James Arthur - Falling Like The Stars

James Arthur – Führt mit neuer Single ein Kapitel fort

James Arthur hat sein ganz eigenes Tempo. Mit einem riesigen Knall im Musikbusiness erschienen, hatte er mit seiner Debütsingle Impossible 2012 einen durchschlagenden Erfolg verzeichnen können. Nicht nur, dass er mit diesem Song die Castingshow X Factor gewinnen konnte, in Folge der Singleveröffentlichung von Impossible erreichte er in sechs Ländern die Nummer 1 der Singlecharts und in zwölf weiteren Ländern die Top-10. Am Ende verkaufte sich der Song weit mehr als 2,5 Millionen Mal. Nach seinem selbstbetitelten Album 2013, folgte mit Back From The Edge 2016 sein zweites Album und öffnete mit der Leadsingle Say You Won’t Let Go ein erzählerisches Kapitel, welches Arthur nun – vor der Veröffentlichung seines dritten, noch unbetitelten Albums – auf der aktuellen Single Falling Like The Stars weiterführt. So sang Arthur in Say You Won’t Let Go die Textzeilen We danced the night away, we drank too much. I held your hair back when you were throwing up. Auf Falling like The Stars folgt nun mit dem Text And when they’ve grown up you’re still the girl in the club when I held your hair up cause you had too much die Fortsetzung einer besonderen Beziehung. So ergibt sich beim direkten Hören dieser beiden Songs eine Geschichte, die vom Wachsen zweier Personen handelt und ebenso auch von Scheitern. Dabei geht Arthur wieder zurück zu seinen musikalischen Stärken und umgibt seine Stimme von einem akustisch, melancholischen Sound, der an Lagerfeuer- oder Kaminmomente erinnert. Falling Like The Stars ist eine wunderschöne Ballade, die uns ganz unaufgeregt und mit sanften Tönen direkt erreicht.

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Jeremias - Sommer

Jeremias – Der Sommer ist luftig

Mit Alles hatte vor knapp sechs Wochen in der Tat alles angefangen, waren die vier Jungs von Jeremias doch ganz plötzlich auf der Tanzfläche erschienen um zu bleiben und uns in ekstatisch tanzen zu sehen. Nun sind sie mit der nächsten Single zurück und feiern den Sommer, wie Generation Z ihn heute eben feiert – mit jugendlicher Ungeduld und einem Überschuss an geballter Energie. Dabei heben die Jungs das Gefühl der Freude und Sehnsucht hoch, indem sie an Vergangenem festhalten und Neues nicht verpassen wollen. Beachtlich ist bei dem knapp dreieinhalb minütigen Song auch, dass knapp 1 Minute nur durch ein Instrumental und eine Tonbandaufnahme bespielt wird und die Jungs dem Song Sommer so viel Raum geben, um in bei Liveauftritten ausgiebig zelebrieren zu können. Heute wie auch schon früher braucht es Songs, die unser Leben beeinflussen und als Soundtrack dieses Lebens funktionieren. Jeremias haben dies mit Sommer bereits ein zweites Mal bestens geschafft. Sommer ist damit, nach Alles die zweite Singleauskopplung, aus ihrer im Herbst erscheinenden Debüt-EP.

