Janet Jackson – Wie einst zu Together Again

Ihre Hochzeiten schienen längst vorbei – Janet Jackson hatte von Mitte der 80er Jahre bis 2001 einen Nummer-1 Hit nach dem anderen. So gehen in dieser Zeit 10 Pole-Positions und weitere 12 Top-5 Hits auf ihr Konto. Doch seit 2002 schaffte es die US-Amerikanische Sängerin kein einziges Mal mehr in die Top-10. Sicherlich auch ein Zeichen ihrer Kehrtwende, hin zu mehr Ambivalenz und dem nachlassen ihrer eigenen Note. Nun allerdings, hat sich die 52 jährige Sängerin mit dem Raggaeton-Superstar Daddy Yankee zusammengetan und mit der Single Made For Now einen Sommerhit veröffentlicht, den man so von Jackson nicht erwartet hätte. Mit sommerlichen Vibes, einer sanft singenden Jackson und dem Gedanken, einen Song über Liebe und Verbundenheit zu schreiben, kamen Jackson und der britische Produzent Harmony Samuels – der bereits für Ariana Grande, Maroon 5 oder Janelle Monáe Songs produzierte – zusammen. Bereits im Produktionsprozess orientierten sich beide an lateinamerikanischer Musik, mit einem Hauch von Afro-Kultur – so beschreiben es Samuels und Jackson. Hört man sich den gesamten Song an, bekommt man diese Absicht in jeder Sekunde zu spüren und lenkt diese ein wenig davon ab, dass Jackson selbst eher wenig Text zu singen hat. Am Ende ist Made For Now allerdings seit Together Again einer von Jacksons stärksten Songs, hebt sich deutlich von dem aktuellen Sound-Einheitsbrei – der in den USA herrscht – ab und ist darüberhinaus eine satter Sommerhit.

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Jon Bryant – Ein Song wie eine Seelenkur

Als Kanadier einen mediterranen Sound zu spielen, dürfte einem sicherlich eher selten begegnen. Dabei hat der, in Vancouver lebende, Singer/Songwriter Jon Bryant genau diesen Sound im Gepäck. Mit seiner Mischung aus akustisch, melodischen Songs, schafft es Bryant, jeden zum Träumen zu bringen. Nun hat er mit seiner Single Paradise, die morgen veröffentlicht wird, einen entspannt, schwelgerischen Song in der Pipeline. Hier spielen Gitarren und ein sachtes Schlagzeug die sanfte Melodie und singt Bryant fast schon lethargisch seine besänftigenden Zeilen Well I don’t wanna take the road of another But I don’t wanna be the last to arrive I just wanna hold the hand of another Like I’m living in my own paradise. Paradise fühlt sich an wie ein Schwebezustand zwischen Verletzlichkeit und nach vorne schauen und hat dennoch eine Leichtigkeit, die kaum zu stoppen ist.

Jungle – bleiben Jungle

Vor fast genau vier Jahren haben Jungle ihr gleichnamiges Debütalbum Jungle veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr als Band formiert, eroberte das Kollektiv, mit Songs wie Busy Earnin‘ Großbritannien im Sturm. Nach langer Wartezeit, ist das Kollektiv um Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland – kurz J und T – nun zurück. Die Planung, ein Musikprojekt aus verschiedenen, kreativen Köpfen zu formen, indem einer für das Artwork, einer für ästhetische Videos und andere in verschiedenen Bereichen tätig werden, ging vollends auf und sorgte dafür, dass Jungle – auch abseits der Musik – als qualitativ extrem hochwertig wahrgenommen wurden. Da verwundert es auch nicht, dass es vier Jahre dauern musste, um neues Material von der Band zu hören. Mit Happy Man und House In L.A. sind sie dafür gleich mit zwei neuen Songs zurück und haben bereits im Vorfeld eine ausgedehnte Welttournee angekündigt. Happy Man spielt mit den typischen Jungle-Elementen aus Funk, Soul, Pop und dem Vibe der 70er Jahre. Immer etwas träge, wird Happy Man zu einer schwoofig, klebrigen Soundmaschine, die einen verschluckt, nach 3:11 Minuten ausspuckt und selig zurücklässt. Jungle beherrschen es, dem Hörer das zu geben, was er von der Band erwartet und gerade deshalb die Nachfrage nach weiteren Songs abermals zu steigern.

