Gorgon City feat. Kaskade & Roméo - Go Slow

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Zwischen Radio und Club

Mit ihren Singles steht das britische Duo Gorgon City immer wieder ganz oben auf dem Treppchen der heißesten Housetracks in den Clubs weltweit. Dabei schaffen es Kye Gibbon und Matt Robson-Scott immer wieder sowohl im Radio, als auch auf den Tanzflächen der Clubs gespielt zu werden. Obendrein gehören sie, wie Disclosure und Rudimental zu den Bands bzw. Produzenten, die kontinuierlich neue Künstler supporten und damit eine Plattform bieten, die unterstützender kaum sein könnte. Auf ihrer brandneuen Single Go Slow haben sie dann auch mit dem Singer/Songwriter Roméo aus Los Angeles einen Künstler dabei, der bereits Songtexte für Rudimental geschrieben hat und seine eigene Musik gerade erst anfängt, zu produzieren. Mit Kaskade wiederum haben sich Gorgon City einen Act geangelt, der sieben mal mehr Fans hat, als das Produzenten-Duo selbst. Interessant hierbei ist, dass Kaskade in den USA als einer der größten Dance-DJs gehandelt wird,  doch auf dem europäischen Markt, bei Radiosendern eher unbekannt ist. Dies wird sich mit Go Slow nun ändern – verbindet der Song doch die sommerliche Weite der US-Amerikanischen Westküstenstaaten mit dem dunklen House-Sound der britischen Insel und wirkt durch Roméos Gesang darüber hinaus melodisch und immer auch poppig. Damit haben Gorgon City einen Song produziert, der auf dem Weg ist, der nächste große Hit des Duos zu werden.

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Kettcar – Aufbruch der Verlierer

Er ist kess, er ist schnell und er ist zynisch – der neue Song Palo Alto von den Hamburger Indierockern von Kettcar. Sind sie für ihre politischen Texte bekannt, verfolgen sie auf Palo Alto einer Gruppe von Menschen, die durch die Digitalisierung ihre Jobs verloren haben und damit ihrer Identität hinterherlaufen. Mit einem Plan – nach Palo Alto zu fahren – um die digitalen Riesen niederzubrennen – begeben sie sich auf ein verrücktes Abenteuer. Dabei sind es wieder einmal Marcus Wiebuschs erzählerischer Gesang, und seine vertrauenerweckende Stimme, die den treibenden und hymnischen Song tragen. Mit schnellen Gitarrenriffs, einem verdammt schnellen Refrain und einem ebenso wortreichen Text, wie Und wenn die vom Jobcenter fragen, kannst du ihnen sagen, wir sind unterwegs, mit allem was wir haben. Die Algorithmen zu zerschlagen und, dass die Benzinkanister und Streichhölzer zu uns gehören. Burn Palo Alto Burn spiegeln Kettcar genau die Mitte der Gesellschaft zwischen Abhängenden und Abgehängten wider. Dass vor allem die letzte Aussage des Refrains für das Verhalten einer verrückten Truppe aus Menschen besteht, möchte Wiebusch – wie in einem Deutschlandfunk Kultur Interview auch explizit hingewiesen – nicht als Sympathisieren verstanden wissen. Mit Palo Alto kündigen Kettcar die EP Der süsse Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich) an, die am kommenden Freitag veröffentlicht wird.

