Kummer - Wie Viel Ist Dein Outfit Wert

Kummer – Die Abrechnung mit der Generation Scheinq

Ende Juni hatte Felix Kummer mit 9010 seine erste Single unter dem Pseudonym Kummer veröffentlicht. Dieser thematisiert die rechte Haltung vieler Einwohner seiner Heimatstadt Chemnitz. Nun ist – kurz vor der Veröffentlichung seines Debütalbums KIOX am kommenden Freitag – mit Wie viel ist dein Outfit wert eine weitere Single erschienen, in der Kummer über Gucci, Prada, Dior und Fendi rappt. Allerdings ist der Song keine Preisung dieser Marken, sondern thematisiert viel mehr, dass der Schein wichtiger ist, als das Sein. Mit Textzeilen, wie […Der Teufel trägt Prada und jeder Trottel trägt Supreme..], [..Du würdest armen Menschen ja zur Seite stehen. Wenn sie es schaffen würden einfach bisschen geiler auszusehen..] und [..100€ liegen zwischen angesehen und unbeliebt..] manifestiert Kummer seine gesellschaftskritischen Texte und transportiert diese auf eine moderne Art, die eben nur so, die heutige Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen erreicht. Dabei geht es nicht um jeden Einzelnen, sondern vielmehr um die, die auf den Schulhöfen und Nachmittags in der Gruppe den ärmeren Gleichaltrigen mit Hohn und Spott gegenübertreten. Gleichzeitig nimmt Kummer allerdings – durch kurze Snippet-Einspieler von, unter anderem, Mark Foster und dem Youtuber Mahan (nach dessen Frage auf seinem Vlog wohl Kummers Song benannt ist) – auch populäre Menschen in die Verantwortung und zeigt, wie normal es heute ist, Menschen nach ihrer Kleidung als erfolgreich oder erfolglos bestimmen zu wollen. Mit KIOX wird Kummer wohl eines der wichtigsten Alben des Jahres abliefern und gleichzeitig seine ohnehin schon hohe Stellung im deutschen Musikbusiness manifestieren.

Kraak & Smaak feat. Izo FitzRoy & Yuksek – Die Clubsaison beginnt

Sweet Time ist das Resultat aus der Zusammenarbeit von drei der angesagtesten Musikacts momentan. Hat sich das niederländische Trio Kraak & Smaak – das aus Wim Plug, Oscar de Jong und Mark Kneppers besteht – für seine aktuelle Single Sweet Time die Londoner Soulstimme Izo FitzRoy geschnappt, steht die Sängerin dem Produzenten-Trio in Sachen Erfolg in nichts nach. Bereits ihr 2017er Debütalbum Skyline hatte mit der BBC und dem kalifornischen KCRW zwei der einflussreichsten TV- und Radiostationen von sich überzeugen können und 2018 mit der EP Say Something nachgelegt. Als Dritter Act im Bunde tritt Pierre-Alexandre Busson – besser bekannt als Yuksek – in Erscheinung und gibt dem ganzen Song mit seinem Remix eine Note von durchfeiernden Nächten und heißen Tagen am Meer. Yuksek tritt seit 18 Jahren als Produzent und Remixer in Erscheinung und hat bereits mehr als 100 Songs, von Künstlern wie Lana Del Rey, Blur, C2C, Empire Of The Sun oder Moby geremixed. Sweet Time ist ein absoluter Monsterhit, der einzig und allein dafür geschaffen wurde, uns auf der Tanzfläche zum ausrasten zu bringen. Manchmal braucht es dafür nur 4 Minuten und 22 Sekunden, um das hinzubekommen.

Kate Nash - Bad Lieutenant

Kate Nash – Das Chamäleon der britischen Popmusik

Mit ihren vier bisher veröffentlichten Alben hat die britische Sängerin Kate Nash eine Veränderung durchlebt, die der eines Chamäleons gleich kommt – schließlich wechselte sie nicht nur einmal das Genre. War ihr Debütalbum Made Of Bricks 2007 zum absoluten Erfolgsalbum geworden und nicht zuletzt durch die Single Foundation weltweit gefragt, wechselte sie in der Folge vom Indiepop zum Punk und sogar Riot Grrrl. Nun ist die Britin mit einer neuen Single zurück und überrascht wieder einmal mit einer Elektropop-Nummer, die besser nicht hätte klingen können. Mit Bad Lieutenant – den Nash bereits im Juni veröffentlichte – mag es jedoch nicht so ganz zünden. Dies ist vielleicht ihren vorherigen Platten zuzurechnen, war Punk doch nicht gerade der Mainstreamsound, den man sich von der Sängerin vorstellte. Bad Lieutenant hingegen hat einen wahnsinnig tanzbaren und einprägsamen Beat und strahlt eine neue Power der Sängerin aus, die sie womöglich in den letzten Jahren durch das schauspielerische Mitwirken in der Netflix-Serie GLOW und ihrer nun veröffentlichten BBC Dokumentation Kate Nash: Underestimate The Girl gesammelt hat. Wer unbeschwerten Elektropop mag, wird Bad Lieutenant lieben und dazu tanzen, als hätte Nash noch nie etwas anderes gemacht.

