The Best Of 2020 Vol. 14

The Best Of 2020 Vol.: 14

01. Roosevelt – Echoes (zum Artikel)

02. Aluna – Envious (zum Artikel)

03. SG Lewis feat. Robyn & Channel Tres – Impact (zum Artikel)

04. Amy MacDonald – The Hudson (zum Artikel)

05. Blu DeTiger – In My Head

06. Romy – Lifetime (zum Artikel)

07. London Grammar – Californian Soil (zum Artikel)

08. Bicep – Apricots (zum Artikel)

09. Polo & Pan – Feel Good (zum Artikel)

10. Hugo Barriol – Stay

11. James Vincent McMorrow with Kenny Beats – I Should Go (zum Artikel)

12. Jono McCleery – Call Me (zum Artikel)

13. Freyr – Avalon (zum Artikel)

14. SYML – I Wanted To Leave (zum Artikel)

15. Novaa – The Futurist (zum Artikel)

16. Mallrat – Rockstar (zum Artikel)

17. The Japanese House feat. Justin Vernon – Dionne (zum Artikel)

18. Maxïmo Park – Child Of The Flatlands

19. Spoon And The Forkestra – Pirates (zum Artikel)

20. Jónsi feat. Robyn – Salt Licorice (zum Artikel)

Spoon And The Forkestra - Pirates

Spoon And The Forkestra – Melancholischer Hedonsimus

Wir alle kennen diesen Moment, der unweigerlich kommt, doch den man nur all zu gerne hinausschieben möchte. Es ist der Moment, an dem man einem guten Freund – ja vielleicht sogar dem besten Freund – Lebewohl sagen muss, da er die Stadt verlässt, um ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Zumeist kommen diese Abschiede in der Zeit zwischen Schulende und Anfang der Ausbildung oder des Studiums vor. Doch was ist, wenn es erst mit Ende 20 oder in den 30ern soweit ist? Das Duo Spoon And The Forkestra haben aus diesem Gefühl einen Song gemacht und überraschen damit zugleich. Denn während ihre Debütsingle Mosquitoes noch auf einer völlig intimen Basis aufbaute, gehen Emily-Mae Lewis und Timo Zell auf ihrer zweiten Single Pirates ordentlich nach vorne. Ganz nach dem Gefühl – wenn schon denn schon, lassen sie uns nicht nur musikalisch, sondern auch visuell mit ihrem Musikvideo daran teilhaben, wie sie einen solchen Abschied verarbeiten würden.

Spoon And The Forkestra - Pirates (Video)
Spoon And The Forkestra – Pirates (Video)

Nämlich mit einer ordentlichen Portion an melancholischem Hedonismus. Das Gefühl, mit der besseren Hälfte noch einmal alles niederzureissen und die Nacht zum Tag zu machen, sich gegenseitig bis ins Unendliche zu necken und den Anderen dabei eher an sich binden zu wollen, als ihn gehen zu lassen und zeitgleich nicht eine Sekunde vergessen zu können, dass es das letzte Mal sein wird – kennen wir alle nur zu gut. Lewis und Zell gehen auf Pirates musikalisch genau diesen Zwiespalt zwischen lauten Gitarrenriffs, ruhigen Gesängen, mächtigen Bässen und einem Aufschrei als Refrain ein. So ist Pirates eine Indie-Hymne von Abschied, Zugehörigkeit und dem Willen, an etwas festzuhalten, das eigentlich schon losgesagt ist. Vergleicht man Mosquitoes mit Pirates könnte der Unterschied im Sound nicht größer sein. Als zweite Auskopplung, aus ihrer bevorstehenden Debüt-EP verheisst es allerdings nicht weniger, als ein enorm spannendes Debüt zu werden, das offen für Richtungswechsel und neue Musik ist.