Krezip – Nach zehnjähriger Pause mit neuer Single zurück

Krezip – das war die unglaublich erfolgreiche niederländische Band, die sich 1997 gründete, als die meisten Bandmitglieder gerade einmal 15 oder 16 Jahre alt waren. Mit dem Song I Would Stay stürmten sie im Sommer 2000 die Charts  und hielten sich drei Wochen auf Platz 1 der niederländischen und neu Wochen auf Platz 1 der belgischen Singlecharts. Im selben Sommer, gab es den legendären Auftritt – der gerade einmal so volljährigen Band – auf dem niederländischen Pinkpop Festival, der die Newcomer zusätzlich pushte. Was dann folgte, ließt sich als absolute Erfolgsgeschichte. Mit dem Debütalbum Nothing Less standen sie zehn Wochen auf Platz 1 der Albumcharts ihres Heimatlandes, legten mit Days Like This (2002), What Are You Waiting For (2005), Plug It In (2007), einer Best Of Krezip Platte und dem finalen Album Sweet Goodbye einen Marathon in den Charts hin. Zwischen der Veröffentlichung ihres Debüts und der Auskopplung des letzten Albums waren sie kumuliert sage und schreibe fünf der zehn Jahre dauerhaft mit einem ihrer Alben in den Charts vertreten. Doch 2009 kam es zur Auflösung und der finalen Single Sweet Goodbye, die mit so viel Gefühl von einer Band erzählt, die sich glücklich trennt um neue Wege zu beschreiten und sich bei den Fans mit den wärmsten Worten bedankt. Für Fans, die der Band weiterhin die Treue geschworen hatten, waren die letzten Tage ein regelrechtes Feuerwerk. Führte anfangs die Änderung des Profilbildes in die Farbe Pink für Vermutungen und einer ersten Verbindung zu einem möglichen Pinkpop-Revival, folgte am Montag die Mitteilung, dass die Band einmalig auf dem Pinkpop Festival 2019 und Ende Oktober im Ziggo Dome in Amsterdam spielen wird. Gestern dann – nur einen Tag, nachdem sie die Bombe platzen ließen, folgte mit der Veröffentlichung einer neuen Single die nächste Bombe. Im Musikvideo zu Lost Without You greift die Band auf emotionale Momente ihrer Karriere zurück und verbindet diese mit einer wunderbaren Gitarrenballade, die gewohnt warm und herzlich klingt. Hinzu kommt mit Annelies Kuijsters auch wieder die zweite Stimme und mit Zeilen wie I’d be lost without you. You’re someone to fight for. Someone to die for. Oh look at us now. I’d be lost without you. You’re someone to care for. Someone to be there for. Oh look at us now ein Text, der sich sowohl als Liebesbeweis an die tiefe Freundschaft der Band lesen lässt, als auch die tiefe Verbundenheit zu ihren Fans aufzeigt. Mit Jacqueline Govaert, Annelies Kuijsters, Anne Govaert, Jan-Peter Hoekstra, Joost van Haaren und Bram von den Berg stehen sie in der Besetzung ihres Trennungsjahres 2009 als Krezip wieder im Rampenlicht und lassen und hoffen, dass eine weitere Bombe – in Form eines neuen Albums – noch platzen wird. Krezip, es ist toll euch zurückzuhaben!

Kele Okereke – Mit Soundtrack für Theaterstück zurück

Mit seiner Band Bloc Party beeinflusst Kele seit Anfang der 2000er die Indiewelt und elektronische Musik Großbritanniens. Aktuell sind sie sogar mit einer Anniversary-Tour ihres Debütalbums Silent Alarm wieder auf Welttournee. Währenddessen schreibt Kele weiter unentwegt Songs und hat nun erstmals einen Soundtrack für das Theaterstück Leave To Remain, des britischen Theaterregisseurs Matt Jones, geschrieben. Tritt Jones als Co-Schreiber auf, stehen die Songs im Zeichen des alten Bloc Party Sounds. Zwar fehlt der elektronische Beat, dabei kommt Keles Stimme so klar zum Ausdruck, dass man sich an die warmen Songs Bloc Partys der frühen 2000er erinnert fühlt. Mit der Single The Sea Between Us wird dies eindrucksvoll bewiesen. Denn mit Leave To Remain zeigt Kele einmal mehr, dass er musikalisch unglaublich vielseitig ist und lässt uns mit dem dazugehörigen Musikvideo an einer warmen aber herzzerreißenden Theaterinszenierung teilhaben.

