Two Year Vacation - Never Been To Paris

Two Year Vacation – Reisen in Zeiten der Pandemie

Wie gehen wir eigentlich in der momentanen Zeit mit unserem Fernweh um?! Die einen versinken wahrscheinlich im Selbstmitleid um unzählige verpasste Chancen, die Welt zu entdecken. Die anderen machen daraus Musik – wie wir es gerade bei dem schwedischen Quartett Two Year Vacation sehen können. Denn mit ihrer neuen Single Never Been To Paris haben die Göteborger eine so sympathische Nicht-reisen-können-Hymne veröffentlicht, dass man schon fast wieder Reiselust bekommt. Bereits mit ihrer Single I Forgot Your Name (But I Like You) aus dem Frühjahr 2019 stellte klar, dass Two Year Vacation mehr für die gute Laune zu haben sind, als melancholische Melodien. Und selbst, wenn sie, wie bei Never Been In Paris über die begrenzten Möglichkeiten zu Reisen singen, klingt es immer so, als würden sie dabei ein Lächeln auf den Lippen haben. Mit großartigm Indiesound und dem verschmitzten Gesang Anton Tuvessons klingt Never Been In Paris nach so viel Spaß, dass man sich fast selbst in Paris wiederfindet. Hinzu kommt das amüsante Musikvideo, bei dem sich die Band – dank eines Greenscreen-Studios – nach Paris projektieren und einen auf Franzosen machen. Locker, selbstironisch und mit einer gehörigen Portion Humor singen sich Two Year Vacation mit jedem neuen Song weiter in die Herzen aller Indieliebaber und lassen die Vorfreude auf ihre – am 12 Juni erscheinende – EP Bedroom Rock damit steigen.

Flight To Moonlight - Midnight

Flight To Moonlight – Wunderbar lockerer Sommerhit

Flight To Moonlight hat einen direkten Weg gefunden, um seine Musik abseits der großen Promotion-Firmen zu bewerben. Adam Baring – der sich hinter Flight To Moonlight verbirgt – durchforstet Blogs, guckt, zu welchen Seiten seine Musik passen würde und schreibt diese an, was einer Art Kaltakquise gleich kommt. Allerdings dürfen sich viele Blogs auch freuen, Anlaufpunkt zu sein, hört man sich die beiden bisher veröffentlichten Songs des Musikers einmal an. Mit seiner 2018er Debütsingle Sticky Hearts begeisterte er sofort durch einen verspielt, fröhlichen Elektronica-Sound. Nun hat Baring mit Midnight einen neuen Track veröffentlicht und verbindet seinen Elektronica-Sound mit Tropical-House-Elementen. Hinzu kommt ein treibender Synthiebeat, der durch den Gesang des East-Londoner Sängers Priz an Temperament gewonnen hat. Beide zeigen als Newcomer – durch die Kollaboration auf Midnight – dass ihnen die Zusammenarbeit gut steht und wecken sie die Lust auf weitere Songs als Duo. Während Priz bereits angekündigt hat, an seinem Debütalbum zu arbeiten, sind bei Flight To Moonlight die Weichen noch nicht gestellt und lässt es uns hoffen, dass Adam Baring keine weiteren zwei Jahre benötigt, um einen nächsten Song zu veröffentlichen. Midnight besitzt einen ansteckenden Sound, der hier und da lose an Künstler, wie Roosevelt oder Duke Dumont erinnert, lässt aber auch immer klar einen Singer/Songwriter-Hauch erkennen. Dabei hat sich Baring mit sehr viel Humor an den Song gesetzt, denn geschrieben hate er ihn – eigenen Aussagen zufolge – mit der Absicht etwas zu produzieren, dass ihn stolz macht und womit er prahlen kann, aber auch beim Hörer den Moment auslösen soll, den man hat, wenn man sich einen Bee Gees Song anhört. Wer noch auf der Suche nach einem passenden Frühlings- oder Sommerohrwurm ist, hat ihn mit Midnight gefunden und kann ihn getrost auf seine Summer-Playlist setzen.

Bad - Sweat

B.A.D. – Sie lassen dich schwitzen

Zwei Freunde, welche die gleiche Liebe zur Musik teilen, machen seit acht Jahren zusammen Musik und entscheiden sich doch erst vor knapp einem Jahr dafür, daraus auch eine Band zu formen. Dass sich die beiden so wunderbar ergänzen, zeigt ihr aktueller Song Sweat, der Funk, mit zuckersüßem Pop und Soul verbindet und einen satten Ohrwurm auf uns los lassen. Mit einem kopfverdrehenden Trompetensound und flirrend blubbernden Funkbeats ist Sweat soulig sowie er Elemente des Swings mit bedient. Mit ihrer, im März veröffentlichten, EP Good haben Julia Brex und Jackson Hoffman eine großartige Variante des Big Sounds und der 70er-Jahre-Disco produziert, die mit Humor und einer gewissen Sexyness auch gut einen Abend als Alleinunterhalter und Cabarettshow laufen könnte. Bei dem New Yorker Duo Bad realisiert man erst wieder wie unbeschwert, klebrig süße Popmusik klingen kann und man sich um nichts anderes mehr Gedanken machen muss.

Celine Dion – Titanic Vol.: 2

Vor genau 20 Jahren hatte die kanadische Sängerin Celine Dion ihren – bis heute – größten Hit. Mit dem Titelsong My Heart Will Go On, zum Blockbuster Titanic, verkaufte sie über 18 Millionen Platten und wurde der Song so, zur zweiterfolgreichsten Single einer Sängerin aller Zeiten. Seitdem sind 20 Jahre vergangen, elf Alben veröffentlicht und unzählige Singles rausgekommen, doch keine war nochmals so erfolgreich, wie My Heart Will Go On. Nun allerdings, hat sich Celine Dion ein weiteres Mal an einen Titelsong eines Blockbusters gewagt. Mit Deadpool 2 läuft am 17. Mai die Fortsetzung des 2016er Hits an und hat mit Ashes einen ebenbürtigen Titelsong erhalten, der sich tatsächlich mit dem Titanic-Soundtrack messen kann. Ashes wirkt dabei so unpassend wie kaum ein anderer Titelsong. Wird bei dem Actionfilm Deadpool 2 rumgeschossen und explodiert alles, was nur in die Luft fliegen kann, singt sich Dion durch einen Liebessong, der so groß und episch ist, wie kaum ein anderer Soundtrack. Mit großen Gesten und Dions Stimmgewalt gibt es hier die ganz großen Emotionen und von Streichern und Klavieren ein ganzes Orchester, das Dion begleitet. So Emotional und groß Ashes auch sein mag, ist auch immer eine Prise Humor dabei. Und so kommt es, dass im zweiten Drittel des Videos plötzlich Deadpool auf Highheels auf die Bühne tritt um Ballett zu tanzen. Zum Ende dann lobt Deadpool – hinter dem sich Ryan Reynolds verbirgt – Dion für ihre Performance, erwartet jedoch, dass Dion einen Gang runterschaltet und nicht gleich auf dem Top-Level performt – schließlich sei das eben nicht Titanic. Dies konntert Dion damit, dass bei ihr unter diesem Niveau nichts geht. Ashes hat das Zeug, ein ganz großer Hit zu werden und sich neben My Heart Will Go On auf gleicher Höhe einzuordnen.