Jónsi feat. Robyn - Salt Licorice

Jónsi feat. Robyn – Sound aus einer Parallelwelt

Es überrascht und ist gleichzeitig wenig überraschend, was Sigur Rós Frontmann Jón ‚Jónsi‘ Þór Birgisson nun, so kurz vor der Veröffentlichung seines zweiten Soloalbums Shiver hier veröffentlicht. Denn war die erste Singleauskopplung Exhale dem Soundmuster Sigur Rós‘ noch sehr nahe, folgte mit Swill bereits ein erster Vorgeschmack auf den Sound, der noch kommen sollte. Hier bekommen wir durch das Zusammenspiel aus Autotune und überfrachteten Soundebenen ein Gefühl davon, wie sehr Jónsi von seiner interdisziplinären Arbeitsweise getrieben ist. Wurde mit Cannibal – eine Zusammenarbeit mit Elizabeth Fraser – Mitte August die dritte Single veröffentlicht, folgt nun, nur zwei Tage vor der Albumveröffentlichungen mit Salt Licorice die vierte Single. Darauf zu finden ist auch die Stimme der schwedischen Königin des Dancefloors – Robyn. Hier kommen zwei Künstler zusammen, die so viel eint und die eigentlich doch so weit auseinander liegen. Beide sind in ihren Bereichen Ikonen im Musikbusiness, arbeiten mit verschiedensten Genres und setzen ihrer Kreativität keine Grenzen. So gilt auch für Robyn das Siegel der interdisziplinären Musik und weist sie damit erstaunliche Parallelen zu dem Isländer auf.

Robyn & Jónsi Robyn & Jónsi

Nun haben die beiden mit Salt Licorice einen Song veröffentlicht, über den Robyn sagt: it is such a cute and perfect pop song. Über die Zusammenarbeit und den Song fügt sie dann noch hinzu, dass sie der Song heftig zum Tanzen, aber auch zum Rummachen animiert. Es brauchte gar keine Überlegung, um zuzusagen, mit Jónsi einen Track zu machen. Zu hören ist abermals ein vertrakteter Song mit verschiedenen Ebenen voller Synthies, Bässen, frickeligen Elektrosounds und den beiden Stimmen von Robyn und Jónsi. Dabei ist der progressive Verlauf des Songs eine Annäherung beider Sounds. Würde der Gesang ohne das Soundbett fast schon in einer Popballade aufgehen, federt er gleichzeitig den rauen Charme der Produktion ab und lässt einen Song entstehen, bei dem man begeistert und verstört zugleich ist. Und genau hier schließt sich der Kreis zum Sigur Rós geprägten Sound des isländischen Masterminds. Erscheint am Freitag – nach zehn Jahren – mit Shiver das zweite Soloalbum des Sängers, wird es die Position Jónsis als einen der großartigsten Künstler unserer Zeit weiter untermauern.

Beck - Wow

Beck – 4-jähriger Boomerang

Da war er wieder – der Moment, in dem man einen Song zum ersten mal hört und nach Stunden des Shazamens und Googelns rausbekommt, dass es den Song bereits seit 4 Jahren gibt. Mindestens einmal hat das wohl jeder schon Mal erlebt. Auch wenn der Künstler des heutigen Songs seit über 35 Jahren Musik macht, ist er nie als der große Popstar in Erscheinung getreten. Nur, um letztendlich doch einer der größten Popstars zu sein. Mit Beck Hansen – kurz Beck – haben wir einen Künstler der genresprengend und probierfreudig ist, wie kaum ein anderer Künstler. Denn in seiner Musiklaufbahn hat der US-Amerikanische Singe/Songwriter und Produzent bereits Tracks produziert, die in die Sparten Folk, Singer/Songwriter, Alternative, Elektro, Hip-Hop, Country, Soul oder Funk fallen. Damit ist er einer der kreativsten und gleichzeitig selten greifbaren Musiker unserer Zeit. Hat Beck zuletzt Ende 2019 mit Hyperspace sein 14. Studioalbum veröffentlicht, welches er zusammen mit Pharrell Williams und Paul Epworth produzierte, sorgt gerade ein Song aus seinem 13. Album Colors für ordentlich Furore. Denn mit der zweiten Singleauskopplung Wow – die bereits ein Jahr früher als das Album Colors veröffentlicht wurde – wird gerade ordentlich die Werbetrommel für eine elektrische Zahnbürste gerührt. Dabei ist der futuristisch anmutende Song in einem guten Umfeld.