KIAN – Der geborene Musiker

Wer bereits mit zwei Jahren durch die abgelegenen Gebiete der Aborigines reist und mit seinen Eltern dort Musik spielt, kann völlig zu Recht als geborener Musiker gezählt werden. Denn die Musik wurde dem australischen Sänger Kian Maxwell Bytyci Brownfield, kurz KIAN, bereits durch seine Eltern in die Wiege gelegt. Mit sieben Jahren bekam er seine erste Gitarre und mit 12 folgte dan die E-Gitarre, seitdem geht es mit dem 16-jährigen Sänger steil bergauf und traf er durch Musikprojekte wie einem Aborigine Hip-Hop Projekt Künstler wie Baker Boy, mit dem er zusammen die Single Cloud 9 veröffentlichte. Von seinem Song Waiting überzeugt, reichte KIAN den Track beim australischen Talentwettbewerb Triple J Unearthed – der australischen Radiostation Triple J – ein und wartete auf das Feedback. Dieses folgte Wochen später, indem der Radiosender einen Feueralarm an KIANs Schule simulierte und den jungen Sänger so auf dem Spielfeld der Schule damit überraschen konnte, dass er den Wettbewerb gewonnen habe. Damit ist KIAN nicht nur einer der jüngsten Gewinner dieses Wettbewerbs, sondern hat gleichzeitig auch schon in ausverkauften Konzerthallen als Support-Act gespielt – was äußerst selten für einen Triple J Unearthed Gewinner ist. Waiting zeigt dabei, wie Neo-Soul uns berühren kann – im Alter von 14 Jahren geschrieben und gefühlvoll und mit einem modernen Sound versehen, ist Waiting eine liebevolle Ballade über das Gefühl, sich in jemanden zu verlieben und auf ein Zeichen des anderen zu warten, diese Liebe zu erwidern. Damit konnte der Australier einen Plattenvertrag eingeheimst und sein Debütalbum für die erste Jahreshälfte 2019 ankündigen. KIAN ist damit 2019 einer der ganz großen Anwärter, der sich auf einen internationalen Durchbruch einstellen sollte.

Filous – Mit einem Trick sommerlich in den Winter

Er ist so bekannt wie unbekannt. Der österreichische Produzent Filous – alias Matthias Oldofredi – ist in Elektrokreisen weltweit eine Hausnummer. Dabei hat er bereits den ein oder anderen Hit auch in den Mainstream gebracht. Denken wir nur an die Zusammenarbeit mit James Hersey auf How Hard I Try. Doch ebenfalls hat Filous bereits Remixe zu Song von Kodaline, Selina Gomez, Troye Sivan oder James Bay produziert und ist in den letzten Jahren dadurch immer bekannter geworden. Nun hat Filous mit der ebenfalls aus Österreich kommenden klei den Song Bicycle und damit einen wunderbar, verzaubernden Dance-Song veröffentlicht. Mit chilligen Gitarren, kleis zarter Stimme und einem sanft einsetzenden Housebeat wird Bicycle von Sekunde zu Sekunde größer und mündet schließlich in einem satten Dancetrack, zu dem man sich an einem See auf einer hoch bewachsenen Wiese liegen sieht und um einen die Bienen und anderes Getier schwelgerisch wahrnimmt. Bicycle ist eine satte Popnummer, die mit den Elementen aus House, Akustik und Indie einen sehr gelungen Song für den Winter schafft. Und so trickst uns Filous damit aus und lässt uns noch einmal eine sommerlich warme Brise auf der Haut spüren.

Kara Marni – 90er R&B

Mit ihrer wunderbar, trägen Single Curve hatte die britische Sängerin Kara Marni Mitte April ein sattes Ausrufezeichen gesetzt. War sie damals bereit für einen heißen Sommer, sollte sich nun – am Ende der warmen Jahreszeit – zeigen, dass Marni keine Gelegenheit ausgelassen hat, ihre Musik unter die Leute zu bringen. So war ein Stop auf ihrer Tour, das Hamburger Reeperbahn-Festival Mitte September. Hier präsentierte sie neben Curve auch einige neue Songs sowie unter anderem ihre nun veröffentlichte Single Move. Dabei orientiert sich die Sängerin am R&B, Soul und Hip-Hop der 90er-Jahre und hat uns mit ihrem tanzbaren und eingängigen Beat sofort in ihrem Bann gezogen. Dadurch erinnert Kara Marni an Lauryn Hills – mit Grammys überhäuften – Album The Miseducation of Lauryn Hill. Hier werden Sounds von, auf der Straße spielenden, Kindern mit basslastigen Beats gemischt und singt Marni dazu wie einst Lauryn Hill es tat. Mit seiner – fast schon spielerischen – Melodie, ist Move eine perfekte Nummer für moderne Modenschauen. Und so verwundert es auch nicht, dass Marni bei Magazinen wie VOGUE, HUNGER und NYLON ganz oben auf der Liste steht, wenn es um Auftritte während der Schauen geht. Move ist ein klebrig, grooviger Neo-Soul Song, der die Brücke zwischen 90er-Jahre Soul und heutiger elektronisch unterstützter R&B-Produktionen spannt. Für 2019 wurde damit zaghaft auch Marnis Debütalbum angekündigt und lässt durch Move auf ein spannendes Paket hoffen.

