Bat For Lashes - Kids In The Dark

Bat For Lashes – Mystisch und in Trance

Seit jeher gilt Natasha Khan alias Bat For Lashes, als ganz große Sängerin des Indie- und Dream-Pops. Mit ihren Alben Fur And Gold (2006), Two Suns (2009) und The Haunted Man (2012) hatte sie so wunderbare Songs, wie DanielLaura oder In God’s House, Bat For Lashes begeistert immer wieder mit ihrer klaren Stimme, einem dunklen Sound und mysteriösen Beats. Nachdem sich ihr 2015er Album The Bride etwas von diesem Sound wegbewegte, ist sie nun mit voller Kraft und der neuen Single Kids In The Dark zurück. Laut Kahn ist es ein Sound, der eine Hommage an Los Angeles darstellt, und die Zeit zelebriert, ein Kind der 80er Jahre und von Filmen beeinflusst worden zu sein, die einen berührten und veränderten. Das dazugehörige Album Lost Girls ist dabei als ein Album voller Romanzen zu sehen. Es wird am 6. September erscheinen und insgesamt zehn Songs beinhalten. Mit Kids In The Dark lässt sich Kahn ein weiteres Mal auf den wohltuenden Sound als Klangwolke ein, der uns Hörer umschließt und ähnlich kräftig – wie bei ihrem Berlin-Konzert im Huxley’s Neue Welt (2012) – in ihren Bann zieht. Mit einer Ausstrahlung weit größer als so einige Weltstars ist Bat For Lashes mit einer wunderbaren neuen Single zurück.

Werbeanzeigen

Girl In Red – Indie-Schlafzimmer-Sound

So direkt und offen, wie die norwegische Sängerin Marie Ulven alias Girl In Red ist, ist wohl selten eine Künstlerin gewesen. Denn trifft man auf die junge Musikerin, wird man regelrecht weggefegt – hat sie doch eine Ausstrahlung, die so stark ist, dass man sich fasziniert irgendwo festhalten möchte, um nicht weggeblasen zu werden. Sie schreibt und produziert fast ausschließlich in ihrem Schlafzimmer und hatte – bei nur 10 Live-Auftritten überhaupt – einen Gig in Frankreich als Support der amerikanischen Sängerin Clairo. Dabei so fasziniert von der Sängerin spricht Ulven in Interviews wie ein Fan von dem Erlebnis, welches sie vollkommen überwältigte – sei sie doch selbst ein riesiger Fan Clairos. Dabei ist die bisher veröffentlichte Musik der 19 Jahre jungen Sängerin so intim, euphorisch und mitreissen und besingt Themen, die Ulven selbst beschäftigen. Sie selbst hat in den letzten Jahren zu sich gefunden und besingt diesen Werdegang in einzelnen Kapiteln auf ihren Liedern. Mit der EP Chapter 1 hatte Ulven bereits zu Beginn des Jahres 2018 ihre erste Veröffentlichung notieren können. Nun arbeitet sie an einer zweiten EP und veröffentlicht mit We Fell In Love In October eine herzzerreißende Indie-Dreampopnummer, auf der sie über die Erlebnisse ihrer ersten Liebe zum selben Geschlecht singt. Einnehmend mit den Textzeilen My girl, my girl, my girl. You will be my girl. ist We Fell In Love In October ein absoluter Ohrwurm, der sich nicht hinter großen Stars verstecken muss. Dass Girl in Red zum Erfolg werden könnte, liegt nicht nur an den fantastischen Songs, sondern auch an der Eigensinnigkeit der Sängerin und, wie sie all dies präsentiert.

Zoe Durrant – Ein Traum von einem Song

Stellt Euch vor; ihr wart Teil einer schwedischen Band. Habt somit als Little Majorette Musik veröffentlicht, euch auf eine Auszeit geeinigt und macht nun solo Musik – und booom, findet ihr euch im Soundtrack einer Grey’s Anatomy Episode wieder. So geschehen mit Zoe Durrant, die mit ihrem Song Bridge in Episode elf der 13. Staffel zu hören war. Diese wurde Anfang 2017 in den USA ausgestrahlt und hat ihr nicht wenig Aufmerksamkeit zukommen lassen. Dass ihr Facebookprofil dennoch nur etwas mehr als 200 Likes anzeigt, dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass am Tag der Ausstrahlung, der 2. Februar 2017, noch kein eigenes Facebookprofil der Sängerin existierte – welches sie erst vier Tage später eröffnete. Doch ebenfalls in dieser Woche im Februar veröffentlichte Durrant die 4-Song-EP Island, die Bridge enthält. Nun, knapp neun Monate später kriecht der Song auch weltweit in die Köpfe vieler Musikliebhaber. Dabei ist Bridge ein Song, der eine Blase zu sein scheint. Abgeschirmt vom Trubel der Welt und Post-Apokalyptisch klingend, schwellt Bridge mit einem hypnotisierenden Sound, der vom ehemaligen Little Majorette-Bandkollegen Petter Winnberg produziert wurde, und lässt Zoe’s Gesang fast in Dream-Pop übergehen. Aus Großbritannien kommend, suchte sich Durrant vor zehn Jahren in Schweden einen Ort aus, um musikalisch Erfolg zu haben. 2017 ist ihr dies gelungen und wir hoffen, dass die EP Island nicht das Einzige sein wird, was wir von der Sängerin musikalisch hören werden.