Angels & Airwaves - Kiss & Tell

Angels & Airwaves – Der ganz große Sound ist zurück

Es waren turbulente Jahre, die Tom DeLonge seit 2015 durchlebt hatte. War seine Jugendband Blink-182 seit ein paar Jahren wieder aus ihrer Bandpause zurück – die DeLonge als Mitbegründer der Supergroup Angels & Airwaves produktiv nutzte – folgte 2015 der endgültige Schritt, diese zu verlassen. Schließlich stand es nicht schlecht, um den ehemaligen Frontsänger Blink-182s, denn mit Angels & Airwaves war DeLonge seit 2005 äußerst erfolgreich unterwegs. Brachten Angels & Airwaves 2014 mit The Dream Walker ihr letztes Studioalbum raus, löste sich der Sound zunehmend in eine verträumte Art von Rock auf. Nun ist mit Kiss & Tell die erste Single seit drei Jahren veröffentlicht worden und zeigt, dass sich Angels & Airwaves auf den Sound der Anfänge der Band konzentrierten. Dabei kommentiert DeLonge den Anfang von Kiss & Tell als eine Art Ode an die Beach Boys. Mit den dreistimmigen Harmonien zu Beginn von Kiss & Tell erinnert es allerdings auch an Synthie-Acts wie M83. Schließlich setzt der typische Schlagzeug- und Gitarrensound ein, der DeLonges Rückkehr zum starken Refrain mit seinem unverkennbaren Gesangsstil ebnet. Kiss & Tell ist ein wahres Geschenk an all die Fans, die sich nie so ganz von Blink-182 verabschieden konnten aber auch den modernen Elektrorock der Angels & Airwaves lieben gelernt hat.

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Lui Hill - I Owe You

Lui Hill – Dankbarkeit in 3:49 min.

Woraus entstehen bei einem Musiker die Ideen für Songtexte? Oftmals sind es die Erlebnisse, die sie prägen. Im Falle des deutschen Musikers Lui Hill sind es ganz konkret die Erlebnisse mit seinen Eltern und vor allem seiner Mutter, die ihm zu dem Song I Owe You gebracht haben. Denn während im Entstehungsprozess seines selbstbetitelten – 2018 veröffentlichten – Debütalbums Lui Hill Hills Vater verstarb, ist es seine Mutter, der er auf I Owe You ein Denkmal setzt. Ein Denkmal der verletzlichen Art. Denn sind Eltern für die Kinder immer die unbesiegbar starken Menschen, bröckelte diese Sicht nach dem Tod des Vaters. Denn Hills Mutter erkrankte am Demenz. I Owe You hat Hill schließlich mit dem Gefühl der Dankbarkeit und des Zurückgebens geschrieben. Doch wie könnte man die gesamte Zeit der Eltern, in denen sie auf einen aufpassten, einen beschützten und Mut zusprachen jemals zurückgeben? I Owe You versucht eindrucksvoll dieser Aufgabe gerecht zu werden, was sich auch im dazugehörigen Musikvideo zeigt. Hier sehen wir Hill durch das verwaiste Elternhaus laufen, die Sitzgarnitur unter Lacken verhüllt, alte Fotoalben durchblätternd – das Gefühl des enormen Verlustes so einfühlsam vermittelt. Hinzu kommt der musikalische Wechsel innerhalb des Songs vom Klavierspiel – zu Beginn des Songs – hin zu einem tanzbaren und aufrichtigen Sound aus Synthies. Hier wollte Hill seiner Mutter ein musikalisches Geschenk machen, weiss er doch, dass sie auf tanzbare Musik steht. Lui Hill schafft auf I Owe You einen beeindruckenden Spagat aus zeitgemäßer Musik, verknüpft mit einer berührenden Geschichte und sehr viel – in Bildern verpackter – Emotionen und klingt dabei dennoch komplett zeitlos.