Purity Ring - Stardew

Purity Ring – Mysteriöse Homepage und Album Nr. 3

Es scheint momentan eine Zeitspanne zu sein, die viele Musiker motiviert, wieder ein Album zu veröffentlichen. Nach Shrines (2012) und Another Eternity (2015) hatte sich das kanadische Duo Purity Ring lange fünf Jahre nicht mehr zurückgemeldet. Dabei standen sie Anfang der 2010er-Dekade mir Bands wie MS MR und Poliça für eine Welle mystisch, epischer Synthiepop-Songs. Nach zwei ausgedehnten Tourjahren 2016 und 2017 gab das Duo um Megan James und Corin Roddick 2017 schließlich bekannt, sich eine Auszeit zu nehmen, um an neuem Material zu arbeiten. Nun ist das lange Warten vorbei – denn mit einem kleinen Puzzle auf ihrer Homepage kündigen Purity Ring nun mit der Single Stardew nicht nur neue Musik an, sondern gleichzeitig ihr drittes Studioalbum Womb und eine ausgedehnte Tour, die sie im September auch nach Berlin führen wird. Auf Stardew verbinden Purity Ring einmal mehr ihren typischen Synthiesound mit Glocken und dem mädchenhaften Gesang James‘. Dabei klingt Stardew deutlich positiver und heller, als es die ersten beiden Alben taten. Mit einer regelrecht euphorischen Stimmung singt sich James durch pulsierende Synthies und tanzt förmlich auf einem wabernden Beat. Mit Stardew lassen Purity Ring die letzten fünf Jahre der Stille fulminant enden und versprechen nicht weniger, als ein weiteres großartiges Album zu veröffentlichen.

 

Austra - Risk It

Austra – Stimme in ungeahnte Höhen gepitcht

Es klingt ein wenig so, als würde ein verspielter Song aus einer Kindersendung am Samstagnachmittag laufen – hört man sich den neuen Song Risk It von Austra an. Da ist diese enorm gepitchte Stimme von Frontsängerin Kaitlin Austra Stelmanis, die den Song anfangs etwas schwer verdaulich klingen lässt. Doch umso öfter man Risk It hört, umso vertrauter wird der Song und man nimmt plötzlich die Trompeten wahr oder Stelmanis gewohnt tollen Gesang in den Strophen und schließlich den Text, der davon erzählt, zu viel Angst davor zu haben, eine Beziehung zu beenden. So ist der Refrain aus den Worten Risk It, I wouldn’t risk it wie ein Zwiegespräch zwischen Stelmanis selbst. So eine Art guter Engel, böser Engel, die der Sängerin sagen wollen, was sie zu tun hat und was sie besser bleiben lassen sollte. Und letztendlich erkennt man in Risk It – trotz der neuen – hohen Töne, einmal mehr ganz klar heraus, dass es sich um einen Song der kanadischen Band handelt, die mit ihrem langsamen, elektronischen Sound eine Art Wolke bilden, die einmal mehr für 3:57 Minuten alles um einen herum einnimmt. Risk It ist gleichzeitig der erste Vorbote für das Album HiRUDiN, welches für den 1. Mai 2020 zur Veröffentlichung geplant ist. Ebenso gibt es mit dem 18. Mai in Berlin und dem 21. Mai in Wien bereits zwei Konzerttermine für die es Tickets zu kaufen gibt. Ob noch mehr Termine in Deutschland folgen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.

