Miley Cyrus - Midnight Sky

Miley Cyrus – Flashback in die 80er

Sie ist eine der schillerndsten Acts, den wir im aktuellen Popbusiness weltweit finden können. Dabei gleichzeitig erfolgreich und kontrovers zu sein, gilt für Miley Cyrus als gesetzt. War sie mit ihrer Figur Hannah Montana schon früh erfolgreich, mochte die Tochter der US-Amerikanischen Country-Legende Billy Ray Cyrus ebenso früh ausbrechen. Nach unglaublich erfolgreichen Veröffentlichungen rund um die Hannah Montana Zeit, folgte 2013 der internationale Durchbruch mit dem Album Bangerz und den Singles We Can’t Stop und Wrecking Ball – bei dem sie nackt auf einer Abrissbirne posierte. Es folgten zwei weitere Albumveröffentlichungen und ein Mitwirken in der Netflix-Serie Black Mirror, in der sie den Star Ashley O spielte. Nun ist Cyrus mit ihrer neuen Single Midnight Sky zurück und beantsprucht die 80er Jahre für sich. Konnten wir gestern noch vom New Yorker GASHI hören, wie dies klingen kann, konzentriert sich Cyrus auf das Gesamtbild. Mit blondierter Vokuhila-Mähne, ganz viel Glitzer und übergroßen Jackets setzt Cyrus den Fokus nicht nur auf das Hörbare, sondern vielmehr auch auf ihr Auftreten und erinnert dabei an die Dance-Ikone Róisín Murphy.

Miley Cyrus - Midnight Sky (Musikvideo)

Miley Cyrus – Midnight Sky (Musikvideo)

Natürlich ist aber auch musikalisch alles, bis ins kleinste Detail, auf die 80er Jahre abgestimmt und lässt Cyrus in einer, von Synthiebeats umgebenen, Soundwolke förmlich aufsteigen. Produziert von Andrew Watt und Louis Bell – die bereits Songs für Lana Del Rey, Taylor Swift, Justin Bieber oder Post Malone produzierten – hat sich Cyrus eine wunderbar, schillernde Popnummer geschaffen, die mit Stärke glänzt und Cyrus‘ kräftige Stimme bestens präsentiert. Inhaltlich möchte die Sängerin mit Midnight Sky auf den Druck eingehen, der vor allem bei Frauen herrscht, eine Beziehung für immer führen zu müssen und dabei oftmals der Fehler nur bei der Frau gesehen wird, wenn diese Beziehungen zerbrechen. Damit einhergehend sind Enttäuschungen vorprogrammiert und lasten auf den Frauen, so Cyrus. Mit dem Disco- und Dance-Popsong Midnight Sky wird es darüber hinaus auch wieder konkreter, was die Veröffentlichung von Cyrus‘ siebten Studioalbums She Is Miley Cyrus angeht. So dürfte es nicht mehr all zu lange dauern, bis ein Veröffentlichungstermin feststeht und die US-Amerikanische Sängerin, nach ihrer fulminanten MTV VMA-Performance von Midnight Sky den nächsten Hit in Albumlänge veröffentlicht.

Melanie C - In And Out Of Love

Melanie C – Bleibt auf der Tanzfläche

Mit modernen Beats und einem Hauch Nostalgie haben wir vor einigen Wochen die Single Blame It On Me von Melanie C kennengelernt. Dabei leitet sich die Nostalgie aus der Stimme Melanie Cs ab. Denn nicht nur als Spice Girl, sondern vor allem auch durch ihre frühen Solosongs zeigt uns Melanie Chrisholm seit nunmehr 21 Jahren heute einmal mehr, dass sie sich längst als eigenständige Musikerin abseits des Spice Girl Ruhmes etablieren konnte. Nun steht ihr neues – und mittlerweile achtes – Studioalbum Melanie C kurz vor der Veröffentlichung und wird am 2. Oktober über Melanie Cs eigenes Plattenlabel Red Girl Records vertrieben. Mit der dritten Singleauskopplung In And Out Of Love zeigt sich Melanie C nach Who I Am und Blame It On Me weniger nachdenklich und möchte das Positive zelebrieren. Erst kürzlich kommentierte die britische Sängerin die neue Single mit den Worten In And Out Of Love ist ein absoluter Knaller und ich liebe ihn! Es ist so brillant, einen reinen Pop-, Up-Beat- und positiven Song zu veröffentlichen. Ich glaube, es ist genau das, was die Welt jetzt braucht!