Beck - Wow (Musikvideo)
Beck – Wow (Musikvideo)

Mit der dazugehörigen TV- und Internetwerbung hat sich die Marke BRAUN einen ikonischen Werbeclip gegönnt, der fernab von einer normalen Promotion eines Hygieneartikels ist. Hier wird ein ganz neues Gefühl transportiert, dass an Werbeclips von Apple erinnert. Beck als musikalische Untermalung vervollständigt den Clip und gibt dem Song damit nochmal einen neuen Push. Mit einem ikonischen Flötenintro, pulsierenden Basslines und dem euphorischen Gesang Becks ist Wow ein wahnsinniger Ohrwurm, der nicht nur schon 2016 wirkte, sondern auch 2020 noch genauso stark klingt und einen zeitlos, frischen Sound besitzt. Die Vorzüge eines Beck-Songs liegen damit auf der Hand – seine zeitlose Arbeit mit genreübergreifenden Elementen schafft es, auch Jahre später noch top-aktuell zu klingen. Und während wir uns dessen bewusst werden, kommt Beck mit seinen euphorischen Lyrics um die Ecke und wir alle stimmen ein, zu Bored of these limits, let me get, let me get it like. Wooooow! It’s like right now. It’s like woooow!

Spoon And The Forkestra - Pirates

Spoon And The Forkestra – Melancholischer Hedonsimus

Wir alle kennen diesen Moment, der unweigerlich kommt, doch den man nur all zu gerne hinausschieben möchte. Es ist der Moment, an dem man einem guten Freund – ja vielleicht sogar dem besten Freund – Lebewohl sagen muss, da er die Stadt verlässt, um ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Zumeist kommen diese Abschiede in der Zeit zwischen Schulende und Anfang der Ausbildung oder des Studiums vor. Doch was ist, wenn es erst mit Ende 20 oder in den 30ern soweit ist? Das Duo Spoon And The Forkestra haben aus diesem Gefühl einen Song gemacht und überraschen damit zugleich. Denn während ihre Debütsingle Mosquitoes noch auf einer völlig intimen Basis aufbaute, gehen Emily-Mae Lewis und Timo Zell auf ihrer zweiten Single Pirates ordentlich nach vorne. Ganz nach dem Gefühl – wenn schon denn schon, lassen sie uns nicht nur musikalisch, sondern auch visuell mit ihrem Musikvideo daran teilhaben, wie sie einen solchen Abschied verarbeiten würden.

Spoon And The Forkestra - Pirates (Video)
Spoon And The Forkestra – Pirates (Video)

Nämlich mit einer ordentlichen Portion an melancholischem Hedonismus. Das Gefühl, mit der besseren Hälfte noch einmal alles niederzureissen und die Nacht zum Tag zu machen, sich gegenseitig bis ins Unendliche zu necken und den Anderen dabei eher an sich binden zu wollen, als ihn gehen zu lassen und zeitgleich nicht eine Sekunde vergessen zu können, dass es das letzte Mal sein wird – kennen wir alle nur zu gut. Lewis und Zell gehen auf Pirates musikalisch genau diesen Zwiespalt zwischen lauten Gitarrenriffs, ruhigen Gesängen, mächtigen Bässen und einem Aufschrei als Refrain ein. So ist Pirates eine Indie-Hymne von Abschied, Zugehörigkeit und dem Willen, an etwas festzuhalten, das eigentlich schon losgesagt ist. Vergleicht man Mosquitoes mit Pirates könnte der Unterschied im Sound nicht größer sein. Als zweite Auskopplung, aus ihrer bevorstehenden Debüt-EP verheisst es allerdings nicht weniger, als ein enorm spannendes Debüt zu werden, das offen für Richtungswechsel und neue Musik ist.

The Best Of 2020 Vol. 13

The Best Of 2020 Vol.: 13

01. Ace Marino – Communication (zum Artikel)

 

02. Tash Sultana – Beyond The Pine (zum Artikel)

 

03. HÆLOS – Hold On (zum Artikel)

 

04. London Grammar – Baby It’s You (zum Artikel)

 

05. Declan J Donovan – Perfectly Imperfect (zum Artikel)

 

06. Janelle Monáe – Turntables (zum Artikel)

 

07. SIND – Bataillon d’Amour (zum Artikel)

 

08. Birdy – Open Your Heart (zum Artikel)

 

09. Of Monsters And Men – Visitor (zum Artikel)

 

10. Paul Woolford & Diplo feat. Kareen Lomax – Looking For Me (Extended Mix) (zum Artikel)

 

11. Miley Cyrus – Midnight Sky (zum Artikel)

 

