Querbeat – Große Beats und laute Trompeten

Mehr Freaks braucht das Land! So tönt es aus allen Lautsprechern des Rheinlandes. Auch wenn es noch nicht ganz so ist, könnte die 13-köpfige Band Querbeat aus Bonn bald so etwas wie ein lokaler Hitgarant werden, der es auch fernab des Rheinlandes zur ganz großen Nummer schafft. Denn mit ihrer nun veröffentlichten Single Freaks, die aus dem gerade veröffentlichten dritten Album Randale Und Hurra stammt, reißt die Band förmlich die Decke ein. Die auf Brasspop festgelegte Band hat dabei so viele Einflüsse, wie es Brasspop nur haben kann. Mit elektronischen Beats, Trompeten, Pop-Gesängen und Hip-Hop-Rhymes mischen sie alles zu einer hoch explosiven Soundmischungen zusammen, die in jeder Sekunde zum Ausrasten anregt. Brasspop ist dabei in den letzten Jahren einer angesagtesten Musikrichtungen geworden. Bands wie Querbeat, LaBrassBanda und MEUTE tragen dazu bei, dass Brasspop an die Oberfläche und im Mainstream angekommen ist. Mit der Interpretation des Flume Remixes von Disclosures You & Me hatten gerade die Hamburger von MEUTE einen viralen Hit gelandet. Querbeat hingegen schreiben ihre eigenen Songs und haben dadurch deutlich größeren Einfluss an Soundgerüst ihrer Songs. Querbeat liegt irgendwo zwischen Seeed und Fettes Brot und hat mir Freak einen satten Hit abgeliefert, der keinen stillstehen lässt.

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Schwarz – Das Gefühl von Heimat

Schwarz – Home

Es ist immer wieder Teil von aberwitzigen Aufzählungen deutscher Worte, die es in anderen Sprachen nicht gibt. Da wäre zum Beispiel Geborgenheit, Weltschmerz oder Heimweh. Für Letzteres muss es zwingend einen ausgemachten Ort geben, den man als Heimat bezeichnet. Mit diesem tut sich Schwarz schwer. Dabei fällt auf, dass Schwarz, als Bandname, so ungewöhnlich ist und dabei so viel Normalität ausstrahlt. Diese Normalität ist es, die der Kopf hinter Schwarz anstrebt. Steckt doch kein geringerer als Roland Meyer de Voltaire dahinter, der in den frühen 2000ern mit der Band Voltaire zwei deutschsprachige Alben veröffentlichte. Hinzu kommt, dass Meyer de Voltaire als Junge, mit seiner Familie, das beschauliche Bonn verlassen und in die große, laute Stadt Moskau zog. Hier lernte er schnell mit dem Gefühl umzugehen, was es heißt, eine Heimat und eine Zugehörigkeit zu haben. Und eben diese auch zu vermissen. Für Voltaire hatte Meyer de Voltaire lange Jahre Texte geschrieben und Musik gemacht, bis er dieses Schema nicht mehr bedienen wollte. Er sehnte sich nach Tiefe, Empathie und auch Geborgenheit in der Musik. So legte Meyer de Voltaire die Gitarre beiseite, entdeckte das Klavier für sich und komponierte Musik für Filme. Herausgekommen ist eine EP, die den Song Home beinhaltet. Home lehnt sich hierbei stark an frühere Songs von Keane an und trumpft mit der Kopfstimme Meyer de Voltaires auf, die zu Klavier und sanfter Instrumentierung begleitet wird. Im Verlauf des Songs folgen seichte elektronische Elemente aber auch ein drückender Tackt, der Home schwelgerisch werden lässt. Hinzu kommt, dass das zugehörige Musikvideo zu Home, einen Ausschnitt aus Benjamin Kahlmeyers 2010er Dokumentarfilm Meanwhile in Mamelodi – Die Welt zu Gast bei Fremden beinhaltet und das Thema Heimat zusätzlich beschreibt. Home ist ein raffinierter aber zugleich unglaublich sensibler Song, der durch die Schwere und seines massiven Sounds Eindruck hinterlässt.