Martin Baltser – Mit Falsett direkt ins Herz

Es ist eine Geschichte über einen Kleinstadt-Jungen, der zu viel Angst davor hat, die Hand eines anderen Jungen zu halten – auch wenn er weiß, dass keiner in der Kleinstadt damit ein Problem hätte. Eine Geschichte eines Schuljungen, der Angst hat, nicht in das System zu passen und Angst vor der Einsamkeit hat, dass dieses Gefühl ihn selbst einsam fühlen lässt. Das ist die Geschichte, des aus Aarhus kommenden Martin Baltser, die er uns auf seinem wunderschönen Debütalbum The Wasteland Incident erzählt. Dabei ist die aktuelle Single Call My Wild ein emotionales Aufstehen, gegen die Erwartungshaltung an einen jungen Erwachsenen in der Schule. Hier hat der Däne selbst erfahren, dass Individualität und individuelle Stärken zurückgedrängt werden, um in ein Schema zu passen. Dabei kling Call Me Wild kaum greifbar aber unglaublich berührend. Mit frickeligen Soundfetzen, folkigen Gitarren und einer behutsam inszenierten Zerrissenheit, führt Baltser im Falsett durch den Song und lässt starke Assoziationen an Sigur Rós aufkommen. Call Me Wild klingt wie eine Katharsis von schlechten Erfahrungen. Baltser wirft alte Erfahrungen ab und will sich auf Call Me Wild neuen Erfahrungen öffnen. Und wir liegen ihm zu Füßen und lauschen, in geborgener Atmosphäre, den Geschichten seines Debütalbums.

Advertisements

CLiQ – Mit Wavey zum Club-Anthem

Kennengelernt auf einer privaten Feier eines Freundes, hat sich das britische Duo CLiQ – bestehend aus Max Reich und Robin M – so gut verstanden, dass es sich nur wenige Wochen später im Studio wiederfand und die ersten Beats bearbeitete. Daraus entstanden ist der Song Wavey, der mit tiefen Housebeats zur absoluten Clubhymne avanciert. Dabei viel ihnen jedes einzelne Element förmlich in den Schoß. So kamen sie auch zu Alika, die den Song instrumental vorgespielt bekam und ihren Gesang darauf legte. Damit veredelte sie Wavey nochmals und sorgte dafür, dass er dieser eindrucksvolle Club-Hit geworden ist, der nun weltweit auf allen Tanzflächen gespielt wird. Wavey ist dunkel, hat einen hypnotischen Beat und einen wunderbar, eingängigen Gesangspart. Ruft den Dienstag zum neuen Freitag aus und feiert mit Wavey den Feierabend durch!

Celine Dion – Titanic Vol.: 2

Vor genau 20 Jahren hatte die kanadische Sängerin Celine Dion ihren – bis heute – größten Hit. Mit dem Titelsong My Heart Will Go On, zum Blockbuster Titanic, verkaufte sie über 18 Millionen Platten und wurde der Song so, zur zweiterfolgreichsten Single einer Sängerin aller Zeiten. Seitdem sind 20 Jahre vergangen, elf Alben veröffentlicht und unzählige Singles rausgekommen, doch keine war nochmals so erfolgreich, wie My Heart Will Go On. Nun allerdings, hat sich Celine Dion ein weiteres Mal an einen Titelsong eines Blockbusters gewagt. Mit Deadpool 2 läuft am 17. Mai die Fortsetzung des 2016er Hits an und hat mit Ashes einen ebenbürtigen Titelsong erhalten, der sich tatsächlich mit dem Titanic-Soundtrack messen kann. Ashes wirkt dabei so unpassend wie kaum ein anderer Titelsong. Wird bei dem Actionfilm Deadpool 2 rumgeschossen und explodiert alles, was nur in die Luft fliegen kann, singt sich Dion durch einen Liebessong, der so groß und episch ist, wie kaum ein anderer Soundtrack. Mit großen Gesten und Dions Stimmgewalt gibt es hier die ganz großen Emotionen und von Streichern und Klavieren ein ganzes Orchester, das Dion begleitet. So Emotional und groß Ashes auch sein mag, ist auch immer eine Prise Humor dabei. Und so kommt es, dass im zweiten Drittel des Videos plötzlich Deadpool auf Highheels auf die Bühne tritt um Ballett zu tanzen. Zum Ende dann lobt Deadpool – hinter dem sich Ryan Reynolds verbirgt – Dion für ihre Performance, erwartet jedoch, dass Dion einen Gang runterschaltet und nicht gleich auf dem Top-Level performt – schließlich sei das eben nicht Titanic. Dies konntert Dion damit, dass bei ihr unter diesem Niveau nichts geht. Ashes hat das Zeug, ein ganz großer Hit zu werden und sich neben My Heart Will Go On auf gleicher Höhe einzuordnen.

