The Best Of 2018 Vol.: 01

01. Anna Of The North – Someone

02. The Black Eyed Peas – Street Livin‘

03. BØRNS feat Lana Del Rey – God Save Our Young Blood

04. Jack Grace – Row Me Home

05. Editors – Magazine

06. LCAW feat. Sophie Ellis-Bextor – Hummingbird

07. Mausi – Rich Girl

08. Justin Timberlake – Filthy

09. Lane 8 – Stir Me Up

10. Little Hours – Later On (Möwe Remix)

11. Petit Biscuit feat. Panama – Waterfall

12. SCHWARZ – Cold Sunlight

13. Audio Dope – Floating

14. Bløf feat. Geike Arnaert – Zoutelande

15. Chvrches – Get Out

16. Cloves – Bringing The House Down

17. Declan J Donovan – Better

18. Kimbra – Top Of The World

19. Kate Nash – Drink About You

20. Skott – Stay Off My Mind

21. Mallrat – Better

22. David Byrne – Everybody’s Coming To My House
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Editors – Mit elektronischer Brutalität zurück

Mit einem Faustschlag sind sie zurück! Die britische Band Editors hat vor wenigen Tagen ihre Leadsingle des sechsten Studioalbums Violence veröffentlicht und damit ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Denn die Entwicklung, der aus Birmingham kommenden Band, hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. So spricht Tom Smith selbst, im Vorfeld der Veröffentlichung davon, dass die Band eine Entwicklung in Richtung elektronischer Musik genommen hat und der Status Quo eines Bandorientierten-Sounds immer deutlicher nachlässt. Davon können wir uns nun auch auf der neuen Single Magazine überzeugen. Mit einem psychedelischen Soundwirrwarr lädt uns Tom Smith zu einer Art Beschwörung ein. Klingen die ersten 45 Sekunden nach einer zurückspulenden Kassette, explodieren die Editors anschließend regelrecht. Mit fast schon brachialer Rockgewalt brechen Gitarren, Schlagzeug und schnelle Beats über Tom Smith‘ Stimme herein. Fast schon wie ein Gewitter wirkt Magazine und zeigt imposant, wie sehr die Editors ihren Sound beherrschen und gleichzeitig neues wagen. Auf Magazine hat sich die Band stark vom britischen Musiker Blanck Mass – hin zu mehr Elektrosound – beeinflussen lassen. Dies kann man auf der Leadsingle klar hören. Mit Magazine feiern die Editors eine fulminante Rückkehr und lassen keinen Zweifel daran, dass das am 9. März erscheinende Album Violence spannend und groß sein wird.

Camelphat & Elderbrook – Tanzen vor der Besinnlichkeit

Ein Song wie ein Koma – so würde sich Cola des britischen Elektroduos Camelphat mit Elderbrook am kürzesten beschreiben lassen. Ein tiefer Housebeat mit einem hypnotischen Gesang und stetigem Beat lassen Cola zu einem der Songs des Jahres 2017 werden. Und das, obwohl der Song bereits seit knapp einem halben Jahr durch Clubs, Blogs und Tips unter Freunden umhergeistert aber nie zum Hit wurde. Bereits seit 2008 machen Dave Whelan und Mike Di Scala Musik zusammen, doch erst richtig durchgestartet sind sie, seitdem sie bei Spinnin‘ Records unter Vertrag stehen. Hier haben sie auch seit 2014 eine EP nach der anderen veröffentlicht. Mit dem ebenfalls aus Großbritannien kommenden Sänger Elderbrook, der vor einem Jahr mit einer Coverversionen des Justin Bieber Songs Sorry auf sich aufmerksam machte, wird Cola zum perfekten Begleiter durch die Nacht. Treibend und rhythmisch klingen Camelphat & Elderbrook wie nach einer der legendärsten Nächte, die man haben kann.

 

Eliza And The Bear – Mit einem Grinsen in die Hölle

Im Frühjahr 2016 waren die Londoner von Eliza And The Bear plötzlich da. Mit Friends beschallten sie die Radios und schafften einen grandiosen Ohrwurm. Anderthalb Jahre später kommen sie mit ihrem neuen Song Hell zurück und verbinden das Wort Hölle mit einer 80er-Jahre Soundparty. Da hören wir satte Synthies und langgezogene Heuler – hinzukommen E-Gitarren, die Hell abrunden. Eliza And The Bear machen dabei so saubere Popmusik, dass man kaum widerstehen kann. Wenn dann auch noch im Hintergrund schwach eine Trompete zu erklingen scheint, sind sie schließlich auf dem Höhepunkt ihrer Party und reißen uns einfach mit. Hell ist der erste Vorbote ihres demnächst erscheinenden Albums und macht einfach Spaß.