Lane 8 feat. Poliça – Sie haben es wieder getan

Seitdem der US-Amerikanische Produzent und Musiker Daniel Goldstein 2018 sein vielbeachtetes zweites Studioalbum Little By Little als Lane 8 veröffentlichte, hat sich viel im Leben des – in der Zwischenzeit zum Vater gewordene – Musikers verändert. Den Blickpunkt den, der momentan in Denver lebende, Goldstein durch einschneidende Erlebnisse – wie Vater zu werden oder ein eigenes Label zu gründen – in den vergangenen Jahren hatte, veränderte seine Arbeit immer wieder und zeigt heute einen Musiker, der sehr stark mit der Gegenwart verbunden ist und diese in seine Musik einfließen lässt. Noch 2017 erklärte er auf die Frage, warum er denn in Zeiten von Streaming und Sets noch an einem Album arbeite mit den Worten, dass ein Album eine ganz andere Sprache spreche. Und so heisst es auch 2020 wieder, dass wir mit einem Album des Produzenten verwöhnt werden. Mit dabei ist – wie auch schon auf Little By Little – die US-Amerikanischen Band Poliça, deren Song Brightest Lights nun sogar erneut, nach No Captain auf Little By Little, als Leadsingle des gleichnamigen neuen Albums veröffentlicht wurde. Dabei fängt Goldstein die Harmonien so großartig ein und möchte damit einen Raum der Reflexion schaffen. Von Höhen und Tiefen zehrend gibt es auch immer einen Weg, das Leben und in der heutigen, herausfordernden und mitunter düsteren Welt, etwas Positives zu sehen. Genau diese Energie versprüht Brightest Lights durch einen schnellen, beatlastigen Sound, der von Poliças-Frontfrau Channy Leaneagh durch so sanften und treibenden Gesang bereichert wird, dass man sich in dem Sound verlieren kann.

Close Talker - The Change It Brings

Close Talker – Der Zeit voraus

Die Zeit wurde bereits in vielerlei Hinsicht musikalisch thematisiert. Mal in Persona, mal als ewiger Feind, mal als glücksbringender Freund. Das kanadische Trio Close Talker hat für das kommende Album How Do We Stay Here? allerdings den Ansatz verfolgt, eine Platte zu machen, die thematisch die letzten zwei Jahre behandelt und gleichzeitig zeitlos wirken soll. So möchte die Band, dass die Songs auf How Do We Stay Here? auch in zehn Jahren noch hörbar sind, ohne dass man an ihnen ausmachen kann, in welchem Jahr und zu welcher Bandphase sie entstanden sind. Auf ihrem nun veröffentlichten Song The Change It Brings kämpfen sie hingegen gegen die Zeit, indem sie vieles schaffen, jedoch oftmals auch einfach gar nichts machen wollen und so der zeit die Stirn zu bieten. Denn letztendlich ist es die Zeit – Jahre, Tage, Stunden – die uns vor sich hertreibt. Dabei klingen Close Talker so sanft und gemütlich, dass man sich Hektik bei Will Quiring (Frontsänger), Matthew Kopperud (Gitarrist) und Christopher Morien (Drummer) gar nicht vorstellen kann. Doch ist The Change It Brings ein konkretes Resultat der vergangenen Jahre als Band und deren Höhen und Tiefen. Mit einem angenehm hauchenden Gesang und einem tiefen Sound zeigen Close Talker, wie Indie Rock ohne flippige Beats und freche Texte klingen kann und streicheln dabei ganz nonchalant unser Gemüt. Das am 30. August erscheinende How Do We Stay Here? widmet sich diesem Thema schließlich auch auf elf Songs und unterstreicht, wie, von der Zeit losgelöst, Indie klingen kann.

Young Franco – Disco, Funk und viel Bass

Young Franco feat. Dirty Radio - Drop Your Love

Young Franco feat. Dirty Radio – Drop Your Love

Mit wem könnte es besser durch die Samstagnacht gehen, als mit dem jungen DJ und Produzenten Young Franco. Mit gerade einmal Anfang zwanzig, ist der, in Brisbane lebende, Australier auf dem besten Weg, den Ton für die kommende OpenAir-Clubsaison anzugeben. Denn wo sollte ein Song wie Drop Your Love besser hinpassen, als unter den freien Himmel und in OpenAir Clubs?!
Geprägt von Vocodersounds, viel Bass und einer ordentlichen Prise Discomusik, klingt Drop Your Heart nach jeder Menge Spaß. Unterstützung bekommt Young Franco von der kanadischen Band Dirty Radio, die sich ebenfalls dem Soul, R&B und der Disco verschrieben haben. So ist ein Song entstanden, der nur so vor Lebensfreude strotzt. Also drückt auf Play und lasst die Party kommen!