Dagny – Norwegian’s next big thing!

Wir können uns gar nicht weit genug aus dem Fenster lehnen, um zu sagen, dass Dagny Norvoll Sandvik, oder kurz Dagny, das nächste große Ding sein, welches einen Hit nach dem anderen veröffentlicht, sein wird. Ihre Art Musik, Bilder und Videos zusammenzubringen, beschreibt den Erfolg schwedischer und norwegischer Musiker wie Robyn, Tove Lo und auch Abba. Denn zu der legendären schwedischen Popband lassen sich bei Dagny doch recht viele Übereinstimmungen finden. Vom musikalischen Aufbau der Songs, über eine klassische Popstimme, bis hin zu den farbenfrohen Musikvideos, gibt sich Dagny dem Pop vollkommen hin. Dabei entstehen Songs, wie ihre aktuelle Single Wearing Nothing die mit einer euphorischen Unbeschwertheit begeistern. Da hören wir einen kräftigen Dancebeat, zu einer singenden Dagny, die auf einem College-Schulhof passen würde. Wearing Nothing ist eine große Popnummer, die hoffentlich auch bald in den Deutschen Radios ankommen wird.

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Casper – Mit Drangsal zur Ikone

Casper feat. Drangsal – Keine Angst

Kurzzeitig hatte man einen Schreck, ja fast schon Angst bekommen – waren doch die ersten Töne des neuen Albums ungewohnt schroff. Sirenen oder auch Lang Lebe Der Tod gingen in eine Richtung, die für Casper ungewöhnlich hart und elektronisch klangen und mit brachialer Gewalt ihren Weg zu den Fans fanden. Nun gibt es mit der dritten Single vom neuen, im Herbst erscheinenden, Album Lang Lebe Der Tod möglicherweise eine Kehrtwende. Denn auf Keine Angst ist Casper wieder so zurück, wie wir ihn lieben, mit rauer, starker Stimme und dieses Mal mit einer Gegenstimme, die vom Rheinländer Drangsal kommt. Die volle Ladung Indie ist bei Casper genauso vertreten, wie der schnelle Sound und die neue Suche nach elektronischen Einflüssen. So verbindet Kein Angst Indie, Rap und Synthies miteinander und gibt ein Tempo vor, dass sich an der Tanzwut der Fans orientiert. Casper ist eine Ausnahme im Deutschen Indie/Rap und zeigt, dass man viele – scheinbar unpassende – stilistische Hilfsmittel zu einem homogenen Song zusammenbringen kann – man sollte nur keine Angst haben es zu probieren.

Disciples – Sie spielen sich in die Charts

Disciples – On My Mind

Das Produzenten-Trio Disciples wird vor allem für seine tiefen Housebeats gefeiert. So hatten sie mit They Don’t Know 2015 bereits einen Top-30 Hit in ihrer Heimat Großbritannien und landeten mit Calvin Harris‘ How Deep Is Your Love sogar auf Platz 2. Nun kommen sie mit On My Mind zurück und begeistern damit abermals alle Liebhaber von poppiger Housemusik. Stets bereit für die Party und den Club haben Disciples mit On My Mind eine volle Ladung Sound veröffentlicht, der sich gar nicht danach richten möchte, ob man gerade tanzen kann oder nicht. Die Disciples holen damit den Sommer direkt aus dem Mittelmeer zu uns und überzeugen mit einem satten Bass und einem Gesang, der sich sofort zum Ohrwurm entwickelt. Immer wieder unterbrochen durch den kräftigen Refrain und dem Wechsel zwischen hoher Stimme und tiefen Sound hat On My Mind den perfekten Mix um sowohl im Radio, als auch im Club zu funktionieren und ist damit für den kommenden Sommer gesetzt.

