Kings Of Leon - The Bandit

Kings Of Leon – Neue Tracks, neues Album!

Mit ihren insgesamt sieben bisherigen Alben haben die Rockkönige von den Kings Of Leon in den vergangenen zwanzig Jahren alles erreicht, was es im Rockolymp zu holen gibt. Von rotzigen Indiehits, wie Molly’s Chambers und The Bucket aus dem Debütalbum Youth and Young Manhood (2003) über die absoluten Überhymnen Sex On Fire und Use Somebody ihres weltweiten Durchbruchs Only By The Night (2008) bis hin zu einer musikalischen Veränderung auf ihrem letzten Album Walls (2016) haben sie alles durchgespielt. Hat Sex On Fire den Grammy in der Kategorie Best Rock Performance by a Duo or Group with Vocal gewonnen, wurde Use Somebody sogar gleich drei mal mit einem Grammy in den Kategorien Record Of The Year, Best Rock Song und Best Rock Performance by a Duo or Group with Vocal ausgezeichnet. Dabei hat sich das Album Only By The Night mit 7,5 Millionen Platten mit Abstand am meisten verkauft und hat die Band insgesamt über 21 Millionen Platten und 38 Millionen Singles abgesetzt. Während von vielen Fans der ersten Stunde in den letzten beiden Alben Mechanical Bull (2013) und Walls (2016) eine gewisse Müdigkeit der Band festgestellt wurde, die auch bei Auftritten, wie auf dem Berliner Lollapalooza Festival 2016 mitzubekommen war, gingen auch die Verkaufszahlen der Band aus Nashville zurück.

Kings Of Leon
Kings Of Leon

Mit einem fulminanten Auftritt auf der 2019er Ausgabe des Berliner Lollapalooza Festivals fegten sie jedoch all diese Eindrücke förmlich weg und begeisterten mit einer sagenhaften, energiegeladenen Show und einer Offenheit, die man als Berliner so nicht von der Band gewohnt war. Während die US-Amerikaner im März 2020 mit Going Nowhere einen ersten neuen Song veröffentlichten, verdichten sich seit ein paar Tagen die Gerüchte um eine baldige Veröffentlichung des achten Albums der Band. Diese Gerüchte feuerte die Band selbst immer wieder an, indem sie seit dem 1. Januar insgesamt sechs Snippets zu Songs mit Titeln, wie Must Catch The Bandit, Feel The Way You Do, Dancing In Your Head, Spin It Like We Can, I’m Going Nowhere und When You See Yourself veröffentlicht hat. Diese sind zwar sehr unterschiedlich, bilden aber gleichzeitig die komplette Palette der bisherigen Diskografie der Band ab. Hier hören wir von typisch, hallenden Gesängen – die mit sphärischen Gitarren unterlegt sind – wie auf Feel The Way You Do, über treibende Rocksongs, wie Must Catch The Bandit bis hin zu den typischen Gitarrenriffs eines Dancing In Your Head – welches so sehr an Use Somebody erinnert – in jedem Ton den Atem der Band um Frontsänger Caleb Followill. Die gerade veröffentlichte Single The Bandit begeistert daher mit genau diesem Sound der Kings Of Leon. Laute Gitarren, treibende Bridges und Calebs wunderbare Stimme, sowie einmal mehr Stadionrock at it’s best. Die Kings Of Leon sind zurück und mit ihnen der ganz große Rock! Und kurzerhand ging zum gleichen Zeitpunkt der Songveröffentlichung auch die Info raus, dass das achte Kings Of Leon Album When You Se Yourself heissen wird und am 03. Mai veröffentlicht wird.

Amber Run - Worship

Amber Run – Die Ruhe zwischen dem aktuellen Album

Mit ihrem neuesten Album Philophobia, das die Nottinghamer Band Amber Run Ende September veröffentlicht hat, hat die Band um Frontsänger Joshua Keogh förmlich eine Sinuskurve musikalisch umgesetzt. Denn hat Philophobia auffallend viele, große und schrammelige Rocksongs, setzen die Briten, wie bei Affection auch immer wieder ruhige Tracks dazwischen und sorgen so für ein Auf und Ab beim hören des Albums. Dabei sind es nicht nur ruhige Songs, sondern vielmehr vor Melancholie und Depression erdrückende Stücke, die uns so berühren. Haben Amber Run zur Veröffentlichung ihres dritten Albums am 27. September gleich auch alle Songs einzeln auf Youtube gesetzt, wurde Worship zu einem der Lieblinge der Fans. Hier kommen Streicher, ein Klavier und die Stimme eines äußerst verletzlich klingenden Keogh so passend zusammen, dass sich Worship zu einer herzzerreißenden Ballade zusammensetzt. Darauf singt Keogh davon, dass er eine Person liebt – diese Liebe ihm scheinbar aber nicht gut tut. Zum Ende des Songs predigt Keogh förmlich eine Realität, der er sich stellen muss und verliert sich zunehmends in den Textzeilen I lived alone before I met you. Maybe I’ll live alone again. Dass es neben all den lauten Songs auch wieder die Ruhigen sind, die Amber Run so wunderbar beherrschen, zeigt, wie sehr sich die Band alle Richtungen offen hält und einen neuen Sound ausprobiert, ohne den alten zu verlieren.

