Shura – Zärtlich, warm und intim

Das Paradebeispiel einer neuen Selbstverständlichkeit ist die Britin Aleksandra Lilah Denton – alias Shura – nach Songs wie Indesicion2ShyWhat’s It Gonna Be auf jeden Fall. Wer so offen mit seiner Sexualität und der gleichgeschlechtlichen Liebe umgeht, ohne diese plakativ zu präsentieren und dennoch eine ganze Gemeinde hinter sich versammelt, zeigt, dass es Normalität geworden ist, Divers zu sein. In Shuras neuem Song BKLYNLDN spricht sie daher eine ganz besondere Beziehung an. Nämlich die zu einer Frau, die in New York lebt, während Shura in London wohnt. Über das Internet kennengelernt, bahnt sich alles mögliche an und es entsteht Liebe auf Distanz. Schließlich besingt sie den Schritt der Freundin, von Brooklyn in New York nach London zu ziehen. Ist der Song und das Video bis zum letzten Viertel kühl, sanft und verträumt gehalten, bricht er im letzten viertel schließlich auf und präsentiert uns den Drehpunkt in der Geschichte. Denn nun sieht sich Shura plötzlich in New York und hat selbst damit den Schritt des Umzugs gemacht, von dem sie vorher nicht ausging. Dabei verändert sich der Song zu einem smoothen Sommersound, der zwar immer noch verträumt klingt, aber mit einer aufblitzenden, positiven Grundstimmung endet. Mit BKLYNLDN kündigt Shura die erste Single aus ihrem kommenden, zweiten Album an, welches bisher weder einen Titel, noch ein Veröffentlichungsdatum hat aber eine Menge Möglichkeiten mit nur einem Song preisgibt.

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Mokoa feat. Dirty Radio- French House hat einen neuen Namen

Für Dirty Radio ist es eine Selbstverständlichkeit aktuell als einen der großen House-Acts gehandelt zu werden. Für den Franzosen Mokoa ist diese Erfahrung auf sich bezogen aber immer wieder aufs Neue überraschend. Nun haben sich die beiden Acts zusammengetan und mit Magic eine Nummer veröffentlicht, die an all das erinnert, wofür French-House steht. Mit einer gewaltigen Prise 90er-Jahre-Feeling und den – wie ein Bienenschwarm – umherfliegenden Lyrics haben die Kanadier von Dirty Radio mit dem Franzosen einen Song produziert, der sofort in die Beine geht und den Vibe der absoluten Ekstase von Songs die den großen Nummern von Modjo und Dax Riders ähnelt, gleichkommt. Damit hat sich Mokoa in den letzten Jahren auf immer größeren Bühnen wiedergefunden und stand bereits neben Acts wie Ofenbach, Kungs, Synapson oder Kavinsky auf der Bühne. Mit seinem Mix aus Disco, Funk und House bringt Mokoa uns die Hochzeit des French-House zurück und lässt uns auf dem 2:49 Minuten – die Magic lang ist – keine Atempause.

The Kooks – Der Sound der ersten Stunde

Lange war er weg, der typische Indiesound der Brightoner Band The Kooks. Hingen die Fans doch an Songs wie Sofa SongNaïveShe Moves In Her Own Way oder Ooh La und tanzten dazu ganze Nächte durch. War die Veränderung des zweiten Albums Konk noch moderat, fielen vor allem die Alben Junk Of The Heart und Listen durch. Nach ihrem 2017er The Best Of… So Far läuteten die Vier nun mit ihrem kommenden, fünften Studioalbum Let’s Go Sunshine eine Wende ein und besinnen sich auf den Sound ihrer ersten Stunden. Bereits auf der Single All The Time konnte man diese Wendung deutlich heraushören. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Four Leaf Clover sind sie endgültig zurück und lassen die Tanzschuhe zappeln. Mit schnellem Gesang Luke Pritchards und zitternden Gitarren klingt Four Leaf Clover so frisch, wie einst vor 13 Jahren, als die rotzfrechen Jungs noch mit provozierenden Äußerungen die Indiewelt eroberten. Dass eine Band nach 13 Jahren so frisch und wach klingt, ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass sich die Band mit sich selber auseinandergesetzt hat und – im Falle der Kooks – nicht davor zurückschreckt, sich zu wiederholen.