darkDARK - We Forget When We're Apart

darkDARK – Zukunft und Vergangenheit in einem Sound

Ein großer Sound, braucht eine Große Bühne. Ist der Sound bei dem US-Amerikanischen Duo darkDARK schon da, arbeiten Genevieve Vincent und Chris James gerade daran, die Bühnen zu erobern. Dabei könnte das Duo keine besseren Vorraussetzungen mitbringen. Lebt Vincent in Los Angeles und James in Austin läuft der Hauptteil ihrer Zusammenarbeit über das Internet ab. Damit bringen sie nicht nur einen gewisse Distanz mit sich, sondern steuern auch Eindrücke ihrer jeweiligen Heimatorte bei, die wir deutlich in ihrer Musik hören können. Während ihre Synthie-Pop Songs von einer nicht enden wollenden Nacht im aufgedrehten Los Angeles handeln könnten, haben sie auch immer eine realistische und zurückhaltende Atmosphäre in sich, die durch den texanischen Konservatismus geprägt sein könnte. Diese Vielseitigkeit liegt in der beruflichen Laufbahn der beiden Musizierenden. Denn während Vincent eine ausgebildete Komponistin und Produzentin ist und sich für Kompositionen in Trailern von Netflix, MTV und Serien wie Survive verantwortlich zeichnet, hat James als Mixing Engineer und Sound Designer vorrangig Sounds kreiert, die in Werbespots von Google, Levi’s, Volvo, HP, HBO, McDonald’s oder Audi zum Einsatz kommen.

darkDARK

darkDARK

Als darkDARK haben sich die beiden für einen Sound entschieden, der eine emotionale Weite ausstrahlt, die sich aus wabernden Synthies und einem fragilen Gesang Vincents zusammensetzt. Hier springen Vincent und James so leichtfüßig durch die Zeit, dass ihr Sound aus psychedelischen Elementen sowie einem Hauch Dreampop in den 80er Jahren genauso laufen könnte, wie in Science-Fiction-Filmen über das Jahr 2050. Dabei spielt die treibende Produktion von Songs, wie No Symmetry eine ganz große Rolle. Wirken sie doch, als würde unser eigenes Zögern durch die Musik verdrängt und wir förmlich vorwärts gedrückt werden. Gleichzeitig umgibt die Songs ihrer neuen EP We Forget When We’re Apart eine Dunkelheit, die uns wiederum anzieht und sich in uns festsetzt. Neben dem Giraffagen Remix ihres Songs No Symmetry ist es vor allem auch Save It – gleich zu Anfang der EP – der mit seiner großartigen, zurückhaltenden und verspielten Art wie ein weiches aber schwere Lacken wirkt, dass uns wohlig umschlingt. Nach ihrer Debüt-EP Heathered erscheint am 31. Juli die zweite EP We Forget When We’re Apart von darkDARK und zeigt uns, wie eine Fusion aus cineastisch, klassischer Musik klingen kann, die mit elektronischen Elementen regelrecht auf uns zuzustürmen scheint.