Melanie C - Melanie C

Melanie C – Melanie C

Sicherlich nicht die bescheidenste Art, den eigenen Song anzuteasern, doch kann sich Melanie C nach mehr als 20 Millionen verkauften Platten als Solokünstlerin und nochmals 85 Millionen weiteren Platten mit den Spice Girls durchaus erlauben, so aus dem Häuschen zu sein. In And Out Of Love hat dabei alle Elemente, die ein aktueller Dancesong braucht. Von in der Ferne hallenden Gesängen, über moderne und reduzierte Beats, bis hin zu den verspielten Perkussion-Elementen und verzerrten Backgroundgesängen hat der Song einen äußerst frischen Sound, der sich an moderne Indie-Dancesongs anlehnt und dabei die großen Popsequenzen nicht vergisst. Wer aktuelle Feel-Good-Musik sucht, wird bei Melanie Cs neuer Single einen hervorragenden Song finden. Trotz der fehlenden Chartplatzierungen der ersten drei Singleveröffentlichungen deutet alles darauf hin, dass Melanie C dieses Mal wieder höher in die Charts einsteigen wird, als es noch ihr Vorgängeralbum Version Of Me 2016 mit Platz 25 in Großbritannien und Platz 34 in Deutschland tat. Wir dürfen also gespannt sein, welche Songs uns auf dem kommenden Album noch zum Tanzen animieren wollen – In And Out Of Love bietet sich derweil schon jetzt bestens dafür an.

Master KG feat. Nomcebo - Jerusalema

Master KG feat. Nomcebo – Der perfekte Sommerhit

Bereits bevor Jawsh 685 und Jason Derulo mit Savage Love überhaupt die Spitze der deutschen Charts erreicht hatten, wurde von der GfK – Gesellschaft für Konsumgüter – die für die offiziellen deutschen Charts verantwortlich sind – verkündet, dass Savage Love der Sommerhit 2020 sei. Immerhin, innerhalb der vergangenen Wochen konnte sich Savage Love tatsächlich bis auf Platz 1 der deutschen Singlecharts vorschieben. Auf den Fersen ist ihm allerdings seit einigen Wochen der Song Jerusalema, der bereits in anderen Ländern, wie Frankreich, Belgien, der Schweiz oder Italien bis auf die vordersten Ränge gekommen ist. Ein Ende des Aufwärtstrends ist noch nicht zu erkennen und erobert der Song in immer mehr Ländern die Chartspitze. Dabei wurde der Song bereits im Dezember 2019 veröffentlicht und beinhaltet neben dem Südafrikaner Master KG – der bürgerlich Kgaogelo Moagi heisst – auch seine Schwester Nomcebo Zikode, die für die Vocals verantwortlich ist.

Master KG & Nomcebo

Master KG & Nomcebo

Nachdem der Song auf YouTube durch die Decke ging und Master KG im Januar sein Album Jerusalema veröffentlichte, wuchs das Interesse auch außerhalb Südafrikas an und so wurde der Song schließlich im Juli von Warner Music Frankreich veröffentlicht. Von hier aus hat sich Jerusalema zu einem absoluten Sommerhit gemausert. Hier haben Master KG und Nomcebo ihren authentisch, afrikanischen Sound aus Soul und Gospel mit einem eingängigen Housebeat versehen und gleichzeitig für einen viralen Trend gesorgt. Denn aktuell finden wir im Netz Tanzvideos, die basierend auf dem Song, zur Jerusalema-Challenge aufrufen. Dabei wird der Tanz aus dem Video getanzt und lässt so Erinnerungen an die ganz großen Sommerhits, wie Macarena oder The Ketchup Song aufkommen. Jerusalema ist wahrscheinlich seit dem 1997er-Hit Alane – vom Kameruner Musiker Wes, der erst dieses Jahr von Robin Schulz geremixt wurde – der erste große Song aus Afrika, der weltweit zum Hit werden könnte. In insgesamt zehn Ländern feiert der auf Khelobedu gesungene Song bereits Charterfolge und wird dadurch in den kommenden Wochen sicherlich noch deutlich an Aufmerksamkeit gewinnen.

