Haim – Dunkle Zeiten musikalisch umgesetzt

Mit ihrem Sommersong Summer Girl meldeten sich die Haim-Schwestern im Sommer zurück mit neuer Musik. Nun haben sie mit Now I’m In It den nächsten Song veröffentlicht und lose für 2020 ihr drittes Studioalbum angekündigt. Dabei steht Now I’m In It unter einem ganz besonderem Stern – behandeln die drei Kalifornischen Schwestern darin doch den harten Weg durch eine Depression, den die drei simultan in den vergangenen Jahren durchlebt hatten. Mit dem Gefühl, nicht aus dem Haus gehen zu wollen und der generellen Motivationslosigkeit ging auch die Einsicht einher, diese dunkle Zeit nur mit Hilfe zu überstehen. So gingen die Schwestern zu Therapeuten und besingen dies nun auf ihrer neuen Single. Diese erinnert dabei anfangs an Donna Lewis‘ Song Always Forever und wechselt durch die prägnanten Stimmen der Schwestern schließlich zu einem typischen Haim-Song. Wann das neue Album erscheinen wird, ist weiterhin offen, doch deuten zwei Singleveröffentlichungen ein baldiges Erscheinen an.

Haim - Summer Girl

Haim – Chill so hart Du kannst

Die Haim-Schwestern sind für ihren poppigen Indiesound bekannt. Mit ihren beiden bisher veröffentlichten Alben Days Are Gone (2013) und Something To Tell You (2017) hatten sie einen Einfluss auf die aktuelle Poplandschaft geltend gemacht, der in dem Begriff der Haim-Schwestern als eigenständiges Subgenre mündete. Nun haben die Schwestern, zwei Jahre nach ihrem letzten Album, mit Summer Girl eine erste, neue Single veröffentlicht, die wohl das Warten auf ihr drittes Album verkürzen soll. Dabei kommt Summer Girl so unglaublich lässig und relaxt rüber und hat doch einen ganz ernsten Hintergrund, denn im Schreibprozess des Songs erfuhr Danielle Haim, dass ihr Freund an Krebs erkrankt sei. Dass der Song dennoch so fröhlich klingt, ist dem Willen Danielles zu verdanken, die für Ihren Freund stets eine positive Insel sein und ihm in der Zeit mit Freude und Geborgenheit zur Seite stehen wollte. Mit einer enorm starken Referenz an Lou Reeds Walk On The Wild Side lässt sich Summer Girl wunderbar in chillige Momente integrieren und funktioniert durch die Stimme der Schwestern einfach perfekt. Dass Summer Girl eine verträumte Sommerballade ist, zeigen uns Haim in keinem Moment. Doch ist Summer Girl, obwohl er sich so entspannt präsentiert, eine wahre Streicheleinheit für die Seele und zeigt, dass die Haim-Schwestern wieder da sind.

The Best Of 2018 Vol.: 02

01. Lydmor – Money Towers

02. Twin Shadows feat. Haim – Saturdays

03. Simian Mobile Disco – Caught In A Wave

04. Janelle Monáe – Make Me Feel

05. Ladytron – The Animals

06. Little Hours – Later On

07. James Bay – Wild Love

08. DJ Koze feat. Roísín Murphy – Illumination

09. Chris James – I Know You Can Dance

10. Me & Reas – 200 Times

11. Mansionair – Astronaut (Something About Your Love)

12. Xavier Rudd – Walk Away

13. George Ezra – Paradise

14. Sofi Tukker feat. Nervo, The Knocks & Alisa Ueno – Best Friend

15. Fritz Kalkbrenner – Lose (Original Mix)

16. 7fields – What We Have Done

17. Yaeji – Raingurl

18. Kimberose – I’m Sorry

19. Zola Jesus – Ash To Bone (Johnny Jewel Remix)

20. Dermot Kennedy – Young & Free

21. Hyphen Hyphen – Like Boys

Twin Shadow – Mit Haim durch die 80er

In knapp vier Wochen wird George Lewis Jr. – alias Twin Shadow – 35 Jahre alt. Ob seine neue Single Saturdays als Partysoundtrack gedacht war wissen wir nicht, allerdings würde sie perfekt dazu passen. Denn nach drei Alben musste eine neue Motivation her. Diese zeigt sich auf der ersten Singleauskopplung Saturdays seines vierten Albums Caer. Auf Saturdays hat der US-Amerikaner diese nun, in Form von einer ordentlichen Portion 80er-Jahre Synthiepop gefunden. Hier kleben die gegelten Haare und der 80er-Neonchic an jeder Strophe und lassen selbst die Schwestern von Haim wie eine Reminiszenz an Dirty Dancing erscheinen. Wunderbar locker und mit einem Hauch Nostalgie klingt Saturdays einfach nach der perfekten Geburtstagshymne für Twin Shadow.