12. Melanie C – In And Out Of Love (zum Artikel)

 

13. Glasvegas – Keep Me A Space (zum Artikel)

 

14. Hayden Calnin – Mountain Steeps (zum Artikel)

 

15. Hugo Barriol – Stay (zum Artikel)

 

16. The Whitest Boy Alive – Serious (zum Artikel)

 

17. GASHI feat. Sting – Mama (zum Artikel)

 

18. Jamie Cullum – Don’t Give Up On Me (zum Artikel)

 

19. Master KG feat. Nomcebo – Jerusalema (zum Artikel)

 

20. H.O.S.H. feat. Ost & Kjex – Woohoo (Original Mix)
John Summit - Deep End

John Summit – Es wäre der Ibiza Sommerhit

Wäre dieses Jahr die Partyszene wieder nach Ibiza gereist, würde sie um diese Zeit die heissesten Clubtracks mit im Gepäck haben und dafür sorgen, dass diese Songs überall in Europa in der Folge die Charts raufklettern würden. Dies ist mittlerweile seit Ende der 90er Jahre so und hat unter anderem schon Paul Johnsons Get Get Down (1999), Shapeshifers Lola’s Theme (2004), Eric Prydz Pjanoo (2009), Bakermats One Day (Vandaag) (2014) oder El Professors Bella Ciao (Hugel Remix) hervorgebracht und an die Spitzen der Charts gespült. Doch dieses Jahr fiel auch Ibiza aus und somit mussten sich die Dance-Acts ihren Weg über das Internet suchen. Wie das geht, zeigt der US-Amerikanische Produzent und DJ John Summit. Mit seinem Hit Deep End mischt der in Chicago lebende Produzent nämlich seit einigen Wochen die Dancecharts weltweit auf.

John Summit
John Summit

Mit seinem enorm treibenden Housebeat und dem wiederkehrenden Lyrics wird Deep End schnell zu einem enormen Ohrwurm, den man weder aus dem Kopf bekommt, noch aus dem Körper, schreit der doch regelrecht, dass er sich bewegen möchte. Hat Summit bereits mit den Tracks Summertime Chi und Forgotten One für Aufsehen gesorgt, ist es schließlich Deep End zu verdanken, dass er auf den Playlisten von Pete Tongs Essential New Tune und der BBC Radio1-Playlist von Annie Mac landete. Gleichzeitig wird er durch Acts, wie Fatboy Slim, Diplo oder MK gepushed und landet in deren Playlisten. So schaffte es Deep End schließlich auch in die Radioplaylisten in Deutschland und dürfte auf der ein oder anderen Party bereits angekommen sein. Mit Deep End hat John Summit ein Brett von einem Tech-House Song produziert, der noch lange nachhallen wird und die Messlatte ziemlich weit oben ansetzt.

Lastlings & RÜFÜS DU SOL - No Time (RÜFÜS DU SOL Remix)

Lastlings & RÜFÜS DU SOL – Remix als Revanche

Die eine Band steht seit mehr als zehn Jahren im Fokus der internationalen Elektroszene. Wird überschüttet mit Award-Nominierungen und zählt aktuell zu den besten Live-Acts des Genres überhaupt. Die anderen haben sich vor fünf Jahren gegründet und bisher mit Unreality (2016) und Verses (2017) erst zwei EPs veröffentlicht. Die Rede ist von RÜFÜS DU SOL und Lastlings aus Australien. Während RÜFÜS DU SOL mit ihren drei bisher veröffentlichten Alben Atlas, Bloom und Solace stetig auf ihrem Sound aufgebaut haben und damit sogar Grammy-Nominierungen einsacken konnten, ist Lastlings Bekanntheitsgrad bisher noch vornehmlich auf Australien und Neuseeland beschränkt. Dabei hat sich im Laufe der Zeit eine enge Freundschaft zwischen den beiden Bands gebildet. So supporteten Lastlings – bei denen es sich um die Geschwister Amy und Josh Dowdle handelt – RÜFÜS DU SOL bereits 2017 auf ihrer Australien-Tour und wiederholten dies auf der 2019er US-Tour der Band.

