Alt-J feat. Kontra K – Eine ungleiche Überraschung

Sie sind die britischen Kritikerlieblinge – modern, elektronisch, experimentell und trotzdem immer melodisch. Er ist aktuell einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands und hat seine drei letzten Alben jeweils auf Platz 1 der deutschen Albumcharts platzieren können. Nun ist für das Remixalbum Reduxer, der britischen Band Alt-J, eine Zusammenarbeit entstanden, die so auch nur selten zu finden ist. Hierbei hat Kontra K den Alt-J Song In Cold Blood überarbeitet und neuinterpretiert. Dabei fügte Kontra K sogar deutsche Songtexte hinzu und sorgt so, auf dem kommenden Alben Alt-J’s für eine wahre Überraschung und das, obwohl In Cold Blood die bekanntesten Singles des dritten Studioalbums Relaxer ist. Dabei haben sich die Band und der Rapper wohl letztes Jahr auf dem Hurricane Festival kennengelernt und fanden es so spannend, dass sie etwas zusammen umsetzen mussten. So ist auch die Neuinterpretation der Relaxer-Songs entstanden und konnte Alt-J damit sogar ein komplettes Album füllen. Die Zusammenarbeit mit Kontra K stellt sich hierbei als befruchtend, frische Art und Weise dar, einen vormalig indielastigen Song, mit Rap zu versehen und damit ein neues Musikgenre, das man dann wohl Indierap nenne würde, zu kreieren. Hervorragend frisch und deutlich verändert ist diese Version von In Cold Blood eine Neuauflage, die sich sehen lassen kann.

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Krystal Klear – Irland auf dem Weg in den Disco-Olymp

Es ist dieser Beat, der uns zum Ausrasten bringt. Wie einst Pop Muzik von M oder Inspector Norse von Todd Terje, hat auch der irische Produzent und DJ Krystal Klear nun einen Song produziert, der seit geraumer Zeit durch die Clubs Europas geistert. Mit Neutron Dance entfacht der in Dublin lebende DJ Dec Lennon, wie er bürgerlich heißt, ein wahres Klangfeuerwerk und besitzt dabei eine Geschwindigkeit, die zum Durchdrehen animiert. Als Liebhaber von Boogie, Funk und House stellt sich Neutron Dance als genau dieser Hybrid heraus, der die verschiedenen Einflüsse aus den 70ern mitnimmt und so arrangiert, damit auch 40 Jahre später der Club noch kocht.

The Kooks – Der Sound der ersten Stunde

Lange war er weg, der typische Indiesound der Brightoner Band The Kooks. Hingen die Fans doch an Songs wie Sofa SongNaïveShe Moves In Her Own Way oder Ooh La und tanzten dazu ganze Nächte durch. War die Veränderung des zweiten Albums Konk noch moderat, fielen vor allem die Alben Junk Of The Heart und Listen durch. Nach ihrem 2017er The Best Of… So Far läuteten die Vier nun mit ihrem kommenden, fünften Studioalbum Let’s Go Sunshine eine Wende ein und besinnen sich auf den Sound ihrer ersten Stunden. Bereits auf der Single All The Time konnte man diese Wendung deutlich heraushören. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Four Leaf Clover sind sie endgültig zurück und lassen die Tanzschuhe zappeln. Mit schnellem Gesang Luke Pritchards und zitternden Gitarren klingt Four Leaf Clover so frisch, wie einst vor 13 Jahren, als die rotzfrechen Jungs noch mit provozierenden Äußerungen die Indiewelt eroberten. Dass eine Band nach 13 Jahren so frisch und wach klingt, ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass sich die Band mit sich selber auseinandergesetzt hat und – im Falle der Kooks – nicht davor zurückschreckt, sich zu wiederholen.

Kungs – Der Sommer kann kommen

Mit Tropical House an die Spitze – das galt vor zwei Jahren für den jungen französischen DJ Kungs. Waren doch seine Songs This GirlDon’t You Know und I Feel So Bad Sommerhits par excellence und landeten in ganz Europa auf den vordersten Charträngen. Nun hat sich Kungs in den letzten zwei Jahren an die Arbeit für neue Songs gemacht und präsentiert uns mit Be Right Here seinen neuesten Hit, der in den kommenden Wochen wohl auch in Deutschland einschlagen wird. Gewohnt sommerlich und mit ganz viel frischen Elektrobeats hat sich Kungs mit dem norwegischen Produzentenduo Stargate und dem Sänger GOLDN zusammengetan und den Überhit Be Right Here produziert. Mit Trompeten, Percussions und einer Geschwindigkeit, die für die Tanzfläche gemacht ist, erobert Be Right Here, gerade die Franzosen. Da wird es nicht mehr lange dauern, bis auch wir überall dazu tanzen und uns zur warmen Sommerluft bewegen.

