Kakkmaddafakka – Norwegens Lieblinge kehren zurück

Kakkmaddafakka – ÅÅÅ

Alles zurück auf Anfang – ist dies das Zeichen der neuen Single der norwegischen Indie-Helden vom Kakkmaddafakka? Hatten sie bei der Veröffentlichung ihres letzten Albums KMF noch verkündet, dass der typische Kakkmaddafakka-Chor beerdigt wurde, hören wir nun auf der ersten neuen Single All I Want To Hear in bester Kakkmaddafakka-Manier den Chor im Refrain. Ein simples Oohh-oh-oh-oh und die Welt ist wieder in love mit dem Sextett. Einmal mehr klingt die Stimme von Frontsänger Alex Vindenes nach einem nerdigen 15-Jährigen und spielen Schlagzeug und Gitarre eine Geschichte vom verspielten Leben einer Vorstadt. Dass dies kein Bruch ihres eigenen Fortschritts ist, braucht die Band uns nicht zu beweisen. Denn war die internationale Ausrichtung des Albums KMF unglaublich gut produziert, zeigt es auch, dass die Band etwas an Originalität verloren hatte. Diese haben sie nun auf der neuen Single All I Want To Hear wiedergefunden und spannen gleichzeitig den Bogen zum letzten Album. Wir dürfen gespannt sein, was auf Albumlänge auf uns zukommt und freuen uns über ein erneutes, kollektives Ausrasten, wenn wir den Song das erste Mal im Club hören werden.

Advertisements

The Killers – Brandon Flowers ist The Man

The Killers – The Man

Sie haben uns lange warten lassen – sehr lange. Gefühlt waren die aus Las Vegas kommenden Rocker von The Killers schon abgeschrieben – wären da nicht Verlass auf mindestens einen Weihnachtssong gewesen. Doch zählt man diese Veröffentlichungen mal nicht mit ein, ist es bereits fünf Jahre her, dass das Quartett mit Battle Born ein Album veröffentlichte. Es brauchte Zeit, da waren sich alle Bandmitglieder einig. Hatten Sänger Brandon Flowers und Gitarrist Mark Stoermer zwischenzeitlich mit The Desired Effect und Dark Arts jeweils neue Soloalben veröffentlicht, bildete Ronnie Vennucci Jr. die Band Big Talk und veröffentlichte mit ihr 2015 das Album Straight In No Kissin‘. Somit hatten sich, bis auf Dave Keuning, alle Bandmitglieder ein Leben für die Zeit nach den Killers aufgebaut. Wie so oft heißt es allerdings viel zu schnell, dass Totgesagte länger leben. Und so haben The Killers gestern mit The Man die erste Single ihres fünften Studioalbums Wonderful, Wonderful veröffentlicht. Dass The Killers schon lange nicht mehr nur im Alternative Rock anzufinden sind, hatten bereits die letzten beiden Alben gezeigt. Auf The Man vereinen sie nun jedoch sowohl Alternative Rock, als auch groovigen Pop und 80er Jahre-Vibes. Mit Flowers‘ typischen Gesang, treibt The Man an und bildet einen Sound, der irgendwo zwischen Ray Parker Jr.’s Ghostbusters und Calvin Harris‘ ersten Alben liegt. Brandon Flowers und seine Band stellten sich die Frage, wie eine vierköpfige Band im Jahr 2017 klingen sollte und probierten sich einfach aus. Raus aus der Komfortzone – hinein in ungewohnte Soundstrukturen, das war es, was im Vordergrund für den Entstehungsprozess stand. Wie sich das anhört, beweisen die Amerikaner nun so richtig groß auf ihrer neuen Single. Denn eines ist klar, wie Flowers im Song mit den Textzeilen „Who’s the man? who’s the man? …. I’m the man!“ besingt – The Killers sind zurück und das selbstbewusst wie eh und je.

