dePresno – Wenn Carrie Mr. Big sucht

Als 2004 die finale Folge der Serie Sex And The City weltweit über die Bildschirme flimmerte, war der Norweger Bjarte De Presno Borthen gerade einmal 8 Jahre alt. Also nicht unbedingt die Inspiration, um einen Song Mr. Big zu nennen. Wenn man allerdings, wie dePresno – so nennt sich der Sänger schlicht – einmal durch die Serie binged, liegt es nahe, sich diese markante Bezeichnung zur Brust zu nehmen. Mit seinem aktuellen Song Mr. Big singt sich der Norweger nun gekonnt, lässig in die Herzen und besticht dabei mit einem markanten Bariton. Auf seiner EP The Last of the Romantics, auf der Mr. Big enthalten ist, verwundert jeder einzelne Song. Denn jeder dieser vier Songs klingt so unterschiedlich, dass man annehmen müsste, es seien vier verschiedene Sänger zu hören. Dieser Einfluss kommt nicht von ungefähr – wohnt dePresno doch in Bergen und damit in der Stadt, aus der auch Kygo, Röyksopp und die Kings Of Convenience kommen. Ebenso, ist er mit Aurora, Sigrid und den Jungs von Kakkmaddafakka befreundet. Somit decken diese Bands alle Genres ab, die dePresno vereint. Mr. Big ist eine flotte, Popnummer, die durch einen flippigen Hip-Hop-Beat bereichert wird und dadurch direkt ins Ohr geht. Dabei kommt Mr. Big perfekt, um auf der Weihnachtsfeier für jede Menge Spaß zu sorgen.

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Daniel Docherty – Im Stile Ben Howards

Eine Gitarre und eine warme Stimme – mehr braucht es nicht. Dies hat Ben Howard bereits eindrucksvoll auf zwei Alben bewiesen. Nun hat der Schotte Daniel Docherty sein einfühlsames Hold Me veröffentlicht und verzaubert damit ganz Großbritannien. Mit einem schnellen zupfen der Gitarrensaiten und dem Anschwellen der Akustikgitarre singt sich der, aus der Nähe Glasgows kommende, Sänger gerade in die Herzen. Mit seiner warmen und weichen Stimme erzeugt Docherty damit eine Art Lagerfeuerstimmung und steht dabei noch ganz am Anfang. Auf der Fundraising-Homepage Pledge Music, die für Musiker gemacht wurde, um sie zu unterstützen, hatte Docherty 2014 noch um Unterstützung für Aufnahmen seiner ersten EP geworben. Drei Jahre später, kann er sich sein eigenes Musikvideo auf den Internetportalen ansehen. Der 25 jährige Sänger steht somit vor einem großen Schritt, wurde er doch auf dem Niederländischen Eurosonic International Showcase Festival vom Plattenlabel PIAS entdeckt und unter Vertrag genommen – dies war nur eine Frage der Zeit. Und so dürfen wir uns mit Hold Me über seine Debütsingle freuen und lauschen den warmen Klängen und der weichen Stimme Dochertys an kalten Novemberabenden und können uns sicher sein, dass da bald noch mehr kommen wird.

Dean Lewis – Fernab der australischen Sommer-Sonne

Als junger Singer/Songwriter nutzt man eigentlich jede Chance seine Musik zu spielen. Der Australier Dean Lewis hat sich für seinen Traum einen etwas komplizierteren Weg gesucht. So zog er von der australischen Sommer-Sonne Sydneys ins trübe Wettergemisch nördlich von London, um an Songs für sein Debütalbum zu schreiben. Inspiration fand er hier auch genügend – fühlte er sich doch in Australien zu weit ab vom Popgeschehen der Welt. Dass es nun ganz anders kam, zeigt der Erfolg seiner Debütsingle Waves, mit der er es in die Top-15 der australischen Singlecharts schaffte und in drei amerikanischen Serien gespielt wurde. Mit seiner aktuellen Single Lose My Mind wiederholt er jetzt diesen Erfolg. Hier trifft wunderbar, euphorischer Singer/Songwriter-Sound auf ruhige, intime Momente. Doch die Euphorie und die Intimität finden sich nicht etwa im selben Song – Lewis hat Lose My Mind einmal in großer Popmanier aufgenommen, sowie auch als Akustikversion veröffentlicht. Dass beide Versionen absolute Hits sind, kann man sich nach den ersten Sekunden vorstellen. Deshalb findet Ihr hier beide Versionen. Ich bin gespannt welche Euch besser gefällt. Dean Lewis ist zumindest auf dem besten Weg – nach Australien – auch Europa zu erobern.