Julian Wassermann feat. Yates - Guard

Julian Wassermann feat. Yates – Ein Déyà-vu ohne Erlebnis

Eigentlich ist man geneigt, zu dem Song zu tanzen – hat doch der Münchener Produzent und DJ Julian Wassermann mit Guard einen Track veröffentlicht, der nicht nur die gesangliche Unterstützung des Berliners Yates hat, sondern sich auch in eine so unaufgeregte Art und Weise präsentiert, dass man sich fast schon meditativ um die Beats tänzeln sieht. Dabei baut sich Guard wunderbar geschmeidig auf und setzt mit einem Timelaps-Beat und den Lyrics zu einer Art Mahnung an. Wassermann selbst ist in den letzten Jahren zu einem neuen Bestandteil der deutschen Produzentenriege geworden. Dabei bekommt er von allen Seiten Lob für seinen melodischen House und Deep Techno, der energiereich und euphorisch auf das tanzende Publikum übergreift und sie so immer wieder zu ekstatischen Momenten führt. Guard jedoch ist eine Art Brücke – zeichnet sich der Song doch durch einen deutlich größeren Anteil an Popelementen aus und wird dadurch für ein größeres Publikum greifbar ohne, dass er die Grundbausteine der Harmonien und des Genres House antastet. Guard fühlt sich wie eine träge Erinnerung an ein Ereignis an, welches wir nie erlebt haben aber uns wünschten, Teil dessen gewesen zu sein.

Jeremias - Alles

Jeremias – Funky, Jung, Hannoveraner

Mindestens eines der drei Merkmale passt nicht wirklich so richtig zu den anderen. Kennt man von Bands wie Two Door Cinema Club oder den Parcels einen funkig, frischen Indiesound, war dies zumeist nur aus dem Ausland und auf Englisch zu hören. Nun brechen Jeremias damit, mischen internationalen Sound mit deutschem Texten und überraschen damit nicht nur ihre Heimatstadt, sondern stoßen damit gleichzeitig deutschlandweit auf offene Ohren. Dabei haben sie nicht weniger vor, als die Welt zu erobern. Mit einem Alter zwischen 18 und 21 Jahren bleibt den Bandmitgliedern zumindest noch ausreichend Zeit, dies zu schaffen. Gleichzeitig wirkt ihre jugendliche Leichtigkeit ansteckend und unglaublich frisch. Mit ihrer Debütsingle Alles zeigen die vier Hannoveraner dann auch gleich einmal, dass sie sich hinter Bands wie TDCC oder den Parcels nicht verstecken müssen, sondern musikalisch vollkommen auf Augenhöhe liegen. Alles verbindet Funk, Disco, Indie und eine enorme Menge Spielfreude, die Jeremias in jeder Sekunde ausstrahlen. Hinzu kommt, dass die Band mit einer enormen Energie dafür sorgt, dass ihr grandioser Start in das Musikbusiness im Gedächtnis bleibt und nach mehr ruft.

Juli - Fahrrad

Juli – Fünf Jahre auf dem Rad durch die Nacht

Seit ihrem Debütalbum Es Ist Juli sind mittlerweile 15 Jahre vergangen. Kam das zweite Album Ein Neuer Tag nur zwei Jahre nach dem Debüt raus, folgten bei den weiteren Veröffentlichungen lange Pausen zwischen den Alben. So hatte die in Gießen gegründete Band für ihr drittes und viertes Album In Love (2010) und Insel (2014) jeweils vier Jahre gebraucht. Nun stehen sie davor, ihr fünftes Album zu veröffentlichen und beenden mit der Single Fahrrad eine fünf Jahre währende Bandpause. Würde diese lange Auszeit bei anderen Bands als Comeback gezählt werden, ist es bei der – mittlerweile überwiegend in Berlin lebenden – Band fast schon gängig. Nach Jahren des privaten Austobens oder Entschleunigens ist es Juli gelungen, mit Fahrrad einen wunderbaren Popsong zu schreiben, der an die eingängigen und kräftigen Songs der Band anknüpft. Hier geht es um Freiheit, zu jedem Zeitpunkt machen zu können, was man möchte. So ist es eine große Leidenschaft der Frontsängerin Eva Briegel, nachts mit dem Rad durch die leeren Straßen der Hauptstadt zu fahren. Juli haben nach fünf Jahren mit Fahrrad eine Single veröffentlicht, die so sehr ins Ohr geht, dass man sich fast vorkommt, als wäre die Band nie weg gewesen.

