BRONSON feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Dawn

BRONSON – Sound von Meistern ihres Genres

Sie klingt wie eine endlose Nacht auf einem der hiesigen Elektrofestivals – die Musik, die das Trio BRONSON veröffentlicht. Sie ist so treibend, dass wir uns kaum zurückhalten können das Projekt – das auch gerne als Supergroup bezeichnet werden kann – zu loben. Denn hinter BRONSON steckt zum einen der australische House-DJ Thomas George Stell – alias Golden Features – der mit Songs wie Tell Me (mit Nicole Millar), No One (mit Thelma Plum) oder Wolfie (mit Julia Stone) und seinem 2018er Debütalbum Sect einen fantastischen Start in die Szene hinlegen konnte. Zum anderen sind keine Geringeren, als die US-Amerikaner Harrison Mills und Clayton Knight – alias ODESZA – mit dabei. Diese sind mit ihrem Mix aus Breakbeat, House und Indietronic und Songs, wie Say My NameLine of Sight und Late Night und ihren bisher veröffentlichten drei Alben zu absoluten Festival-Giganten avanciert. Nun haben diese beiden Acts das Projekt BRONSON ins Leben gerufen und mit Vaults und Heart Attack bereits zwei Songs mit absoluten Statementcharakter veröffentlicht.

Auf ihrer dritten und finalen Singleauskopplung Dawn – welche auf dem am 7. August erscheinenden gleichnamigen Debütalbum BRONSON den letzten Titel darstellen wird – haben sie sich keinen Geringeren als den britischen Soundtüftler Totally Enormous Extinct Dinosaurs dazugeholt. Hier liefert die Supergroup sogar noch einen Supergroupsong ab, der mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs nochmals alles toppt. Dabei besitzt der Sound von Dawn eine Dramaturgie, die sich durch den mehr als sieben minütigen Song schlängelt und so Platz bietet, für verschiedenste Emotionen. Zwischen House, treibenden Synthies und Elemente, die an Trance erinnern, lässt sich Dawn nur schwer in ein Gerüst stecken. Dabei bieten die verschiedenen Einflüsse von ODESZA, Golden Features und Totally Enormous Extinct Dinosaurs eine Soundkulisse, die zu begeistern weiss und gleichzeitig auch den Horizont weiter in die Ferne setzt. Denn als Idee hinter Dawn hatte BRONSON, einen Song zu produzieren, den man mit auf eine Reise nehmen kann. Ob über Bergpässe und dem damit verbundenen weiten Blick, einer Fahrt durch Täler voller satter, grüner Wiesen oder einfach als Open Air-Moment an einem Strand irgendwo auf dieser Welt – Dawn weiss diese Momente musikalisch zu untermalen und setzt die Messlatte für das Debütalbum der drei Musiker enorm hoch.

Otha - Tired And Sick

Otha – Lässt den Club erzittern

Mit One Of The Girls hat die norwegische Sängerin Otha vor knapp zwei Jahren einen Song veröffentlicht, der sich innerhalb der folgenden Monate zu einem absoluten Indiehit gemausert hatte. Im vergangenen Sommer konntet ihr hier auf SOML über diesen Song lesen, bei dem es die Feststellung gab, dass bisher dahin keine veritable Nachfolgersong folgte. Nun – ein Jahr später – sind wir schlauer und haben im Winter wohl alle mindestens einmal zu I’m On Top getanzt. Dieser synthiegeladene 80er-Jahre Discosound, und der abermals lethargische Gesang Othas haben dazu geführt, dass bereits zwei Songs reichen, um sie zu Norwegens neuem Club-Hype werden zu lassen. Ihre aktuelle Single Tired And Sick hat gerade den gleichen Weg, wie die beiden Vorgänger-Singles, eingeschlagen und mausert sich über die letzten Monate zum absoluten Clubhit. Dabei hat sich Otha von den klebrigen 80er-Jahre-Synthies verabschiedet und überrascht mit einem deutlich aggressiveren House-Beat, der sich kess, verspielt und rotzig anhört. Hierbei erinnert Otha ein wenig an Songs, wie 212 von Azealia Banks und lässt ihren Frust freien Lauf. Denn mit der aktuellen Art und Weise, wie sich Menschen untereinander begegnen und was alles im Netz abgeht, ist Otha alles andere als zufrieden und teilt dies über die Lyrics mit uns. Dabei legt die Sängerin die Melancholie ab, mit der sie auf One Of The Girls und I’m On Top alle auf sich aufmerksam gemacht hat und tauscht ihn gegen die volle Ladung Clubgefühl ein. Tired And Sick ist einmal mehr Othas neuestes Aushängeschild und lässt den Suchtfaktor nach der jungen Sängerin fast schon ins unermessliche steigen.