Dream Wife - Temporary

Dream Wife – Für eine neue Kultur der Musik

Braucht es im Jahr 2020 noch die Riot grrrl Bewegung? Klar ist, dass auch heute noch ein großes Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern existiert. Doch mit unserer zunehmenden Politisierung des Lebens durch soziale Medien und großen Bewegungen, wie zuletzt mit #metoo oder #blacklivesmatter zeigt sich ein immer stärkerer Druck, Stellung zu beziehen. In der Musikbranche ist dies nicht anders. Mit großen Entscheidungen, wie der Ehe für Alle oder der Einführung eines dritten Geschlechts haben sich auch viele Musik-Acts klar positioniert. Im Zusammenhang mit dieser neuen Art sich für Gleichberechtigung einzusetzen, gibt es immer mehr erfolgreiche Musikerinnen und Musiker sowie Bands, die sich dafür einsetzen oder dafür stehen. So gibt es mit Alex The Astronaut und Tash Sultana zwei großartige Acts, die für Gleichberechtigung und Akzeptanz von LGBTQ-Menschen stehen. Aber auch Bands, wie Dream Wife setzen sich ganz bewusst dafür ein, Frauen in der Musikbranche in die erste Reihe zu bringen und unterstützen dies dadurch, dass sie in alle Produktionsschritte und -positionen Frauen wählen – ob als Produzentin ihrer Alben, als Toningenieurin oder Mastering-Engineer. Für ihr neues Album So When You Gonna… haben sich Dream Wife für Themen, wie Abtreibungen, Geschlechtergleichstellung und Fehlgeburten entschieden und thematisieren. Letzteres auf ihrer aktuellen Single Temporary. Hier geht es darum, dass die Band für eine Freundin da war, als diese durch mehrere Fehlgeburten ging und Unterstützung brauchte. Dabei sind die Textzeilen How is it to love and live temporary. If the heartbeat fails. (Wie ist es, vorübergehend zu lieben und zu leben? Wenn das Herz aufhört zu schlagen). Dieses Gefühl können nur wenige nachempfinden und war es der Band wichtig – die aus Alice Go, Rakel Mjöll und Bella Podpadec besteht – dieser Thematik eine Plattform zu geben, da sie selbst finden, dass dieses Thema viel zu wenig in der Öffentlichkeit besprochen wird. Gleichzeitig hört sich Temporary deutlich melodischer an, als man es von der Indie-Band – mit ihren Punksongs – gewohnt ist. Mit einem lockeren Gitarrenspiel und sanften Gesang schaffen Dream Wife mit Temporary eine Umgebung, die sich dem Thema anpasst und es gleichzeitig progressiv an die Oberfläche bringt. Ihr dazugehöriges, zweites Album So When You Gonna… wird am 3. Juli veröffentlicht und enthält eine spannende Mischung aus Punk, Rock, Indie und Pop.

Disclosure - Energy

Disclosure – Lateinamerikanischer Karneval trifft auf europäischen Clubsound

Nach fünf Jahren der Stille haben sich die Brüder Guy und Howard Lawrence endlich wieder entschieden, ein neues Album zu produzieren. Denn nach ihrem zweiten Album Caracal (2015) verkündeten die Briten eine Pause einzulegen. Bis auf einzelne Songs und wenige Remixe hielten sie dies bis Mai 2018 ganz gut durch. Doch mit dem absoluten Burner Ultimatum – den sie zusammen mit der malischen Sängerin Fatoumata Diawara – veröffentlichten, wurde klar, dass es wieder Zeit wird, in den Club zu gehen. Mit der ersten Veröffentlichung Talk überraschten Disclosure dann auch gleich einmal. Denn hier gibt es eine interessante Veröffentlichungsgeschichte. Wurde Talk vom US-Amerikanischen R&B-Sänger Khalid geschrieben und von Disclosure produziert, war der Song nicht nur die Leadsingle von Disclosures kommenden Album Energy, sondern gleichzeitig auch die Leadsingle von Khalids zweitem Album Free Spirit. Somit wird es zwei Alben von unterschiedlichen Künstlern mit ein und derselben Leadsingle geben – was so nur äußerst selten vorkommt. Da den beiden Acts die Zusammenarbeit so sehr gefiel, folgte Anfang Februar mit Know Your Worth gleich noch eine gemeinsame Single – die allerdings allein auf Disclosures neuem Album erscheinen wird. Nachdem Ende Februar mit Ecstasy die dritte Single veröffentlicht wurde, geht es nun Schlag auf Schlag. Denn am vergangenen Donnerstag haben die Brüder mit Energy schließlich den Titeltrack ihres dritten Studioalbums online gestellt. Mit Latin-Sound, großartig, mitreißenden House-Beats und ganz viel Tanzfieber orientiert sich Energy am Straßenkarneval Südamerikas und verbindet diesen mit den tiefen, dunklen Beats der europäischen Clubs. Dabei wird Energy seinem Namen nicht nur zu 100 Prozent gerecht, sondern übertrumpft die Vermutung nach einem Partybanger noch deutlich. Hier steigert sich die Lust zum Tanzen und lässt den Körper auf Temperatur kommen. Ihr drittes Album Energy werden Disclosure am 28. August veröffentlichen und uns wieder einmal die Housebeats um die Ohren hauen.

