Fickle Friends – Leben den Moment

Es ist erst ein halbes Jahr her, das die südenglische Band Fickle Friends ihr Debütalbum You Are Someone Else veröffentlichte. SOML begleitet die Fickle Friends bereits seit nunmehr über vier Jahren und hat mit einem Interview im Frühjahr 2015 deren Entstehungsphase festgehalten. Nun haben die Brightoner mit Palmeira Music ihr eigenes Plattenlabel gestartet, auf dem sie ihre neue EP Broken Sleep am 9. November veröffentlichen werden. Darauf enthalten ist die nun veröffentlichte Single The Moment. Diese hält genau das Gefühl fest, welches die Band bei ihrer aufregenden US-Tour erlebt hatte. Mit Konzerten in 9 US-Städten und einem Tag frei in Las Vegas, haben die fünf Briten ein Musikvideo aufgenommen, welches exakt das widerspiegelt, was die Band seit Monaten erlebt – den Moment genießen, und darüber hinaus auch noch darüber schreiben. Damit ist The Moment wieder in typischer Fickle Friends Manier geschrieben und klingt nach klebrig, süßen 80er-Jahre Pop. Fickle Friends zeigen so, einmal mehr, dass sie wissen, wie ein perfekter Pop-Song klingen muss und verbinden dabei ganz nebenbei noch ihre Erlebnisse der letzten Monate.

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Fever Ray – Ein Alias der Kreativität

Es gibt viele Wege, diese Stimme vorzustellen. Karin Dreijer Andersson, Fever Ray, eine Hälfte von The Knife oder Karin Elisabeth Dreijer. Alle führen zur selben Person – denn die schwedische Sängerin ist unter all diesen Namen aktiv. Und selbst hier könnte man die Liste noch verlängern, so hat Dreijer unter anderem bei Songs von Röyksopp und Deus mitgewirkt. Immer gleich bliebt allerdings Dreijers markante, einzigartige Stimme. Diese changiert irgendwo zwischen fernöstlichem Klang und südenglischem Akzent. Mit Fever Ray hatte Dreijer bereits Anfang 2009 ein Album veröffentlicht, das durch dunklen Elektro-Pop auffiel. Dies sollte für Jahre das einzige Album unter diesem Namen bleiben. Doch als sich die Geschwister Dreijer – das Duo The Knife bestand aus Karin und ihrem Bruder Olof Dreijer – schließlich 2014 für eine Auflösung der Band entschieden, wurde wieder Platz für längst vergangene Projekte. Und so gab es vor einigen Tagen die überraschende Veröffentlichung eines zweiten Albums unter dem Alias Fever Ray. Die Zeit zwischen beiden Alben sollte nicht unbemerkt am Sound Fever Rays vorbeigehen. So ist ihr nun veröffentlichtes Album Plunge deutlich mehr von Synthesizern geprägt und hat mehr verfrickelte Nuancen zu bieten. Auch klingt Dreijer stimmlich weicher und präsenter denn je. Die erste Singleauskopplung To The Moon And Back hört sich daher deutlich poppiger und froher an, als man es von Fever Ray bisher gewohnt war. Wagt sich Dreijer musikalisch eh stets mehr als andere Künstler, wird auf To The Moon And Back deutlich, wie weit sich die Sängerin zwischen Pop, Indie und Elektro austobt. Dabei klingt To the Moon And Back modern, schnell und immer auch mit einem Hang nach einem Überhitzen der Synthesizer an – und somit wiederum typisch nach Karin Dreier Andersson.