Ex Makina – es fegt dich weg!

Der Song ist wie eine Droge – man hört ihn sich an, ist fasziniert von seiner Wirkung und gleichwohl sucht man Abstand, um der Wirkung nicht ganz zu verfallen. Genau so klingt Breath des britischen Duos Ex Makina. Dieses besteht aus dem Ehepaar Iain and Rebecca Campbell, welches mit ihrem bahnbrechenden Soundmix aus verstörenden Elektro, gepaart mit Violinen und Streichern und Rebeccas hoher Stimme ein Klanggerüst aufbaut, dass Dich packt und betroffen wieder ausspuckt. Breath ist eine Oper mit tragischem Ausgang. Hier wird der Spannungsbogen ins unermessliche gezogen und lässt den Song nur zögerlich auslaufen. Breath ist auf der EP Anima enthalten, die am 19. Juli veröffentlicht wurde. Dabei ist der Titel der EP an die Begriffe des Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung angelehnt, der Animus und Anima von sich aus günstige und ungünstige, helle und dunkle, gute und böse Wirkungen entfalten lässt. Hier setzt Breath an und schafft genau diesen Spagat der Gegensätze so imposant, dass die Droge Wirkung zeigt. Ebenso erinnert Ex Makina auch an exzentrische Songs von Florence & the Machine, Imogen Heap oder Bat For Lashes. Und wir drücken immer wieder Repeat…

Everything Everything – Verquerer Indie-Sound

Everything Everything – Can’t Do

Art-Pop beschreibt das Indie-Rock Quartett Everything Everything wohl am besten. Sind ihre Songs doch so speziell, dass man immer wieder zwischen Popkultur und einem eloquenten Kunstwerk pendelt – niemals ganz sicher, was man hier gerade vorgesetzt bekommen hat. Mit Songs wie Regret, Distant Past und Cough Cough beweisen sie immer wieder aufs Neue, dass sie sich nur schwer auf ein Genre festlegen können. Da hört man opernhafte Songparts genauso wie Synthies, Gitarren und Schlagzeug. Nicht zu überhören ist dabei der wunderbar, changierende Gesang von Frontsänger Jonathan Higgs und Background-Sänger Jeremy Pritchards – die sich mal mit Kopfstimme, mal rappend durch ihren neuen Song Can’t Do arbeiten. Dabei ist Can’t Do gleichzeitig noch elektronischer geworden und lässt die Band total verrückt spielen. Einmal mehr liefern Everything Everything damit eine Indie-Hymne ab, die sich durch den Sommer ziehen wird. Auch nicht verpassen solltet Ihr das dazugehörige Video, dass Everything Everythings Art-Pop noch ein deutliches Ausrufezeichen dransetzt.