CamelPhat feat Jake Bugg – Be Someone

CamelPhat feat. Jake Bugg – Mit Vollgas in den Sommer

CamelPhat haben sich in den letzten zwei Jahren vor allem durch Hits wie Cola, Panic Room und Breathe einen festen Platz in der britischen Danceszene erspielt. Dabei greifen sie immer wieder auf prominente Sänger, wie auch Newcomer als Kollaborationspartner zurück. So haben Elderbrook, Au/Ra und Christoph durch ihre Zusammenarbeit mit CamelPhat deutlich an Prominenz dazugewonnen. Nun haben sich CamelPhat für ihren neuesten Song den britischen Indierocker Jake Bugg dazugeholt und seine Stimme zum Tempo des Songs Be Someone gepitscht. Herausgekommen ist eine energiereiche Housenummer, die zu einem satten Sommersong avancieren könnte. Als Zusatzfeature haben sie dann auch noch ein Saxophon eingebaut und erinnern so an die Sommerhits der frühen 2010er Jahre. Be Someone ist der satte Sommer in all seinen Facetten – voller Energie, Freude, Lust und einer Menge Spaß.

Jade Bird - Love Has All Been Done Before

Jade Bird – Rasierklingen scharfer Rocksound

Jade Bird ist mit ihren 21 Jahren, als Britin, durchaus schon viel rumgekommen. Hatte sie doch mit ihrem Vater, der beim Militär arbeitete, immer wieder Umzüge erlebt. Mal nach Deutschland, mal in die USA und dann wieder zurück nach England. So begann sie diese Einflüsse zu verarbeiten und schrieb an ihren ersten Songtexten. Mit 12 Gitarre gelernt, studierte sie mit 16 darstellende Künste an der BRIT School in Croydon. Nach einem fulminanten Einstand mit ihrer 2017 veröffentlichten EP Something American und ihrem kleinen Hit Lottery steht sie nun kurz davor, ihren großen Durchbruch zu feiern. Bereits von der VOGUE und dem Rolling Stone als eine der Künstlerinnen betitelt, auf die es ein Auge zu haben gilt, hat Bird mit ihrer aktuellen Single Love Has All Been Done Before ein wahres Brett abgeliefert. Mit Einflüssen aus Rock & Roll, Indie, Blues und Country klingt Love Has All Been Done Before nach einer frischen Courtney Love und zählt als Einflüsse von Avril Lavigne über Bruce Springsteen auch Dolly Parton zu ihrer bisherigen Singer/Songwriter-Laufbahn. Nun steht mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum Jade Bird die Veröffentlichung für kommenden Freitag kurz bevor und zeigt bereits die Schlagzahl der Interviews und Berichte, dass dieses Album wohl sehr weit oben in den britischen Charts einsteigen wird. Das alles wäre mehr als gerechtfertigt – gab es doch so eine Rockröhre, wie Jade Bird es ist, seit mindestens 15 Jahren nicht mehr im Mainstream zu hören.

The Japanese House – Ein Sommer mit dunklen Wolken

Bei ihren letzten Veröffentlichungen war die Britin Amber Bain – alias The Japanese House – noch deutlich ruhiger unterwegs. Nun hat sie mit der Single Maybe You’re The Reason eine erstaunlich poppige Nummer veröffentlicht, die mit ihrer Vocoder-Stimme und einem Hauch von 80er-Jahre Stimmung glatt als Gute-Laune Song fungieren könnte – wäre da nicht der Songtext, der andeutet, dass es hier vielleicht auch um einen Schein geht, den es zu wahren gilt. So singt sie And I think I’m dying ’cause this can’t be living, should I be searching for some kind of meaning? (Und ich glaube, ich sterbe, weil das kein Leben sein kann. Soll ich nach einer Bedeutung suchen?). Bain selbst kämpft dabei immer wieder mit Depressionen und einem Sinn in so vielen ihrer persönlichen Erlebnisse. Dabei ist die 23-Jährige so produktiv, dass bereits seit der Veröffentlichung von Face Like Thunder im Herbst 2016 ein Debütalbum erwartet wurde. Nun endlich hat das Warten ein Ende – denn am vergangenen Freitag veröffentlichte The Japanese House mit Good At Falling ein atemberaubend, schönes Debüt, auf dem neben der aktuellen Single auch die Ballade Lilo zu finden ist. The Japanese House hat darauf eine Kraft in ihrer Musik, die immer wieder von weichen Sounds und schwellenden Beats durchbrochen wird und dadurch wieder und wieder neu und frisch klingt.