OTR feat. Vancouver Sleep Clinic - Moon

OTR – Hebt uns in neue Sphären

Bereits auf Midnight Sun hatte sich der US-Amerikanische Musiker OTR – alias Ryan Chadwick – durch einen cineastischen Sound ins Gespräch gebracht. Mit seinem – am 24. April erscheinenden – Debütalbum Lost At Midnight hebt uns OTR förmlich in neue Sphären. Denn mit seinem elektronischen Sound, der irgendwo zwischen Rüfüs Du Sol, Bag Raiders und Lane 8 liegt, bringt uns OTR zum innehalten. Auch Moon ist kein Song, den man sich nebenbei anhört. Er hält auf, er unterbricht uns in unserem täglichen Ablauf und bringt uns dazu in uns hineinzuhören. Die schier epische Komposition lässt uns fast schon schweben und zeigt in der Kollaboration mit dem – viel zu wenig beachteten – australischen Musiker Vancouver Sleep Clinic, wie sehr die Musik von tiefen Emotionen getragen wird. Sein Debütalbum wird dann auch nichts Geringeres, als uns begeistert und sprachlos zurück lassen – sind auf Lost At Midnight doch Kollaborationen mit Panama, Shallou und Ukiyo, Au/Ra und WYNNE enthalten, die allesamt in den vergangenen Monaten bis zwei Jahren selbst für ordentliche Hypes sorgten. Bis es in sechs Wochen soweit ist und wir das ganze Album anhören können, heißt es nun erst einmal den Raumanzug überzuziehen und mit OTR in neue Sphären vorzudringen.

OTR feat. Ukiyo - Midnight Sun

OTR – Kündigt langersehntes Debütalbum an

Es ist dieser euphorische Moment, den wir im Sound des Künstlers OTR wiedererkennen. Ein Sound, der uns an M83 oder an Flume erinnert. Und tatsächlich zählen diese Künstler sowie auch Petit Biscuit und ODESZA zu den großen Einflüssen des US-Amerikanischen Musikers Ryan Chadwick, der als OTR bereits 2018 mit seiner EP Unfold für Aufsehen sorgte. Nun hat OTR mit Lost At Midnight sein Debütalbum für den 24. April angekündigt und sorgt mit seiner Tracklist erneut für Begeisterung. Denn bereits bei den veröffentlichten Songs Drive – zusammen mit Panama – und Heart – der mit Shallou entstand – hat OTR keine Geringeren als zwei der großartigsten Künstler aus dem Bereich Mood-Electro auf seinem Album dabei. Doch mit seiner nun veröffentlichten und offiziellen Leadsingle Midnight Sun hat sich der 26-Jährige einen weiteren Künstler dieses Bereichs geschnappt und zusammen mit dem 20-jährigen Australier Ukiyo einen epischen und cineastischen Sound produziert, der sich auf eine Stufe mit M83s Meisterwerk Hurry Up, We’re Dreaming stellen kann. Mit großem Sound, flirrenden Synthies und hallendem Gesang passt Midnight Sun wunderbar zum Sonnenaufgang und dem Erwachen von Leben. Denn genau in einem solchen Moment kam OTR die Idee zu dem Song. In einem Flugzeug sitzend, kam ihm dieser Moment – mit Blick über die Wolken zur aufgehenden Sonne – so monumental vor, dass es für ihn klar war, dem Song einen opulenten Sound zu geben. Neben Panama, Shallou und Ukiyo werden aber auch Au/Ra und Vancouver Sleep Clinic mit dabei sein und das Album zu einem Anwärter auf das Debütalbum des Jahres werden lassen.

