Flight To Moonlight - Midnight

Flight To Moonlight – Wunderbar lockerer Sommerhit

Flight To Moonlight hat einen direkten Weg gefunden, um seine Musik abseits der großen Promotion-Firmen zu bewerben. Adam Baring – der sich hinter Flight To Moonlight verbirgt – durchforstet Blogs, guckt, zu welchen Seiten seine Musik passen würde und schreibt diese an, was einer Art Kaltakquise gleich kommt. Allerdings dürfen sich viele Blogs auch freuen, Anlaufpunkt zu sein, hört man sich die beiden bisher veröffentlichten Songs des Musikers einmal an. Mit seiner 2018er Debütsingle Sticky Hearts begeisterte er sofort durch einen verspielt, fröhlichen Elektronica-Sound. Nun hat Baring mit Midnight einen neuen Track veröffentlicht und verbindet seinen Elektronica-Sound mit Tropical-House-Elementen. Hinzu kommt ein treibender Synthiebeat, der durch den Gesang des East-Londoner Sängers Priz an Temperament gewonnen hat. Beide zeigen als Newcomer – durch die Kollaboration auf Midnight – dass ihnen die Zusammenarbeit gut steht und wecken sie die Lust auf weitere Songs als Duo. Während Priz bereits angekündigt hat, an seinem Debütalbum zu arbeiten, sind bei Flight To Moonlight die Weichen noch nicht gestellt und lässt es uns hoffen, dass Adam Baring keine weiteren zwei Jahre benötigt, um einen nächsten Song zu veröffentlichen. Midnight besitzt einen ansteckenden Sound, der hier und da lose an Künstler, wie Roosevelt oder Duke Dumont erinnert, lässt aber auch immer klar einen Singer/Songwriter-Hauch erkennen. Dabei hat sich Baring mit sehr viel Humor an den Song gesetzt, denn geschrieben hate er ihn – eigenen Aussagen zufolge – mit der Absicht etwas zu produzieren, dass ihn stolz macht und womit er prahlen kann, aber auch beim Hörer den Moment auslösen soll, den man hat, wenn man sich einen Bee Gees Song anhört. Wer noch auf der Suche nach einem passenden Frühlings- oder Sommerohrwurm ist, hat ihn mit Midnight gefunden und kann ihn getrost auf seine Summer-Playlist setzen.

The 1975 – Ein Liebeslied an das Böse

Es sind die Zeilen And all I do is sit and think about you
If I knew what you’d do
 die uns Glauben schenken, dass uns The 1975 eines der besten Liebeslieder der vergangenen Monate schenken. Mit einem fesselnden Synthiebeat und Matty Healys sanft, poppigem Gesang klingt It’s Not Living (If It’s Not With You) so sehr nach einem 80er-Jahre Power-Lovesong, dass wir uns schon freuen, die heimliche Liebe Healys kennenlernen zu dürfen. Doch hört man den Lyrics weiter zu, wird klar, dass Healy hier von einem deutlich ernsteren Thema singt. Denn die Zuneigung, die er hier beschreibt, galt für einige Zeit den Drogen wie Heroin. Dies behandelt Healy in It’s Not Living (If It’s Not With You) so pur in direkt, dass man ihm nur gratulieren kann, wieder clean zu sein. Das dieser Weg schwer sein musste, zeigt die Band nun auch in dem dazugehörigen Musikvideo, indem Healy mit den Nebenwirkungen der Drogen – in Form von Panikattacken und Ängsten – zu kämpfen hatte und selbst auf der Bühne nicht davon verschont blieb. The 1975 stehen mit ihrem, gerade veröffentlichten, dritten Album A Brief Inquiry into Online Relationships gerade davor, weltweit zu einer der größten Rockbands unserer Zeit aufzusteigen. Da kommt die neu entfachte, drogenfreie Energie von Frontmann Healy genau richtig. Mit rotzigen Kommentaren, großen Songs und bereits einem vierten Album für Mai 2019, das Notes on a Conditional Form heißen wird, in der Pipeline, greifen The 1975 nun frontal an und sind auf dem besten Weg ihren Platz im Olymp einzunehmen.

Ladytron – Sieben lange Jahre sind vorbei

Mit Destroy Everything You Touch hatte die Liverpooler Band Ladytron 2005 ihren bisher größten Hit gelandet. So wurde der Song zur Hymne einer ganzen Generation und ist auch heute noch ein Garant für jede Indiedisco. Nach einer fünfjährigen Bandpause sind Ladytron nun endlich mit neuem Material zurück und wirken kein bisschen langweilig. Mit ihrem gewohnt synthielastigen Sound klingen Ladytron auf The Animal dunkel, bekannt und mystisch. Ihr dazugehöriges, sechstes Studioalbum wird, anders als alle bisherigen, das erste Album der Band sein, welches sie ohne Plattenlabel und somit unter Eigenregie veröffentlichen werden. Mit Jim Abbiss haben sie sich zusätzlich einen alten Bekannten ins Boot geholt, der ihre Songs nicht nur kennt und daher produziert, sondern vielmehr auch den Sound Ladytrons versteht wie kein anderer, wie Frontsängerin Helen Marnie erklärt. dabei hat Abbiss bereits Songs für Bands wie die Arctic Monkeys, Kasabian oder Adele produziert. Auf The Animal geht es rasant zurück in die New-Wave Zeit der 80er Jahre und ist der Song mit seinem morbiden Charme eine Novum. Ein Stern der New-Wave-Ära der 2000er ist damit zurück und begeistern auf ganzer Linie.

Anna Of The North – Mit 80er Dreampop an die Spitze

Hinter Anna Of The North steckt die 28-jährige Anna Lotterud aus Oslo, die bereits 2014 mit ihrem Internet-Hit Sway auf sich aufmerksam machte. 2017 dürfte dann das Sprungbrett für ihr Debütalbum Lovers gewesen sein. Hatte sie im Vorfeld bereits durch Kollaborationen mit Künstlern wie Tyler the Creator und dem Song 911/Mr. Lonely oder Vessels We Had A Love auf sich aufmerksam gemacht, schwappt jetzt ihre Single Someone immer mehr an die Oberfläche der Radiostationen weltweit. Dabei spielen die 80er Jahre hier eine sehr große Rolle. Ist Someone, mit seinem starken 80er-Jahre Synthiebeat und einem angehauchten Dreampop-Vibe, doch so sanft und schwimmt regelrecht in unsere Ohren. Dabei singt Anna Of The North so weich und zuckersüß, dass man sich an einen Kindheitstraum erinnert fühlt. Diese Musik, die als Kind von nichts als positiven Gefühlen durchzogen war, stellt Anna Of The North auf Someone in den Vordergrund und wirkt bei Sätzen, wie: I’m only human, baby sometimes I act a little crazy unbefangen und rein.