James Hype – Wenn der Name Programm ist

James Hype feat. Kelli-Leigh – More Than Friends

Es sollte der größte Hit der amerikanische R&B-Girlgroup EnVogue werden. Don’t Let Go (Love) schaffte es 1997 in über 13 Ländern in die Top-10 der Singlecharts. Dass die 90er Jahre heute wieder aktueller denn je sind, zeigt sich seit ein, zwei Jahren vor allem in der britischen Houseszene. Nun gesellt sich mit James Hype ein weiterer DJ dazu, der nicht nur mit seinem Namen zum Hype wird. Denn Hype hat sich als Debütsingle keinen geringeren Song als den EnVogue-Klassiker Don’t Let Go (Love) vorgenommen und als gesangliche Unterstützung die Britin Kelli-Leigh dazugeholt. Herausgekommen sind 2:20 Minuten voll gepackt mit tiefen Bässen, einem klaren Gesang Kelli-Leighs und einem modernen Beat. Damit tourt Hype gerade durch die europäischen Clubs und lässt seine Version More Than Friends zu einem absoluten Grower werden, der gerade auf der britischen Insel in die Top-20 eingestiegen ist. Dass More Than Friends zum Hypesong – in zweifacher Hinsicht – wird, ist auch Hypes Nähe zum Publikum zu verdanken, spickt er seine Facebook-Seite doch fast täglich mit kurzen Videoclips von Auftritten und Erlebnissen. Damit ist Hype nicht nur unglaublich sympathisch, sondern sorgt auch dafür, dass sich More Than Friends wie ein Lauffeuer verbreitet.

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Jata – Zwischen Saudade und Monster

Jata – Monster

Ein wahrer Weltenbummler ist Jata, alias Jacob Vetter, schon immer gewesen. Arbeit seine Frau für die UN und muss viel reisen, hatte Jata bereits früh seine Liebe für das Reisen entdeckt und wohnte so bereits in Washington, Mexiko, Frankreich und der Schweiz. Washington war es dann aber, das als ein großer Einfluss auf Jatas spätere Musik ausschlaggebend sein sollte. Denn klingt seine Musik nach einer Mischung aus Pop und modernem R&B, den er in Washington kennenlernte, legt er einen starken Elektrobeats über seine Songs. Von seinem Aufenthalt in Mexiko hatte er sich die Beschreibung Saudade eingeprägt. Dieses Wort umfasst das Gefühl aus Wehmut, Melancholie, Sehnsucht und Nostalgie. Genau hier setzt Jatas Musik ein – dunkle, schwere Beats mit fast schon klagendem Gesang und einer ordentlichen Ladung Soul sind so zum Markenzeichen für Jata geworden. Seine, im Herbst 2016 veröffentlichte Single Ebony war dabei bereits ein großartiger Vorgeschmack auf das am 1. September erscheinende Album Mexico. Die Single Monster büßt hier kein bisschen ein und ist eher noch stärker im R&B und Soul zu Hause als im Elektropop. Hierbei erinnert der Beat irgendwie an Ginuwines Pony und unterstreicht somit, welchen Einfluss Washingtons R&B-Szene auf ihn hatte. Alles selbst geschrieben, produziert und eingesungen, ließ Jata nur zum Abmischen den Briten Ash Workman an seine Musik – der bereits Christine And The Queen, Tensnake und Metronomy produziert hatte. Herausgekommen ist eine starke Single und ein Album, das die Vorfreude durch Songs wie Ebony und Monster deutlich wachsen lässt.

Jessie Ware – Die Emanzipation einer Britin

Jessie Ware – Midnight

Mit bereits zwei veröffentlichten Alben ist Jessie Ware sicherlich kein Newcomer mehr, doch behält sie weiterhin ihre Stellung als Ausnahmekünstlerin. Denn Ware will nicht so ganz in eine Schublade passen. Arbeitet sie gerne mit Künstlern der elektronischen Szene Großbritanniens, wie SBTRKT und Disclosure, zusammen, hört man auf ihren Soloplatten Soul, R&B und Pop. Dabei ist Ware mit dieser Mischung allgegenwärtig – hat allerdings bis heute den ganz großen Durchbruch noch nicht erlebt. Vielleicht ändert sich das mit ihrem dritten Album. Dazu könnte Wares neue Single Midnight beitragen. Denn so laut, so soulig und so ungewöhnlich direkt haben wir Ware bisher noch nicht gehört. Während Midnight einer großen Liebeshymne nahe kommt, erinnert sie auch an die Zeit, als Alicia Keys mit ihrem reinen R&B ihren Durchbruch feiert. Wurde Keys‘ künstlerische Karriere durch immer mehr Singles mit enormen Schrei-Anteil ausgebremst und besann sie sich deshalb mit ihrem aktuellen Album wieder zu mehr Natürlichkeit zurück, hört man genau diese Natürlichkeit aktuell auch auf Jessie Wares neuer Single. Zwar ist Wares Stimme deutlich lauter geworden und singt sie viel direkter, kommt der Sound allerdings dem eines 80er/90er Soulsongs nahe. Damit überrascht und begeistert Ware gleichzeitig, war sie bisher doch eher durch indirekten Gesang und einem allgegenwärtigen Sound bekannt. Midnight greift dich dort, wo Du nach einer musikalischen Untermalung für emotionale Momente suchst und schlägt dann umso stärker ein.

