Backseat - Speak Loud (When You Speak Love)

Werdet laut! – Speak Loud (When You Speak Love)

Die Einschränkungen, die uns die Pandemie beschert hat, hat bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch wenn wir unseren Alltag noch lange nicht wieder normal nennen können, haben sich weite Teile unseres täglichen Ablaufes zumindest wieder normalisiert. Was nicht für alle Bereiche gilt. Denn speziell in der Kulturlandschaft, den Club- und Konzerthallenbetreibern, sowie allen DJs, Music Acts und Künstler*innen. Auch ich – Marten – der hinter SOML steckt, habe in den vergangenen Wochen immer häufiger gesehen, wie sich die Betroffenen in dieser Situation zu helfen wissen und habe es genossen, Live-Konzerte aus den Wohnzimmern vieler Bands zu sehen. Auch die Clubcommission Berlin e.V. hatte schnell gehandelt und zusammen mit Reclaim Club Culture und Arte Concerts die Plattform United We Stream ins Leben gerufen. Hier streamen regelmäßig DJs aus den Berliner Clubs direkt in die Wohnzimmer der Clubgänger, die wiederum mit ihrer Spende den Clubs direkt helfen können. Mittlerweile sind auch die Radio- und TV-Stationen radioeins, Alex Berlin und Flux FM hinzugekommen und verbreiten so das Angebot immer mehr. Aber auch Konzerthallen wie das Gretchen werden durch die Spendenaufrufe von Konzertkassen wie Koka36 unterstützt – auf deren Homepage man direkt für die kleine Kreuzberger Location spenden kann. Und das ist daher so bemerkenswert, da Koka36 selbst stark von dem Konzertverbot betroffen ist und aktuell ausschließlich die Ticket-Rücknahmen bearbeitet. Auch die SOML-Freunde von der Musikagentur Backseat haben eine Aktion ins Leben gerufen, bei der sie die Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte in der momentanen Situation lenken wollen und den – immer prominenter auftretenden – Hassrednern damit weniger Platz geben wollen. Denn nur wenn wir laut werden, geben wir dem Hass weniger Raum und Aufmerksamkeit und zeigen damit, dass solche Ansichten nicht für den Großteil unserer Gesellschaft gelten. Unterstützt Eure Bands, kauft deren CDs oder Vinyls, downloaded die Songs, streamt die Clubnächte durch und spendet was Ihr wollt – Hier hilft wirklich jeder einzelne Euro. Übrigens ist die Backseat-Aktion offen für alle Stimmen und lädt dazu ein, Videos einzusenden, die dann zu der Youtube-Playlist hinzugefügt werden. Und wer den Song Speak Loud (When You Speak Love) von BRTHR nun nicht mehr aus dem Kopf bekommt, kann ihn sich auf Youtube auch nochmal in voller Länge anhören.

LPX – MS von MR machts solo

Hinter der kryptischen Abkürzung LPX und MS MR wird für den ein oder anderen Musikfan schnell die Lösung auf der Hand gelegen haben. Für alle Anderen ist LPX das Alter Ego der amerikanischen Musikerin Lizzy Plapinger, die seit 2011 Teil der – aktuell in einer Pause befindlichen – Band MS MR ist und mit dem Song Hurricane auch in Deutschland einen Hit notieren konnte. Darüber hinaus fungiert sie auch als Mitbegründerin des Plattenlabels Neon Gold Records, welches sie 2008 ins Leben gerufen hat. Nun kommt ein drittes Standbein hinzu, denn macht Plapinger seit 2018 auch vermehrt mit Soloveröffentlichungen unter eben der Abkürzung LPX von sich reden. Mit der nun veröffentlichten Single Give Up The Ghost zeigt sie uns eindrucksvoll, wie der Sound ihrer Band MS MR ohne den deutlichen Anteil an elektronischer Musik klingt und holt gleichzeitig alle Fans von großartigen Indiehymnen ab. Plapinger selbst beschreibt dabei Give Up The Ghost mit den Worten, dass es um die Aktion, Bestätigung und Reflexion des Loslassens und des Vorwärtskommens geht. Denn etwas Frisches beginnt aus einem verbrannten Ende. Dabei steht sie vor der Zielgeraden ihrer zweiten EP Junk of the Heart welche im März erscheinen wird. Hier klingt sie mit den ersten beiden veröffentlichten Songs Might Not Make it Home und Give Up the Ghost wieder deutlich größer und legt damit den kratzigen Rockgörensound der Debüt-EP Bolt in the Blue ab. Mit Give Up The Ghost vereint Lizzy Plapinger/LPX die Musik von MS MR und ihrer eigenen Debüt-LP und formt daraus spannende neue Musik die frisch und nach einem Statement klingt.

Jamie Cullum – Einsatz mit Gefühl

Seit nunmehr 38 Jahren gibt es von der britischen BBC Television die Charityaktion Children In Need – die sich als eine Art Spendenmarathon für Kinder sieht. In diesem wurden über die vergangenen drei Dekaden mehr als 1 Milliarden Pfund gesammelt. Seit 1985 gibt es auch einen jährlichen Spendenmarathon-Song, der von bekannten Künstlern wie Lou Reed, S Club 7, Ellie Goulding oder Katie Melua beigesteuert wurde. Dieses Jahr kommt der Song von dem mittlerweile auch seit fast 20 Jahren singenden Briten Jamie Cullum. Mit Love Is In The Picture beschert uns der Jazz- und Pop-Sänger eine ruhige Pianoballade, bei der Cullum so wunderbar warm singt und gänzlich auf pathetische Momente verzichtet. Dabei klingt Cullum klar und nach Understatement, dass man sich keinen besseren Titelsong für eine Spendenaktion für Kinder vorstellen könnte. Aber auch abseits der Charityveranstaltung funktioniert  Love Is In The Picture zu den kalten und dunklen Tagen vor der Haustür. Damit passt Cullums Song perfekt in die Vorweihnachtszeit und wärmt uns alle mit seinem Sound.