The Best Of 2018 Vol.: 01

01. Anna Of The North – Someone

02. The Black Eyed Peas – Street Livin‘

03. BØRNS feat Lana Del Rey – God Save Our Young Blood

04. Jack Grace – Row Me Home

05. Editors – Magazine

06. LCAW feat. Sophie Ellis-Bextor – Hummingbird

07. Mausi – Rich Girl

08. Justin Timberlake – Filthy

09. Lane 8 – Stir Me Up

10. Little Hours – Later On (Möwe Remix)

11. Petit Biscuit feat. Panama – Waterfall

12. SCHWARZ – Cold Sunlight

13. Audio Dope – Floating

14. Bløf feat. Geike Arnaert – Zoutelande

15. Chvrches – Get Out

16. Cloves – Bringing The House Down

17. Declan J Donovan – Better

18. Kimbra – Top Of The World

19. Kate Nash – Drink About You

20. Skott – Stay Off My Mind

21. Mallrat – Better

22. David Byrne – Everybody’s Coming To My House

James Bay – Runderneuert

Ein Hut, eine Gitarre und langes Haar – das waren James Bays Markenzeichen, als er im Winter 2014 mit Hold Back The River seinen Durchbruch feierte. Leise, intensiv und berührend zeigte er sich dann auch auf Let It Go. Drei Jahre sind seitdem vergangen. Drei Jahre bei denen man sich um den Newcomer fast schon Sorgen gemacht hatte, dass er ein One-Hit-Wonder werden könnte. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn nun ist der Brite mit der ersten Single seines 2018 erscheinenden, zweiten Albums zurück. Wild Love ist dabei anders – und nicht nur einfach anders, sondern weist vielmehr eine derartige Veränderung des Sounds auf, dass wir regelrecht von den Socken sind. Wild Love klingt von der Soundästhetik wie die männliche Form eines Jessie Ware Songs. Hier liegt viel Soul in der Luft, wird die E-Gitarre und ein satter Klang von Synthesizern übereinandergelegt und lässt Wild Love voll und intensiv klingen. James Bay hat damit wohl alle überrascht und klingt dabei so stimmig wie sensationell!

Jonah – neue Single, weiter Sound

Mit dem Album Wicked Fever haben sich die beiden Jungs von Jonah 2017 einen Traum erfüllt. Die eigene Musik zu einem Album zusammenzustellen und in die weite Welt veröffentlichen. Mit einem Sound der eine ganz besonderer Weite trägt, wurden sie schließlich auch bei den Radiostationen gefeiert. Nun veröffentlichen Jonah aus diesem Album mit Love Lost eine weitere Single die etwas Folk, Pop und einen treibenden Gitarrensound enthält und damit ganz vorne dabei ist. Ein Soundtrack für die Weite, fürs Fliegen, für Aussichten und das Gefühl sich zu verlieren und doch zu finden. Love Lost ist genau dieser Begleiter.

Jack Grace – Minimalistisch schön mit neuer Single

Vor 15 Monaten hatte Jack Grace mit All Lost alle überrascht – war seine Mischung aus Trip-Hop, Elektro und Gospel doch im September 2016 wie ein komplett neues Genre. Nun hat Grace zu Beginn des neuen Jahres mit Row Me Home einen neuen Song veröffentlicht und zeigt sich damit noch reduzierter. Hier hören wir Grace‘ Stimme Eingangs nur von einem Klavier begleitet, ehe sein Gesang irgendwo zwischen Vocoder und Synthieblase aufzuweichen scheint. Bereits 2014 am Genfer See geschrieben, fragen wir uns, was den Australier damals beeinflusst haben muss, um Row Me Home so fragil und irritiert klingen zu lassen. Glücklicherweise kommt Grace auch hier nicht ohne seinen gospelhaften Gesang aus, der Row Me Home zeitweilig wirken lässt, als würde er direkt aus einer Kirche mit Gospelchor übertragen. Jack Grace macht emotionale, Singer/Songwriter Musik und vermischt sie mit Elektro und Soul. So scheint es fast, als hätte Grace die Zeit des Songwritings am Genfer See, im Winter verbracht – passt die Stimmung doch perfekt zur kalten, dunklen Jahreszeit.