JNR Williams – Wenn eine Seele singt…

…steht die Welt still. Es überkommt einen, wie ein Schauer der Betroffenheit, wenn das erste Mal die unglaublich warme, sanfte und soulige Stimme des jungen Londoner Soulsängers JNR Williams (gesprochen Junior Williams) ertönt. Sie greift dich förmlich und lässt dich nicht mehr los. Dabei hat der Musiker gerade einmal zwei Songs veröffentlicht. War sein Debütsong im Dezember 2018 noch eine Neuinterpretation des über 80 Jahre alten Klassikers What A Difference, hat Williams nun mit A Prayer einen so unglaublich schöne Song veröffentlicht, dass man mit Sicherheit sagen kann, JNR Williams wird die Soulstimme 2019 werden! Er selbst ist eher introvertiert, auffällig ruhig und hat in seinem Heranwachsen als farbiger Mann immer gepredigt bekommen, auf keinen Fall Emotionen zu zeigen. Mit dem Musikvideo zu A Prayer stellt Williams nun visuell dar, wie es aussieht, wenn Vater und Sohn diese Gefühlsblockade nach und nach aufbrechen, um sich nicht voneinander zu entfernen. Williams‘ Stimme ist dabei vergleichbar mit Sampha und Rationale und sieht er sich selbst inspiriert von Künstlern, wie dem US-Amerikanischen Singer/Songwriters Moses Sumney oder dem Briten James Blake. Diese Einflüsse arbeitet er nun mit A Prayer auf und bereitet damit die Veröffentlichung seiner Debüt-EP Where We Start vor. Diese erscheint diesen Freitag und so heißt es nun nur noch ein paar Tage abzuwarten, bis sich der große JNR Williams-Siegeszug in Bewegung setzen wird.

J.S. Ondara – Eine Stimme als wahrhaftiges Seelenstreicheln

Passt eine Lebensgeschichte auf die Startseite eines Musikers? Bei J.S. Ondara ist dies so. Zugegeben sind es satte 149 Zeilen, in die der heute 26-Jährige sein bisheriges Leben packt. Vom Aufwachsen in Nairobi und seiner damit verbundenen Armut – seine Mutter und seine Geschwister hatten in Ondaras Kindheit nur das Nötigste und musten immer hart arbeiten um überhaupt etwas zu essen zu haben – über die gesellschaftlichen Regeln – gehörst du nicht zur Mittel- oder Oberschicht, wirst Du auch nicht dorthin aufschließen können – bis hin zu seiner Emigration in die USA und dem wahr werden seines Traumes, Musiker zu werden. All das finden wir in den 149 Zeilen des Musikers und bekommen ein umfassendes Bild des Musikers und Lebenskünstlers. Nun ist mit Tales Of America sein Debütalbum erschienen und präsentiert einen Longplayer mit so viel Soul, Geschichten, Emotionen und Erlebnissen, dass man sich als Hörer kaum verwehren kann sich in der Musik zu verlieren. Ondaras Stimme ist dabei die größte Gabe, die der Sänger haben kann. So klar, so direkt und präsent singt er über Liebe, Sehnsucht und Trauer und wird immer nur von einfachen Instrumenten begleitet, die wahlweise als Gitarre, mal als Cello oder einem ruhigen Schlagzeug auftreten. J.S. Ondara ist diese Art Künstler, der uns inspiriert weiter zu denken, uns zu öffnen, Gefühle zuzulassen und uns einer Entwicklung auszusetzen, indem er durch seine Musik spricht. Ondara ist zeitlos, modern und wichtig – Musik, die Freude in uns auslöst.