Dagny – Norwegian’s next big thing!

Wir können uns gar nicht weit genug aus dem Fenster lehnen, um zu sagen, dass Dagny Norvoll Sandvik, oder kurz Dagny, das nächste große Ding sein, welches einen Hit nach dem anderen veröffentlicht, sein wird. Ihre Art Musik, Bilder und Videos zusammenzubringen, beschreibt den Erfolg schwedischer und norwegischer Musiker wie Robyn, Tove Lo und auch Abba. Denn zu der legendären schwedischen Popband lassen sich bei Dagny doch recht viele Übereinstimmungen finden. Vom musikalischen Aufbau der Songs, über eine klassische Popstimme, bis hin zu den farbenfrohen Musikvideos, gibt sich Dagny dem Pop vollkommen hin. Dabei entstehen Songs, wie ihre aktuelle Single Wearing Nothing die mit einer euphorischen Unbeschwertheit begeistern. Da hören wir einen kräftigen Dancebeat, zu einer singenden Dagny, die auf einem College-Schulhof passen würde. Wearing Nothing ist eine große Popnummer, die hoffentlich auch bald in den Deutschen Radios ankommen wird.

Casper – Mit Drangsal zur Ikone

Casper feat. Drangsal – Keine Angst

Kurzzeitig hatte man einen Schreck, ja fast schon Angst bekommen – waren doch die ersten Töne des neuen Albums ungewohnt schroff. Sirenen oder auch Lang Lebe Der Tod gingen in eine Richtung, die für Casper ungewöhnlich hart und elektronisch klangen und mit brachialer Gewalt ihren Weg zu den Fans fanden. Nun gibt es mit der dritten Single vom neuen, im Herbst erscheinenden, Album Lang Lebe Der Tod möglicherweise eine Kehrtwende. Denn auf Keine Angst ist Casper wieder so zurück, wie wir ihn lieben, mit rauer, starker Stimme und dieses Mal mit einer Gegenstimme, die vom Rheinländer Drangsal kommt. Die volle Ladung Indie ist bei Casper genauso vertreten, wie der schnelle Sound und die neue Suche nach elektronischen Einflüssen. So verbindet Kein Angst Indie, Rap und Synthies miteinander und gibt ein Tempo vor, dass sich an der Tanzwut der Fans orientiert. Casper ist eine Ausnahme im Deutschen Indie/Rap und zeigt, dass man viele – scheinbar unpassende – stilistische Hilfsmittel zu einem homogenen Song zusammenbringen kann – man sollte nur keine Angst haben es zu probieren.

Disciples – Sie spielen sich in die Charts

Disciples – On My Mind

Das Produzenten-Trio Disciples wird vor allem für seine tiefen Housebeats gefeiert. So hatten sie mit They Don’t Know 2015 bereits einen Top-30 Hit in ihrer Heimat Großbritannien und landeten mit Calvin Harris‘ How Deep Is Your Love sogar auf Platz 2. Nun kommen sie mit On My Mind zurück und begeistern damit abermals alle Liebhaber von poppiger Housemusik. Stets bereit für die Party und den Club haben Disciples mit On My Mind eine volle Ladung Sound veröffentlicht, der sich gar nicht danach richten möchte, ob man gerade tanzen kann oder nicht. Die Disciples holen damit den Sommer direkt aus dem Mittelmeer zu uns und überzeugen mit einem satten Bass und einem Gesang, der sich sofort zum Ohrwurm entwickelt. Immer wieder unterbrochen durch den kräftigen Refrain und dem Wechsel zwischen hoher Stimme und tiefen Sound hat On My Mind den perfekten Mix um sowohl im Radio, als auch im Club zu funktionieren und ist damit für den kommenden Sommer gesetzt.