Kesmar - Crushing

Kesmar – Das Chamäleon Sydneys

Vielseitigkeit bringt der Beruf des Musikers zwangsläufig mit sich. Ob ganz zu Anfang als mittelloser Musiker, oder mit etwas Erfolg bei der Wahl der Locations, bis hin zum komfortabelsten Moment, dem des Auswählens der Musik. Bei Kesmar – hinter dem sich der australische Musiker und Singer/Songwriter Nathan Hawes verbirgt – war dies vor knapp drei Jahren der Schritt, weg vom Akustikkünstler, hin zu einem disco- und synthieorientierten Sound. Dabei verliebte sich Kesmar in den wunderbaren Klang von Bands und Künstlern wie Metronomy und Roosevelt und arbeitete fortan mit australischen Größen wie Panama zusammen. Auf seiner im April veröffentlichten Debüt-EP Up To You ist dann auch die aktuelle Single Crushing enthalten, die mit einem Retrosound aufwartet, welcher an Künstler wie Parcels und Two Door Cinema Club erinnert. Frisch, spritzig und voller Energie klingt Crushing nach einer vollen Ladung Sommerlaune und lässt uns an warmen Tage angenehm abkühlen und Kesmar zum Begleiter der Stunde werden.

The S.L.P. - Nobody Else

The S.L.P. – Kasabian gehen solo…

…bleiben aber dennoch zusammen. Kasabian sind ohne Zweifel eine der großartigsten britischen Bands, die es momentan gibt. Seit 22 Jahren als zusammen, gab es im Laufe ihrer Karriere eine Menge Stilrichtungen, welche die Jungs ausprobiert haben. Nun hat das Kasabian-Songwriter-Mastermind Sergio Lorenzo Pizzorno ein Soloprojekt gestartet und unter der Abkürzung seines Namens als The S.L.P. den Song Nobody Else veröffentlicht. Während seine Bandkollegen und Pizzorno eine Pause mit Kasabian einlegen, hat sich der Brite mit italienischen Wurzeln selbst ausprobiert und seiner Kreativität freien Lauf gelassen. Herausgekommen ist ein satter French-House Song, der nur so vor Lebensfreude strotzt. Dabei kommen raue Beats genauso zur Geltung, wie ein eingängiger Klavierpart und verträumte Gesänge Pizzornos. Das gleichnamige Debütalbum wird am 30. August erscheinen und bietet neben Nobody Else, mit Favourites bereits einen zweiten Track an, der allerdings in ganz gegensätzliche Genres vordringt und eine Kollaboration mit der Hip-Hop- und Grimes-Künstlerin Little Simz ist. Pizzorno wollte Ausbrechen und sich selbst fordern – Musik schreiben, die frei von irgendwelchen Zwängen sei. Mit Nobody Else ist dies eindrucksvoll gelungen und hat der Sänger gleichzeitig einen wahren House-Klassiker mit Indieeinfluss geschaffen.

