den epischen Song Anew entschieden, der in immer größerer Ähnlichkeit zu Coldplays Anfangsjahren und dessen Sound steht. Mit akustischem Intro geht es über einen euphorischen Refrain in ein fast schon ekstatisches Finale. Dabei hören wir hallende und emotionale Gesänge und einen treibenden Sound, der uns wahlweise traurig werden lässt oder ein Lächeln in unser Gesicht zaubert und wir zu jeder neuen Tat bereit sind. Anew klingt dabei, wie ein Abschied von Etwas und ist gleichzeitig Aufbruch in eine neue Welt. So steht der Song sinnbildlich für den Werdegang der australischen Band und lässt uns einmal mehr vor Begeisterung jubeln.

Hollow Coves - Borderlines

Hollow Coves – Der entscheidende Schritt

Knapp zwei Wochen noch, dann ist es endlich draußen – das Debütalbum der beiden Australier Ryan Henderson und Matt Carins – die zusammen Das Duo Hollow Coves bilden. Über die letzten Jahre konntet Ihr die Band hier auf SOML bereits begleiten und den sympathischen Folk des Duos lieben lernen. Mit den Singles Coastline und der zuletzt veröffentlichten Single When We Were Young zeigten sie, warum die aus Brisbane kommenden Musiker eine Act sind, den man im Auge behalten sollte. Nun haben sie mit Borderlines nicht nur eine weitere Single veröffentlicht, sondern stehen auch kurz davor, ihr Debütalbum Moments zu veröffentlichen, das am 18. Oktober erscheint. Mit einem entspannten Sound, der uns wahlweise in die Wälder Kanadas oder an die Küsten Australiens katapultiert, heben die Hollow Coves sich vom aktuellen Sound ab und spülen sich somit als Band dieses Genres erfolgreich an die Oberfläche. Borderlines schwelgt dabei in einer nostalgischen Stimmung und arbeitet sich immer wieder die großen Momente heraus, die durch Gitarrensolos und einem weiten Sound getragen werden. Erstaunlich hierbei ist, dass sich seit When We Were Young die Stimme des Sängers Henderson immer mehr zu der des Frontsängers von Coldplay Chris Martin bewegt und man unterbewusst, an eine neue Single der britischen Band denken muss. Dies tut der Authentizität des Duos allerdings keinen Abbruch, bleiben sie doch in ihrem Genre aktuell einer der aufstrebendsten Bands.

Flume - Rushing Back

Flume – Und es sprudelt weiter

Es scheint irgendwo in Australien eine nicht versiegen wollende Quelle an Beats und Soundfolgen zu geben. Und genau an dieser Quelle sitzt das einstiege Wunderkind Flume, das mittlerweile 27 Jahre alt ist oder ist diese Quelle gar selbst. Denn aktuell scheint der Australier wieder einmal einen Höhepunkt seiner kreativen Arbeit zu haben. Veröffentlichte er im April sein Mixtape Hi This Is Flume, folgte im August die EP Quits in Zusammenarbeit mit dem Rapper Reo Cragun. Darüber hinaus veröffentlichte Flume im Juni die Single Let You Know, die mit London Grammar einen ebenso würdigen Kollaborations-Act beinhaltete. Nun hat Flume eine weitere Single veröffentlicht und nährt so den Boden für Gerüchte, dass ein baldiges, drittes Album zu erwarten sei. Bleibt es hierbei bislang nur bei Gerüchten, ist Rushing Back ganz real und hat mit Vera Blue eine Stimme dabei, die auf einem ganz ähnlichen Niveau wie Flume spielt. Dabei klingt Rushing Back deutlich poppiger – ohne die quer reinpreschenden Beats des typischen Flume-Sounds zu verlieren. Viel Bass, viele Synthies und der nach Hand gemachter Musik klingende Elektrosound Flumes begeistert immer wieder und liess ihn seit 2011 – als er seinen Durchbruch feierte – zu einem der Soundgenies unserer Zeit avancieren. Auf Rushing Back zeigt der Produzent nun einmal mehr, dass seine Quelle an einzigartigen Soundarangements gerade so richtig gefüllt zu sein scheint.

