Iggy Pop - James Bond

Iggy Pop – Eine Legende findet sich neu

Iggy Pop ist jemand ganz besonderes. Hat er mit seinen 17 bisherigen Alben nie den ganz großen kommerziellen Erfolg feiern können, gilt der in Michigan, USA, geborene Sänger als Ikone des Punks und hat unzählige Bands und Musiker beeinflusst. Zwischenzeitlich lebte Pop zusammen mit David Bowie in einer WG in Berlin Schöneberg und schrieb mit ihm an zwei seiner erfolgreichsten Alben. Heute kennt Iggy Pop fast jeder – ist er doch der Rockstar, der immer Oberkörper frei auf der Bühne steht und mit seinen langen, blonden Haaren die Menge begeistert. Doch seine Songs sind vielen auch heute noch ehe unbekannt. Nun hat Pop mit Free sein – unglaubliches – 18. Studioalbum veröffentlicht und zeigt sich hier von einer gänzlich anderen Seite. Reflektiert, ruhig aber auch außer Atem präsentiert Pop seine Musik als völlig neue Interpretation seiner Person. Pop selbst sagt darüber, dass auf dem Album andere Künstler von ihm reden, Pop ihnen aber seine Stimme geliehen hat. So zeigt sich auf der aktuellen Single James Bond, dass Pop diese Schnittstellen hervorragend herausstellt. Denn hier klingt Pops Stimme, der, des 2003 verstorbenen Country-Sängers Johnny Cash fast zum verwechseln ähnlich. Diese Stimme ist nicht neu, nur nutzt sie Pop sehr selten und zeigt auf James Bond einen jazzigen Sound mit Trompeten und funkigen Elementen. Free ist Iggy Pops „Durchatmen“ vom bisherigen Sound und erfindet den Ausnahmemusiker, der seit 60 Jahren im Musikgeschäft ist, fast gänzlich neu. James Bond zeigt dabei die Erhabenheit des Sängers, sich diesem Moment anzuvertrauen.

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George Ezra – Konzertkritik

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21 Jahre jung ist George Ezra, doch hat er es innerhalb kürzester Zeit geschafft zu einem der erfolgreichsten britischen Musiker 2014 zu werden. Am 11. November 2014 war dann eines seiner, zumeist ausverkauften Konzerte, in Berlin. Bereits einmal auf eine größere Halle ausweichend war auch das Konzert in der Spielstätte Huxleys Neue Welt ausverkauft.  Als Support gab es die britische Singer-/Songwriterin Rae Morris zu hören, auf die ich dann morgen genauer eingehe. Lange 45 Minuten dauerte es schließlich vom Ende des Support-Acts bis zum Bühnenstart des Ezra Konzertes und doch kam nicht das Gefühl des ewigen Wartens auf. Waren doch die Umbaupausen-Songs sehr gut gewählt.

Schließich sollte es losgehen und Ezra startete gleich mit einem energiegeladenem Song – ‚Cassy O.‘ – in den Abend. Auch bei ‚Listen To The Man‘ und ‚Blame It On Me‘ war seine Stimme sowie die umfassende Bühnenpräsenz der Instrumente stark ausgeprägt.
Es folgten ein paar akustische Songs wie der unglaublich entspannte am-Strand-das-Leben-genießen-Song ‚Barcelona‘, sowie ‚Benjamin Twine‘ und ‚Leaving It Up To You‘ der mit einem kleinen chorartigem Gesang durch den Refrain führte. Hier stand Ezra alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne und streifte mal gefühlvoll, mal drängend die Songs von sich.
Im dritten Teil des Konzertes wurde es dann wieder poppiger und so hatte Ezra mit ‚Spectacular Rival‘ einen elektronisch unterlegten und mit starken Gitarrensolos versehenen Song gespielt der fast schon etwas Psychedelisches hatte. Und besonders hier stach Ezras tiefe Stimme stark hervor.
Es folgte mit ‚Breakaway‘ eine kurze Ballade Ehe zu Ezras großem Hit ‚Budapest‘ eingestimmt wurde. Hierbei war es natürlich ein Selbstläufer, dass das Publikum bei den markanten Stellen mitsang.
Nach einem kurzen Abgang und der obligatorischen Zugaberufe folgten noch zwei Songs wobei gleich der erste überraschte. Denn mit ‚Girls Just Wanna Have Fun‘ hatte man auf einem George Ezra Konzert wohl am wenigsten gerechnet. Ist doch Cyndi Laupers Stimme das komplette Gegenteil von Ezras. Des Spaßes Abbruch hatte dieser Unterschied allerdings nicht bedeutet. Den Abschluss des Abends bedeutete ‚Did You Hear The Rain‘ der nochmal mit starker Gitarre und noch stärkerer Stimme ein Vollkommenheitsgefühl beim Publikum erzeugte.

Man merkte George Ezras Bezug zu den Helden der Siebziger Jahre an. Waren doch viele seiner Songs stark an die Arbeitsweise eines Johnny Cash’s angelehnt und spielte die Band ein Klangkonzert das dem des damaligen Sounds wohl sehr nahe gekommen wäre ohne zu countrylastig zu klingen. Dann wiederum folgten rockige Elemente, wie die Gitarrensolos, als wären sie von den Eagles komponiert.
Dass Ezra bei jeden Lied Spaß hatte und dem Zuhörer dies auch mitteilen wollte spürte man zu jeder Zeit, so kam auch mal der ein oder andere Witz nur Einstimmung seines nächsten Songs zu Stande. Und so war es ein frisches Konzert mit einem sympathischen Briten und einer großen Stimme.