Kummer - 9010

Kummer – Aus Teilen Kraftklubs bricht es heraus

Es reicht! Das dachten sich die Jungs von Kraftklub – die bekennende Karl-Marx-Stadt-Jungs sind – also aus dem heutigen Chemnitz kommen. Über Chemnitz wurde im letzten Jahr viel berichtet. Von einer Gesellschaft, die sich aufteilt – in ausländerfreundlich und ausländerfeindlich. Jedoch zeigt sich letztere Gruppe vor allem in den vergangenen Jahren seit der Flüchtlingswelle 2015 so präsent und radikal, dass selbst die Politikverdrossenen nun dagegen aufstehen. Kraftklub haben sich allerdings seit jeher politisch engagiert und angesprochen, was schief läuft. So ist es auch kein Wunder, dass Felix Kummer – Frontsänger Kraftklubs – nun mit seinem Song 9010 (die Zahl gibt den ehemaligen Postleitzahlenbezirk zu DDR-Zeiten wieder) dieses Thema abermals aufgreift und einen aggressiven Rap-Song über die Zustände in seiner Heimatstadt veröffentlicht. Kummer will und kann sich nicht damit abfinden, dass sich der Osten und im Speziellen Chemnitz seinem Schicksal als Hochburg der Rechtsradikalen ergeben soll. So rappt sich Kummer auf 9010 durch seine eigene Jugend, die davon geprägt war, seine antifaschistische Haltung zu bewahren. Oftmals endete diese Haltung – von Rechten gejagt – blutend auf dem Bordstein. 9010 ist ein deutscher Rap-Song, der sich nicht um vollbusige Frauen und Bling-Bling-Autos dreht, sondern die politische Verantwortung übernimmt, als Musiker und Sprachrohr die Menschen zu erreichen und seine eigenen Erfahrungen zu schildern. 9010 ist der erste Vorbote des Solodebüts Felix Kummers, welches er unter dem Namen Kummer später in diesem Jahr veröffentlichen wird.

Keane - The Way I Feel

Keane – Die große Rückkehr

Nach sechs Jahren der Bandpause sind Keane zurück auf der Tanzfläche. Hatte Frontsänger Tom Chaplin die Bandpause von 2013 bis heute genutzt um zwei Soloplatten zu veröffentlichen, war es um die anderen Bandmitglieder in der Zwischenzeit eher ruhig geworden. Das war allerdings auch der Grund, ihrer Bandpause – den Stress, der mit dem Erfolg der britischen Band kam, etwas zu entkommen. Denn mit über 10 Millionen verkauften Platten und fünf Nummer-1 Alben und EPs in ihrem Heimatland zählen sie zu den erfolgreichsten Bands der britischen Inseln. Nun sind sie mit der Ankündigung des neuen Albums Cause And Effect zurück, welches am 20. September veröffentlicht werden soll. Darauf enthalten ist die Leadsingle The Way I FeeI, die durch die Motivation, die Band wieder aufleben zu lassen, entstanden ist. Chaplin erinnert sich dabei an einen Moment, während er an seiner Soloplatte arbeitete, in der er sich selber in der Situation wiederfand, sich zu wundern, wie es soweit kommen konnte, diese wirklich energiereiche und wichtige Beziehung zu seinen Bandmitgliedern verloren zu haben. Dieses Gefühl transportieren die Jungs so wunderbar auf The Way I Feel, dass man sich, von der Euphorie gepackt, selbst fragt, ob man alles getan hat, um wichtige Menschen um sich herum zu behalten. Dabei klingen Keane gewohnt episch und haben es auch sechs Jahre nach ihrem letzten Album nicht verlernt, große Hymnen zu schreiben.

Krezip - How Would You Feel

Krezip – Wenn sie uns rufen

Krezip sind zurück! Diese Nachricht schlug Ende Januar ein wie eine Bombe – eine der erfolgreichsten niederländischen Bands veröffentlichte, nach 10 Jahren Trennung, mit Lost Without You wieder eine Single. Hierbei galt die Single nicht nur als Comeback, sondern gleichzeitig auch als großes Dankeschön an die jahrelange Treue der Fans. Immerhin war die Band nun genauso lange getrennt, wie es sie als Band gab. Schließlich folgte Ende April die Auszeichnung mit einer Goldenen Schallplatte und bestätigte damit die Nachfrage der Fans. Nach der Ankündigung nicht nur auf dem Pinkpop Festival zu spielen, sondern am 25. Oktober 2019 gleich noch ein Konzert im Amsterdamer Ziggo Dome zu spielen, gingen die Karten innerhalb von weniger Stunden komplett weg. So, dass die Band mit dem 24. und 26. Oktober zwei Zusatzkonzerte ankündigte. Ist der 26. Oktober mittlerweile ebenfalls ausverkauft, gibt es für den 24. Oktober noch Karten zu kaufen. Doch auch diese werden in den kommenden Wochen äußerst nachgefragt sein, denn heute haben Krezip – als weitere Überraschung – eine zweite – komplett neue – Single veröffentlicht. Mit How Would You Feel haben Krezip einen Song veröffentlicht, der das Gefühl der Band nicht besser vermitteln könnte. Hier trifft Wärme auf eine euphorische Stimmung, die nach Aufbruch klingt. Dabei singt sich Jacqueline Govaert durch Textzeilen, wie Ooh ooh ooh There’s so much going on. And everything is always moving on. How would you feel. If I come home now. Cause I need you now love. Oh I need you now. And on and on I miss you. Und klingt zufriedener denn je. Die Band – selbst überwältigt von all dem Zuspruch – fügte der Veröffentlichung dann auch die Worte Liebe Leute, zwischen all den schönen neuen Abenteuern, die wir gemeinsam erleben dürfen, gab es plötzlich Inspiration für ein weiteres neues Lied! Damit zeigen sie ganz direkt, wie sehr sie mit den Fans verflochten sind und die äußeren Eindrücke auf sie wirken. Nun, nach der zweiten neuen Single, werden die Vermutungen, dass es doch in absehbarer Zeit ein neues Album geben könnte, nochmals verstärkt. Mit How Would You Feel zeigen Krezip einmal mehr, warum sie uns allen so gefehlt haben.

