Zayn feat. Timbaland – Frischling vs. Altmeister

Zugegeben, die Überschrift passt nicht so ganz. Ist Zayn Malik doch längst kein Frischling mehr. Doch im Vergleich zu Timbalands fast 30 jähriger Karriere sind Maliks 8 Jahre noch recht überschaubar. Nach seinem 2016er Nummer-Eins Debüt Mind Of Mine hat Malik nun mit der Single Too Much die Hoffnung auf ein baldiges, zweites Album genährt. Dafür hat sich der britische Sänger den Star-Produzenten dazugeholt. Mit seinen unzähligen Hit-Songs und -Alben hat Timbaland in seiner Laufbahn bereits Millionen von Platten verkauft – nun treffen sich Timbalands pumpende Beats, sein typisches Echo und der Vocoder-verzerrte Gesang mit Maliks smartem R&B. Dabei erinnert er ein wenig am Marios Let Me Love You, ist einfühlsam, romantisch und verträumt. Auf Too Much treffen sich moderner und klassischer R&B von Timbaland und Malik und lassen sowohl neue Fans als auch die Älteren freudig aufhorchen.

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Tash Sultana – Stripped down

Tash Sultana ist ein Phänomen. Mit ihren Songs berührt sie rund um den Globus Fans und sorgt für ausverkaufte Hallen – lange bevor sie überhaupt einen Plattenvertrag unterschrieben hatte. Nun hat Sultana mit Harvest Love einen ganz untypischen Song veröffentlicht, der sie ohne Looping-Machine zeigt und auf dem sie vollkommen akustisch auf ihrer Gitarre spielt und dabei ganz intim aber unglaublich kräftig Zeilen wie Put your love in the sand as it makes no demands I believe singt. Mit ihrer starken Stimme, ihrer Spielwut auf der Gitarre und dem Hang zum tragischen klingt Sultana so großartig und fast schon legendär, dass man vermuten möchte, sie sei bereits ein alter Hase. Der Weg für ihren Durchbruch ist geebnet – nun fehlt nur noch das, in knapp zwei Monaten erscheinende Debütalbum.

Tash Sultana – She did it!

Sie hat es getan, nach einem unglaublichen Erfolg all ihrer Songs und ausverkauften Konzerten weltweit, hat die australische Sängerin und Multiinstrumentalistin Nash Sultana nun endlich ihr Debütalbum angekündigt. Am 31. August soll Flow State schließlich erscheinen und neben der nun veröffentlichten Single Salvation auch die beiden Songs Murder To The Mind und Mystik enthalten. Salvation reiht sich dabei als dritte Single aus dem Album ein, in die wunderbar, treibenden Songs aus 2017. Hier beweist sich Sultana einmal mehr durch Lo-Fi und Alternative und hat das wunderschöne, in die Ferne schweifende Gitarrenspiel dabei. Sultanas Songs klingen immer, als wäre man irgendwo zwischen Halbschlaf-Trance und erotischer Momente zu zweit. Dabei verfolgt Sultana stetig ihr Ziel – unabhängig zu bleiben – und veröffentlicht das Album direkt auf ihrem selbst gegründetem Plattenlabel Lonely Lands Records, das zu Sony Music gehört. Mit diesem starken Hintergrund kann sich Sultana alle kreative Zeit der Welt nehmen, um weitere Songs zu veröffentlichen. Mit Salvation hat sie wieder einen Song veröffentlicht, der Sehnsucht, Zärtlichkeit, Erotik und Abschottung vereint und dabei so groß klingt, dass ihre Musik einfach nicht an dem großen Durchbruch vorbeigehen kann und darf.

Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Lange Stille endet

Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Und in der Tat ist es bereits sechs Jahre her, dass Orlando Tobias Edward Higginbottom alias Totally Enormous Extinct Dinosaurs sein Debütalbum Trouble veröffentlichte. Bereits damals seit Jahren auf Tour gab er unaufhörlich ein Konzert nach dem anderen und steigerte so seine Popularität enorm. Zurecht betitelte TEED damals das Album Trouble – ohne zu ahnen, was sich die kommende Jahre bei ihm einstellen würde. Denn bereits für die Arbeiten am zweiten Album setzte eine massive, kreative Blockade ein. Zeitgleich mit der Unzufriedenheit über die vertraglichen Schwierigkeiten zwischen ihm und den großen Plattenlabels, entschied er sich, erst wieder Musik zu machen, wenn sie auch ihm wieder Spaß machen würde. So zog er in das sonst so Einfluss nehmende London, nur um festzustellen, dass diese Stadt für ihn nichts bereit hielt. Darauf weiter nach Los Angeles gezogen, kamen TEED langsam aber allmählich erste Skizzen in den Kopf. Und so klingt seine erste Single seit vier Jahren dann auch anders, als das, was man bisher von ihm gewohnt war. Ruhig beginnend, ist Leave A Light On erst Ballade, um sich innerhalb der kommenden 4:18 Minuten zu einem wabernden, voluminösen und intensiven Pop-Song zu entwickeln, der einen Hauch von Weltraum versprüht und die 80er Jahre zurückholt. Hier bricht TEED aus der dunklen Vergangenheit der Blockade aus, spielt und singt sich frei und kommt imposanter zurück als wir es uns erhoffen konnten.

Tom Grennan – Debütalbum mit viel Soul

Seit anderthalb Jahren könnt Ihr hier auf SOML den jungen, britischen Soulsänger Tom Grennan verfolgen. 2016 als Featuring-Act auf dem Chase & Status Song All Goes Wrong erstmals in die Öffentlichkeit getreten, hat er über die letzten Jahre mit Praying und Found What I’ve Been Looking For und weiteren Songs sein Profil immer weiter geschärft. Als Mischung zwischen Pop und Soul ist vor allem Grennans markant, rauchige Stimme der Schlüssel zu seinem Sound. Auf seiner neuen Single Sober zeigt Grennan dann auch, warum dieser Sound für die Masse gemacht ist. Mit voluminösen Beats, intensiven Geigen, hervorstechendem Schlagzeug und starker Stimme ist Sober eine Fahrt auf der Überholspur. Schnell, gewaltig und intensiv lässt Grennan hier keinen Zweifel offen, dass er gehört werden möchte. Dabei kündigt er mit Sober auch endlich sein lange erwartetes Debütalbum Lighting Matches an, welches Anfang Juli in den Läden stehen wird und neben Praying, Found What I’ve Been Looking For auch All Goes Wrong und den fantastischen Song Something In The Water beinhalten wird. Nun gibt Tom Grennan alles und ist damit präsenter denn je.

Turin Brakes – Ein Song wie aus einem Film

Mit Don’t Know Much hat die britische Folkband Turin Brakes einen Song veröffentlicht, der wie aus dem Brokeback Mountain Soundtrack stammen könnte. Mit einem leichten Gitarrenspiel und Lagerfeuerstimmung singen sich Olly Knights und Gale Paridjanian warm und sorgen für ein wohliges Gefühl. Mit knisterndem Country bleibt Don’t Know Much zurückhaltend und überzeugt unaufgeregt. Dabei promoten Turin Brakes gleich auch ihr achtes Studioalbum Invisible Storm, das am 25. Januar veröffentlicht wurde. Turin Brakes Output ist dabei bemerkenswert und umfasst in der 19-jährigen Bandgeschichte ganze 8 Alben und damit im Schnitt alle 2,5 Jahre ein neues Album. Doch auch die vorab veröffentlichten Singles Would You Be Mine und Wait sind überzeugen mit einer deutlich schnelleren Variante ihres Sounds. Klingt Wait treibend euphorisch, ist Would You Be Mine an epischen Momenten und einer enormen Weite kaum zu überbieten. Turin Brakes begeistern so erneut mit höchster Qualität und sind dabei keinem Hitdruck verfallen.

Tom Walker – Kraft, Soul, Indie und Herz

Er ist spannend, vielfältig und hat ganz viel Herz – Tom Walker hat eine Stimme, die drängt und berührt. Mit Songs, wie Fly Away With Me oder Sun Goes Down hat Walker, mit seiner rauen Stimme, einem zurückhaltenden Sound und einer kräftigen Portion Soul, die Herzen der Briten im Sturm erobert. Auf seiner neuen Single Leave A Light On ist davon nicht mehr viel übriggebliebene. Sein Stimme ist zwar weiterhin unglaublich kräftig und präsent, doch wird das, noch zurückhaltende, Klavierintro kurze Zeit später von einem, an Avicii erinnernden, Beat getoppt und macht aus Leave A Light On einen Hybriden aus, Folk, Indie, Singer/Songwriter und Pop. Jedoch nicht einen Moment zu kurz kommt das Gefühl der unglaublichen Stärke, die Tom Walker in seine Song steckt. Seine Stimme ist stark, klingt pressend, anklagend und wirkt! Ebenso empfehlenswert ist hier die Live Session-Version des Songs.