Katy Perry – Zwischen House, Pop und Fatboy Slim

Katy Perry – Swish Swish

Swish Swish – so einfach ist es, die Mischung aus Duke Dumont, Fatboy Slim, Pop, House und Katy Perry zu beschreiben. Denn genau mit dieser Single mischt Perry nun die Clubs auf. Swish Swish ist somit bereits die dritte Singleauskopplung ihres am 9. Juni erscheinenden Albums Witness und trumpft mit einem derben Housebeat auf. Dabei zeigt sich Perry, die Swish Swish zusammen mit Duke Dumont schrieb, von einer Seite, die deutlich vom europäischen Pop inspiriert ist. Kurze blondierte Haare und tiefe, dunkle Bässe lassen den Song mehr nach einem Clubtrack als einen Radiohit klingen. Hinzu kommt der Sample des Refrains des Fatboy Slim Klassikers Star 69, der mit seinem hypnotisierenden Text They know what is what, but they don’t know what is what, they just strut. What the fuck? einen Haltepunkt im Song darstellt und für einen Ohrwurm sondergleichen sorgt. Wurde den Fans noch nicht genug in die knapp 4 Minuten gepackt, rappt Nicky Minaj ab Minute 2:35 noch fleissig und verdreht uns dabei den Kopf. Swish Swish ist unglaublich tanzbar, sehr modern und lässt dabei immer klar Katy Perry erkennen. Also zieht Eure Tanzschuhe an und legt los!

Flume – Der globale Sound in Perfektion

Flume feat. KUČKA – Hyperreal

Es braucht einen wallenden Beat, einen Gesangspart – möglichst weiblich und einen guten Rhythmus – und fertig ist der internationale Hit?! Sicherlich – mit dieser Rezeptur gibt es nicht wenige erfolgreiche Künstler, allerdings passt in diese Kerbe ein Künstler wie der Australier Flume bestimmt nicht. Besitzen seine Songs doch eine Tiefe, die durch schwere Bässe und einen tiefen elektronischen Beat erzeugt werden, den man auf den Instant-Hits vergeblich sucht. Mit seinen ersten beiden Alben Flume und Skin hat er in den letzten Jahren so ziemlich alle Kritiker begeistert und für Skin gar eine Grammy-Auszeichnung für das Best Dance/Electronic Album 2017 erhalten. Zusätzlich war die darauf enthaltene Single Never Be Like You (feat. Kai) als Best Dance Recording nominiert. Nun ist Flume mit einem neuen Song zurück und zeigt, wie weit er der elektronischen Musik voraus ist. Mit modernen Elementen, die ihren Weg aus den House-Clubs der Welt schaffen und einer markanten Stimme der australischen Sängerin Laura Jane Lowther alias KUČKA, hebt sich Flume ein weiteres mal von seiner Zunft ab. Hyperreal erinnert dabei ein wenig an Songs vom britischen Duo AlunaGeorge, ist dabei allerdings ausgefeilter und weniger verspielt. Flumes kontinuierlicher Output an Musik und Remixen ist schier unendlich und tut den eigenen Songs hierbei überhaupt keinen Abbruch – was nicht selten bei anderen Künstlern der Fall ist. Damit ist Hyperreal der nächste große Wurf Flumes und wird ab sofort die Clubs weltweit beherrschen – und heute auch unsere Freitag Nacht.

The Kooks – Selbstkritik als Best Of

The Kooks – Be Who You Are

Gegründet vor 13 Jahren haben ‚The Kooks‘ aus Großbritannien alles erreicht, was man sich als Rockband vorstellen kann. Nicht nur, dass sie mit ihrem Debütalbum Inside In/Inside Out und den darauf enthaltenen Singles Naïve und She Moves In Her Own Way in die Top-10 der britischen Album- und Singlecharts stiegen, sondern schafften sie auch mit ihrem zweiten Werk Konk den Sprung an die Spitze der Charts. Doch Zeiten ändern sich und der Musikgeschmack ebenfalls. So hatten es ab 2010 speziell britische Indie-Bands schwer, dauerhaft erfolgreich zu sein. Dies holte schließlich auch ‚The Kooks‘ ein und schafften es die beiden nachfolgenden Alben Junk Of The Heart und Listen nur noch auf Platz 10 und 16 der britischen Albumcharts. Nun hat das Quartett allerdings eine Zäsur gesetzt und bringt im Mai mit The Best of… So Far ein Best-Of Album auf den Markt, das auch zwei neue Songs beinhaltet. Einer davon – Be Who You Are – wurde gerade veröffentlicht und zeigt ‚The Kooks‘ von einer Seite, die zwischen Schulband und dem altbekannten und beliebten Schema des Indies springt. Da gibt eine schnelle Gitarre zu Anfang den Ton an und erinnert an musikalische Untermalungen von amerikanische Teenager-Serien wie Dawson’s Creek und Wunderbare Jahre oder auch Filmesoundtracks wie 10 Things I Hate About You und Juno, ehe Luke Pritchard mit seiner einzigartigen Stimme einsetzt und alles wegbläst und den Fan genau da abholt, wo ihn die Band 2005 mit Konk zurückgelassen hat – bei direktem und jugendlichen Indie. Dabei singt Pritchard über den Werdegang ein Star zu werden und wieder fallen gelassen zu werden. Somit ist Be Who You Are wohl auch autobiografisch zu sehen und als Selbstkritik an so manch fragwürdiger Aktion der Band zu sehen. Doch das hat ‚The Kooks‘ noch nie davon abgehalten zu schreien und zu tanzen. Und letztendlich ist es das, was wir an ihnen lieben.

