RY X – Vom Wind der Wüste

Stetig und warm – wie der Wind in der Wüste, so klingt RY X‘ neue Single YaYaYa. Mit sanfter Gitarre, eine dunklen und sphärischen Piano im Hintergrund und der warmen, brechenden Stimme RY X‘ klingt die mittlerweile dritte Singleauskopplung, aus dem am 15. Februar 2019 erscheinenden neuen, zweiten Album unfurl, sanft und schwer zugleich. Nach seinem 2016er Debütalbum Dawn umspannt RY X nun auf unfurl einen voluminöseren Sound, der eine Art aufblühen zu neuen Richtungen beinhaltet, ohne dabei die Herkunft seiner Musik zu vergessen. Nach den Singles Untold und Bound zeigt sich auch auf YaYaYa, dass die musikalische Intimität durch die Verletzbarkeit des Sängers entsteht und uns zeigt, wie reich und emotional Musik sein kann. Damit macht sich RY X nun auch auf Welttournee und spielt unter anderem in den USA, Australien und Europa in – wohl schnell – ausverkauften Locations.

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Snow Patrol – Don’t Give In

Seit nunmehr 25 Jahre ist die Nord-Irische Band Snow Patrol zusammen unterwegs. Lange Zeit nur in Irland erfolgreich, schafften sie 2006 mit Chasing Cars den Durchbruch und landeten in den Top-10 der internationalen Charts. Dass sie dies mit einem Song aus ihrem vierten Studioalbum Eyes Open (2006) schafften, war die Beute langer Arbeit. Denn bereits mit den Alben Songs For Polarbears (1998), When It’s All Over We Still Have to Clear Up (2001) und Final Straw (2003) hatten auf den britischen Inseln Erfolge zu vermelden und stießen 2003 sogar auf Platz 1 der irischen und Platz 3 der britischen Albumcharts vor. Seit ihrem Erfolg durch Chasing Cars prasselten die Gold- und Platinschallplatten nur so über die Jungs ein und in der Folge lieferten Snow Patrol, um Sänger Gary Lightbody, mit A Hundred Million Suns (2008) und Fallen Empires (2011) zwei weitere, gefeierte Alben ab. Doch auf einem der Höhepunkte ihrer Karriere wurde es plötzlich still um die Band. Lange sieben Jahre sollte es dauern, bis die Fans der nordirischen Band neues Material zu hören bekamen. Dabei war der Grund nicht etwa eine kreative Auszeit – wie Lightbody im BBC Radio 2 Interview mit Jo Whiley erklärte. Vielmehr war es die Mischung aus der Unzufriedenheit des Songmaterials und einer Phase, durch die Lightbody gehen musste, um wieder voll da zu sein. Dabei zog sich das Texten der Songs am längsten hin und bedeutete die schwierigste Phase. Denn hier musste für Lightbody eine Veränderung in seinem Leben her. Hatte er sich in seiner Kindheit mit einem Alkoholiker als Vater auseinanderzusetzen, zerfraß ihn das über die Jahre immer mehr, wie er im Interview äußerte. Dies ging schließlich so weit, dass er Anfang der 2010er schließlich am eigenen Tiefpunkt angekommen war und sich bewusst wurde, dass es tiefer nicht mehr gehen darf. Über diese Phase singt Lightbody nun auf dem kommenden Album Wildness, welches am 25. Mai erscheinen wird. Darauf enthalten ist die nun veröffentlichte Single Don’t Give In, auf der er den Ausbruch aus diesem Tiefpunkt beschreibt. So musste er aus dieser Phase rauskommen, um darüber schreiben zu können und kann nun damit deutlich positiver umgehen, was man auch in Don’t Give In hören soll. Dabei klingt Don’t Give In fast, als würde es ein Nachruf auf die dunkle Vergangenheit sein. Ein Abschluss eines Kapitels, welches nicht mehr Teil des Lebens sein soll. Dabei ist der elektronische Sound der letzten beiden Alben, einem rauen und puren Akustiksound gewichen. Hier singt Lightbody mit gebrochener Stimme und wird von der Band in einem hallenden Chor durch den Refrain begleitet. Damit läuten Snow Patrol eine neue Zeit in ihrer musikalischen Laufbahn ein und packen uns mit einem emotionaleren Sound. Mit Don’t Give In hat Gary Lightbody dem Alkohol abgeschworen und uns eine ganz neue Seite Snow Patrols gezeigt, der wir Wort für Wort folgen.