Maggie Rogers – Selbstreflektion auf neuer Single

Für Maggie Rogers waren es zwei bewegende Jahre, seitdem die US-Amerikanerin 2016 durch das Kuratorenvideo mit Pharell Williams via YouTube zum Star wurde. Doch abseits des Klickhypes, konnte Rogers vor allem durch ihre bodenständige und unglaublich sympathische Musik überzeugen. Mit Songs, wie Alaska, Better und On + Off sang sie sich direkt in die Herzen. Ihre Natürlichkeit und verspielte Niedlichkeit auf der Bühne unterstützten das Bekanntwerden der Sängerin noch einmal zusätzlich. Nun ist sie mit Fallingwater zurück und behandelt darin gerade diesen rasanten Aufstieg, den sie in den vergangenen zwei Jahren erleben dürfte. So singt sie vom damit fertig werden und dennoch stolpern und dem Versprechen, weiterzumachen, egal wie die Reise, die vor ihr liegt, auch aussehen mag. Dabei bleibt Rogers bei ihrem folklastigen Singer/Songwriter Sound, der auch hier wieder mit Elementen des Pop und aus dem elektronischen Bereich angereichert ist. Mit Klavier und ihrer großartig, klaren Stimme bleibt Rogers so sympathisch, wie wir sie kennen und treibt die Sehnsucht voran, sich mit ihr auf ein Abenteuer zu begeben.

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7fields – Knisternd, intimer Elektro

7fields ist nicht neu auf der Bühne, doch kennt den Künstler unter diesem Alter-Ego wohl kaum jemand. Dabei macht Wolfgang Schrödl bereits seit über 20 Jahren Musik und ist damit durchaus erfolgreich. Denn als Frontmann der Rockband Liquido und ihrer Single Narcotic hatte Schrödl es 1998 bis auf Platz 3 der deutschen Singlecharts geschafft und darüber hinaus auch in Europa einen Hit gelandet. Machte er mit Liquido bis 2009 zusammen Musik, brauchte es knapp 7 weitere Jahre, um sich zu dem Schritt einer Soloplatte zu motivieren und das, obwohl er immer wieder von vielen Wegbegleitern dazu animiert wurde. Mit seinem gleichnamigen, 2017 veröffentlichten, Debütalbum überraschte der Sänger, der vormals mit Rocksongs bekannt wurde, durch einen reduzierten, elektronischen Sound, der zwischen Instrumenten und Reglern eine Art Elektro-Folk erzeugt. Mit seiner, nun veröffentlichten, Single What We Have Done kündigt Schrödl alias 7fileds nicht nur sein zweites Album an, sondern zeigt einmal mehr, wie wandelbar der Musiker ist. Bleibt er seinem satten Elektrosound treu, kann man die Verliebtheit zur Genauigkeit in den Zwischenräumen des Songs hören. Da sorgt ein leises Knistern für Wärme und fricklige Synthieklänge für eine Orientierungslosigkeit, die durch einen wohligen Beat und Schrödls sanften Gesang wieder aufgefangen werden. What Have We Done ist ein Traum, der versucht, den Hörer zu isolieren und einzunehmen. Dies schafft Schrödl mit der ersten Singleauskopplung und lässt das Verlangen nach mehr aufkommen.

2raumwohnung – Flashback anno 2002

2raumwohnung - Somebody Lonely And Me

2raumwohnung – Somebody Lonely And Me

2raumwohng sind entstanden aus einem Zufall. Ging es doch ursprünglich nur um die musikalische Untermalung einer Zigarettenmarke, entstand daraus ein Projekt, das bis heute besteht. Inga Humpe und Tommi Eckart, beide ein Paar seit den 90ern, haben so als Duo 2raumwohnung mittlerweile sieben Studioalben veröffentlicht und nicht viel weniger Remixplatten. Auch wenn sich 2raumwohnung nicht immer im Vordergrund abspielen, kommt man selten um das Duo herum. Heißt es doch zu jeder Hitzewelle wieder 36 Grad und es wird noch heißer, mach den Beat nie wieder leiser… oder wird die Warteschleife der AOK Nordost Hotline mit Besser Gehts Nicht untermalt. Auch in der Werbung ist neben Wir trafen uns in einem Garten der Song 2 Von Millionen Von Sternen bereits verwendet worden. War ihr Debütalbum Kommt Zusammen noch ein lupenreines Popalbum, entwickelte sich die Band danach stark in Richtung Elektro, um einige Jahre später wieder zur Popmusik zu wechseln. Nun schwingt das Pendel wieder in Richtung Elektro und hört sich die erste Single Somebody Lonely And Me dunkel und elektronisch an, als würde es aus dem 2002er Album In wirklich stammen. Singt Inga Humpe so weich und unschuldig und erinnert an dunkle Fahrten auf schlecht beleuchteten Landstraßen im Winter. Der schwere Beat und Humpes Wechsel zwischen deutschen und englischen Texten lässt 2raumwohnung deutlich stärker zurückkommen, als sie zuletzt verschwanden. Ihr neues Album Nacht und Tag wird so wohl eines der spannendsten Alben des Jahres werden.