Dreamcar – Wenn aus No Doubt und AFI purer 80’s-Sound wird

Dreamcar – Kill For Candy

Was passiert, wenn Künstler etablierter Bands müde ihres eigenen Sounds werden? Die einen resignieren und geben sich mit dem Erfolg ab und machen einfach weiter, die anderen erfinden etwas Neues. Als sich die Band No Doubt, nach neun Jahren der Stille 2012 wieder zusammenfand und das Album Push And Shove veröffentlichte, viel den Bandmitgliedern auf, dass sie zwar als Band noch funktionieren, allerdings die Einflüsse der vergangenen Jahre eine größere Rolle spielen sollte. Was dazu führte, dass sie bis heute kein weiteres No Doubt Album veröffentlichten, sondern mit diversen Projekten kontinuierlich Input sammeln. Ähnlich ging es dem Frontsänger der amerikanischen Rockband AFI, Davey Havok. So fingen Tony Kanal, Tom Dumont und Adrian Young von No Doubt und Davey Havok von AFI vor etwa zwei Jahren fast ganz von vorne an. Da fanden Jam-Sessions in der Garage statt und stand kein Manager bereit mit dem ganz großen Vertrag. Es waren einfach vier Jungs in den 40ern, die Musik spielen und sich einfach treiben lassen wollten. Dass hierbei eine Energie entstand, die an frühere Zeiten, für die Jungs, erinnerte, kann man sich vorstellen. Dreamcar, wie sie sich als Band mittlerweile nennen, hat allerdings kein bisschen mit dem Rocksound der eigenen Bands zu tun. Was man auf ihrer Debütsingle Kill For Candy hören kann. Denn diese erinnert an den ganz großen Sound von Duran Duran, The Cure und Tears For Fears. Satter 80er Jahre Sound, mit Synthies und der passenden Gesang mit Haarlackattitüde von Havok. Da werden Abschlussbälle hip und Brillengestelle wieder größer.

Burak Yeter – Stampfend in den Sommer

Burak Yeter feat. Danelle Sandoval – Tuesday

Mit einem absoluten Ohrwurm erobert der türkisch-stämmige DJ und Produzent Burak Yeter gerade Europa im Sturm. In Amsterdam lebend hat er seinen Song Tuesday bereits im Sommer 2016 veröffentlicht, doch erst in diesem Frühjahr zündete er so richtig. Basierend auf dem 2014er Tuesday von ILoveMakonnen feat. Drake hat Yeter einen Deep-House-Sound um die Lyrics gelegt und zusätzlich mit einem südosteuropäischen Beat für die passende Sommerstimmung gesorgt. Dabei kriecht Tuesday schwer vor sich hin und stampft uns den Sommer förmlich in den Körper. Bereits in 13 Ländern in den Top 10, ist er in jedem anderen europäischen Land zumindest in den Charts. Könnte das sogar ein früher Sommerhit für ganz Europa werden?! Das Feeling stimmt zumindest.