Sam Fender – Kraftvoll und wagemutig

Mit 21 Jahren steht man nicht gerade für politische Orientierung. Der junge Sänger Sam Fender aus Newcastle in Großbritannien hat mit seiner im November veröffentlichten Single Start Again allerdings gezeigt, dass es sehr wohl politisch Interessierte gibt, die deutlich unter 3o Jahre alt sind. Dabei trifft der Sänger genau den Nerv, der gerade bei den Briten immer noch für eine Spaltung sorgt. Start Again ist eine kraftvolle Rocknummer, die durch wunderbaren Gitarrensound und das stets präsente Schlagzeug fast schon brachial wirken. Hier verbindet der Sänger klassische 90er-Jahre Elemente der Rockmusik mit modernem Gesang, der mal wohlig, mal erzählerisch klingt. Noch vor einem Jahr keinen Plattenvertrag besitzend, wurde er Ende 2017 zu einem der Acts gewählt, die in der BBC Radio One Liste BBC Music Sound Of 2018 aufgelistet wurden. Jetzt ist er mit einem dazugehörigen Musikvideo zurück und pusht den ohnehin schon starken Song damit nochmal zusätzlich.

7fields – Knisternd, intimer Elektro

7fields ist nicht neu auf der Bühne, doch kennt den Künstler unter diesem Alter-Ego wohl kaum jemand. Dabei macht Wolfgang Schrödl bereits seit über 20 Jahren Musik und ist damit durchaus erfolgreich. Denn als Frontmann der Rockband Liquido und ihrer Single Narcotic hatte Schrödl es 1998 bis auf Platz 3 der deutschen Singlecharts geschafft und darüber hinaus auch in Europa einen Hit gelandet. Machte er mit Liquido bis 2009 zusammen Musik, brauchte es knapp 7 weitere Jahre, um sich zu dem Schritt einer Soloplatte zu motivieren und das, obwohl er immer wieder von vielen Wegbegleitern dazu animiert wurde. Mit seinem gleichnamigen, 2017 veröffentlichten, Debütalbum überraschte der Sänger, der vormals mit Rocksongs bekannt wurde, durch einen reduzierten, elektronischen Sound, der zwischen Instrumenten und Reglern eine Art Elektro-Folk erzeugt. Mit seiner, nun veröffentlichten, Single What We Have Done kündigt Schrödl alias 7fileds nicht nur sein zweites Album an, sondern zeigt einmal mehr, wie wandelbar der Musiker ist. Bleibt er seinem satten Elektrosound treu, kann man die Verliebtheit zur Genauigkeit in den Zwischenräumen des Songs hören. Da sorgt ein leises Knistern für Wärme und fricklige Synthieklänge für eine Orientierungslosigkeit, die durch einen wohligen Beat und Schrödls sanften Gesang wieder aufgefangen werden. What Have We Done ist ein Traum, der versucht, den Hörer zu isolieren und einzunehmen. Dies schafft Schrödl mit der ersten Singleauskopplung und lässt das Verlangen nach mehr aufkommen.

Biffy Clyro - Re-Arrange

Biffy Clyro – Man kann es kaum glauben

Ja, es sind Biffy Clyro, die Ihr hört. Die britische Band, die mit Songs wie Mountains, Many Of Horror oder Black Chandelier in den letzten Jahren für Rocksongs gesorgt hat, wie kaum eine andere Band von der Insel. Dabei gibt es die Band bereits seit 21 Jahren. Hier sieht man, dass sich Ausdauer lohnt, hat die Band doch erst im letzten Drittel ihrer bisherigen Karriere die Höhepunkte erlebt. Nun sind sie mit der vierten Single ihres siebten Albums Ellipsis zurück und zeigen eine Seite, die man so von Biffy Clyro noch nicht gewohnt war. Mit Re-Arrange veröffentlicht die Band eine Nummer, die poppiger für die Band nicht sein könnte. Da klingt die Stimme von Frontsänger Simon Neil sanft und melodisch und ist das musikalische Arrangement schlicht und sachlich gehalten. So kommen fast ausschließlich Gitarre und Schlagzeug zum Einsatz. Passend für den Winter ist Re-Arrange allerdings eine wunderschöne Ballade, die von Biffy Clyro so nicht zu erwarten war.