Dreamcar – Wenn aus No Doubt und AFI purer 80’s-Sound wird

Dreamcar – Kill For Candy

Was passiert, wenn Künstler etablierter Bands müde ihres eigenen Sounds werden? Die einen resignieren und geben sich mit dem Erfolg ab und machen einfach weiter, die anderen erfinden etwas Neues. Als sich die Band No Doubt, nach neun Jahren der Stille 2012 wieder zusammenfand und das Album Push And Shove veröffentlichte, viel den Bandmitgliedern auf, dass sie zwar als Band noch funktionieren, allerdings die Einflüsse der vergangenen Jahre eine größere Rolle spielen sollte. Was dazu führte, dass sie bis heute kein weiteres No Doubt Album veröffentlichten, sondern mit diversen Projekten kontinuierlich Input sammeln. Ähnlich ging es dem Frontsänger der amerikanischen Rockband AFI, Davey Havok. So fingen Tony Kanal, Tom Dumont und Adrian Young von No Doubt und Davey Havok von AFI vor etwa zwei Jahren fast ganz von vorne an. Da fanden Jam-Sessions in der Garage statt und stand kein Manager bereit mit dem ganz großen Vertrag. Es waren einfach vier Jungs in den 40ern, die Musik spielen und sich einfach treiben lassen wollten. Dass hierbei eine Energie entstand, die an frühere Zeiten, für die Jungs, erinnerte, kann man sich vorstellen. Dreamcar, wie sie sich als Band mittlerweile nennen, hat allerdings kein bisschen mit dem Rocksound der eigenen Bands zu tun. Was man auf ihrer Debütsingle Kill For Candy hören kann. Denn diese erinnert an den ganz großen Sound von Duran Duran, The Cure und Tears For Fears. Satter 80er Jahre Sound, mit Synthies und der passenden Gesang mit Haarlackattitüde von Havok. Da werden Abschlussbälle hip und Brillengestelle wieder größer.

Burak Yeter – Stampfend in den Sommer

Burak Yeter feat. Danelle Sandoval – Tuesday

Mit einem absoluten Ohrwurm erobert der türkisch-stämmige DJ und Produzent Burak Yeter gerade Europa im Sturm. In Amsterdam lebend hat er seinen Song Tuesday bereits im Sommer 2016 veröffentlicht, doch erst in diesem Frühjahr zündete er so richtig. Basierend auf dem 2014er Tuesday von ILoveMakonnen feat. Drake hat Yeter einen Deep-House-Sound um die Lyrics gelegt und zusätzlich mit einem südosteuropäischen Beat für die passende Sommerstimmung gesorgt. Dabei kriecht Tuesday schwer vor sich hin und stampft uns den Sommer förmlich in den Körper. Bereits in 13 Ländern in den Top 10, ist er in jedem anderen europäischen Land zumindest in den Charts. Könnte das sogar ein früher Sommerhit für ganz Europa werden?! Das Feeling stimmt zumindest.