Kovacs – Mit mehr Groove durch das zweite Album

Mit ihrem Debütalbum Shades Of Black gelang es der niederländischen Sängerin Kovacs 2014 direkt auf Platz 1 der niederländischen und Platz 8 der deutschen Albumcharts einzusteigen. Ihre Mischung aus rauchig, kratziger Stimme, dem Auftreten einer zierlichen Frau und dem James Bond’schen Klang der Singles My Love und 50 Shades Of Black brachte ihr vor vier Jahren von Berlin bis Amsterdam viel Aufmerksamkeit ein. Ihr zweites Album jedoch ließ länger auf sich warten als geplant. Hatte sie das Debütalbum mit dem Produzenten Oscar Holleman realisiert – der sich für Produktionen für Within Temptation, Ayreon und Krezip verantwortlich zeichnet – zog der sich mitten im Prozess des zweiten Albums plötzlich zurück und nahm die Band, die Kovacs seit dem Debüt begleitete mit. Mit diesem Gefühl, wieder komplett alleine dazustehen und von vorne beginnen zu müssen, wandte sich Kovacs an den britischen Produzenten Liam Howe, der nicht nur bereits mit Adele, Lana Del Rey und FKA Twigs zusammengearbeitete hat, sondern Kovacs auch die Freiheit gab, sich wieder selbst zu finden, um den Sound zu realisieren, den sie nun auf ihrer neuen Single Black Spider präsentiert. Dabei ist das Gefühl, einen James Bond-Soundtrack zu hören verschwunden – hin zu einem deutlich poppigeren und groovigeren Sound, der sich unweigerlich im Körper festsetzt. Schneller und mit vielen peripheren Instrumenten, wie Saxophon, Trompeten und Geigen klingt Black Spider ungewöhnlich offen und befreiend. Kovacs scheint sich in ihrem neuen Sound wohlzufühlen und begeistert mit sehr viel Frische.

Kimberose – Next Big Thing

Bereits im letzten Jahr hatte die Französin Kimberose mit einer ersten EP für einen Sturm der Begeisterung gesorgt. Darauf enthalten war die Single Sorry, die nun auch auf ihrem, am Freitag veröffentlichten, Debütalbum Chapter One zu finden ist. Hierbei glänzt die Tochter eines Briten und einer aus Ghana kommenden Mutter mit Soulmusik der alten Schule. Nina Simone und Amy Winehouse als Einflüsse genannt, singt Kimeberose so ergreifend und emotional, dass man sich mit einem Glas Rotwein zu ihr setzen möchte. Kimberose hat diese Stimme und den Sound, wie ihn nur alle paar Jahre eine Künstlerin hervorbringt, reiht sich in eine Reihe mit Amy Winehouse, Joss Stone oder Kovacs ein und überzeugt als Ausnahmetalent. Die 26 Jährige peilt damit nicht nur die Top-5 der französischen Albumcharts an, sondern sorgt auch für ausverkaufte Hallen und muss ihre Konzerte aktuell ständig in größere verlegen – nicht die schlechtesten Vorraussetzungen, um ganz groß zu werden. Mit Kimberose hat der Jazz und Soul einen neuen Star am Himmel und sie dürfte auch hierzulande nicht mehr lange unbekannt bleiben.