Tones And I - Dance Monkey

Tones And I – Mit 200 km/h um die Welt

Sie ist wie ein Sturm – die australische Sängerin Toni Watson – die unter dem Alias Tones And I gerade mit ihrer zweiten Single überhaupt die Charts rund um den Globus erklimmt. Dabei ist die musikalische Karriere, der aus einer Bucht südlich von Melbourne kommenden Sängerin, gerade einmal knapp ein Jahr alt. So hat sie in ihrem Heimatort nebenher in Bars gespielt, ehe sie in das Mekka der australischen Musikszene – Byron Bay – zog und sich dort als Straßenmusikerin schnell einen Namen machte. Schließlich schaffte sie es hier 2018, bei einem Wettbewerb von Straßenmusikern, zu gewinnen und entschied sich, ihren Fokus zu 100 Prozent auf die Musik zu legen. Dass diese Entscheidung wohl die wichtigste war, zeigt der Erfolg mit ihrer – bereits im Mai veröffentlichten – Single Dance Monkey. Denn diese schiebt sich gerade weltweit an allen Songs vorbei und erreicht in immer mehr Ländern einen der vordersten Plätze oder sogar den ersten Platz. Dance Monkey ist dabei ein sehr eingängiger Pop-Song, der durch Watsons kratzig, rotzige Stimme und verspielte Beats eine sehr interessante Gegensätzlichkeit besitzt. Gleichzeit kommt Watson, vor allem durch das humorvolle Musikvideo, sympathisch rüber und lässt an Stimmen wie Gin Wigmore und Duffy denken. Dance Monkey hat sein Potential noch lange nicht ausgeschöpft und wird uns mit Sicherheit die kommenden Monate noch begleiten.

Milky Chance feat. Tash Sultana - Daydreaming

Milky Chance & Tash Sultana – Schräg und überraschend

Mit dieser Kombi hätte wohl niemand gerechnet. Hatte Tash Sultana gerade erst mit Talk It Out und Matt Corby die erste Kollaboration veröffentlicht, steht nun mit Daydreaming die nächste Veröffentlichung an, die Tash mit dem deutschen Duo Milky Chance aufgenommen hat. Milky Chance wiederum stehen nicht zuletzt durch ihren weltweiten Hit Stolen Dance auch international hoch im Kurs und gehen mit Tash Sultana eine Zusammenarbeit ein, die zwei ungewöhnliche Musikacts zusammenbringt. Dabei ist Daydreaming von einem Reggaesound durchzogen, der es schafft so locker und entspannt zu klingen und gleichzeitig mit Tash Sultanas Part sommerlich verträumt zu wirken. Das dazugehörige Musikvideo sollte darüber hinaus nicht verpasst werden – erzählt es doch in schräger Art und Weise vom Finden eines Schatzes, zurückerlangendem Augenlicht sowie eines Sultans in Form von Tash Sultana auf einem Fliegenpilz sitzend. Das ganze wird gekrönt von einem Flug über die Alpen und Alpentäler. Daydreaming ist eine wilde Zusammenarbeit aus zwei der derzeit ambitioniertesten Acts und begeistert mit einem verqueren Musikvideo und kündigt gleichzeitig Milky Chance‘ drittes Studioalbum Mind The Moon an, das am 15. Oktober scheinen wird.

Hollow Coves - When We Were Young

Hollow Coves – Jetzt kommt der große Schritt

Nach ihrer 2017er Debüt-EP Wanderlust hat sich das australische Duo Hollow Coves – welches aus den beiden Musikern Ryan Henderson und Matt Carins aus Brisbane besteht – nochmal ordentlich Zeit gelassen, um an ihrem Debütalbum zu arbeiten. Dabei war es der Song Coastline, der sich 2017 so zärtlich in unsere Gehörgänge setzte und mit einer Gänsehautakustik und großer Wärme begeisterte. Genau diese hervorragende Mischung aus Folk, Pop und Akustik ist es, die Hollow Coves über die Landesgrenzen hinaus zu einem der heißesten Anwärter für das Auslösen der nächsten großen Folkwelle macht. Nun haben die beiden Australier mit der neuen Single When We Were Young eine Reflexion ihrer selbst veröffentlicht. Denn ist das Soundgerüst wieder einmal großartig intim und hört man fast das Knistern eines Lagerfeuers, fanden sich Carins und Henderson beim Komponieren des Songs plötzlich in einer Art Rückblende wieder, die ihnen die wunderbaren Momente ihrer Jugend und Kindheit widerspiegelte. Eine Zeit, in der sie unbeschwert und frei von Zeitdruck und To-Do’s lebten – so die Beschreibung der beiden Musiker, fragt man sie nach der Entstehung des Songs. Schließlich schrieben sie den Text mit einem Twist, der den Hörer am Ende nicht Wehmütig in die Vergangenheit blicken lassen soll, sondern vielmehr den wunderbaren Moment der Jetzt-Zeit verdeutlichen soll. Mit When We Were Young haben Hollow Coves allerdings nicht nur eine neue Single veröffentlicht, sondern kündigt gleichzeitig auch ihr langerwartetes Debütalbum Moments an, welches am 14. Oktober erscheinen wird.