Justin Timberlake – Irritierender Futurepop

Er ist zurück – Justin Timberlake hat mit seiner, am Freitag veröffentlichten, Single Filthy für ein euphorisches Stirnrunzeln gesorgt. Denn entgegen seiner Ankündigung und des Namens seines fünften Studioalbums Man Of The Woods – bei dem sich die Fans und Kritiker gleichermaßen einen reduzierten und akustisch reduzierten Sound erwartet hatten – ist mit Filthy eine futuresker Song der Popmusik geworden, der mit Elektro-Funk beschrieben werden kann. Hier stolpern wir über brechende Beats, die typisch für Produzentenfreund Timbaland sind und werden immer wieder durch abbrechend klingende Stilwechsel rausgerissen. Dabei wechselt Timberlake zwischen Gesang und Rap und hat immer auch R&B in der Stimme. Timberlake hat so, knapp 4,5 Jahre nach seinem 2013er Doppelreleasejahr mit The 20/20 Experience ein neues Album am Start, das er nicht nur am 2. Februar 2018 veröffentlicht, sondern Filthy gleich auch noch am 4. Februar 2018 in der Halbzeitshow des Super Bowl präsentieren wird – und er somit 14 Jahre nach seinem Skandalauftritt mit Janet Jackson wohl als rehabilitiert bezeichnen werden kann.  Tanzbar trotz der Beatwechsel ist Timberlakes Filthy wahrlich Zukunftsmusik und damit dem Pop unserer Zeit erneut weit voraus.

James Hype – Wenn der Name Programm ist

James Hype feat. Kelli-Leigh – More Than Friends

Es sollte der größte Hit der amerikanische R&B-Girlgroup EnVogue werden. Don’t Let Go (Love) schaffte es 1997 in über 13 Ländern in die Top-10 der Singlecharts. Dass die 90er Jahre heute wieder aktueller denn je sind, zeigt sich seit ein, zwei Jahren vor allem in der britischen Houseszene. Nun gesellt sich mit James Hype ein weiterer DJ dazu, der nicht nur mit seinem Namen zum Hype wird. Denn Hype hat sich als Debütsingle keinen geringeren Song als den EnVogue-Klassiker Don’t Let Go (Love) vorgenommen und als gesangliche Unterstützung die Britin Kelli-Leigh dazugeholt. Herausgekommen sind 2:20 Minuten voll gepackt mit tiefen Bässen, einem klaren Gesang Kelli-Leighs und einem modernen Beat. Damit tourt Hype gerade durch die europäischen Clubs und lässt seine Version More Than Friends zu einem absoluten Grower werden, der gerade auf der britischen Insel in die Top-20 eingestiegen ist. Dass More Than Friends zum Hypesong – in zweifacher Hinsicht – wird, ist auch Hypes Nähe zum Publikum zu verdanken, spickt er seine Facebook-Seite doch fast täglich mit kurzen Videoclips von Auftritten und Erlebnissen. Damit ist Hype nicht nur unglaublich sympathisch, sondern sorgt auch dafür, dass sich More Than Friends wie ein Lauffeuer verbreitet.

Jata – Zwischen Saudade und Monster

Jata – Monster

Ein wahrer Weltenbummler ist Jata, alias Jacob Vetter, schon immer gewesen. Arbeit seine Frau für die UN und muss viel reisen, hatte Jata bereits früh seine Liebe für das Reisen entdeckt und wohnte so bereits in Washington, Mexiko, Frankreich und der Schweiz. Washington war es dann aber, das als ein großer Einfluss auf Jatas spätere Musik ausschlaggebend sein sollte. Denn klingt seine Musik nach einer Mischung aus Pop und modernem R&B, den er in Washington kennenlernte, legt er einen starken Elektrobeats über seine Songs. Von seinem Aufenthalt in Mexiko hatte er sich die Beschreibung Saudade eingeprägt. Dieses Wort umfasst das Gefühl aus Wehmut, Melancholie, Sehnsucht und Nostalgie. Genau hier setzt Jatas Musik ein – dunkle, schwere Beats mit fast schon klagendem Gesang und einer ordentlichen Ladung Soul sind so zum Markenzeichen für Jata geworden. Seine, im Herbst 2016 veröffentlichte Single Ebony war dabei bereits ein großartiger Vorgeschmack auf das am 1. September erscheinende Album Mexico. Die Single Monster büßt hier kein bisschen ein und ist eher noch stärker im R&B und Soul zu Hause als im Elektropop. Hierbei erinnert der Beat irgendwie an Ginuwines Pony und unterstreicht somit, welchen Einfluss Washingtons R&B-Szene auf ihn hatte. Alles selbst geschrieben, produziert und eingesungen, ließ Jata nur zum Abmischen den Briten Ash Workman an seine Musik – der bereits Christine And The Queen, Tensnake und Metronomy produziert hatte. Herausgekommen ist eine starke Single und ein Album, das die Vorfreude durch Songs wie Ebony und Monster deutlich wachsen lässt.