 

The Best Of 2017 Vol.: 05

The Best Of 2017 Vol. 05

01. Amber Run – Fickle Game

02. Dreamcar – Kill For Candy

03. Gromee feat. Mahan Moin – Runaway

04. Welshly Arms – Legendary

05. Mallrat – Uninvited

06. Sigrid – Don’t Kill My Vibe

07. Kaind – Tiefe Flüsse

08. Mando Diao – Shake

09. The Kooks – Be Who You Are

10. Kraftklub – Fenster

11. Selma & Gustaf feat. The Unmarried Queen – Where We Once Belonged

12. Hurts – Beautiful Ones

13. San Jua – Break Your Fall

14. Her – Five Minutes

15. HAIM – Right Now

16. Phoenix – J-Boy

17. James Blake – My Willing Heart

18. Shout Out Louds – Oh Oh

19. Saux – For I Know

20.Mr. Juke feat. BJ The Chicago Kid – Angels Your Love

21. Tom Grennan – Praying

Haim – Die Schwestern sind zurück

Haim – Right Now

Geschwister die zusammen Musik machen, gibt es seitdem es Musik gibt. Da waren poppige Bands wie Hansons in den 90er Jahren oder Oasis mit den Brüdern Noel & Liam Gallagher oder – um es absolut auf die Spitze zu treiben – Caleb, Nathan und Jared Followill von den Kings Of Leon. Geschwister in er Musikszene sind gang und gäbe. Allerdings sucht man dies im weiblichen Bereich vergebens. Hier sind es die Haim Schwestern – Este, Danielle und Alana – die aufhorchen lassen. Noch dazu, da sie genau zum richtigen Zeitpunkt die perfekte Musik ablieferten. Da wurde der Pop-Rock durch Songs wie Falling, Don’t Save Me und The Wire zur Begleitern einer heranwachsenden Generation, die im Winter ohne Socken und mit zu kurzen Hosen auf die Straße geht und sich desinteressiert zeigt, auch wenn sie Interesse haben. Diesen Trend haben Haim 2013 mit an vorderster Front angeführt und sind gleichzeitig in den amerikanischen Pophimmel aufgestiegen. Nun haben sie mit Right Now die Leadsingle ihres zweiten Albums veröffentlicht, das Something to Tell You heißen wird und diesen Sommer erscheint. Mit Klavier und R&B-lastigem Gesang führen sie durch den balladenhaften Song und stimmen eine fast schon mystische Erzählsprache an. Right Now hat sie zurück, die tollen Haim-Stimmen, die so unterschiedlich eingesetzt werden. Und am Ende kommt – fast schon unerwartet – kommt doch noch ein Schlagzeug-Ausbruch zustande. Und wir alle so… hach.. wie schön.

Shura – verträumt bis fröhlich

Jetzt wird es ernst. Aleksandra Lilah Denton alias Shura hatte in den letzten drei Jahren hart dafür gearbeitet, einen Plattenvertrag zu bekommen – und es schließlich geschafft. Mit Touch, 2 Shy oder Indecision hatte die Britin aus Manchester 2014 für einen regelrechten Blogger-Hype gesorgt. Auch hier auf SOML konntet Ihr Shura’s Werdegang von Anfang an verfolgen. Anfang 2015 wurde sie bereits zu einem der Acts des BBC Sound of 2015 gewählt, doch fehlte der zündende Schritt. Mit ihrem Album Nothing’s Real, das am 8. Juli veröffentlicht wird, geht sie diesen Schritt. Passend dazu veröffentlicht Shura mit What’s It Gonna Be nun eine neue Single, die gleichzeitig bereits die sechste Singleauskopplung des langerwarteten Debütalbums ist.

What’s It Gonna Be ist eine wahnsinnig sympathische Synthiepopballade, die nur so mit 80er-Jahre Verweisen vollgestopft ist. Da werden nicht nur die bildlichen Stilelemente und Verweise auf den Serienhelden Alf und der typischen 80er-Kleidung aufgegriffen, sondern klingt auch der Sound nach einer Mischung aus Madonna, Kylie Minogue und Haim. What’s It Gonna Be ist eine lebensbejahende Pophymne mit einem ganz großen Lächeln und einer ebenso warmen Botschaft. Shura – der Fleiß wird belohnt!

Die Klaxons machen sich’s im Brit-Indie-Himmel bequem

Als die Klaxons 2005 das Licht der britischen Musikwelt erblickten stürzten sich die hiesigen Medien auf sie und kührten sie zu Großbritanniens neuer (H)It-Band. Songs wie ‚Golden Skans‘ und ‚It’s Not Over Yet‘ MUSSTEN mindestens zweimal am Abend auf den europäischehn Indie-Tanzflächen gespielt werden. Nachdem das erste Album einschlug wie eine Bombe wechselten die Klaxons mit Ihrem 2010er Album ‚Surfing The Void‘ von James Ford, der auch Bands und Acts wie Arctic Monkeys, Beth Dito und Haim produzierte zu Ross Robinson. Robinson ist bekannt durch einen kräftigeren und härteren Sound, den er auch schon als Produzent von Alben für Korn, Limp Bizkit oder The Cure unter Beweis stellen konnte. Doch gerade dieser härtere Sound wollte nicht recht ankommen, war die Leadsingle ‚Echoes‘ noch überall zu hören gab es darüber hinaus so gut wie keine musikalischen Lebenszeichen mehr. Trotz überwiegend positiver Kritiken der Musikpresse konnten viele Fans wohl nicht mehr viel mit dem Sound anfangen.

Nun sind vier Jahre verstrichen und die Klaxons kommen mit dem, im Sommer erscheinenden, Album ‚Love Frequency‘ zurück. Und auch hier sind die vier Jungs wieder einen Schritt weitergegangen. Dieses mal allerdings in die Richtung des britischen Indiepops. Verheißungsvoll singen sie ‚There Is No Other Time‘ und klingen dabei genauso frisch wie leicht. Wir dürfen gespannt sein ob auch der Rest des Albums so locker aus dem Studio kommt.