OFFAIAH - Soldier

OFFAIAH – Wie Phönix aus der Asche

OFFAIAH – das ist der britische DJ und Produzent Michael Woods, der bereits seit 20 Jahren an den Turntables mitmischt. Unter verschiedenen Pseudonymen agierend, hat er sich nun für sein neuestes Projekt den Namen OFFAIAH ausgesucht. Mit diesem Projekt veröffentlichte der Londoner Produzent zuletzt den Song Cheddar. Nun ist er mit einem psychedelischen Wirbelsturm als Housetrack zurück und zeigt sich damit stärker und fokussierter denn je. Denn vor knapp zwei Jahren hatte sich der Brite nach einem ernsten Unfall während eines Hubschrauberfluges lange Zeit kurieren müssen. Nun ist er mit Soldier zurück und präsentiert uns damit seine Version von treibenden Housetracks, die immer daran orientiert sind, in eben diesen Locations vollends aufzugehen. Mit spärlichen Lyrics haut uns OFFAIAH die Worte I got the flames running through my veins. I got the flames running through my. ‚Cause I’m a soldier for you um die Ohren und sorgt dafür, dass wir auch ganz sicher einen Ohrwurm bekommen, der uns zusätzlich, zu seinen pumpenden Beats tanzen lässt. Was im Sommer auf den Partyinseln veröffentlicht wird, schafft regelmäßig zur Winterzeit seinen Weg in die Clubs. So haben wir nun die heiße Zeit der ganz großen Housetracks des Jahres und mit OFFAIAHs Soldier einen absoluten Überhit in den Startlöchern.

OK KID - E05 Im Westen

OK KID – Absurde Männlichkeit

OK KID sind bekannt dafür, mit kritischen Texten eine Atmosphäre in ihren Songs zu schaffen, die zwischen Feierlaune und dem Realisieren der wahren Situation pendeln. Mit Songs wie Grundlos,Warten Auf den Starken Mann, Stadt Ohne Meer oder Gute Menschen thematisieren sie immer wieder die aktuelle  Lage der Gesellschaft und wird so jedes neue Album der Gießener Band zum Spiegelbild und einer Momentaufnahme. Auf ihrem neuen Song 05 Im Westen geht es dabei um die absurden Männlichkeitsbilder, die in unserer Gesellschaft immer noch dafür stehen, bloß keine Emotionen zu zeigen oder sensibel zu sein. Die Band sagt daher im Interview mit NOIZZ, dass es ihnen wichtig ist, mit E05 Im Westen vor allem darauf aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren, dass männlich sein eben nicht auf patriarchalische Attribute beschränkt sein muss. Vor allen im Musikvideo, in dem Wilson Gonzalez Ochsenknecht den depressiver Sohn eines patriarchalen Vaters spielt, wird die Spannung visualisiert, die dabei in ihm entsteht. Mit E05 Im Westen haben OK KID damit einen weiteren Song aus ihrer Audioserie Woodkids veröffentlicht und starten heute im Österreichischen Linz eine ausgedehnte Tour.

Oliver Koletzki - We Are All Lost

Oliver Koletzki – Im stetigen Fluss

Oliver Koletzki ist über die Jahre zu einem der verlässlichsten Produzenten elektronischer Musik geworden, die Berlin und Deutschland vorzuweisen hat. Mit seinem eigenen Label Stil vor Talent fördert er junge Künstler und bringt hier auch selbst Musik heraus. So hat der Berliner nun angekündigt, dass am 15. November Fire In The Jungle als neues Album veröffentlicht wird. Darauf enthalten ist der Song We Are All Lost, den Koletzki zusammen mit Steffen Linck – alias Monolink – produziert hat. Monolink ist bekannt für seine sphärischen Elektrosounds, die durch Gesang und einen hohen Ambientanteil geprägt sind. Als würde der 15. November noch deutlich zu weit weg liegen, hat Koletzki nun mit der EP We Are All Lost einen kleinen Vorgeschmack geliefert und als 4-Track-EP veröffentlicht. Hierbei sind mit Tiny Sparks, Fire In The Jungle und The Arctic Voice gleich drei weitere neue Songs veröffentlicht, die das kommende Album mehr als gerecht anteasern. We Are All Lost wiederum ist eine treibend, forsche Elektronummer, die im Aufbau dunkel und mystisch klingt. ganz der Berliner Szene entsprechend, stellt man sich einen Club in einem verwaisten Abwassertunnel vor, bei dem es von der Decke tropft und der Beat durch die Röhren hallt. Koletzki beherrscht es wunderbar seichte Elektropopsongs zu produzieren, gleichzeitig aber auch immer wieder große Clubanthems zu veröffentlichen. We Are All Lost gehört dabei zu der letzteren Kategorie und dürfte dem Berliner Nachtleben wieder einmal neuen Schwung verleihen.