Daði Freyr - Think About Things

Daði Freyr – Ein verpasster Sieg?

Es hätte nicht besser laufen können, für den Isländer Daði Freyr und seinem Song Think About Things. Denn mit Diesem wollte er eigentlich am gestrigen 16. Mai am Eurovision Song Contest 2020 teilnehmen. Die Chancen, sich dabei auf einen der vordersten Ränge platzieren zu können, standen – schenkte man den Buchmachern Glauben – gar nicht einmal so schlecht. Doch dann kam der 18. März, an dem der diesjährige Contest aufgrund der Pandemie komplett abgesagt wurde und Daði Freyr nun keine Chance mehr bekam, seinen Song vor mehr als 200 Millionen Zuschauern zu präsentieren. Als Musiker ist der 27-jährige Isländer jedoch bereits seit 2012 aktiv und veröffentlichte mit der Band RetRoBot 2013 das Album Blackout. Kurze Zeit später zog es den Sänger nach Berlin, wo er ein Studium zur Musikproduktion startete, welches er 2017 mit einem Bachelor of Art abschloss. Im selben Jahr trat er in Island mit dem Song Is This Love? am Vorentscheid zum Eurovision Songcontest an und belegte den zweiten Platz. 2019 schaffte er es schließlich mit Think About Things, sein Land international zu vertreten und beweist mit dem Song, dass es in der isländische Musikkultur einfach anders läuft, als auf dem Rest der Welt. Ob Bands wie Sigur Rós, Björk, FM Belfast, Retro Stefson oder Of Monsters And Men – alle haben sie gemein, dass ihre Individualität einen starken Einfluss auf ihre Musik und die Präsentation ihrer Persönlichkeiten hat. Gibt es dies natürlich auch zuhauf weltweit, ist es bei isländischen Acts allerdings fast durchweg anzufinden. Daði Freyr zeigt mit seinem Song daher einmal mehr, dass diese Art wohl in den Genen der Isländer zu liegen scheint. Think About Things ist damit ein frischer, nerdiger Indie-Hit, der als Launenaufheller nicht besser dienen könnte. Dabei gibt es den Song in zwei Sprachen und zwei Bedeutungen. In dem Original auf isländisch singt Daði Freyr darüber, dass seine Band Gagnamagnið – mit der er 2017 am isländischen Vorentscheid teilgenommen hatte – aus der Zukunft kommt, um die Welt mit ihrem Tanz zu retten. Auf der englischsprachigen Version singt er allerdings über die Geburt seiner Tochter im vergangenen Jahr und dem Wunsch, zu erfahren, was ein Baby in den ersten Wochen und Monaten denkt. Diese Bedeutung war auch der ursprüngliche Grund des Songs. Was Daði Freyr bleibt, ist das Wissen um einen großartigen Indie-Song, der sogar das Zeug gehabt hätte, beim diesjährigen Eurovision Songcontest zum Siegersong zu werden.

