The Strokes - Bad Decisions

The Strokes – Zweiter Streich mit nostalgischen Gefühlen

Es ist erst wenige Tage her, da hatten The Strokes mit At The Door das erste Mal nach sieben Jahren wieder einen Song veröffentlicht und gleichzeitig für April ein neues Studioalbum angekündigt. Sollte das nicht schon genug zur Freude gewesen sein, dürfen sich die Fans natürlich auch über Livedates der US-Amerikanischen Band freuen. Und haben wir bei der ersten Singleveröffentlichung noch über die Richtung des neuen Albums The New Abnormal gerätselt, wird mit dem neuen Song Bad Decisions einmal mehr der Retro-Sound aus Punk, Indie und Rock klar. Dabei klingen Julian Casablancas und der Rest der Band so nostalgisch, als würde Bad Decisions bereits vor 20 Jahren veröffentlicht worden sein. Geschrieben von Casablancas ist da aber auch eine Melodie im Song wiederzuerkennen, die uns noch viel länger zurückdenken lässt. Denn auf Bad Decisions werden Elemente des 1980er-Billy Idol Songs Dancing With Myself verwendet, weshalb sich in den Credits des neuen Strokes-Songs Idol auch wiederfindet. Bad Decisions ist Indie-Rock in allerbester Manier und lässt uns völlig vergessen, dass die Band sieben lange Jahre nichts mehr veröffentlicht hatte.

Bloodhype - Violent Heart

Bloodhype – Mit Blut und Schweiß zum Hype

Es war im Herbst 2018, als dieser mystisch, dunkle Alternativerock für einen Moment inne halten ließ. Die Single Romeos der Berliner Band Bloodhype ließ aufhorchen. Mit einem epischen Soundbett, wabernden Synthies und Elmar Weylands Stimme, die gleichermaßen intensiv, rau und warm sowie bedrohlich und ausbrechend klang, hatten es Bloodhype innerhalb kürzester Zeit geschafft, die Aufmerksamkeit internationaler Blogs auf sich zu ziehen. Nun sind sie mit Violent Heart wieder da und zeigen, dass ihre Liebe zu dunklen Synthies gar noch stärker geworden ist. Mit einem ausladenden Sound aus Gitarren, Schlagzeug und Saxophon – der nach Gewinnern klingt – scheint es Christopher Kohl, Matt Müller, Erik Laser und Elmar Weyland genau in diese Richtung zu treiben. Dabei bleiben sie zu jeder Zeit präsent und lassen keinen Unterschied, zwischen deutschem Sound und dem der großen Amerikanischen und Britischen Bands, erkennen. 2020 wird für Bloodhype ein Schlüsseljahr werden. Werden sie den Durchbruch schaffen, oder bleiben sie in der Indie-Nische?! Das gilt es zu beobachten. Bloodhype haben mit ihrem angekündigten Debütalbum Modern Eyes – welches sie im Sommer veröffentlichen wollen und sowohl in den Berliner Hansa Studios, als auch in Kellerstudios in Berlin aufgenommen haben – und ersten Tourdates im Herbst 2020 zumindest die besten Vorraussetzungen, um sich diesem Ziel mit großen Schritten zu nähern. Und selbst internationale Termine sollen aktuell im Gespräch sein. Da scheint eine andere Richtung, als die zum Erfolg fast schon ausgeschlossen – wir bleiben dran!

Garrett Kato feat. Julia Stone - Breathe It In

Garrett Kato feat. Julia Stone – Wenn ein Song einschlägt

Er ist so etwas, wie eine emotionale Explosion – der neue Song Breathe It In des US-Amerikaners Garrett Kato. Ist Kato vor einiger Zeit nach Australien gezogen, hat er sich für Breathe It In mit Julia Stone zusammengesetzt und einen Song geschrieben, der so tief und reich an emotionaler Interpretation ist, dass dieser sehr viele Menschen ansprechen wird. So universell, wie einzigartig, singt Kato mit einem Timbre, den man in Deutschland einmal Mitte der 2000 vom britischen Sänger Ben Hamilton zu hören bekam. Mit einer wunderbaren Tiefe und Wärme singen Kato und Stone darüber, wie es ist im Moment der Selbstfindung eine neue Person in sein Leben zu lassen. Diese Momente, die uns als unglaublich verletzlich und pur auszeichnen, sind oftmals der Beginn einer aufrichtigen Beziehung. Genau diese aufrichtige Ehrlichkeit ist es, die dem Song Breathe It In diese Tiefe gibt und in den letzten kalten Nächten des abziehenden Winters für Wärme sorgt. Breathe It In ist auf Katos neuester EP S. Hemisphere enthalten, die am 6. März veröffentlicht wird.