Of Monsters And Men - Wars

Of Monsters And Men – Euphorische Melancholie aus Island

Es klingt, wie ein Oxymoron. Zwei Beschreibungen, die gegensätzlicher nicht sein könnten – Euphorie und Melancholie. Doch im Falle der isländischen Band Of Monsters And Men passt diese Beschreibung, wie keine Andere. Mit ihrem Indiepop, der zwischen mitreißenden Hymnen, Tagträumen und Traurigkeit wechselt, schaffen die fünf Musiker eine Stimmung, die für niedergeschlagene Menschen genauso funktioniert, wie für absolut Glückliche. Dabei haben sie mit ihrem dritten Album Fever Dream wieder einmal Bombastpop par excellence abgeliefert. Nicht verwunderlich, hat doch der amerikanische Produzent Rich Costey einmal mehr die Produktion des neuen Albums in die Hand genommen. Doch bei ihrer aktuellen Single Wars haben sich die Isländer etwas zurückgenommen und eine Song über eine Beziehung geschrieben, der von Streit, Brüchen, Energie und entflammter Liebe handelt. Hier werden die Turbulenzen der Partnerschaft als Teil der ganz großen Liebe erkannt und der Fast-Food-Liebe der heutigen Zeit ein Gegenpol gesetzt. Damit lassen Of Monsters And Men wieder zu, dass man sie entdeckt und mit Spannung dem neuen Album zuhört.

Bobby Love feat. Olive B - Why

Bobby Love – Es schmilzt

…denn der kanadische Produzent Bobby Brown hat mit seiner neuesten Veröffentlichung Why einen so starken Deep-House Song veröffentlicht, dass die heißen Tage nochmal so richtig zuschlagen können. Dabei arbeitete der aus Toronto kommende Produzent abermals mit der Singer/Songwriterin Olive B zuammen, mit der er im Frühjahr dieses Jahres bereits New Love veröffentlichte. Brown ist bei seiner Arbeit wichtig, dass der Sound organisch wächst und das, obwohl das bei elektronischer Musik nicht unbedingt leicht ist. Doch auf Why zeigt er uns eindrucksvoll, wie so eine Mischung klingen kann und lässt uns damit regelrecht wegschmelzen. Stand Why bereits auf Platz 1 der Blogerhitliste von Hype Machine, tritt Brown mittlerweile bei Acts wie Klingande, Wankelmut oder Bakermat als Support auf. Um auf den Headliner-Platz zu kommen, fehlt oft nur ein zündender Klick von einem bekannten Blogger, um den großen Durchbruch zu feiern. Bobby Love hat musikalisch zumindest alles für diesen Moment parat.

Otha - One Of The Girls

Otha – Das dicke Ende kommt noch

Mit Othas Song One Of The Girls hat die norwegische Sängerin und Produzentin im Mai 2018 ein Stück Musik veröffentlicht, welches sich über die vergangenen 13 Monate zu einem stetigen Indiehit gemausert hat. So wurde sie bei BBC
Radio 1 gefeatured, das Pitchfork Magazin berichtete über sie und bei Beats 1 läuft One Of The Girls auf Hot-Rotation. Danach konnte Othalie Husøy – wie Otha mit ihrem bürgerlichen Namen heisst – in den letzten sieben Monaten leider nicht anknüpfen. So gibt es bis heute mit One Of The Girls, einen starken Song, der sich im elektronischen Bereich auffällt und Otha als passive, fast schon gelangweilte Sängerin präsentierte. Dabei wird der Beat immer prägnanter und erhöht sich die Geschwindigkeit fast schon sekündlich – bis er schließlich in einem ausufernden Soundgewirr verschwindet. Otha hat mit One Of The Girls einen wunderbaren Elektrosong veröffentlicht, der die Jugend anspricht, ohne sich bei den Älteren anzubiedern. Und das schafft Otha fast schon von ganz alleine.