Wilkinson feat. Hayla – Vom Drum’n’Bass zum EDM

Der britische Produzent Mark Wilkinson, den alle nur unter seinem Nachnamen kennen, war in den letzten Jahren einer der verlässlichsten Produzenten im Bereich des Drum’n’Bass. Mit Songs wie Afterglow, Sweet LiesBreathe oder Half Light begleitet uns 29-Jährige seit nunmehr fast zehn Jahren und ist mit seinen Songs seit acht Jahren auch ein verlässlicher Besucher der britischen Singlecharts. Mit seinen beiden Alben Lazers Not Included (2013) und Hypnotic (2017) schaffte er es auf Platz 2 und 1 der UK Dance Charts und sorgt als Resident DJ seit nunmehr fünf Jahren im Club Amnesia auf Ibiza für den perfekten Sound. Dabei stellt seine neue Single I Need aber auch eine Zäsur dar, denn hier verzichtet Wilkinson auf den charakteristischen Drum’n’Bass, der ihn Mitte der 2010er bekannt gemacht hat und geht in einen deutlich opulenteren EDM über, der Wilkinsons vielfältige Arbeit zeigt. Präsentiert hat Wilkinson den Song mit den Worten It’s not d&b this time but I like to try something different once in a while! Hope you enjoy! und die Resonanz der Fans folgte mit viel Zuspruch. Dass I Need erst jetzt so richtig zündet, ist ein typisches Phänomen von Ibiza-Hymnen. Diese wabern erst einige Monate in den besten Clubs der Welt rum, ehe sie es an die Oberfläche schaffen und hier und da zu einem satten Charthit mutieren. Mit I Need hat Wilkinson den Weg zu einem neuen Hit geebnet und die Nacht im Club einmal mehr gerettet. So kann der Samstagabend kommen.

Ásgeir - Unbound

Ásgeir – der bessere Chet Faker?

Mit seinem fantastischen Song Nýfallið regn und der englischsprachigen Version Torrent hatte der isländische Sänger, Gitarrist und Songwriter 2014 ein Ausrufezeichen gesetzt, das mehr als bemerkenswert war. Hatte er doch bereits im Jahr zuvor sein Debütalbum Dýrð í dauðaþögn veröffentlicht und dieses 2014 schließlich nochmals in englischer Sprache eingesungen. Torrent war damals die Überschrift und so großartig und intensiv, wie brüchig und sentimental. Mit dieser Art ermöglichte er dem Genre Folktronica einen enormen Popularitätsschub. Kurzum ein Song, den man lieben muss. Nun ist Ásgeir, der bürgerlich Ásgeir Trausti Einarsson heißt und 1992 in Reykjavík geboren wurde, mit einer ersten Single aus dem zweiten Album Afterglow zurück. Auf Unbound hört man deutlich, dass sich sein Genre hin zu mehr Elektro gewandelt hat und an Künstler wie Chet Faker erinnert. Da ist der sensible und hohe Gesang, der rhythmusbrechende Sound und ein sattes Klangbett stilprägend. Ásgeir behält sich allerdings weiterhin, dass er sich selbst eher intim und zurückhaltend präsentiert. Mit Unbound hat er damit voll und ganz ins schwarze getroffen.

Wilkinson feat. Karen Harding – Urlaub vom Ex

Bereits vor drei Jahren hatten Wilkinson mit Afterglow einen Hit gelandet. Kein Wunder, war zu dieser Zeit doch gerade Drum’n’Bass das Maß aller Dinge in Großbritannien. Mit Too Close, Half Light und Dirty Love folgten schließlich weitere Hits. Für sein zweites Album Hypnotic, dass 2017 erscheinen soll, hat der Brite nun mit Karen Harding als Gastsängerin zusammengearbeitet und den Song Sweet Lies veröffentlicht. Besticht Sweet Lies durch einen, für Wilkinson typischen, Mix aus Drum’n’Bass und Dustep singt Harding mit ihrer klaren Stimme regelrecht dagegen an. Harding selbst hatte es 2015 mit Say Something sogar in die Top-10 geschafft. Nun haben sich beide Acts für Sweet Lies zusammengeschlossen und damit einen Song produziert, der ein Gefühlschaos auslösen könnte. Hält Hardings, fast schon melancholischer, Gesang doch Wilkinsons schnellem Beat stand und sorgt so für einen aufregenden Kontrast. Damit ist Sweet Lies am Ende sogar passend für den Abend im Club, als auch für den, alleine auf der Couch.