Kraftklub – Der musikalische Mittelfinger

Kraftklub – Fenster

Nach ihrem opulenten Teaser Dein Lied, welchen Kraftklub vor einigen Wochen veröffentlichten, war die Stimmung unter den Fans gereizt. Da motzten sich Hater und loyale Fans in Foren an und schieden sich die Geister an der „neuen“ Kraftklub-Ausrichtung. Dass Dein Lied allerdings nur ein, vielleicht auch, irreführender Vorbote, des kommenden Albums Keine Nacht für Niemand war, zeigt die nun veröffentlichte, erste Single daraus. Auf Fenster besingen Kraftklub die Sorte von Bürgern, die unlängst als Wutbürger den politischen Knock-out verkünden. Als Reaktion auf diese politische Strömung zeigen Kraftklub im Video, mehr als deutlich, was sie von diesem Schlag halten und geben ihnen auch gleich mit auf dem Weg, was diese Menschen tun sollten. Dass es hierbei nicht gerade sanft zugeht, liegt in der Natur Kraftklubs – waren sie doch noch nie für sanfte Töne bekannt. Dabei hört sich Fenster musikalisch an, wie zu frischesten Zeiten der Band 2012. Doch das heißt nicht, dass Kraftklub etwa lange schon nicht mehr frisch sind. Mit schnellen Gitarren und drängendem Gesang springt Felix über die Akkorde und lässt bissig Textzeilen ab, wie: Du kannst was erreichen. Trag auch du zu etwas bei. Spring aus dem Fenster – für mich. Am Ende kommt gar die Stimme des Die Ärzte Frontsängers Farin Urlaubs zum Zuge und zeigt, dass Kraftklub und Die Ärzte vieles gemein haben. Fenster ist Kraftklub und Kraftklub sind bissig wie nie.

Kaind – Vielseitigkeit auch am Klavier

Kaind – Tiefe Flüsse

Im Dezember hatte uns Kaind mit seiner Dubstep-orientierten Ballade Schatten Im Wald begeistert. Nun ist er mit einer weiteren, allerdings überraschend akustischen Ballade zurück. Nur ein Klavier, ein ruhiger Takt und Kainds Stimme führen durch den Song Tiefe Flüsse, der davon erzählt, dass herausragende Menschen keineswegs die lautesten in einer Gruppe sein müssen. Visuell dargestellt wird dies im Video, mit der Hilfe des 97 jährigen Charles, der auch im hohen Alter noch sportlich höchst aktiv ist, sowie durch die Zwillings-Schwestern Sophie und Camille, die auf eine Balletschule gehen und aus Leidenschaft Tag für Tag hart trainieren. Diese Leidenschaft zeigt Kaind durch seinen zurückhaltenden Gesang. Vergleicht man Kainds bisherige Singleveröffentlichungen, gleicht kein Song dem Anderen und zeigt einen Künstler, der sich stetig verändert und aktuell damit auch noch berührt.

Kraftklub – Schrecken mit Orchester

Kraftklub – Dein Lied

Kraftklub zeigen, was in Deutschland noch möglich ist. Stets mit einem Augenzwinkern machen die Jungs aus Chemnitz Musik, die sich zwischen totalem Ausrasten, süffisanter Ironie und Gesellschaftskritik bewegt. Da gab es schon mal, für die allseits beliebte Mutterstadt Berlin, Häme, als auch für die eigenen Fans. Kraftklub sind nicht nur durch Kollaborationen mit K.I.Z., MC Fitti und Deichkind, sondern auch durch ihr wunderbares, eigenes Kosmonaut Festival, omnipräsent und halten sich gleichzeitig weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. So gibt es keine Klatschspaltenartikel oder Eskapaden der Jungs. Diese generieren Kraftklub ausschließlich durch ihre Musik. Und ist der Druck, nachdem sie mit ihrem Debütalbum Mit K und dem Nachfolgealbum In Schwarz direkt auf Platz 1 der Albumcharts eingestiegen sind, nicht schon genug, lässt sich das Quintett, für die Veröffentlichung des dritten Albums Keine Nacht Für Niemand, gleich mal wieder eine absolute Überraschung vom Stapel. So reicht es nicht nur, dass Kraftklub auf der neuen Single Dein Lied mit dem Jungen Sinfonieorchester Berlin aufwarten und vor einem übergroßen, brennenden K spielen. Nein, Felix Brummer und Co. wollten wohl noch einen draufsetzen und schrieben einen Text, der in anderen Ländern durch Beep-Töne zerstört worden wäre. Dazu kommt, dass Dein Lied kein Gitarrensong ist, sondern eher eine opulente Beleidigung darstellt. Doch Kraftklub beleidigen nicht etwa die Fans, sondern zeigen eben süffisant und ironisch, wie sehr die Band doch berechtigter Weise ihren Platz gefunden hat und immer wieder aufs neue überrascht.

