Moyka – Mystisch tanzbar

Mit ihren 21 Jahren hat die norwegische Sängerin Monika Engeseth – alias Moyka – so einiges auf dem Kerbholz. Begann sie als 18-Jährige ein Studium für Musikproduktion in Bergen, steht sie nun kurz davor, ihre Debüt-EP zu veröffentlichen. Aktuell müssen wir uns allerdings erst einmal mit ihrer Debüt-Single begnügen – welches im Falle von Colder allerdings ein Leichtes ist. Mit dunklen Synthies, Moykas klarer Stimme – die viele Gemeinsamkeiten mit den Stimmen der ebenfalls aus Norwegen kommende Sängerinnen Ari und Aurora aufweist – und einem unglaublich tanzbaren Beat ist Colder eine hervorragende erste Single und präsentiert die junge Sängerin mit einem starken Sound, der zum Tanzen anregt. Auf Colder hört man daher umso deutlicher, dass Moyka von Künstlern und Bands wie Robyn, Röyksopp und Highasakite beeinflusst wurde und sie, trotz der Tanzbarkeit des Songs, dennoch immer auch eine verträumte Natürlichkeit an den Tag legt. Vorerst stehen nur wenige Auftritte in Norwegen in Moykas Terminkalender – mit Colder wird sich dies wohl in den kommenden Wochen ändern und so haben auch wir hoffentlich bald das Vergnügen, die junge Norwegerin einmal live zu sehen.

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Grace Carter – Emotionale Suche nach einer Antwort

Inspiriert von den Sängerinnen Lauryn Hill und Nina Simone hat die heute 21-jährige Sängerin Grace Carter schon früh die Musik für sich entdeckt. Auch oder vielmehr gerade durch ihren Stiefvater motiviert, bekam Carter zu ihrem 13. Geburtstag eine Gitarre geschenkt und wurde von ihm ermutigt, Songs zu schreiben. Acht Jahre später steht sie bei Warner Bros. unter Vertrag und veröffentlichte mit Silence bereits eine respektable Debütsingle. Nun ist sie mit Why Her Not Me zurück und schöpft aus den Vollen ihrer Songwriting-Kunst. Denn Carter zieht die Inspiration für Texte aus ihren ganz persönlichen Erlebnissen, die allesamt von Wut, Frust, Enttäuschungen und Niederschlägen geprägt sind. Hieraus sammelt Carter ihre Energie und schafft es ihren Songs etwas aufbauendes zu geben und sie nicht als das Ende verstanden zu wissen. Auf Why Her Not Me thematisiert sie die Entscheidung ihres gebürtigen Vaters, die Familie zu verlassen um mit einer anderen Frau und Kindern glücklich zu werden, seiner alten Familie aber Schmerz zuzufügen. Dies schafft Carter mit einer so emphatischen Art, dass man meinen würde, sie könnte es nicht selbst erlebt haben. Durch die kräftige Stimme der Britin, ihr dunkles Timbre und einen bombastischen Sound ist Why Her Not Me so, eine Hymne der Stärke und des nicht Aufgebens und ein großes Ausrufezeichen einer noch jungen Sängerin.

Avril Lavigne – Zurück an die Oberfläche

Mit Songs wie ComplicatedSk8ter Boi, Girlfriend und When You’re Gone war sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen der 2000er. Verkauften sich ihre ersten drei Alben Let Go, Under My Skin und The Best Damn Thing insgesamt über 35 Millionen Mal, blieben die letzten beiden Alben Goodbye Lullaby und Avril Lavigne mit knapp 3 Millionen verkauften Einheiten deutlich hinter den Erwartungen zurück und hatten auch mit den dazugehörigen Singles nur noch moderaten Erfolg. Nach endlos langen fünf Jahren und einer zwischenzeitlichen Erkrankung an Borreliose – die so ausgeprägt war, dass das Nervensystem der Kanadierin angegriffen wurde – ist sie nun mit ihrem ersten neuen Song, seit 2013 zurück. Dabei behandelt Lavigne in Head Above Water genau diese Phase ihres Lebens, bei dem sie mehr denn je stark sein musste. Head Above Water ist in der Stilart von I’m With You und When You’re Gone gesungen und wirkt dabei doch deutlich rockiger. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass hier mehr Instrumente – vom Schlagzeug und Gitarren, bis Streichinstrumente – zum Einsatz kommen und Head Above Water dadurch deutlich voluminöser klingt, als die Songs der letzten Alben. Lavigne ist hier mit einem Song zurück, der inhaltlich, sowie vom musikalisch absolut überzeugt und ihre Rückkehr ins Rampenlicht mit Wucht vollzieht.

Kara Marni – Ein Hauch von Sommer

Bereits mit drei Jahren hatte die britische Sängerin Kara Marni im Auto zu Songs geträllert. Dass daraus 17 Jahre später eine Sängerin werden würde, die mit unglaublich viel Charme ihre eigenen Songs singt, hätte man nur erahnen können. Nun steht die 20-jährige Sängerin mit ihrer zweiten Single Curve in den Startlöchern und klingt so bezaubernd und entspannt, dass man an einem Sommertag neben ihr auf der Wiese sitzen und den milden Wind auf der Haut spüren möchte. Nennt die Newcomerin Lauryn Hill, Roberta Flack, Amy Winehouse und Diana Ross als Einflüsse, hört sich ihre neue Single wie eine Mischung aus all diesen fantastischen Sängerinnen an. Dabei vermittelt Curve mit seinem R&B-Sound eine wohlige Schwere, die man hat, wenn man an einem warmen Sommertag mit Freunden zusammen im Freien unterwegs ist. Eine Art Blase, wie sie nur wenige Künstler hinbekommen. Das sommerliche Gefühl, welches Curve vermittelt, erinnert hier stark an Songs wie Glamorous von Fergie oder John Legends P.D.A. (We Just Don’t Care) die ein ähnliches Gefühl der Sommerschwere erzeugen. Dabei ist die Britin noch komplett neu im Musikbusiness und hat vor Curve mit Golden erst eine Single veröffentlicht. Mit Curve beschert uns Kara Marni einen wunderbaren Sommerhit, der seinen Weg erst noch finden muss, sich dann aber festsetzen wird und nicht mehr gehen möchte.