Lastlings
Lastlings

Auf dem 2019er Solace-Remix Album steuerten Lastlings schließlich ihren Remix des Titeltracks bei. So hatten RÜFÜS DU SOL plötzlich eine freundschaftliche Schuld zu begleichen, die sie mit dem neuen Remix von No Time nun einlösen. Ursprünglich bereits im Sommer als eine der Leadsingles veröffentlicht, haben sich RÜFÜS DU SOL den Song nun nochmals vorgenommen und einen Deep House-Sound daruntergelegt, der im Vergleich zu der Originalversion an Schnelligkeit und Dramatik gewinnt. Mit Synthiehörnern, die für RÜFÜS DU SOL stilprägend sind, baut sich der knapp sechseinhalb Minuten lange Song stetig auf um zur Mitte hin in ein Schweigen zu verfallen, ehe der Drop mit voller Kraft eine jede Tanzfläche durchziehen würde. Während die Originalversion von No Time auf Lastlings Debütalbum First Contact enthalten sein und am 20. November veröffentlicht wird, bleibt die Remixversion des Songs vorerst nur als Stand-Alone Veröffentlichung stehen. Mit dem, im zweiten Teil so treibenden Sound haben Lastlings und RÜFÜS DU SOL eine Version des Songs veröffentlicht, der an Größe gewonnen hat und auf eine Zeit hinarbeitet, in der wir alle hoffentlich bald diesen Song auf den Tanzflächen erleben dürfen.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Heartbreak

Bonobo feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Rufen zum 90s-Rave auf!

Anfang des vergangenen Jahres erst hatte der britische Soundtüftler Bonobo mit seinem DJ Mixtape fabric presents Bonobo neues Material veröffentlicht. Darauf enthalten war mit Ibrik der erste neue Song seit 2017. Doch bereits im Juli 2019 sollte mit Linked eine Singleveröffentlichung erfolgen, die bisher noch auf keiner Platte zu finden ist. Nun hat Bonobo – alias Simon Green – mit Heartbreak eine weitere neue Single veröffentlicht und nährt Gerüchte um ein baldiges, siebtes Studioalbum. Dabei zeigt sich der Musiker auf Heartbreak hörbar vom 90er-Jahre Rave inspiriert und sorgt mit zappelden Housebeats und feiernden Loop-Vocals für eine satte Clubatmosphäre. Mit dabei ist mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs (kurz TEED) ein weiterer britischer Soundtüftler, der mittlerweile in Los Angeles lebt. Dabei zeigt sich TEED in den vergangenen Jahren äußerst umtriebig und kollaborierte bereits mit SG Lewis – auf Again – und mit Amtrac – auf Radical. Doch auch solo brachte Orlando Tobias Edward Higginbottom mit Leave A Light On wieder neues und ungewohnt ruhiges Material raus.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs
Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs

Nun haben sich Bonobo und TEED – die bereits seit längerem befreundet sind – auf Heartbreak dem Club zugewandt und, passend zum Strobolicht, die schnellen Beats ihrer Musikstile zusammengefügt. Ganz im Stile des Loveparade-Raves klingt Heartbreak nach großer Ekstase, nach Hedonismus und ausufernden Nächten. Mit diesem ungewöhnlich, nach vorne gehenden Song läutet Bonobo nun auch eine neue Zeit ein und veröffentlicht Heartbreak nicht nur als Einzeltrack, sondern gleichzeitig als Leadsingle seiner Doppelvinyl, die am 13. November erscheinen wird. Als zweiten Track wird die Vinyl den Song 6.000 ft enthalten und erstmals auf Bonobos eigenem Label OUTLIER veröffentlicht. Wem die Vocals auf Heartbreak bekannt vorkommen, dürfte sich im 70er und 80er Jahre Discosound bewegt haben. Sind die Lyrics doch ein Sample des ’78er Discoklassikers Weekend vom New Yorker Musikprojekt Class Action. Zusammengefügt mit TEEDS Produktion haben die beiden Produzenten einen waren Clubbanger veröffentlicht, der sich ideal zu langen Nächten in den angesagtesten Clubs der Welt eignet. Auch wenn diese Clubs aktuell alle geschlossen sind, entfaltet Heartbreak seine treibende Kraft und sorgt auch zu Hause für einen perfekten Moment der Ekstase.