Meduza feat. Shells - Born To Love

Meduza feat. SHELL – Der dritte Streich

Sie sind verantwortlich für zwei der absoluten Clubhits 2019. Das italienische House-Trio Meduza hatte mit Piece Of Your Heart und Loose Control europaweit die Clubs beherrscht. Doch nicht nor dort, sondern auch die Radiostationen hatten die Songs rauf und runter gespielt. So erreichte Piece Of Your Heart in Deutschland Platz 4 und in Großbritannien sogar Platz 2 der Singlecharts und griffen sogar eine Grammy-Nominierung für Best Dance Recording ab. Nun haben Matt Madwill, Simon de Jano und Luke Degree nach den Briten Goodboys und Becky Hill, wieder einen Kollaboration veröffentlicht. Dieses Mal wieder mit dabei – Großbritannien. Denn mit Shells ist einmal mehr eine britische Künstlerin an Bord. Entgegen der fragilen elektronischen Musik, die Shells als Solokünstlerin macht, klingt sie auf der neuen Single von Meduza kräftiger und dunkler. Born To Love ist einmal mehr ein dunkler Housetrack, der in Kellerclubs in ganz Europa passt und eine mysteriöse Atmosphäre versprüht.

Das Moped – Chaostheorie als Genre

Im Mai 2019 hatten Das Moped mit der Single Wenn Du Ehrlich Bist eine wahre Perle veröffentlicht. Der Sound, der so sehnsüchtig klang und eine pure Reminiszenz an unsere Jugendhelden von ECHT war, schaffte es auf direktem Weg in unser Herz. Nun haben Das Moped mit Niemand Sonst eine neue Single und gleichnamige EP veröffentlicht und kündigen für Sommer 2020 sogar ein Debütalbum an. Zuvor gehen sie aber bereits ab dieser Woche auf eine ausgedehnte Tour und supporten Wanda auf ihren Deutschlandkonzerten. Mit der Single Niemand Sonst haben Martin Brunner (Gesang und Synthies), Augustin Zimmer (Gesang und Gitarre) und Ali Baltz (Bass) – die Das Moped verkörpern – eine so offensichtlich popverliebte Hymne über den Try-and-Fail Moment geschrieben, dass man sich sofort auf einem Abschlussball in die Turnhalle unter die Diskokugel stellen möchte und davon träumt, Derjenige zu sein, der all die coolen Tanzmoves beherrscht und damit den Schwarm der ganzen Schule begeistern kann. Niemand Sonst ist Retropop, der den Vibe der 80er-Jahre vor sich hertreibt und dabei so ansteckend ist, wie der Ohrwurm von Joachim Witts Goldener Reiter. Mit der Kopfstimme Augustins, und dem unglaublich sympathisch, schrägen und chaotischen Musikvideo ist Niemand Sonst ein wahre Perle des Pops und begeistert uns mit seinem leichten, luftigen Sound.