HAEVN – Symphonie im Popgewand

HAEVN – das sind die beiden Niederländer Marijn van der Meer und Jorrit Kleijnen. Jahrelang haben sie zusammen Filmmusik komponiert und so einen Sinn dafür bekommen, zu welcher Stimmung, welche Musik passt. Dies wollten Sie nicht länger nur für Filmproduktionen machen und gründeten kurzerhand das Duo HAEVN. Unter diesem Namen haben sie seit 2015 bereits Songs wie Finding Out More und  Bright Lights veröffentlicht, sind cineastisch produziert und leben den Moment. Dabei kommt es gar nicht so sehr auf einen Partymoment an, vielmehr liegen HAEVN’s Stärken in der ruhigen, bedächtigen Produktion. Mit Fortitude haben die beiden nun eine neue Single veröffentlicht, die nicht nur das Debütalbum für Februar 2018 ankündigen soll, sondern auch alle Facetten dieses Duos aufzeigt. Da kommt ein Klavier, kommen Streicher, vorsichtige Tiefen und ganz viel Verletzlichkeit zusammen. Bei HAEVN existiert immer der Anspruch, eine musikalische Vollkommenheit zu zeigen, die dennoch leicht und schwer zugleich klingt. Fortitude ist hier der neuste Beweis und lässt uns die Tage, bis zur Veröffentlichung des Debütalbums Eyes Closed runterzählen.

Daniel Docherty – Im Stile Ben Howards

Eine Gitarre und eine warme Stimme – mehr braucht es nicht. Dies hat Ben Howard bereits eindrucksvoll auf zwei Alben bewiesen. Nun hat der Schotte Daniel Docherty sein einfühlsames Hold Me veröffentlicht und verzaubert damit ganz Großbritannien. Mit einem schnellen zupfen der Gitarrensaiten und dem Anschwellen der Akustikgitarre singt sich der, aus der Nähe Glasgows kommende, Sänger gerade in die Herzen. Mit seiner warmen und weichen Stimme erzeugt Docherty damit eine Art Lagerfeuerstimmung und steht dabei noch ganz am Anfang. Auf der Fundraising-Homepage Pledge Music, die für Musiker gemacht wurde, um sie zu unterstützen, hatte Docherty 2014 noch um Unterstützung für Aufnahmen seiner ersten EP geworben. Drei Jahre später, kann er sich sein eigenes Musikvideo auf den Internetportalen ansehen. Der 25 jährige Sänger steht somit vor einem großen Schritt, wurde er doch auf dem Niederländischen Eurosonic International Showcase Festival vom Plattenlabel PIAS entdeckt und unter Vertrag genommen – dies war nur eine Frage der Zeit. Und so dürfen wir uns mit Hold Me über seine Debütsingle freuen und lauschen den warmen Klängen und der weichen Stimme Dochertys an kalten Novemberabenden und können uns sicher sein, dass da bald noch mehr kommen wird.

Oscar And The Wolf – verträumt mitreissend

Oscar And The Wolf – Breathing

Eine Stimme, die so unverwechselbar ist, dass man sich fragt, wer dahinter steckt. Unter dem Alias Oscar And The Wolf singt der Belgier Max Colombie nämlich betörend intensive Songs. Anfangs noch mit vielen Instrumenten spielend, entwickelte sich Oscar And The Wolf immer weiter und entdeckte die elektronische Musik für sich. Was man 2015 bereits mit der Zusammenarbeit Raving Georges zum Song You’re Mine hören konnte. Mit einem Nummer-1 Debütalbum und vier Top-10 Singles in Belgien gehört Oscar And The Wolf definitiv nicht mehr zu den belgischen Newcomern. Anders sieht dies in Deutschland aus, wo er noch weitestgehend unbekannt ist. Mit dem Song Breathing dürfte sich das nun allerdings ändern. Hört dieser sich doch so unglaublich nach einer Sonnenuntergangsparty an, dass man sich in leichten Stoffen gehüllt an einen Strand in der Karibik denkt. Hier trifft ein treibender Beat mit einem Takt aus klatschenden Sounds auf die einzigartige Stimme Colombies. Leise und völlig unaufgeregt schleicht Breathing sich von den Ohren bis in die Zehen und gibt den Takt an. Breathing transportiert einen so frischen elektronischen Sound, dass wir alle sofort losziehen möchten und diesen Song als Soundtrack auf dem Ohr haben wollen.