Gorillaz – Mit einem Paukenschlag

Gorillaz – Humanz

Bereits im Januar veröffentlichten die Gorillaz mit Hallelujah Money eine düstere, erste Single aus ihrem neuen Album Humanz. Dieses wird am 28. April erscheinen und ist bestückt, mit jeder Menge prominenter Gastsänger. Konnten wir auf Hallelujah Money bereits Benjamin Clementine hören, werden auf Humanz De La Soul, Grace Jones oder auch Rag’n’Bone Man dabei sein. Gestern holten Damon Albarn und Jamie Hewlett allerdings zum Rundumschlag aus und veröffentlichten gleich vier Songs. Mit Saturnz Barz, We Got The Power, Andromeda und Ascension fluteten sie nicht nur die Medien, sondern setzen mit einem Mix aus Hip-Hop, Rap, Elektro, Psychedelic und Pop ein Statement, dass so nur von den Gorillaz kommen kann. Da ist der düstere Hip-Hop-Track Saturnz Barz, der mit Autotune und vor-sich-hin-kriechenden Beats ein Cyborg aus 90er-Jahre-Hip-Hop und Kanye West ist. We Got The Power hingegen ist ein purer Funksong, der mit der Stimme der Frontsängerin des Indie/Punk-Band Quartetts Savages, Jehnny Beth, begeistert und durch seine Geschwindigkeit und einer Dauer von nur 2:19 Minuten wie in einem Atemzug vergeht. Ascension ist ganz im Stil Saturnz Barz‘ produziert und besticht durch die Rap-Rhymes von Vince Staples, der im Wechsel mit Damon Albarn immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Regelrecht experimentell und futuresk sind hier die musikalischen Elemente. Doch der eigentliche Star der vier Songs ist Andromeda, der genau das bedient, weshalb Abermillionen von Menschen die Band so lieben – er ist ein fantastischer Disco-Pop-Song. Hier kommen klare Synthies, ein pulsierender Beat und der Rap des, in Deutschland geborenen, Amerikaners D.R.A.M zum Einsatz. Erinnert Andromeda an Songs wie El Mañana, ist er wieder deutlich greifbarer für die Popwelt, als die zuletzt veröffentlichten Songs. Man kann vor den Gorillaz nur den Hut ziehen, schaffen sie es doch, mit gleich vier Veröffentlichungen, alle Fanbasen zu bedienen. Werden mit Andromeda die Popfans der Band begeistert, schlagen die Briten mit Saturnz Barz und Ascension eine Brücke zum Hip-Hop der 90er und 2000er und grasen mit We Got The Power gleich mal noch ein wenig im Indie und Funk ab. Das fünfte Album Humanz wird damit wohl eines der abwechslungsreichsten Alben, einer eh schon vielfältigen Band.

Dead Sea – Alles auf Start

Dead Sea - 8.50

Dead Sea – 8.50

Nun endlich haben sie es geschafft! Bereits vor knapp 2 Jahren konntet Ihr hier über den Song Keep It High, der französischen Band Dead Sea lesen. Im Interview mit SOML, zwei Monate später, wurde klar, wie sehr diese Band daran arbeitet, einen Plattenvertrag zu bekommen um richtig loslegen zu können. So haben sie in den letzten zwei Jahren viel Material aufgenommen und zahlreiche Konzerte in Paris gespielt. Nun endlich hat es geklappt und Dead Sea veröffentlichen ihrer erste offizielle Single. Dabei hat sich mit dem Song 8.50 doch vom Sound her so einiges getan. War Keep It High noch ein klarer Dreampop-Song, klingt 8.50 nun deutlich mehr nach Shoegaze und dem dazu typischen, schwelgerischen Rocksound. Dabei singt Frontfrau Caro leicht abwesend und ist von verzerrten Gitarren und einem Hall umgeben, der 8.50 zu einer fast schon heilenden Melodie verhilft. Caro selbst beschreibt diesen Song so und fügt hinzu, dass auch auf 8.50 der Produktionsprozess so ablief, dass der Sound des Songs als erstes feststand und sie dann, von der Melodie inspiriert, einfach drauflos geschrieben hat. Herausgekommen ist ein wunderbarer, jung klingender, Song. Damit hat das Quartett den ersten großen Schritt gemacht und ist der nächste Schritt, mit einem Album, zum Greifen nah. Und so drücken wir ihnen die Daumen und werden Dead Sea im Auge behalten.