June Cocó - Heavy Heart

June Cocó – Das warme Herz einer Pianistin

Es beginnt mit warmen Tönen eines Pianos, die Töne kommen uns vertraut vor. Sie erinnern an Songs von Agnes Obel, die von so viel Wandlungsfähigkeit geprägt sind, dass man jedes Mal eine neue Gefühlswelt aufkommen spürt. Die Leipziger Sängerin und Pianistin June Cocó schafft dieses Gefühl auf ihrem neuen Song Heavy Heart so spielerisch zu erreichen, dass man sich bereits bei den ersten Tönen geborgen und herzlich empfangen fühlt. Dabei hört man in jeder Sekunde, wie sehr die klassisch ausgebildete Stimme Cocós mit dem Piano harmoniert. Überhaupt ist das Piano Cocós größte Liebe, denn dieses spielt sie seit ihrer Kindheit und gibt dem Instrument auf ihren Songs eine gleichwertige Bedeutung zu ihrer Stimme. Heavy Heart ist dabei das akustische Bild, welches sie daraus formt und lässt uns durch ein Fenster eines Hauses am Meer auf die unzähmbare See gucken. Während im Hintergrund das Holz im Kamin knistert peitscht draussen der Regen an die Scheiben und wird alle paar Sekunden vom nahen Leuchtturm zum funkeln gebracht. Diese Ruhe und Wärme und das bei einem selbst sein stellt den Gegenpol zum Chaos und zügigen Geschehen auf der anderen Seite des Fensters dar. June Cocó veröffentlicht Heavy Heart als Stand-Alone Song, der ihrem vielbeachteten, zweiten Album Fantasies & Fine Lines folgt und auf den kommenden Konzerten in Deutschland, Polen, Tschechien und Großbritannien einen weiteren Beitrag leisten wird, in sich selbst hineinzuhören und zur Ruhe zu kommen.

Balthazar - Halfway

Balthazar – Alle sind bereit

Bereits im Januar 2016 gab es hier auf SOML die Single Bunker der belgischen Indieband Balthazar zu hören Mit Bunker noch völlig im Indierock befindlich sollte es vier weitere Jahre dauern, um einen Sound zu veröffentlichen, der plötzlich gänzlich groß und nach internationalen Rockbands klingt. Mit ihrem 2019er Album Fever und der gleichnamigen Single schaffte es die Band nicht mehr nur in Belgien, Frankreich und den Niederlanden Erfolg zu haben, sondern bekam auch immer mehr Aufmerksamkeit aus dem deutschsprachigen Raum. So platzierte sich das vierte Album erstmals auch in den Schweizer Albumcharts und wurde in Deutschland vermehrt in die Radioplaylisten aufgenommen. Nachdem Balthazar 2019 bereits auf Tour waren, kommen sie nun für weitere Konzerte zurück nach Deutschland und haben mit Halfway gleichzeitig eine neue Single am Start. Ob sich der Name des Songs davon ableitet, dass Halfway genau zwischen zwei Alben veröffentlicht wird, kann nur vermutet werden, zumindest hoffen die Fans, dass es nicht wieder vier Jahre dauern muss, ehe die Belgier ein neues Album veröffentlichen. Mit Halfway scheint es allerdings in eine hoffnungsvolle Richtung zu gehen – dabei nimmt der Song einen ähnlichen Pfad auf, wie ihn die Tracks auf dem letzten Album der Band genommen haben. Mit stolzer Brust singt sich auf Halfway hauptsächlich Jinte Deprez durch den Song und wird nur durch Backingvocals von den anderen Bandmitgliedern begleitet. Mit einer Mischung aus dunklem Alternativerock, einem Gesang der mit R&B-Elementen aufwartet und dem typisch, cool und entspannten Sound lassen Balthazar die Tage bis zu ihren Deutschlandkonzerten wie im Flug vergehen – denn zumindest in Deutschland sind alle bereit für mehr Musik der Belgier

San Cisco - Reasons

San Cisco – Zuckersüßes Ende einer Beziehung

San Cisco tauchen immer wieder mal, mit ihren poppig, klebrigen Indiesongs, auf der Tanzfläche einer jeden Indieplaylist auf. Waren sie mit ihrem zweiten Studioalbum Gracetown (2015) und der Single Run auf ihrem Höhepunkt, folgte mit dem dritten Album Water (2017) und der Leadsingle SloMo fast schon ein Angriff auf den Thron der Discopop-Band Scissor Sisters. Nun haben sie mit Flaws endlich wieder neues Material dabei und veröffentlichen am 27. März die EP Flaws. Diese wird die Single Reasons enthalten, welche die Band gerade veröffentlicht hat. Hierbei singen sie über den Moment, als man ausgesprochen hat, dass man Schluss machen wird. Mit einem befreienden You should let it go, let it go… wird dieser Moment auf Reasons fast schon euphorisch zelebriert und gibt den Weg frei, den wunderbar produzierten Indiepop-Song zu genießen. Denn vom Inhalt einmal abgesehen, begeistern San Cisco auf Reasons, wie auch schon auf ihren vorangegangenen Veröffentlichungen mit einem lebendigen Indiepop, der sich leichtfüßig und sorglos präsentiert. Wenige Wochen nach der Veröffentlichung ihrer EP kommen Jordi Davieson, Josh Biondillo und Scarlett Stevens dann wieder nach Europa und spielen im Mai auch zwei Konzert in Deutschland.