Justin Timberlake – der Superstar!

Justin Timberlake - Can't Stop The Feeling

Justin Timberlake – Can’t Stop The Feeling

Es hat lange gebraucht, bis Justin Timberlake zu dem einen Superstar aufgestiegen ist. Sicher gab es bereits viele Hits, die Timberlake mitzuverantworten hatte. Doch mit seinem nun veröffentlichten Song tritt er in die Fußstapfen Pharell Williams und schafft einen Ohrwurm, der sich wohl den ganzen Sommer über durch unsere Gehörgänge ziehen wird.
‚Can’t Stop The Feeling‘ wurde von Timberlake und dem Über-Produzenten für moderne Popsongs – Max Martin geschrieben und produziert. Hierbei ist der Discoeinschlag so offensichtlich, dass man sich diesem kaum verwehren kann. Klingt Timberlake doch frisch wie eh und je zu einem Disco-Sound den heute, in der Form, nur Daft Punk und Pharell Williams kreieren können.
So geht einem der Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopf und gibt einem das Gefühl von Sommer und Freiheit.
Da fällt es nicht schwer, den Körper zum Beat zu bewegen und sich dem positiven Gefühl hinzugeben. ‚Can’t Stop The Feeling‘ ist eine astreine Pophymne die sowohl modern als auch zeitlos ist und jeden erreicht. Hier hat Timberlake wohl einen seiner größten Hits abgeliefert. Und das, ganz nebenbei.

Justin Timberlake - Can't Stop The Feeling

Justin Timberlake – Can’t Stop The Feeling

99 Souls – Mash-Up lebt!

99 Souls - The Girl Is Mine

99 Souls – The Girl Is Mine

Anfang der 2000er kam mit Bastard-Pop bzw. Mash-Up Songs eine Musikrichtung auf, die für viel Furore sorgte. Wurden hier doch zwei bekannte Songs zu einem gemixt und ergaben so oftmals unglaubliche Dancetracks. Die wohl erfolgreichste Produktion stammt von den britischen DJ’s Stuntmasterz. Haben sie doch 2001 ausgerechnet mit dem Song einen Hit gelandet, um den es auch heute geht. Denn der 1998 veröffentlichte Song ‚The Boy Is Mine‘ der beiden Amerikanerinnen Brandy & Monica wurde nicht nur 2001 von Stuntmasterz mit dem Sample von Chic’s ‚Soup For One‘ gemischt. Sondern wurde nun, ebenfalls von einem britischen House-Duo, mit ‚Girl‘ von Destiny’s Child auf Clubtauglichkeit gemixt. Herausgekommen ist eine schnelle, soulige und Ohrwurm garantierende Nummer, die sowohl die beiden Songs zurück ins Gedächtnis ruft, als auch – modern produziert – neue Musikliebhaber begeistern wird. So stellt man fest; was 2001 funktionierte, ist heute noch lange nicht out – Mash-up lebt!

3viertelelf – 2raumwohnungs Nachkommen sind erwachsen geworden

Es ist nicht zu übersehhen und zu überhören, dass die Band 3viertelelf viele Gemeinsamkeiten mit der Band 2raumwohnung hat. Kommen sie doch beide aus Berlin, nutzen beide eine Zahl anstelle des ausgeschriebenen Wortes in ihrem Bandnamen, und klingen beide Frontsängerinnen fast identisch, sowie die musikalische Historie ähnliche Züge aufweist. Selbst der Sound ist dem des Erstlings von 2raumwohnung verdammt ähnlich. Und doch findet alles zehn Jahre versetzt voneinander statt. Als 2raumwohnung ihr erstes Album rausbrachten war die Frontsängerin von 3viertelelf, Angela Peltner, gerade einmal 19 und hatte in Magdeburg mit Celtic Chaos den Local Hereos Preis gewonnen. In den 13 Jahren von damals bis heute sind so einige Musikprojekte entstanden und wieder gegangen, doch der Wunsch Musik zu machen blieb bei Peltner immer. So entstand 3viertelelf und nahm am diesejährigem Bundesvision Songcontest teilgenommen. Einer großen Zuschauergemeinde wird Peltner auch bekannt sein, spielt sie doch eine eine Rolle bei dem Soap-Urgestein Gute Zeiten, Schlechte Zeiten.
Nun kommen sie mit einem verspäteten Sommersong zurück und zeigen uns, dass man sie einfach nur mögen muss. Ist ‚Cabrio‘ doch eine frische, einfache und vor allem fröhliche Popnummer die einem den grauen Novembertag, für ein paar Minuten, vergessen lassen kann.