Someone – Eine ganz neue musikalische Welt

Im Sommer überraschte uns die Niederländerin Tessa Rose Jacksons mit ihrem neuen Musikprojekt Someone. War sie bis dahin im Indiepop, vor allem mit dem Song Change Time, der für einen IKEA-Werbespot verwendet wurde, aufgefallen. Mit einer frechen und unterhaltsame Art sorgte sie so 2012 für ein erstes Aufhorchen. Allerdings konnte sich Jackson auf Dauer nicht mit diesem Sound identifizieren und suchte andere Wege, sich musikalisch auszudrücken. Der im Sommer veröffentlichte Song The Deep war der Beginn dazu. Mit verschwimmenden Klängen, einem elektronischeren Sound und eine Referenz an Portishead krempelte sie ihre musikalische Ausrichtung einmal völlig um. Auf ihrer neuen Single Forget Forgive führt sie diesen Sound konsequent weiter, wird dabei allerdings noch ruhiger und schwimmt auf einem Klangbett aus tiefen Gitarrenriffs. Jackson klingt hierbei ruhig und entspannt. Mit dem dazugehörigen Musikvideo, welches 6:16 Minuten lang ist und einen Kampf der Geschlechter zeigt, fügt sie dem Song einen Clip hinzu, der widersprüchlicher kaum auf ihre Musik wirken könnte. Nach The Deep hat Tessa Rose Jackson, alias Someone, mit Forget Forgive eine starke zweite Single veröffentlicht, die Lust auf ein ganzes Album macht.

Tash Sultana – Unglaublicher Crossover Sound

Bereits im Mai präsentierte SOML Euch hier die Australierin Tash Sultanas und ihren Song Murder To The Mind, der mit einem fantastischen Mix aus Pop und Rock begeisterte. Dabei hatte es Sultana 2017 nicht leicht, ging ihre Musik in Australien förmlich durch die Decke, musste sie diesen Sommer viele Konzertauftritte – aus gesundheitlich gründen – absagen. Nun ist ihr Berliner Konzert für den 1. November angesetzt und pünktlich dazu bringt sie auch gleich neue Musik mit. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Australierin nämlich mit Mystik einen neuen Song und haut damit abermals alle vom Hocker. Mystik fesselt mit einem spannenden Crossover-Sound aus Pop, Rock und Jazz und präsentiert dabei wieder wunderbar Sultanas soulige Stimme. Zum Ende bricht der Song schließlich aus und wird, mit seinem treibenden Instrumental-Part, nochmals richtig groß. Wer die Gelegenheit ergreifen möchte und am 1. November noch nichts in seinem Kalender zu stehen hat, sollte sich eine Karte für das Berliner Konzert besorgen und sich Tash Sultana nicht entgehen lassen.

Thirty Seconds To Mars – Wer kann übers Wasser laufen?!

Thirty Seconds To Mars – Walk On Water

Angekündigt hatten Thirty Seconds To Mars ihr fünftes Album bereits im Frühjahr, nun hatte sich diese Ankündigung in den letzten Wochen nochmals konkretisiert und wurde gestern schließlich, durch die Veröffentlichung der ersten Single Walk On Water zum Fakt! Mit dieser ersten Single seit 4 Jahren verbindet das amerikanische Trio den American Dream mit der Frage, wie weit das gehen darf. Dabei stellen sie mit der Aussage Time’s are changing immer wieder fest, was sich in den letzten Monaten in den USA verändert hat. Von den Far Right Gruppen, über den Umgang mit der Wahrheit und dem Traum der Amerikaner, stehts das Richtige zu machen. Dabei klingen Thirty Seconds To Mars zwar immer noch deutlich nach Rock, haben allerdings auch mehr elektronische Beats hinzugefügt. Groß waren sie schon immer. Konnte man bei Thirty Seconds To Mars Songs auch immer gut mitsingen, haben sie mit Walk On Water noch einen oben draufgesetzt und eine Mitgröll-Hymne veröffentlicht, die in Zeiten von einem äußerst gespaltenen Amerika klar zeigt, wo sich die Band positioniert.