The Magician - You And Me

The Magician – Musikalische Reise in die Vergangenheit

Er klingt, wie ein Song aus den frühen 2000ern – und damit wie von Dax Riders, Daft Punk oder Modjo. Mit wunderbaren Synthies und French-House-Beats hat der Belgier Stephen Fasano unter seinem Alias The Magician mit You And Me nun einen Song veröffentlicht, der sich an den großen Hits dieser Acts anlehnt. Dabei ist The Magician über die letzten Jahre immer wieder mit großartigen Tracks erfolgreich gewesen. Mit seinem 2011er Remix des Lykke Li Songs I Follow Rivers ging der Belgier europaweit durch die Decke, schaffte es in 22 Ländern in die Charts und in acht davon sogar auf Platz 1. Vor allem in Deutschland war I Follow Rivers (The Magician Remix) ein großer Erfolg und verkaufte sich über 750.000 Mal. 2014 folgte mit Sunlight dann der nächste große Wurf – der gleichzeitig dafür verantwortlich war, einer britischen Band zum Erfolg zu verhelfen. Denn auf Sunlight gab es eine Zusammenarbeit mit dem britischen Synthie-Pop-Trio Years & Years. Diese sollten im Anschluss in Großbritannien komplett durch die Decke gehen und ein Nummer-1 und Nummer-3 Album in den britischen Charts platzieren.

The Magician - You And Me

The Magician – You And Me

Zurück zu The Magician – während der Produzent in dem Zeitraum von 2010 bis 2015 sieben EPs veröffentlichte, wurde es in den vergangenen fünf Jahren ziemlich ruhig um den Belgier. Nun ist er mit seiner EP Renaissance zurück und veröffentlicht mit You And Me den ersten Track daraus. Musikalisch gibt es hier verträumte, langgezogene Gesangsparts die von eingängigen Housebeats begleitet werden. Dabei spielt der Synthesizer eine tragende Rolle und lässt durch verspielte Elemente und Drumpads an die großen Hits der French-House-Hochzeit erinnern. The Magician hat mit You And Me einen neuen Anlauf genommen, um musikalisch ganz nach vorne zu kommen. Neben You And Me enthält die EP Renaissance noch den Proto-Disco Club Mix des Songs und mit Disco Romance einen weiteren neuen Track, der sich ebenfalls mit starken Synthesizer-Elementen empfiehlt. The Magicians neue EP ist für die Party zu Hause oder den Moment in dem man alleine feiert perfekt gemacht und begeistert mit einem positiven, musikalischen Lebensgefühl.

May And Robot Koch - Bad Kingdom

May and Robot Koch – Das mystische Cover

Es ist ein Moment, in dem die meisten von uns mit Knoten im Hirn auf der Couch sitzen und versuchen, die Wirrungen um die mystische Hit-Serie Dark zu verstehen. Während im fiktionalen Ort Winden noch mehr zu verschwimmen erscheint, ist es in der ersten Folge der dritten Staffel ein Song, der uns nur all zu bekannt vorkommt. Denn mit Bad Kingdom ist ein Song gespielt worden, welchen die Berliner Supergroup Moderat – bestehend aus Modeselektor und Apparat – einst 2013 auf ihrem zweiten Album II veröffentlichten. In der Version aus der Serie Dark ist es jedoch May and Robot Koch, die dem Song eine ganz neue Bestimmung verleihen. Während die Sängerin May dem Song mit ihrer Stimme eine fantastisch, melancholische Stille verleiht, ist es der Produzent Robot Koch, der dem Song diese mystische Gefühlslage verpasst. Dabei ist Robert Koch – wie der in Kassel geborene Produzent bürgerlich heisst – kein Unbekannter.