Jain – Das Wunderkind des französischen Pops

Jain – Dynabeat

Die französische Sängerin Jain in ein bestimmtes Genre einzuordnen dürfte nach den Singles Come und Makeba schwer sein. War die Erste ein waschechter Radiohit und zuckersüßer Pop, hatte Makeba einen deutlichen Anteil Weltmusik und afrikanischen Einfluss. Nun hat die aus Toulouse kommende Sängerin ihr Debütalbum Zanaka noch einmal in einer Deluxeversion veröffentlicht, auf der auch die neue Single Dynabeat zu finden ist. Dynabeat ist damit Jains vierte Singleauskopplung aus dem 2015 veröffentlichten Debüt und weist ein weiteres Mal musikalisch in eine Richtung, die neu für die 25-Jährige ist. Mit leichtem Pop und einem Indie-Beat der locker von The Ting Tings Debütalbum hätte kommen können, startet Dynabeat, und schreckt sogar vor einen Rap-Part nicht zurück. Dabei kommt der Song so sommerlich und frisch rüber, dass man sich mit Jain glatt aufmachen möchte, den Sommer zu genießen. Hier müssen die Beine unweigerlich mitgehen – alles andere wäre vergeudete Zeit.

Rudimental feat. James Arthur – Große Popkultur

Rudimental feat. James Arthur – Sun Comes Up

Da treffen sich Welten, die fern sind aber trotzdem zusammenpassen. James Arthur, der mit seiner kratzigen Whiskey-Stimme mit souligen Popsongs seine Fans zum Schmelzen bringt, hat eine Stimme, die für Gänsehaut sorgt. Nun hat er sich zusammen mit Rudimental an einen Song gemacht und herausgekommen ist eine perfekte Elektro-Pop Nummer. Sun Comes Up hat einen starken Beat, viel sommerliches Gefühl mit drin und Arthurs kratzige Stimme. Dabei ist Sun Comes Up nicht mehr ganz so sehr im Drum’n’Bass angesiedelt, sondern bedient sich des heutigen Pops, der eh mit elektrischen Songs überflutet wird. Dabei sind Rudimental eine Art Anker und scharen um sich herum die besten britischen Künstler. Sun Comes Up hört sich nach Sommer an und wurde so produziert, dass das Quartett Rudimental einmal mehr als individuelle und experimentierfreudige Band wahrgenommen wird.

 

Jonah – Mit Wicked Fever zum Debütalbum

Jonah – Wicked Fever

Sie haben es geschafft – möchte man ihnen zurufen! Das Berliner Duo Jonah, hinter dem Angelo Mammone und Christian Steenken stecken, hat in den letzten Jahren mit All We Are und Deep Deep Blue bereits für durchweg positive Kritiken gesorgt. Jetzt haben sie mit ihrer neuen Single Wicked Fever nicht nur einen neuen Song veröffentlicht, sondern auch gleich ihr gleichnamiges Debütalbum, das am 28. Juli erscheinen wird, und eine Tour im September angekündigt. Wicked Fever ist dabei so viel – ein trauriger und verletzter Freund, eine absolut elektrisierende und euphorische Liebe und eine Suche nach sich selbst. Lange, schwelgende Sounds mischen sich mit hallendem Gesang und der fast schon zart, zurückhaltenden Stimme Mammones. Dies mündet in einen treibenden Ansatz eines Versuches auszureißen, doch ehe man sich versieht ist alles verstummt. Damit haben Jonah nicht nur ein weiteres Kapitel zu ihrer starken Diskografie hinzugefügt, sondern verstärken sogar noch das Gefühl selber wegzutreiben – und wie von Geisterhand, drückt man auf Repeat.