Dagny - Somebody

Dagny – Großartiger Scandinavian-Pop

Es klang 2017 alles so vielversprechend – da war die Single Wearing Nothing, die europaweit promoted wurde und Dagny in die Charts katapultieren sollte. Auch hier auf SOML war ich mir sicher, dass die 29-jährige Norwegerin damit die Charts im Sturm erobern würde. Doch am Ende reichte es nicht ganz für den europaweiten Ruhm und schaffte es die 2018er Kollaboration Drink About mit dem Norwegischen House-Duo Seeb immerhin bis auf Platz 2 der norwegischen Singlecharts. Nachdem 2016 mit Ultraviolet eine erste EP veröffentlicht wurde, steht Dagny nun bereit, für den großen Durchbruch, der sich mit einem Debütalbum auszeichnen soll. Denn obwohl bisher nur feststeht, dass ihr Debüt im September dieses Jahres erscheinen soll, werden nach und nach immer mehr Songs veröffentlicht. Fest steht bisher, dass sowohl die erste Auskopplung Come Over als auch die nun veröffentlichte Single Somebody mit den vier weiteren Tracks Paris, Let Me CryCoulda Shoulda WouldaTension am 22. Mai als erster Teil des Albums unter dem Titel Side A veröffentlicht werden soll. Somebody reisst uns dabei mit einem euphorischen Dancebeat mit und erinnert an die flirrenden Beats einer Robyn oder Sigrid, die ebenfalls mit hymnenhaften Songs für absolute Partymomente sorgen. Dagny steht dem in nichts nach und hat auf Somebody die ganz großen Popmomente zusammengetragen, lässt uns unter der Diskokugel im blitzenden Scheinwerferlicht den Moment aller Momente erleben und dabei alles um uns herum vergessen. Somebody ist großer Pop, der sofort begeistert und zum tanzen aufruft.

Diplo & Sidepiece - On My Mind

Diplo & Sidepiece – Der Ohrwurm ist sicher!

Mit Remixen für alle großen Namen im Musikbusiness – darunter Madonna, M.I.A., Beyoncé, Justin Bieber, No Doubt, Britney Spears oder Usher – hat sich Thomas Wesley Pentz in den vergangenen 23 Jahren zu einer Musikgröße hochgearbeitet, wie man sie sich nicht mehr aus der Musik wegdenken kann. Dabei bieten auch seine Nebenprojekte, wie Major Lazer (Watch Out For This (Bumaye)(2013), Lean On (2015), Cold Water (2016)), Jack Ü (Where Are Ü Now (2015)) oder Silk City (Electricity (2018)) die größte Hitgarantie. Was Pentz – der einzeln als Diplo auftritt – anfasst, wird zu einem Hit. Als Diplo tritt er dabei zwar immer wieder in Erscheinung, ist durch seine Nebenprojekte allerdings deutlich presenter. So zählen zu Diplos erfolgreichsten Soloveröffentlichungen die Songs Be Right There (2015) und Close To Me (2018). Neben all seinen zehn EPs, sechs Compilations, vier Mixtapes und einem Live Album kam bisher mit Florida 2004 erst ein einziges Album auf dem Markt. Dies wird sich in wenigen Wochen ändern. Denn hier hat Diplo für den 29. Mai sein zweites Studioalbum Diplo presents Thomas Wesley, Chapter 1: Snake Oil angekündigt. Neben den bereits 2019 veröffentlichten Songs So LongHeartlessLonely und dem schrägen Country-Popsong Do Si Do dürfte es mit etwas Glück auch On My Mind auf das Album schaffen. Hier arbeitet der US-Amerikanische Produzent, der aus Tupelo, Mississippi kommt mit dem aus L.A. und Miami kommenden Produzentenduo Sidepiece zusammen, welches wiederum zum Ende des Sommer letzten Jahres mit Wanna See You einen absoluten Clubhit ablieferte. Auf On My Mind treffen die Tech-House Elemente von Sidepiece auf den EDM- und House-Sound Diplos und werden zum krachenden Clubanthem. Mit den wiederkehrenden Textzeilen You stay on my mind, think about you all the time. Got to get to know you well, if you kiss then I won’t tell bohrt sich On My Mind regelrecht in unseren Kopf und lässt dem Ohrwurm keine andere Wahl, als sich bei uns festzusetzen. Darüber hinaus ist On My Mind ein absoluter Clubbanger, der sich bis in die hintersten, dunklen Ecken eines jeden Clubs vorarbeitet und auch den letzten Clubgänger zum tanzen animiert. Diplo steht einmal mehr mit herausragendem Sound im Rampenlicht und sorgt für einen großartigen Partyhit.