The Best Of 2017 Vol.: 02

The Best Of 2017 Vol.: 02

The Best Of 2017 Vol.: 02

01. Blondie – Fun

02. Alma – Dye My Hair

03. Rihanna – Love On The Brain

04. Philipp Poisel – Zum Ersten Mal Nintendo

05. Giant Rooks – New Estate

06. Claire – End Up Here

07. EMMA6 – Kapitulieren

08. Fenech-Soler – Conversation

09. Missy Elliott feat. Lamb – I’m Better

10. Arcade Fire – I Give You Power

11. Seafret – Blank You Out

12. Ed Sheeran – Castle On The Hill

13. Kiesza – Dearly Beloved

14. Maxïmo Park – Risk To Exist

15. London Grammar – Big Picture

16. Satellite Stories – Confetti

17. Tokio Hotel – What If

18. Goldfrapp – Anymore

19. Gorillaz feat. Benjamin Clementine – Hallelujah Money

20. Snakehips feat. MØ – Don’t Leave

21. Bonaparte – White Noize

Elbow – Rock in der friedlichsten Form

Elbow - Gentle Storm

Elbow – Gentle Storm

Elbow sind keine gewöhnliche Band. Gibt es das Quartett bereits seit 20 Jahren, haben sie mit ihren bisher veröffentlichten sechs Alben stetig den Erfolg ausbauen können. Schließlich landete ihr letztes Album The Take Off and Landing of Everything (2014) sogar erstmals auf Platz 1 der britischen Albumcharts. Nur ein Jahr später, brachte Frontsänger Guy Edward John Garvey sein erstes und bisher einziges Soloalbum Courting the Squall raus. Wurde dieses Album von den Kritikern durchweg voll des Lobes aufgenommen, stand Elbow seit jeher bei den Musikjournalisten hoch im Kurs. Überzeugte doch nicht nur der Sound, sondern auch Garveys Songwriting und gewannen sie damit gleich zwei mal den renommierten Ivor Novello Award für das beste Songwriting. Nun haben sie mit Little Fictions Album Nummer sieben und gleich auch eine weitere Single veröffentlicht. Diese überrascht mit einem noch geradlinigeren und zurückhaltenden Sound. Dabei ist Gentle Storm so unglaublich warm und reich an Gefühl, wie es wohl nur durch Garveys Stimme sein könnte. Begleitet wird der Sänger von einem stetigen Schlagzeug und einem Klavier, das konträr zur Geschwindigkeit des Songs erklingt. Gentle Storm ist zum schwelgen, träumen und fallen lassen und lässt das Gefühl von Geborgenheit aufkommen.

EMMA6 – Beim Kapitulieren alles richtig gemacht

EMMA6 - Kapitulieren

EMMA6 – Kapitulieren

Wenn in Deutschland von Deutschpop gesprochen wird, hat dieser Begriff immer noch ein leicht verstaubtes Image. Denkt man allerdings an Bands wie Wir Sind Helden, wird auch klar, wie unterschiedlich Deutschpop klingen kann. Im Falle der Nordrhein-Westfälischen Band EMMA6 gilt dieses Beispiel einmal mehr. So hat die dreiköpfige Band mit Soundtrack für dieses Jahr und Passen bereits zwei Alben veröffentlicht und kündigt nun mit der Leadsingle Kapitulieren ihr drittes Album an. Dabei lässt sich Kapitulieren stimmlich bei dem ehemaligen Jupiter Jones Frontsänger Nicholas Müller und musikalisch bei Songs wie Alles von Wir sind Helden einordnen. So klingt Sänger Peter Trevisans Stimme unglaublich warm und herzlich. Mit dem dazugehören Gitarren- und Schlagzeugspiel wirkt Kapitulieren melancholisch und nachdenklich. Diese Mischung lässt Kapitulieren zu einem Referenzsong für EMMA6 werden und findet hoffentlich schnell den Weg in die Radiostationen.

Ed Sheeran – je größer, desto besser

Ed Sheeran - Castle On The Hill

Ed Sheeran – Castle On The Hill

Manchmal vergeht die Zeit doch viel zu schnell. Schaut man sich an, dass Ed Sheerans zweites Album X bereits vor drei Jahren erschienen ist, wundert es nicht, dass viele Fans des britischen Sängers mit den Worten ..endlich.., auf seine nun veröffentlichten Songs reagieren. War das Debütalbum + (2011), ein Überraschungserfolg und mauserte sich zu einem internationalen Hitalbum, kam mit dem Album X (2014) der weltweite Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Künstler. Nun hat Sheeran die ersten beiden Songs, seines dritten Studioalbums ÷ veröffentlicht und bedient damit gleich zwei Arten von Fans. Shape Of You wird den Fans des ersten Albums mehr gefallen, lebt der Song doch von einem Dancehall und Tropical House beeinflussten Sound und hat damit wieder mehr Vielfalt als noch zuletzt zu hören war. Der zweite Song, den Sheeran veröffentlicht hat, heißt Castle On The Hill und ist in Manier Coldplays und Indie-Rock Bands produziert. So folgt auf einen schnellen Beat, der euphorische Gesang Sheerans, der sich bis zum Ende zu einem Ausbruch aufbaut. Mit einsetzen des Refrains hebt Scheeran dann gänzlich ab und liefert eine astreine Stadionhymne ab. Diese Konstellation aus zwei so grundverschiedenen Songs zeigt, worauf sich die Fans freuen dürfen – nicht weniger als auf ein abwechslungsreiches, großes Album Nummer drei.