James Blake – Der ewig Einsame

James Blake – My Willing Heart

Dass James Blake mittlerweile der Liebling der großen Stars ist, dürfte keinen verwundern. Dafür ist seine Musik auch viel zu sehr Anti-Pop. Genau dieser Anti-Pop ist es allerdings, der so viele Menschen anzieht. Schaut man sich an, woraus Blakes Songs zusammengesetzt sind, spricht das normalerweise für Nerds und Aussenseiter. Doch schafft es ein Künstler, Klavier, träge Bässe und falcettartigen Gesang zu einer angesagten Mischung zu vereinen, kann es nur James Blake sein. Dessen Mix schaffte es bereits Dub-Step, Soul, R&B und Singer/Songwriter in eine Wolke zu packen, die von allen anderen fernab zu schweben scheint. Bei My Willing Heart singt Blake mit „The first time your name was used. It was beauty and I knew“ über eine Liebe? Über einen gerade neu geborenes Leben? Beides passt und Blake bleibt dabei so sanft und verborgen, dass man ihm keinen bösen Willen zurechnen möchte. Irgendwo zwischen anklagend und bemitleident, zwischen Traurigkeit und Resignation gibt uns Blake eine weiche Welt der Emotionen Preis. Im dazugehörigen Video sehen wir die hochschwangere, im Wasser schwimmende, Natalie Portman, mit leichten Bewegungen alle Aufmerksamkeit auf ihren Bauch lenkend. Dieser Bauch, der Leben und Vitalität ausstrahlt und Portmans ungeborenes Kind dabei zeigt, wie sich durch die Bewegungen die Bauchdecke wölbt. Dies geschieht in einer so intimen Art, dass man sich mit dabei wähnt. My Willing Heart ist Blakes dritte Singleauskopplung vom letztjährig, veröffentlichten Album The Colour In Anything. Das einstige Wunderkind des britischen Elektros bleibt ein Ausnahmetalent und hört nicht auf, fragil, robuste und mitunter brutal ehrliche Songs zu machen. James Blake begeistert und bleibt trotzdem im Hintergrund – ganz so, wie es sein muss, wenn nur die Musik zählt.

James Vincent McMorrow – Leise aber ganz oben angekommen

James Vincent McMorrow – We Move

Über Jahre begleitet Soundtrack-Of-My-Life bereits den Dubliner Singer/Songwriter James Vincent McMorrow. Hatte er 2011 mit dem Song Higher Love für ein erstes Aufhorchen gesorgt, sollte es noch zwei weitere Jahre dauern, bis dieser Song auch in seinem Heimatland Irland chartet. Was folgte war, mit Post Tropical, ein weitaus erfolgreicheres, zweite Album und größere Hallen, als zu seinem Debütalbum Early In The Morning. Im Sommer 2016 veröffentlichte McMorrow schließlich sein drittes Album We Move, auf dem die Single Rising Water zu finden ist. Nun folgt eine weitere Single aus diesem Album und lässt Herzen höher schlagen. Mit One Thousand Time singt McMorrow über die Schwierigkeit der Aufs und Abs in einer Beziehung oder vielmehr einer On und Off Geschichte. Von diversen, widersprüchlichen Gefühlen geprägt, fragt er ins Mikro, was er machen soll. Dazu hat er ein Video veröffentlicht, dass sinnbildlich für die aktuelle Unsicherheit in der Gesellschaften steht. Getreu dem Motto The Show Must Go On wird hier das schwierige ignoriert, um so lange wie möglich ein gutes Gefühl zu haben. One Thousand Times ist still und intim und sagt dabei so viel aus. James Vincent McMorrow zeigt durch Vielschichtigkeit, dass er bei den ganz großen mitspielt.

Judith Holofernes – Geordnetes Chaos

Judith Holofernes - Ich Bin Das Chaos

Judith Holofernes – Ich Bin Das Chaos

Sie ist die geistreiche im deutschen Pop. Judith Holofernes schaut mittlerweile auf 18 Jahren im Musikgeschäft zurück. Angefangen mit Wir Sind Helden wurden die bissigen und direkten Texte des Quartetts zu Wegbereitern der sogenannten Neuen Neuen deutschen Welle – NNDW. Einer Beschreibung, die zu Wir Sind Helden allerdings nie so recht passen sollte. Nach zwölf Jahren trennte sich die Band schließlich 2012 und machen die Bandmitglieder aktuell in unterschiedlichsten Projekten mit. Holofernes hat seitdem mit Ein leichtes Schwert, ein Soloalbum veröffentlicht. Nun steht mit Ich bin das Chaos ihr zweites Album vor der Veröffentlichung und die gleichnamige Single überrascht mit einem rockigen Sound und einem psychedelischen Musikvideo. Ich bin das Chaos erinnert an Wir Sind Helden der Anfangstage und zeigt, dass Holofernes sich nicht beirren lässt und eingängige Popsongs nicht schlecht sind. Mit Selbstironie, ihrer markanten Stimme und ihrer Eigenbrödlerei ist Holofernes auf Ich bin das Chaos mit ganzer Wucht zurück

The Best Of 2017 Vol.: 01

The Best Of 2017 Vol.: 01

The Best Of 2017 Vol.: 01

 
01. Honne – Good Together

02. The Irrepressibles – In This Shirt

03. Nelly Furtado – Pipe Dreams

04. Wilkinson feat. Karen Harding – Sweet Lies

05. Vessels feat. Anna Of The North – Had A Love

06. London Grammar – Rooting For You

07. She & Him – Winter Wonderland

08. Amy MacDonald – Dream On

09. Jon Bellion – All Time Low

10. Alice Merton – No Roots

11. Lea Porcelain – Similar Familiar

12. Kakkmaddafakka – Lilac

13. Møme vs. Midnight To Monaco – Alive

14. Fenech-Soler – Show Me Love

15. Palace – Break The Silence

16. Jonah – Deep Deep Blue

17. Tokio Hotel – Something New

18. Vianney – Je m’en vais

19. Vaults – One Day I’ll Fly Away