Depeche Mode – Das Musikphänomen

Depeche Mode - Where's The Revolution

Depeche Mode – Where’s The Revolution

Depeche Modes Erfolg zu erklären ist schwer. Betrachtet man das Musikbusiness, müsste sich die Band seit zwanzig Jahren selbst überholt haben. Und dennoch, veröffentlichen sie Alben, Singles, gehen auf ausverkaufte Welttourneen und verschwinden danach wieder gänzlich von der Bildfläche, um dann, wie Phönix aus der Asche wieder mit voller Wucht zurückzukommen. Was allerdings genauso für Depeche Mode steht, ist die Kontinuität, mit der das britische Trio seit 37 Jahren Musik veröffentlicht. Brachten sie in den 80er Jahren fast jährlich ein neues Album raus, hat sich Mitte der 90er ein, bis heute anhaltender, Vier-Jahres-Rhythmus durchgesetzt. Dazu kommt, dass sich ihr Sound nie so stark verändert hat, dass er Fans vergraulen würde. So haben sie über ihre fast 40 jährige Bandgeschichte eine feste Fangemeinde aufgezogen, die ihnen bis heute treu ist. Doch auch unabhängig dessen, schaffen es Dave Gahan, Martin Gore und Andy Fletcher immer wieder neu zu begeistern. Mit ihrer gestern veröffentlichten Single Where’s The Revolution, aus dem im März erscheinenden, vierzehnten Studioalbum Spirit, zeigen Depeche Mode mit einem schweren, dystopischen Sound, direkt mit den Zeigefinger auf die Gesellschaft und ihre aktuellen Zerwürfnisse und Probleme. Einmal mehr, ein Protestsong gegen die aktuellen Geschehnisse. Aber Depeche Mode waren noch nie einfach nur passive Musiker, sondern äußerten schon immer, was sie beschäftigt. So ist Where’s The Revolution auch als bedrückend, große Anklage zu sehen und markiert damit die Rückkehr von Depeche Mode.

Dua Lipa – Vom Außenseiter in die erste Reihe

Dua Lipa - Blow Your Mind (Mwah)

Dua Lipa – Blow Your Mind (Mwah)

Mit Be The One hatte Dua Lipa Anfang 2016 einen riesigen Hit in Deutschland gelandet, der sich über 200.000 Mal verkaufte. Be The One ist als Synthiepop und einem Underdogstatus wohl ein selten gesehener Gast in den Charts gewesen. Gelten diese Attribute doch nicht gerade als vielversprechend. Nun ist die Britin, nach der zweiten Single Hotter Than Hell, mit der aktuellen Single Blow Your Mind (Mwah) zurück und zeigt, dass sie nicht nur im Synthie beheimatet sein möchte. Blow Your Mind (Mwah) ist eine lupenreine Girlpower-Nummer die durch Lipa’s herben Klang der Stimme eine ganz eigene Wirkung entwickelt. So wandelt sie in den Bridges auf den Pfaden von Be The One, um in den Refrains zum absoluten Pop-Sternchen zu werden. Da folgen tastbare Beats und ein eingängiger Rhythmus. Somit ist klar, dass Dua Lipa eines ganz sicher will und kann – dabei bleiben und zwar ganz oben.

Declan McKenna – Indiehero mit Verstand

Declan McKenna - Isombard

Declan McKenna – Isombard

Man mag es ihm kaum zutrauen, doch der Brite Declan McKenna, ist gerade einmal 17 Jahre alt und brachte bereits so einige wirklich gute Songs raus ohne, dass ihn jemand auf dem Zettel hatte. In Hertfordshire, das nördlich von London liegt, geboren, hat er in den letzten zwei Jahren mit riesigen Schritten seine Karriere geformt. So nahm er 2015 auf dem Glastonbury Festival an einem Talentwettbewerb teil und gewann ihn so haushoch, dass ihm daraufhin sage und schreibe 40 Plattenfirmen einen Plattenvertrag anboten. Nun, nur anderthalb Jahre später hat McKenna in Eigenregie Singles wie Brazil, Paracetamol und Bethlehem veröffentlicht. Dabei fällt vor allem auf, dass McKenna nicht einfach nur Sinn für melodische Songs hat, sondern auch als ernstzunehmender Songwriter wahrzunehmen ist. So sticht vor allem Paracetamol hervor, in dem McKenna ein Thema anspricht, dass auch heute noch kaum tematisiert wird – das transgender Jugendlicher. Immer dabei ist allerdings ein frischer, verrückter Indiesound, der an die Zeiten der britischen Indiehochzeit um 2005 erinnert. Da kommen Assoziationen mit den Kooks oder Arcade Fire auf. Letztere kann man deutlich in McKenna’s aktueller Single Isombard erkennen. Mit McKenna hat Großbritannien einen neuen Helden der fast schon ausgestorbenen, doch hochgelobten, Indiebewegung Mitte der 2000er gefunden, der dieser Bewegung neues Leben einhauchen könnte.