Dark - Netflix Original

Dark – Netflix Original

Denn mit Produktionen für Marteria, OK KID, Claire, Markus Wiebusch, Tensnake, K.I.Z., Casper oder Max Herre hat Koch bis zu seinem Umzug nach Los Angeles im Jahr 2013 Songs für äußerst erfolgreiche deutsche Acts produziert. Daneben bringt Koch über Four Music oder BMG noch eigene Alben auf den Markt und platziert Songs daraus erfolgreich in großen US-Serien. Wie schon im Original, ist es auch in der Version von May and Robot Koch die Songzeile This is not what you wanted. Not what you had in mind die uns immer wieder berührt. Im Fall der Dark-Version fördert sie aber eine Melancholie, die angereichert mit Trauer, Resignation und Müdigkeit ist. Vom traurigen Moment eines Verlustes, bis hin zum erschöpften Kampf um ein bereits verlorenes Gut, lässt uns Bad Kingdom in der May and Robot Koch Version zu uns selbst finden und dabei fast vergessen, wie stark, positiv und reich das Leben ist. Bad Kingdom ist ein Song für die Ewigkeit – May and Robot Koch haben daraus einen Song für immer gemacht.

Dua Lipa feat. Madonna & Missy Elliott - Levitating (The Blessed Madonna Remix)

Dua Lipa feat. Madonna & Missy Elliott – Werden von The Blessed Madonna geremixt

Erst vor wenigen Tagen konntet Ihr hier lesen, dass es bei dem Song Ego Death zu einer regelrechten Starbeteiligung kam. Nun stellt die britische Sängerin Dua Lipa dies nochmal in den Schatten und vereint auf ihrem neuen Song Levitating drei weitere Frauen, die jeweils in ihren Bereichen in den letzten Jahrzehnten zu absoluten Stars geworden sind. Hat Dua Lipa in den vergangenen fünf Jahren einen fast schon kometenhaften Aufstieg erlebt, kann Featuring-Act Missy Elliott bereits auf Hits zurückblicken, die mehr als 20 Jahre her sind. Zuletzt machte Elliott durch ihre erste EP Iconology seit 2005 wieder von sich reden. Madonna, die als weiterer Featuring-Act auf Lipas neuer Single mit dabei ist, kann unterdessen bereits auf knapp vierzig Jahre im Musikbusiness zurückblicken. Zusammen haben die drei Musikerinnen mit Levitating einen Song veröffentlicht, der einen starken 80er-Jahre Bezug hat und durch die Beteiligung von Madonna und Elliott zu einer wahren Disco-Walze werden lässt. Um den Song jedoch auch mit den passenden Beats zu versehen, untermalte die US-DJane und Produzentin The Blessed Madonna – die sich erst Anfang des Jahres durch die Black Lives Matter Proteste von The Black Madonna in ihr heutiges Pseudonym umbenannte – den Song mit stampfend, flirrenden Housebeats.

Dua Lipa feat. Madonna & Missy Elliott - Levitating (The Blessed Madonna Remix)

Dua Lipa feat. Madonna & Missy Elliott – Levitating (The Blessed Madonna Remix)

So ist die nun veröffentlichte Remixversion des Songs die Leadsingle des Remixalbums Club Future Nostalgia: The Remix Album welches am 28. August veröffentlicht wird. Mit schnellen Sprechgesängen von Madonna und Elliott, der unverwechselbaren Stimme Lipas und den treibenden Beats von The Blessed Madonna hat Levitating den perfekten Discosound um im Club alle auf der Tanzfläche zu vereinen. Hinzu kommen diverse Überschneidungen der einzelnen Künstler zueinander. So hat Stuart Price – der Levitating in der Originalversion produziert hat – zusammen mit Madonna das Hit-Album Confessions On A Dancefloor produziert. Madonna wiederum hat auf ihrem 2003er Remixalbum Remixed & Revisited zusammen mit Missy Elliott gearbeitet und Songs aufgenommen. Auf Levitating bündeln sich nun all diese einzelnen Stränge und werden zu einem schillernden Discohit.