The Best Of 2018 Vol.: 01

01. Anna Of The North – Someone

02. The Black Eyed Peas – Street Livin‘

03. BØRNS feat Lana Del Rey – God Save Our Young Blood

04. Jack Grace – Row Me Home

05. Editors – Magazine

06. LCAW feat. Sophie Ellis-Bextor – Hummingbird

07. Mausi – Rich Girl

08. Justin Timberlake – Filthy

09. Lane 8 – Stir Me Up

10. Little Hours – Later On (Möwe Remix)

11. Petit Biscuit feat. Panama – Waterfall

12. SCHWARZ – Cold Sunlight

13. Audio Dope – Floating

14. Bløf feat. Geike Arnaert – Zoutelande

15. Chvrches – Get Out

16. Cloves – Bringing The House Down

17. Declan J Donovan – Better

18. Kimbra – Top Of The World

19. Kate Nash – Drink About You

20. Skott – Stay Off My Mind

21. Mallrat – Better

22. David Byrne – Everybody’s Coming To My House

Kate Nash – Gestolpert, Gefallen und stark zurück

Mit ihrem 2015er Album Girl Talk musste sich die britische Indie-Pop Sängerin Kate Nash so einiges an Kritik abholen. War ihr einst so wunderbar bissig, süßer Indie doch einem aggressiven, grummeligen Riot-Girl gewichen. Dabei hatte sie mit den beiden Vorgängeralben Made Of Bricks und My Best Friend Is You doch alle so glücklich gemacht – klang Nash darauf doch frech, direkt und trotzdem charmant. Girl Talk floppte schließlich und erreichte nur Platz 85 der britischen Albumcharts. Dabei wechselte sie vom Major-Plattenlabel zu einem kleinen Indielabel und veröffentlichte ihr drittes Album fast in Eigenregie. Nun ist sie mit der ersten neuen Single, seit 5 Jahren zurück und kündigt damit ihr viertes Studioalbum Yesterday Was Forever an. Mit Drink About You lässt sich Nash dabei wieder deutlich mehr auf ihre Indiewurzeln ein und spielt mit einer schnellen Gitarre und vor allem ihrer Stimme. Man könnte fast vom geläuterten Künstler sprechen, wäre da nicht Nashs überbordend, überzeugende Art und eine gesunde Arroganz. Dink About You erinnert hier fast and Puretones Addicted To Bass und ist doch ganz anders. Schnell, flippig und wieder ganz frech ist Kate Nash zurück und tut so, als wäre sie nie weg gewesen.

Kimbra – Wenn ein Song in Dich kriecht

Er ist wie ein Parasit. Einmal gehört, kriecht der neue Song der neuseeländischen Künstlerin Kimbra, in unsere Gehörgänge und nistet sich dort ein. Es ist diese Mischung aus afrikanischen Beats, Kinderchor, rhythmischen Beats und Kimbras arhythmischer Gesang, der hier die Faszination ausübt. Top Of The World ist eine künstlerisch gewagte Nummer, die vollends überzeugt und Kimbra auf ein anderes Level der Musik hebt. Experimentell und frisch zeigt Kimbra, wie sehr sie sich ausprobiert. Top Of The World ist dabei bereits die zweite Singleauskopplung ihres, im April erscheinenden, dritten Albums Primal Heart. Vergleichen wir Kimbra, als sie mit Gotye 2011 zu Somebody That I Used To Know sang, mit der Künstlerin in Top Of The World scheinen Welten dazwischen zu liegen. Von der niedlichen Gastsängerin zur Femme Fatale, die ihre Fans mit magisch-dämonischen Zügen verführt, ist Kimbra die perfekte Wandlung gelungen. Top Of The World ist eine Nummer die umhaut, begeistert und süchtig macht. Da dürfen wir gespannt sein, was uns auf Primal Heart erwartet. 

Karen O – die Stimme der 2000er ist zurück

Mit ihrer Band Yeah Yeah Yeahs hatte Karen O die 2000er mit ihrem aggressiven, Indie-Rock geprägt. Neben Gossip, Fall Out Boys und anderen, waren die Yeah Yeah Yeahs die lautesten und zogen eine ganz neue Bewegung – die der Indie-Rocker – hinter sich her. 2013 kam das bisher letzte Album Mosquito der Band raus, ein Jahr später folgte mit Crush Songs O’s Solo-Debüt. Nun kommt O mit einem Song für den Soundtrack eines KENZO Werbekurzfilms zurück und hat sich dafür den Briten Michael Kiwanuka dazugeholt. Dass Soundtracks nicht Neues für sie sind, zeigte O bereits 2009, als sie die Filmmusik des Fantasy-Dramas Where The Wild Things Are machte. Nun hat sie mit Kiwanuka ein romantisches aber auch melodramatisches Stück gemacht, dass – laut O’s eigener Aussage – an asiatische Melodramen erinnern soll. Und tatsächlich, wirkt diese Vorstellung sehr realistisch, betrachtet man den Kampagnenfilm KENZOs. Hier kommt es zu quietschbunten Szenen, bei denen Karen O brachial und laut ist, um nur kurze Momente später in einem lethargischen Traumzustand zu versinken. Yo! My Saint ist diese kunstvolle amerikanische Sängerin, die vor allem durch einen hohen Output an musikalischer Vielfalt stets überzeugt. Dabei klingt Kiwanuka, wie aus einem 70er Jahre Krimifilm, der in den Straßen New Yorks spielt und ganz viel Trenchcoat mit Stehkragen beinhaltet. Karen O lässt mit Yo! My Saint nach längerem wieder etwas von sich hören und wir liegen ihr zu Füßen.