Kaiser Chiefs - Record Collection

Kaiser Chiefs – Duck Sound

Sie sind in ihrem 20. Jahr der Bandgeschichte und haben vieles durchgemacht. Von einem der größten Hypes in Großbritannien – dem Indierock – profitiert, hatten die fünf Jungs aus Leeds Mitte der 2000er mit Songs, wie Oh My GodI Predict A Riot, Ruby oder Never Miss A Beat ihre erfolgreichste Zeit erlebt. Bis plötzlich, mit der 2011er Veröffentlichung des vierten Albums The Future Is Medieval ein Dämpfer einsetzte, denn erstmals verpassten sie damit die Top-10 der britischen Albumcharts. Doch bereits mit dem nachfolgenden Album Education, Education, Education & War war ihnen Platz 1 wieder sicher. Nun stehen die Kaiser Chiefs davor – am 26. Juli – ihr siebtes Studioalbum DUCK zu veröffentlichen und kündigen dies mit den Worten an: Wir hatten für das neue Album zwei Grundideen. Einerseits wollten wir, dass das kommende Album die typische DNA der Kaiser Chiefs besitzt, andererseits arbeiteten wir daran, den Geist von Northern-Soul-Platten mit einzubeziehen. All das ist auf DUCK zu finden und zeigt ein Kaiser Chiefs Album aus rhythmischen Hooks und einem Refrains, der zum tanzen einlädt. Mit der ersten Singleauskopplung Record Collection sind die Kaiser Chiefs wieder am Anfang ihrer Karriere angekommen. Klingen sie doch frisch, frech und zeigen mit ihrem lauten Gitarren- und Synthiesound, wie sehr sie ihre Spielwut zurückerlangt haben. Record Collection zeigt den wunderbaren Weg der Band auf, den wir alle in den vergangen 20 Jahren mit der Band und ihrer Musik erlebt haben. Und trotzdem bleiben die Jungs um Frontsänger Ricky Wilson eine Band der Nachbarschaft und wirken auch nach so langer Zeit noch wie Freunde von nebenan – nur eben mit einem neuen Album.

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo - Go Slow

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Zwischen Radio und Club

Mit ihren Singles steht das britische Duo Gorgon City immer wieder ganz oben auf dem Treppchen der heißesten Housetracks in den Clubs weltweit. Dabei schaffen es Kye Gibbon und Matt Robson-Scott immer wieder sowohl im Radio, als auch auf den Tanzflächen der Clubs gespielt zu werden. Obendrein gehören sie, wie Disclosure und Rudimental zu den Bands bzw. Produzenten, die kontinuierlich neue Künstler supporten und damit eine Plattform bieten, die unterstützender kaum sein könnte. Auf ihrer brandneuen Single Go Slow haben sie dann auch mit dem Singer/Songwriter Roméo aus Los Angeles einen Künstler dabei, der bereits Songtexte für Rudimental geschrieben hat und seine eigene Musik gerade erst anfängt, zu produzieren. Mit Kaskade wiederum haben sich Gorgon City einen Act geangelt, der sieben mal mehr Fans hat, als das Produzenten-Duo selbst. Interessant hierbei ist, dass Kaskade in den USA als einer der größten Dance-DJs gehandelt wird,  doch auf dem europäischen Markt, bei Radiosendern eher unbekannt ist. Dies wird sich mit Go Slow nun ändern – verbindet der Song doch die sommerliche Weite der US-Amerikanischen Westküstenstaaten mit dem dunklen House-Sound der britischen Insel und wirkt durch Roméos Gesang darüber hinaus melodisch und immer auch poppig. Damit haben Gorgon City einen Song produziert, der auf dem Weg ist, der nächste große Hit des Duos zu werden.