Moby - My Only Love

Moby – Lässt Bilder sprechen

Mit Like A Motherless Child hatte Moby 2017 einen Hoffnungsträger seines einst so zugänglichen Popsounds aus den 2000ern veröffentlicht. Durch umstrittene Äußerungen rückte der New Yorker Produzent, Sänger und DJ jedoch in der Vergangenheit immer öfter mit Negativschlagzeilen in den Vordergrund. Dabei wurde seine Diskografie über die Jahre immer größer und die Dichte der Releases immer kürzer. Hatte Moby im Zeitraum von 1991 bis 2000 mit Moby (1992), Ambient (1993), Everything Is Wrong (1995), Animal Rights (1996) und Play (1999) fünf Alben hervorgebracht, folgten im Zeitraum von 2001 bis 2010 mit 18 (2002), Hotel (2005), Last Night (2008) und Wait For Me (2009) nur vier Albumveröffentlichungen. Im vergangenen Jahrzehnt – also von 2011 bis 2020 – folgte schließlich ein sagenhafter Output von acht Alben. Im Einzelnen waren das Destroyed (2011), Innocents (2013), Long Ambients 1: Calm. Sleep.These Systems Are Failing (beide 2016), More Fast Songs About The Apocalypse (2017), Everything Was Beautiful, and Nothing Hurt (2018), Long Ambients 2 (2019) und All Visible Objects aus diesem Jahr. Dabei ist Mobys kreatives Schaffen gleichermaßen in drei Phasen – simultan zu den drei Dekaden – einzuordnen. Waren es in den 90er Jahren die härteren Sounds, die zwischen Elektropunk und schnellen Beats changierten, wurden die 2000er – zu denen man getrost das 1999er Erfolgsalbum Play hinzuzählen kann –  durch einen starken Popsound seiner elektronischen Musik geprägt. Hier sind vor allem die großen Hits Why Does My Heart Feel So BadNatural BluesPorcelainWe Are All Made Of StarsLift Me UpNew York New York und Disco Lies entstanden.

Moby

Moby

In den 2010ern hatte sich Moby jedoch immer weiter in sein New Yorker Studio zurückgezogen und fiel durch immer provokativere Sichtweisen seines gelebten Veganismus auf. Mittlerweile sagt Moby selbst, dass es seine Hauptaufgabe ist, für den Schutz der Tierwelt zu kämpfen und danach erst die Musik käme. Dies können wir nun eindrucksvoll in seiner neuesten Songveröffentlichung sehen, die mit einem Musikvideo auftrumpft, welches beeindruckend und beklemmend zugleich ist. Mit My Only Love veröffentlicht Moby nun die dritte Single aus seinem – im Mai veröffentlichten – Album All Visible Objects und orientiert sich musikalisch am Sound des Albums Play. Mit einem entspannten Ambient-Sound und der Moby-Stammsängerin Mindy Jones, möchte uns der von Bryan Ferry geschriebene Song einen Ausblick auf das geben, was uns bevorsteht, sollten wir nicht endlich zur Tat schreiten und uns um die Rettung der Natur und all ihrer Vielfalt kümmern. Passend dazu hat Moby ein Musikvideo veröffentlicht, das ein im Animationsstil gehaltenes Leoparden-Jungtier zeigt, welches vor einem niederbrennenden Regenwald zu flüchten versucht. Moby selbst schreibt auf Youtube unter das Video Das Ziel dieses Videos war es, die Menschen an die anhaltenden Schrecken des Klimanotstands und der Rodung von Wäldern zu erinnern und die Menschen daran zu erinnern, dass die Fleisch- und Milchproduktion die Hauptursachen für diese Rodungen sind. Mit My Only Love zeigt sich Moby verbindend und verknüpft seinen erfolgreichen und populären Musikstil der 2000er mit der – für ihn – größten Aufgabe seines Lebens – dem Schutz der Natur und Tiere.