The Fratellis - Six Days In June

The Fratellis – Neues Album, neue Single

Man ist fast geneigt, zu sagen, dass die Fratellis endlich zurück sind. Doch trügt der Schein, denn eigentlich war die Band nie wirklich weg. Entgegen der Entwicklung in Deutschland, in dem die Band 2006 nur mit ihrem Debütalbum Costello Music in den Top-50 der Albumcharts landen konnte, haben es Jon, Barry und Mince Fratelli – ob einer dreijährigen Bandpause von 2009 bis 2012 – geschafft, fünf Alben zu veröffentlichen und damit zuletzt mit ihrem 2018er Album In Your Own Sweet Time auch wieder an den Erfolg ihrer ersten beiden Alben anknüpfen können und landeten auf Platz 5 der britischen Albumcharts. Nun haben The Fratellis mit Six Days In June eine erste neue Single veröffentlicht, die zum angekündigten sechsten Studioalbum Half Drunk Under a Full Moon gehört, welches die Band am 8. Mai 2020 veröffentlichen wird. Mit ihrem absoluten Überhit Chelsea Daggers der mittlerweile zum britischen Kulturgut gehört und im Laufe einer Nacht in jedem Pub mindestens einmal gesungen wird, haben sich die Jungs einen Platz an der Sonne des britischen Indies erarbeitet. So konnten sie sich auf den folgenden Alben ausprobieren und mit neuen Sounds arbeiten. Nun zeigen sich The Fratellis auf Six Days In June allerdings wieder in alter Stärke und veröffentlichen eine Single, die mit Trompeten, Gitarren und einem mitreißenden Beat wieder zum mitsingen einlädt. Damit werden The Fratellis hoffentlich auch wieder hierzulande deutlich öfter gespielt und begeistern mit einem bekannten und allseits beliebten Sound ihr Publikum.

Alanis Morissette - Smiling

Alanis Morissette – Eine Aufarbeitung ihres Lebens

Es dürfte wohl das, mit Abstand, persönlichste Album der kanadischen Sängerin werden. Schreibt Alanis Morissettes schon immer sehr persönliche Texte, schafft die Sängerin auf ihren neuen Songs eine Direktheit, in die Texte zu legen, dass dem Hörer unmissverständlich klar wird, womit Morissette in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatte. Bereits auf der ersten Singleauskopplung Reasons I Drink, des am 1. Mai erscheinenden, neunten, Albums Such Pretty Forks in the Road hatte klar gemacht, dass die Multi-Grammygewinnerin in den letzten Jahren mit so einigen Problemen umzugehen hatte. Sich selbst in Frage stellen und klar machen, was für ein Fußabdruck von ihr übrig bleiben wird, war dann auch der Motivatior, die nun veröffentlichte Single Smiling aufzunehmen. Dabei reflektiert sie ihren Werdegang und all die unperfekten Entscheidungen und Momente, die sie in der Zeit ihres „Erdendaseins“ gemacht und erlebt hat. Dabei folgt der Sound einem bedächtigen Gefühl der wahr gewordenen Selbsteinschätzung, die so nüchtern, wie nachdenklich klingt und gleichzeitig Morissette zu dem Entschluss kommen lässt, mit ihrer Unvollkommenheit zurechtzukommen. Produziert wurde Smiling von Michael Farrell, der vor allem durch die Zusammenarbeit mir Macy Gray und Morrissey bekannt ist. Darüber hinaus ist er als Keyboarder bereits länger schon auf Morissettes Touren vertreten und spielte auf Konzerten von Mariah Carey, Vanessa Carlton und Melissa Etheridge. Smiling verfestigt den Eindruck, den bereits die Leadsingle Reasons I Drink andeutete und lässt auf ein Album hoffen, welches nach acht Jahren der Stille eines ihrer bedeutendsten Werke werden könnte.