Gorgon City feat. Drama - Nobody

Gorgon City – Schalten einen Gang runter

Gorgon City haben in den vergangenen Jahren mit den verschiedensten Künstlern zusammengearbeitet – von, bis dahin völlig Unbekannte, sowie auch bekannten Größen. Herausgekommen sind Housetracks, die sich vor allem durch markante Basslines und die Featuring-Acts – zusammensetzten. Ob mit Here For YouUnmissableGo All NightSaving My LifeAll Four WallsDelicious oder Go Slow – immer sind es große Stimmen, unter die das Produzenten-Duo ihre Housebeats legt. Schafften Gorgon City mit ihrem Debütalbum Sirens (2014) den direkten Einstieg in die Top-10 der britischen Albumcharts, konnte sich ihr Nachfolger Escape (2018) immerhin noch in den Top-50 platzieren.

Nun arbeiten Kye Gibbon und Matt Robson-Scott an ihrem dritten Album und nutzen die Social Distance-Zeit, um ihren dritten Longplayer schneller zu beenden. Sind nach Escape bereits 5 weitere Songs als Stand-Alone-Singles veröffentlicht worden, darf angenommen werden, dass diese Veröffentlichungen es wohl nicht auf das neue Album schaffen werden. Anders sieht es bei dem nun veröffentlichten Song Nobody aus, der zusammen mit dem Chicagoer Electro-Duo DRAMA aufgenommen wurde.

DRAMA bestehen aus dem Produzenten Ne’el Shehade und der Sängerin Via Rosa die Musik machen, die sich aus einem Mix aus Electro, Soul & R&B zusammensetzt und immer auch einen melancholischen Touch besitzt. Davon begeistert, waren Gorgon City schon länger Fans des Duos – überzeugten sie doch Gibbons bei einem Konzert während eines Aufenthalts in Chicago. Dieser fragte bei dem Duo an und so verabredeten sich für eine Studiosession.

Herausgekommen ist Nobody, ein Song, der sich – im Vergleich zu den Songs zuvor – deutlicher zurücknimmt und durch einen melancholischen Vibe geprägt wird. Für dieses Gefühl dürfte DRAMA hauptverantwortlich sein, fühlt sich das Duo doch tendenziell in diesem musikalischen Umfeld wohl. In dem dazugehörigen Musikvideo interpretieren die Briten den Klassiker West Side Story neu und geben mit Street Art Performances von lokalen Chicagoer Street Dance Gruppen eine moderne Auflage des Musicals wieder. Nobody bleibt trotz der zurückhaltenderen Beats ein absoluter Dancehit und wird seine Kreise einmal mehr durch die Clubs von Ibiza über London bis nach Berlin ziehen.

Duck Sauce - Captain Duck

Duck Sauce – Neue Discobombe

Das Projekt Duck Sauce war von Beginn an als Hit konzipiert gewesen. Schaut man sich an, wer hinter Duck Sauce steckt, wird schnell klar warum. Denn hinter dem New Yorker Duo stecken Armand Van Helden und der Kanadier A-Trak die 2010 und damit nur ein Jahr nach Start des Projektes mit Barbra Streisand einen internationalen Hit vermelden konnten. Für Barbra Streisand ging es in elf Ländern auf Platz 1 und weiteren 14 Ländern in die Top-10. Dass sich Barbra Streisand eines Samples aus den 70er Jahren bedient, war lange bekannt. Dass Boney M’s Gotta Go Home allerdings selbst ein Sample dieser einzigartigen Komposition benutzt, nicht. Denn hier bediente sich Frank Farian – der als Produzent hinter Boney M steckte – beim 1973er Original Hallo Bimmelbahn von Nighttrain. Zurück zu Duck Sauce folgte nach Barbra Streisand mit Big Bad Wolf noch ein Radiohit – jedoch blieben die Chartplatzierungen aus. Nun – zehn Jahre nach Barbra Streisand – sind Duck Sauce mit einer neuen Discobombe zurück und zeigen auf Captain Duck, dass die Liebe zu den ganz großen Clubhits noch immer in den beiden DJs steckt. Abermals nutzen Van Helden und A-Trak auf Captain Duck ein Sample und bedienen sich hierfür bei dem dem Song Wot des britischen Musikers Captain Sensible aus dem Jahr 1982. Dieser weist wiederum starke Ähnlichkeit zu Rapper’s Delight von der Sugarhill Gang auf, der wiederum ein Sample des Chic Klassikers Good Times besitzt. Ihr seht, Duck Sauce haben sich also von den besten Discoklassikern inspirieren lassen und damit eine Nummer produziert, die auf jeder Tanzfläche funktionieren wird. Ob Captain Duck es damit auch in die Charts schaffen wird, werden wir in den kommenden Wochen sehen. Nun bringt uns Captain Duck erst einmal durch die Social-Distance-Zeit und lässt uns auf den Tischen tanzen. Und wenn wir uns die Freunde via Videochat ins Haus holen, tanzen wir auch nicht alleine.