Mando Diao - All The People EP

Mando Diao – Neue EP als Überraschung-Release

20 Jahre spielen sie nun schon zusammen. Über 1.500 Konzerte haben sie gegeben und 30 Nationen besucht – dabei stehen die Schweden von Mando Diao nich gerade für einen Mainstreamsound. Mit ihrem gitarrenlastigen Alternative-Rock haben sie es in den vergangenen zwei Dekaden geschafft zehn Alben zu veröffentlichen und stehen kreativ immer noch ganz hoch im Kurs. Nach ihrem fulminanten 2009er Album Give Me Fire – mit dem sie vor allem in Deutschland und durch die Single Dance With Somebody ihre höchsten Chartsplatzierungen feiern konnten – kam es immer häufiger zu Zerwürfnissen innerhalb der Band. Doch diese bedeuteten auch immer wieder neue kreative Einflüsse. So kam 2012 mit Infruset ihr erstes schwedischsprachige Album raus, mit dem sie gleich vier Mal Platin holten und dieses Album zum erfolgreichsten der Band in ihrem Heimatland wurde. Nach den drei weiteren englischsprachigen Alben Ælita (2014), Good Times (2017) und Bang (2019), der Zusammenarbeit mit Klangkarussell auf Jericho und dem Soloausflug des Frontmanns Björn Dixgård auf Wankelmuts I Keep Calling folgte Anfang dieses Jahres mit I Soldnedgången abermals ein Album in ihrer Muttersprache. Damit sollte es durch einen heißen Festivalsommer gehen, doch stehen seit der Pandemie alle Ampeln für Konzerte und Festivals auf rot.

Mando Diao Photo by: Gustaf Elias

Mando Diao Photo by: Gustaf Elias

Nun haben Dixgård und der Rest der Band die Zeit des Lockdowns genutzt und mit All The People eine Überraschungs-EP veröffentlicht. Diese setzt sich aus den fünf Songs All The PeopleHippie SonMagic KissFly To Me und Queen Mary zusammen und verfolgt den Sound der früheren Mando Diao Alben Mitte der 2000er. Es sind Songs, die zurück zum puren Gitarrensound der Band gehen und einen ebenso souligen, wie rockigen Touch besitzen. Auf ihrer Leadsingle All The People präsentieren sie diesen Mix wunderbar und möchten diesen Song gleichzeitig als Widmung an all die Fans verstanden wissen, die seit 20 Jahren dabei sind und sie durch jeden Sommer begleiten. Gleichzeitig kommen auf der EP auch ruhigere Töne zum Vorschein, wie uns Magic Kiss zeigt, der einen Hauch von Psychedelic Rock-Elementen besitzt. Zum Ende der EP wird es mit Queen Mary dann nochmal ganz romantisch. Hier zeigen uns die Schweden, dass ihnen die Natur am Herzen liegt und es die Erde zu schützen gilt. Dabei singen sie sich in einem 1A-Countrysong durch die Strophen und lassen ein wenig Fernweh aufkommen. Die EP All The People ist in jeglicher Hinsicht eine Überraschungsveröffentlichung und zeigt, dass kreative Höhepunkte nichts mit dem Alter einer Band zu tun haben müssen.

Michael Kiwanuka - Final Days (Bonobo Remix)

Michael Kiwanuka – Durch Bonobo veredelt

Soulige Stimmen waren schon immer gut, für einen Remix, der die Tanzflächen füllen soll. Alleine die beiden Songs Liquid Spirit von Gregory Porter (im Claptone Remix) und Holding On von Disclosure feat. Gregory Porter haben in den vergangenen Jahren immer wieder für volle Tanzflächen gesorgt. Doch bereits in den 70er Jahren waren Discomusik und Soul eng miteinander verbunden und sorgten für eine der erfolgreichsten Zeiten dieses Genres. Für den neuesten Remix dieser Art haben sich zwei Künstler gefunden, die jeweils wahre Könige in ihrem Fach sind. Da wäre zum einen der britische Soulsänger Michael Kiwanuka, der mit seinem dritten, selbstbetitelten Album Kiwanuka 2019 komplett abräumte, zum absoluten Kritikerliebling wurde und bereits Ende 2019 mit dem Claptone Remix von You Ain’t The Problem erste Ausflüge in die Clubs machte. Zum anderen gibt der ebenfalls aus Großbritannien kommende Musiker und Produzent Bonobo mit seinem Remix ein Comeback – ist es doch der erste Remix seit drei Jahren, den der Brightoner Musiker zusammen mit Kiwanuka veröffentlicht.