KLAN – Zwei Brüder, eine Entscheidung

KLAN gibt es bereits seit Ende der 80er Jahre. Und doch haben sie erst jetzt, am 12. Oktober, ihr Debütalbum Wann Hast Du Zeit veröffentlicht. Ihr fragt Euch, was eine Band bitte von 1988 bis 2018 an Zeit benötigt, um ihr Debütalbum fertigzustellen?! Das Aufwachsen! Denn KLAN besteht aus den beiden Leipziger Brüdern Michael und Stefan Heinrich. Nach Jahren des brüderlichen Zusammenlebens im Elternhaus folgte der Weg in bürgerliche Jobs. Blieb Stefan in Leipzig um Medienpädagogik zu studieren, zog es Michael nach Berlin für ein Medizinstudium. Doch damit nicht glücklich werdend, folgte Stefan seinem Bruder einige Zeit später nach Berlin und beide entschlossen, ihre Berufe vorerst ruhen zu lassen, um sich der Musik zu widmen. Denn die hatten sie bereits seit der Jugend für sich entdeckt. Somit stand im Jahr 2016 der Eintrag in das Grundbuch deutscher Bandfindungen an und KLAN kam zur Welt. Nun haben sie mit der aktuellen Single Mama das Thema der Findung und Abnabelung behandelt und, wie sie mit den Erwartungshaltungen der Familie umgegangen sind. Dabei klingen sie so angenehm ruhig besonnen und singen reflektieren die Befürchtungen der Eltern, vom Weg abzukommen, sollten sie ihre Jobs für die Musik an den Nagel hängen. KLAN klingen frisch und doch irgendwie nach einem gewohnten Begleiter. Auf alle Fälle sind sie damit eine der heißesten Anwärter auf einen nächsten, großen Hit.

Kytes – Indiehit erster Klasse

Wenn schon die Briten aktuell keinen Indie mehr hervorbringen, tut sich in den letzten Jahren so einiges in Deutschland. Mit Razz, den Giant Rooks und Kytes auf der Überholspur, werden auch ihre Songs immer öfter von den Radiostationen gespielt. Dabei kommt letztere Band aus München und stellt nun mit Remedy die neueste Single der im Januar erscheinenden EP Frisbee vor. Hierauf klingen Kytes so unfassbar locker und haben mit dem zugehörigen Musikvideo eine amüsante Indoor-Sommeratmosphäre geschaffen. Mit digitalem Pool, Bildeinstellungen irgendwo zwischen – von amerikanischen Hip-Hop Videos inspirierten – Nahaufnahmen Eis essender Badenixen und weiteren weirden Aktionen begeistern Kytes nicht nur durch das Video, sondern natürlich auch mit einem satten Indieohrwurm. Mit groovigen Gitarrenriffs und einer eingängigen Beatfolge ist Remedy ein absoluter Hit und lässt Michael Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek – alias Kytes – ins Rampenlicht der deutschen Indieszene treten. Die nächste Indiedisco-Nacht kann also kommen!

Kiesza & Chris Malinchak – Zwei, die wissen was sie tun

Man möchte fast sagen, dass es eine ungewöhnliche Zusammenarbeit war – wäre da nicht bereits die Single Mother, die den New Yorker DJ Chris Malinchak und die kanadische Sängerin Kiesza Anfang des Jahres veröffentlichten. Dabei entstand eine berufliche Freundschaft, bei der es nicht nur bei einem Song bleiben sollte. Nun haben die beiden gestern Abend ihr Versprechen eingelöst und mit Weird Kid die zweite Zusammenarbeit veröffentlicht. Hier zeigt sich Kiesza mit einer glasklaren Stimme und passt wunderbar zum Tropical-House Sound Malinchaks. Darüber hinaus gibt der Song durch den hallenden Gesang Kieszas eine gewisse Melancholie preis, die zu den letzten warmen Sonnenstrahlen des verabschiedenden Sommers passt. Weird Kid ist eine angenehme Popnummer, die einen nicht fordert aber dafür deutlich im Kopf festsetzen wird.