Breakbot – Darum lieben alle French-House

Der Song Be Mine Tonight ist ein Paradebeispiel für den leichten und unglaublich groovigen Sound, den French-House in den vergangenen dreißig Jahren zu einem der beliebtesten Sounds werden ließ. Zum einen sind da die großen Vorreiter, wie Daft Punk und das Sideproject Stardust, Modjo, The Supermen Lovers, Étienne de Crécy oder Mr. Oizo, die Ende der 90er und Anfang der 2000er mit Songs, wie Around The WorldStarlightLady (Hear Me Tonight)Am I Wrong oder Flat Beat ganz Europa am tanzen hielten. Zum anderen Bands, wie Justice, Kavinsky, The Blaze und Breakbot, die dafür sorgen, dass es auch weiterhin einen kontinuierlichen Output an French-House-Songs gibt. Letzterer Künstler steht seit gut elf Jahren bei Ed Bangers Records unter Vertrag und ist nicht zuletzt durch großartige Remixe von Songs der Bands und Künstler, wie Air, Metronomy, Parcels, Lizzo, Röyksopp, Kavinsky, Justice oder Phoenix bekannt. Mit By Your Side (2012) und Still Waters (2016) hat Breakbot bereits zwei erfolgreiche Alben veröffentlicht – hinzu kommen sechs EP’s. Nun hat Breakbot – hinter dem sich der Franzose Thibaut Jean-Marie Michel Berland verbirgt – mit Be Mine Tonight einen neuen Song veröffentlicht, auf dem der 38-Jährige zum einen wieder mit der Sängerin Delafleur zusammenarbeitet und zum anderen einen absoluten Retrohammer veröffentlicht. Dabei knüpft Be Mine Tonight an die ganz großen French-House Klassiker von The Superman Lovers‘ Starlight und und Étienne de Crécy Am I Wrong an und zeigt, wie sehr der Sound den Körper anregt. Gleich zu Beginn fangen die Beine mit dem funkigen Synthesizern an zu zucken und hören erst nach fast drei Minuten wieder auf. Für Breakbot ist es nach Don’t Stop The Dance bereits die zweite Zusammenarbeit mit Delafleur und steigert die neue Single gleichzeitig die Hoffnung auf eine baldige neue EP oder gar ein neues Album.

Das Ding Ausm Sumpf - Genau Du

Das Ding Ausm Sumpf – Monsterrap auf Dancebeats

Kein bisschen bescheidener könnte man es beschreiben, was der Münchener Musiker Stefan Mühlbauer da unter dem Pseudonym Das Ding Ausm Sumpf raushaut. Mit einer Mischung aus Rap und derben elektronischen Beats erinnert Das Ding Ausm Sumpf auf seiner aktuellen Single Genau Du stark an Deichkind. Neben diesen Elementen kommt aber auch eine Portion Balkanbeats hinzu und erinnert der Song hier und da sogar ein klein wenig an den Sound, den Fettes Brot auf ihrem Überhit Schwule Mädchen hatten. Das Ding Ausm Sumpf behandelt dabei Themen, die bewusst provozierend sind und anecken – denn dem Druck der Leistungsgesellschaft erteilt der Musiker einen fetten Mittelfinger. Mit kränk wird der Münchener am 6. März sein Debütalbum veröffentlichen und gleichzeitig auf eine ausgedehnte Konzerttour gehen, die sagenhafte 38 Städte ansteuert.