Michael Kiwanuka

Michael Kiwanuka

Herausgesucht haben sich die beiden Musiker einen Song des Kiwanuka Albums, der bisher noch nicht als Single erschienen ist. Hierbei wird Final Days das folkig, Soulige genommen und von Bonobo mit einem fließenden Elektrosound neu arrangiert. Dabei nutzt Bonobo funkige Elemente und macht daraus einen frischen, hellen Song, den es abzufeiern gilt. Kiwanuka klingt auf dem Final Days Remix anfangs noch melancholisch gedämpft, ehe sich der Song in einem freundlichen, nach vorne gehenden Beat auflöst und somit die geballte Kraft eines Sommersongs entfaltet. Ganz ohne Ohrwurm-Refrain schleicht sich Final Days im Bonobo Remix damit in unser Taktzentrum und bringt erst nur die Finger und Zehen zum tippen, bis schließlich der ganze Körper anfängt mitzugehen. Nachdem Bonobo im Sommer 2019 mit dem neuen Song Linked für Spekulationen um ein neues Album gesorgt hat, dürfte die Remix-Aktivität des Briten nun neue Hoffnung auf ein baldiges Album machen. Zusammen mit Michael Kiwanuka hat Bonobo auf Final Days zumindest jetzt schon Mal dafür gesorgt, dass die Sommerabende heiß und lang werden.

Maya Jane Coles feat. Claudia Kane - Run To You

Maya Jane Coles feat. Claudia Kane – Erzeugen eine sehnsüchtige Atmosphäre

Maya Jane Coles wurde bereits mit Auszeichnungen, wie Producer of the Year 2011 vom DJ Mag, Best Breakthrough DJ 2011 von Mixmag, Staff Pick: Artist of the year 2011 des Beatport Awards oder Best House/Garage/Deep House Track bei der Miami Winter Music Converence 2012 ausgezeichnet. Wurde mehrmals von der BBC eingeladen, einen Essential Mix aufzunehmen und wird vom Billboard Magazin, über den Rolling Stone Magazin bis hin zum Pitchfork Magazin gefeiert. Dabei hat es die britische DJane mit japanischen Wurzeln in den vergangenen Jahren bis in die Bestenlisten dieser Magazine geschafft, mit Maya Jane Coles (2010), Comforts (2013) und Take Flight (2017) drei Alben herausgebracht und Remixe für Little Dragon, Tricky, The Shapeshifters, Florence + The Machine, The XX, Rudimental, Bonobo, Sia, Fritz Kalkbrenner oder Dua Lipa veröffentlicht. Daneben veröffentlicht Coles unter dem Pseudonym Nocturnal Sunshine ebenfalls Musik und hat erst im November 2019 mit Full Circle ihr zweites Album herausgebracht.

Maya Jane Coles

Maya Jane Coles

Nun ist sie mit Run To You wieder zurück und veröffentlicht diese Single zusammen mit der britischen Sängerin Claudia Kane unter ihrem Realnamen. Diese begeistert gleich zu Beginn mit einem fernöstlich angehauchten Saitenspiel, ehe ein äußerst präsenter Bassbeat einsetzt und sich darauf die Stimme Claudia Kanes setzt. Anders als zuvor ist Run To You nicht mehr ausschließlich über die tiefen Bässe zu definieren, sondern sorgt mit der flehenden Stimme Kanes für eine melancholisch, sehnsüchtige Atmosphäre. Dabei gibt es immer wieder Zuspitzungen, in denen sich der Track zu verlieren scheint. Immer mit am Start – das Gefühl, sich irgendwo zwischen fernöstlich, orientalischen Sounds zu bewegen. Run To You ist ein entspannter Housetrack, der wunderbar zu chilligen Abenden passt. War der Song lange Zeit nur auf Coles Club-Playlisten enthalten – ohne Run To You direkt veröffentlicht zu haben – kamen immer mehr Fans nach ihren Sets auf sie zu, um zu fragen, wie sie an diesen Song kommen könnten. Nun hat Coles ihn veröffentlicht und damit angekündigt, dass wir in naher Zukunft noch mehr neuer Musik von ihr erwarten können. Run To You bereitet uns schon jetzt bestens darauf vor.