Jono McCleery - Call Me

Jono McCleery – Ein Fels in der Brandung

Seine Songs bilden das Fundament für ein losgelöstes Wesen. Wurde der 37-jährige Singer/Songwriter Jono McCleery in London geboren, ist er zwar Teil der dortigen Musikszene, doch erzählt sein Schaffen eine Sprache, die vielmehr mit der rauen Landschaft der südenglischen Ländereien verbunden ist, als es die Millionenmetropole kann. In der Londoner Musikszene aufgewachsen, ist der introvertierte Musiker als Teil des dortigen Projektes One Taste Collective immer weiter in den Vordergrund gerückt. Hier hat McCleery dafür gesorgt, dass er londonweit zum Namen wurde. Unterstützt das Projekt One Taste Collective Bands bei ihren ersten Schritten, verhalf es unter Anderem Little Dragon und Jamie Woon zum Durchbruch. McCleery hat dabei in den vergangenen Jahren die Alben Darkest Light (2008), There Is (2011), Pagodes (2015) und Seeds Of A Dandelion (2018) veröffentlicht. Mit Here I Am And There Are You kommt am 20. November McCleerys fünftes Album auf den Markt und konzentriert sich wieder auf die warmen Sounds des Musikers. Mit der nun veröffentlichten Single Call Me zeigt der Brite, wie es sich anfühlt, getrennt zu sein. Dabei steht nicht im Vordergrund, ob durch eine räumliche Distanz getrennt, oder durch eine endende Beziehung. Vielmehr packt uns McCleery mit seiner unglaublich warmen Stimme und reisst uns mit, auf eine Tour durch den schönen Schmerz der Einsamkeit.

Jono McCleery
Jono McCleery

Dass dieser Schmerz nicht immer negativ sein muss und durchaus produktive und euphorische Momente hervorbringen kann, sehen wir im dazugehörigen Musikvideo. Hier sehen wir einen Mann, der sich, bedingt durch die Einsamkeit, in eine Welt flüchtet, in der er mit einer imaginären Freundin all die mitreissenden Momente erlebt, die er so vermisst. Dabei wirkt die Szenerie manchmal abstrakt, manchmal überzeichnet und wiederum einige Male einfach nur tief verbunden. Call Me begleitet die Bilder dabei mit einem sanften Gitarren- und Schlagzeugspiel, welches durch die kräftige Stimme McCleerys eine Wehmütigkeit entstehen lässt. War McCleery bereits mit Bonobo, Fink, Little Dragon und Jamie Woon zusammen auf Tour, sind seine Einflüsse vor allem durch die Musik von Fink und Bonobo geprägt. Das warme Timbre von Finian Paul Greenall – alias Fink – zusammen mit der introvertierten Weite von Bonobos treibenden Sound, lassen Jono McCleery in einem tiefen und berührenden Soundkostüm aufgehen, in das seine Stimme wie maßgeschneidert passt. Call Me ist damit der musikalische Ruf des Herbstes geworden, uns einen warmen und geborgenen Augenblick zu verschaffen.

The Best Of 2020 Vol. 14

The Best Of 2020 Vol.: 14

01. Roosevelt – Echoes (zum Artikel)

02. Aluna – Envious (zum Artikel)

03. SG Lewis feat. Robyn & Channel Tres – Impact (zum Artikel)

04. Amy MacDonald – The Hudson (zum Artikel)

05. Blu DeTiger – In My Head

06. Romy – Lifetime (zum Artikel)

07. London Grammar – Californian Soil (zum Artikel)

08. Bicep – Apricots (zum Artikel)

09. Polo & Pan – Feel Good (zum Artikel)

10. Hugo Barriol – Stay

11. James Vincent McMorrow with Kenny Beats – I Should Go (zum Artikel)

12. Jono McCleery – Call Me (zum Artikel)

13. Freyr – Avalon (zum Artikel)

14. SYML – I Wanted To Leave (zum Artikel)

15. Novaa – The Futurist (zum Artikel)

16. Mallrat – Rockstar (zum Artikel)

17. The Japanese House feat. Justin Vernon – Dionne (zum Artikel)

18. Maxïmo Park – Child Of The Flatlands

19. Spoon And The Forkestra – Pirates (zum Artikel)

20. Jónsi feat. Robyn – Salt Licorice (zum Artikel)

Blondie – Die Legenden kehren zurück

Blondie - Fun

Blondie – Fun

Hört man Blondie, denkt man an die 70er/80er Jahre, in denen die New Yorker Band mit Songs wie Denis, Heart Of Glass und Call Me die Discos beherrschten. Ihr einzigartiger Diskosound und Debbie Harrys hohe Stimme wurden zum Markenzeichen der Band. 1982 trennte sich die Band schließlich nach bandinternen Zerwürfnissen, der stetigen Verfolgung Debbie Harrys von den Medien und einer Erkrankung Chris Steins. Es sollte lange 15 Jahre dauern, bis es zu einer Wiedervereinigung Blondies kam und so wurde 1999 mit Maria ein fulminantes Comeback gefeiert. Landete Maria doch auf Platz eins der britischen Charts und schaffte es in sieben weiteren Ländern in die Top10. Mit Maria wurde deutlich, dass Blondie auch ohne Diskomusik und hoher Stimme bestehen konnten, hatte hier Harry ungewohnt tief gesungen und bestach der Song durch einen rockigen Sound. Seitdem haben Blondie vier Alben veröffentlicht, konnten allerdings nie wieder an den Erfolg von Maria oder dem, der 80er Jahre, anknüpfen. Weshalb es 2017 umso interessanter wird. Haben Blondie doch gerade mit Pollinator für 2017 ein neues Album angekündigt und eine erste Single veröffentlicht, die an ihre großen Diskozeiten erinnert und dennoch modern klingt. Mit Fun sind Blondie und Debbie Harrys hohe Stimme zurück. So präsentiert sich Blondie catchy, voller Diskosound und einem Songtext, der einfach nur auf Spaß aus ist. Da gehen Zeilen wie You’re my fun when I’m down/ You pick me up again, you pick me up again/ You’re my fun too, much fun/ I get the feeling that you’re changing my mind. ins Ohr und beißen sich förmlich fest. Mit Fun beweisen Blondie auch nach 43 Jahren Bandgeschichte noch ihre Relevanz und sind größer zurück denn je!