Tash Sultana - Beyond The Pine

Tash Sultana – Liebe gehört Dir

Es war ein fulminanter Start – von der Straßenmusik, bis in die Albumcharts weltweit. Das Debütalbum Flow State mit Songs, wie Murder To The Mind, MystikSalvation und Harvest Love schaffte es in 14 Ländern in die Charts und das, ohne große Promotion zu betreiben. Tash Sultana überzeugt durch die Musik, die Videos und sich selbst. Nachdem bereits mit Can’t Buy HappinessGreed und Pretty Lady, sowie die Kollaboration mit Matt Corby auf Talk It Out und die Zusammenarbeit auf Milky Chances Single Daydreaming, veröffentlicht wurden, rückt der Releasetermin des zweiten Albums immer näher. Zwar steht der genaue Veröffentlichungstermin von Terra Firma noch immer nicht fest, wird zumindest davon gesprochen, es noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Mit Beyond The Pine hat Sultana nun den fünften Song veröffentlicht und einen deutlich ruhigeren Vibe angeschlagen. Hier singt Sultana über einen smoothen Beat aus Loops und lässt die so großartig beherrschende Gitarre nur hier und da musikalisch aufleuchten. Im dazugehören Musikvideo sehen wir die beiden professionellen australischen Tänzer Timothy Spring und Chris Haines die verschiedenen Phasen einer Partnerschaft körperlich umsetzen.

Tash Sultana Tash Sultana

Durch ihre Bewegungen sehen wir Liebe, Wut, Trauer und Versöhnung in nur vier Minuten. Die Idee hinter dem Song und dessen Musikvideo ist es, Trost in der Natur zu finden und zu erkennen, wenn man die richtige Person im Leben gefunden hat – so Sultana. Dass Sultana gerade davon schreibt, wundert nicht – verfolgt man den Instagram-Account Sultanas. Denn hier präsentiert Sultana seit einiger Zeit eine Partnerin an der Seite, mit der Sultana alles teilt und uns daran teilhaben lässt. War Sultana in der Zeit vor Flow State eher zurückhaltend und introvertiert, wirkt Sultana nun immer öfter gelassen und entspannt. Gleichwohl die Intention hinter Beyond The Pine eine wichtige Message vertritt: Liebe gehört dir, egal welche Farbe, Rasse, Geschlecht, Religion, Sexualität oder Identität du hast – so Sultana selbst über den neuen Song. Auch wenn die einst so prägende Gitarre auf Beyond The Pine deutlich in den Hintergrund geraten ist, zeigt sich Sultana reifer und klingt durch die Arbeit mit der Loop-Station dennoch äußerst frisch.

Monolink - Otherside

Monolink – Hinter den Vorhängen unserer Realität

Es ist ein Satz den man erst einmal verarbeiten muss – hinter die Vorhänge unserer Realität zu schauen. Mit diesem Satz beschreibt der DJ und Produzent Steffen Linck – alias Monolink – seinen neuen Song Otherside, den der gebürtige Hamburger am vergangenen Freitag veröffentlicht hat. Dabei steht der in der Berliner Clubszene beheimatete Wahlberliner an den Turntables der angesagtesten Clubs weltweit. Erst im März sorgte Monolink mit seinem Track Sinner für einen wahren Begeisterungssturm und enterte nicht nur alle Blogs, sondern auch die digitalen Tanzflächen weltweit. Mit seinem neuen Track Otherside verbindet der Produzent einmal mehr seinen herausragenden Sound, in dem er Singer/Songwriting, mit Instrumenten und Elektro verbindet. Immer wieder aufs Neue entstehen so Songs, die sich nicht einordnen lassen aber dafür umso beeindruckender klingen. So beginnt Otherside mit einem zurückhaltenden Gesang Steffen Lincks und baut sich durch verworrene Arrangements auf, bis schließlich ein tiefer Bass einsetzt, der dem Song eine Dunkelheit verleiht, die sich irgendwo zwischen mystischen Gefühlen und düsteren Clubgängen bewegt.

Monolink
Monolink

Linck, der selbst auf seinen Songs singt, hat gleichzeitig eine berührende Stimme, die hier und da zu brechen droht. Monolink selbst fügt der Veröffentlichung des Tracks noch hinzu, dass es ein Song ist, der von der Schönheit und den Gefahren des Unbekannten inspiriert ist. Er ist eine Reise, um hinter die Vorhänge unserer Realität zu schauen. Vielleicht finden wir dort einen Ort von atemberaubender Schönheit, vielleicht finden wir aber auch nie den Weg zurück. Es ist das Verlangen, das uns verführen und verraten kann. Willkommen auf der anderen Seite. Mit der Veröffentlichung von Sinner und Otherside kündigt der Produzent gleichzeitig an, nach seinem 2018er Debüt Amniotic, Anfang 2021 sein zweites – bisher namenlose – Album zu veröffentlichen. Mit satten Deep House, rauen Singer/Songwriter-Elementen und dem Klang eingespielter Instrumente wird das zweite Album ebenso die Erwartungen erfüllen und für ein heißes Frühjahr sorgen. Mit den beiden Singles wird uns bis dahin schonmal der Winter eingeheizt.