Kasabian – Wenn ein Psycho euphorisiert

Kasabian – You’re In Love With A Psycho

Mit ihrem letzten Album 48:13 hatten die Briten von Kasabian einen, nur schwer fassbaren, Sound kreiert. Ging das fünfte Album schließlich wieder mehr zu den Anfängen des Quartetts zurück. Doch nun überraschen Kasabian mit einer ersten, neuen Single, aus ihrem, für Ende April angekündigten, sechsten Album For Crying Out Loud. Und dabei holen sie den Discosound der Siebziger zurück. You’re In Love With A Psycho ist ein Song, der vor sich hin tanzt und Einen an den Beinen packt. Für Gitarrist Serge Pizzorno war You’re In Love With A Psycho ein reiner Fingerschnipp. Brach der Text und die Melodie doch einfach aus ihm heraus und war so in weniger als 15 Minuten geschrieben. Dass dieser Song es, obwohl er in einer sehr frühen Phase der Albumproduktion entstand, zur Leadsingle geschafft hat, dürfte dem, eingangs beschriebenen, frischen Sound zuzurechnen sein. Klingen die Riffs und der Beat nach Spaß, präsentiert sich Kasabian als Band, die keine Lust hat, auf der Stelle zu stehen. Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück, mal seichter zu klingen. Dem eigenen Anspruch voraus, setzen Kasabian so ein großes Ausrufezeichen.

Linkin Park feat. Kiiara – Trendwende

Linkin Park feat. Kiiara - Heavy

Linkin Park feat. Kiiara – Heavy

Sie waren eine der erfolgreichsten Nu-Metal Bands in den 2000ern. Linkin Park haben mit Songs wie Crawling, In The End, Numb oder What I’ve Done Welthits gelandet und ihre Alben verkauften sich bis zu 30 Millionen mal. Doch auch eine Band ihres Formats muss sich einmal die Frage stellen, wie lange das Schema F noch funktionieren kann. Ganz besonders im Falle des Frontsängers Chester Bennigtons, der 2003, nach vielen Konzerten, Probleme mit seinen Stimmbändern bekam. So wandelte sich die Musikrichtung von Linkin Park in den letzten fünfzehn Jahren immer wieder und hatte zwischen Nu-Metal, Alternative, Hip-Hop und Elektro immer wieder für Überraschungen gesorgt. Nun haben sich Linkin Park für die erste Single ihres siebten Studioalbums One More Light, die amerikanische Sängerin Kiiara mit dazu geholt. Mit ihrem experimentellen Popsong Gold, hatte sie 2015 einen Überraschungserfolg gefeiert und erreichte sogar die amerikanischen Top-20 Singlecharts. Auf der nun veröffentlichten Single Heavy trifft dieser Mix verschiedenster Genres zusammen und zeigt wie wandelbar Linkin Park sind. So ist Heavy ein reiner Elektropop-Song und überrascht mit einer ungewöhnlichen Stimmfarbe Chester Benningtons. Hört sie sich doch weich und warm an und lässt damit wohl einige Linkin Park Fans dran knabbern. Doch genau das hatten Linkin Park auch vor. So gaben sie 2016, in einem Interview an, dass die Songs auf ihrem neuen Album die Fans herausfordern werden, sie sich aber freuen, mit den ihnen diesen Weg zu beschreiten. Heavy ist darüber hinaus als Hymne angelegt, zeigt es doch im Refrain deutliche Emotionsexplosionen und ist der Sound hier auf Größe aus, die man im Stadion perfekt umsetzen kann. Heavy ist die erste Singleauskopplung ihres neuen Albums und wird mit Sicherheit die Charts weltweit stürmen.