Myd - Together We Stand

Myd – Schräg, weird, bizarre

Es sind drei Worte, die den französischen Produzenten Myd – alias Quentin Lepoutre – in verschiedenen Sprachen wohl am besten beschreiben. Denn ob auf Deutsch, Englisch oder Französisch – alle drei Worte drücken den gleichen Eindruck aus, den man bekommt, wenn man sich zum ersten Mal das Musikvideo seines neuen Songs We Stand Together anguckt. Dabei ist Myd bereits seit einigen Jahren bekannt dafür, mit Schnauzer, 80er-Jahre-Pornobrille und verrückten Auftritten zu brillieren. Vor 10 Jahren als Teil der französischen Band Club Cheval ins Rampenlicht gerückt, veröffentlichten sie ihr Debütalbum Discipline 2016 auf dem Bromance Records Label. Als dieses schließlich aufgelöst wurde, machte sich Myd mit Remixen und als Produzent einen immer größeren Namen und produzierte unter anderem für Theophilus London, Brodinski und Slim Thug. Remixe steuerte er zu Songs von Yelle und Two Door Cinema Club bei. Während all dieser Jobs schaffte es der Musiker zusätzlich, in den 2010er Jahren satte fünf EPs zu veröffentlichen. Nun ist es an der Zeit für ein Debütalbum, welches Myd auch gleich mit der neuen Single Together We Stand ankündigt. Dabei passt der Titel nur zufällig zu der aktuellen Zeit – ist er doch deutlich vor der Pandemie entstanden. Mit Together We Stand veröffentlicht Myd einen French House Track, der nicht besser zum Ed Banger Label passen könnte. Denn unter diesem Label befinden sich neben Myd auch die Größen, wie Justice, Cassius, Mr. Oizo, Riton und bis zu seinem Ableben auch DJ Mehdi. Dazwischen sieht Myd wie der nerdige Praktikant unter den Stars aus – macht aber mit seiner Musik so viel Dampf, dass man nicht anders kann, als dazu zu tanzen. Nicht ohne ein verschmitztes Lächeln beschreibt Myd We Stand Together dann auch als den Track, zu dem alle auf der Tanzfläche tanzen und überhaupt, Mädchen sind wunderschön. Doch da er das Gefühl hatte, dies nicht so plakativ sagen zu können, ohne damit äußerst plump rüberzukommen, hat er sich die Metapher ausgesucht, eine Gesellschaft zu beschreiben. We Stand Together zeigt, wie dies zu verstehen ist und begeistert mit einem satten, sommerlichen Housebeat, der von einem amüsanten Musikvideo begleitet wird und an großartige Künstler, wie Dirty Vegas, Modjo oder Dax Riders erinnert.

Franz Ferdinand – Sie blasen uns weg!

Franz Ferdinand sind eine Institution der 2000er Indie-Bewegung. Mit ihrem wegweisenden, 2004 veröffentlichten, Take Me Out wurden sie über Nacht zu Stars der britischen Musikszene. Es folgten teils sehr am Pop orientierte, als auch ambitionierter Artrock Stücke, wie auf dem Album der – als Supergroup aus Franz Ferdinand und Sparks formierten – Band FFS. Jetzt haben Franz Ferdinand, ohne Gründungsmitglied Nick McCarthy, dafür aber mit den beiden neuen Bandmitglieder Dino Bardot und Julian Corrie mit Always Ascending nach fünf Jahren ein neue Album angekündigt – klammert man die Supergroup-Veröfentlichung von FFS einmal aus – und katapultiert dessen gleichnamige, erste Single uns direkt in die Mitte der 2000r zurück. Mit einem hypnotischen Klavierspiel und Alex Kapranos‘ Stimme beginnend, entwickelt sich Always Ascending zu einem stampfenden Indie-Monster. Hierbei gibt das Intro Referenzen an Songs von Queen preis und wird durch einen kurzen elektronischen Bruch getrennt, zu einem klassischen Franz Ferdinand Song, der somit einmal mehr tanz-, wie ausrastbar ist. Immer dabei auch der eingängige Refrain, der zum mitsingen animiert und eine Ohrwurmgarantie bedeutet. In London und Paris produziert, hatten sowohl Philippe Zdar, eine Hälfte des französischen Duos Cassius, als auch deren Landsmänner von Phoenix ihre Hände mit im Spiel. Diese Frische arbeitet sich regelrecht durch Always Ascending und bringt Franz Ferdinand ganz groß zurück auf die Spiel- und Tanzflächen.