Gorillaz – Mit einem Paukenschlag

Gorillaz – Humanz

Bereits im Januar veröffentlichten die Gorillaz mit Hallelujah Money eine düstere, erste Single aus ihrem neuen Album Humanz. Dieses wird am 28. April erscheinen und ist bestückt, mit jeder Menge prominenter Gastsänger. Konnten wir auf Hallelujah Money bereits Benjamin Clementine hören, werden auf Humanz De La Soul, Grace Jones oder auch Rag’n’Bone Man dabei sein. Gestern holten Damon Albarn und Jamie Hewlett allerdings zum Rundumschlag aus und veröffentlichten gleich vier Songs. Mit Saturnz Barz, We Got The Power, Andromeda und Ascension fluteten sie nicht nur die Medien, sondern setzen mit einem Mix aus Hip-Hop, Rap, Elektro, Psychedelic und Pop ein Statement, dass so nur von den Gorillaz kommen kann. Da ist der düstere Hip-Hop-Track Saturnz Barz, der mit Autotune und vor-sich-hin-kriechenden Beats ein Cyborg aus 90er-Jahre-Hip-Hop und Kanye West ist. We Got The Power hingegen ist ein purer Funksong, der mit der Stimme der Frontsängerin des Indie/Punk-Band Quartetts Savages, Jehnny Beth, begeistert und durch seine Geschwindigkeit und einer Dauer von nur 2:19 Minuten wie in einem Atemzug vergeht. Ascension ist ganz im Stil Saturnz Barz‘ produziert und besticht durch die Rap-Rhymes von Vince Staples, der im Wechsel mit Damon Albarn immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Regelrecht experimentell und futuresk sind hier die musikalischen Elemente. Doch der eigentliche Star der vier Songs ist Andromeda, der genau das bedient, weshalb Abermillionen von Menschen die Band so lieben – er ist ein fantastischer Disco-Pop-Song. Hier kommen klare Synthies, ein pulsierender Beat und der Rap des, in Deutschland geborenen, Amerikaners D.R.A.M zum Einsatz. Erinnert Andromeda an Songs wie El Mañana, ist er wieder deutlich greifbarer für die Popwelt, als die zuletzt veröffentlichten Songs. Man kann vor den Gorillaz nur den Hut ziehen, schaffen sie es doch, mit gleich vier Veröffentlichungen, alle Fanbasen zu bedienen. Werden mit Andromeda die Popfans der Band begeistert, schlagen die Briten mit Saturnz Barz und Ascension eine Brücke zum Hip-Hop der 90er und 2000er und grasen mit We Got The Power gleich mal noch ein wenig im Indie und Funk ab. Das fünfte Album Humanz wird damit wohl eines der abwechslungsreichsten Alben, einer eh schon vielfältigen Band.

Dead Sea – Alles auf Start

Dead Sea - 8.50

Dead Sea – 8.50

Nun endlich haben sie es geschafft! Bereits vor knapp 2 Jahren konntet Ihr hier über den Song Keep It High, der französischen Band Dead Sea lesen. Im Interview mit SOML, zwei Monate später, wurde klar, wie sehr diese Band daran arbeitet, einen Plattenvertrag zu bekommen um richtig loslegen zu können. So haben sie in den letzten zwei Jahren viel Material aufgenommen und zahlreiche Konzerte in Paris gespielt. Nun endlich hat es geklappt und Dead Sea veröffentlichen ihrer erste offizielle Single. Dabei hat sich mit dem Song 8.50 doch vom Sound her so einiges getan. War Keep It High noch ein klarer Dreampop-Song, klingt 8.50 nun deutlich mehr nach Shoegaze und dem dazu typischen, schwelgerischen Rocksound. Dabei singt Frontfrau Caro leicht abwesend und ist von verzerrten Gitarren und einem Hall umgeben, der 8.50 zu einer fast schon heilenden Melodie verhilft. Caro selbst beschreibt diesen Song so und fügt hinzu, dass auch auf 8.50 der Produktionsprozess so ablief, dass der Sound des Songs als erstes feststand und sie dann, von der Melodie inspiriert, einfach drauflos geschrieben hat. Herausgekommen ist ein wunderbarer, jung klingender, Song. Damit hat das Quartett den ersten großen Schritt gemacht und ist der nächste Schritt, mit einem Album, zum Greifen nah. Und so drücken wir ihnen die Daumen und werden Dead Sea im Auge behalten.